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Show 416 Heilig-Kreuz - Heimersdorf. deren Gütern für 26000 Gulden an die Stadt Colmar, welche bis zur franz. Revolution im Besitz blieb. Nur den Ort Logeinheim musste sie gegen Rückzahlung von 583 Gulden wieder herausgeben, da derselbe nicht als Allod der Villinger nachgewiesen werden konnte. 1371 war die Johanniterkomthurei Colmar in H.-Kr. begütert, auch die Deutschordenskomthurei Sundheim-Rufach hatte dort Besitz. - Bei der Errichtung der Intendanz von Elsass wurde H.-Kr. mit Ensisheim Hauptort eines Amtes der Subdelegation Colmar. - H -Kr. wurde 1250 durch König Konrad IV. zerstört, 1298 vom Landvogt, Grafen Diebold von Plirt, mit Hülfe der Reichsstädte auf Befehl Adolfs von Nassau eingenommen und zum Theil verbrannt. 1444 besetzten und plünderten die Armagnaken die Stadt, welcher bald darauf die Bewohner und der Bann der ebenfalls durch die Armagnaken zerstörten Orte Dinzheim und AVoffenheim einverleibt wurden. Im Jahre 1477 richteten die von Nancy heimkehrenden Eidgenossen neue A'erwüstungen an. A m 24. Dez. 1813 fand an der Thurbrücke (Kosackenfeld) ein blutiges Gefecht zwischen französischen Dragonern der Division Alilhaud und Reiterei der Verbündeten unter dem österreichischen General Scheibler statt, in welchem die ersteren siegten. - Die Pfarrkirche zu St. Bartholomäus gehörte zum Landkapitel Citra Rhenum des Bisthums Basel. Den Kirchensatz hatte der Alagistrat von Colmar. - H.-Kr. liegt an einem Keltenwege von Ensisheim nach Alunzen-heim, w o er in die Konsularstrasse einmündet. Die Kirche ist neu; der Chor noch aus der gothischen Bauperiode vom 14.-15. Jhdt. Auch am Thurm ist der untere Theil noch alt. Das Schloss stammt aus dem 16. Jhdt.; H.-Kr. hatte, ähnlich wie Egisheim, doppelte Ringmauern und Gräben, von denen noch Spuren vorhanden sind. - H.-Kr. ist der Geburtsort von Joh. Georg Stoffel, 1819-1880. Er war Bibliothekar zu Colmar, verdienstvoller Altcrthumsforscher und verfasste u. a. das bekannte Topographische Wörterbuch des Ober-Elsasses. G e m e i n d c w a l d iOberförsterei Colmar-Ost) 371,5 ha. ^Hainbuche, Eichen, Ulmen, Eschen, Kiefern.) Stoffel, J. G., Satzungen und Ordnungen des Städtchens H.-Kr., 1509-1510. 1517. (Als. VIII, 183-224.) AValdner, Eugen, Eine unveröffentlichte Papsturkundc vom Jahre 1154. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. N. F. VII, S. 182-184.) Heilig-Kreuz, Kap. (Gde. u. Ka. Alasmünster, Kr. Thann, O.-E. i. B e y heiligen Creutz Cappel 1568. Liegt 200 m nördl. von Alasmünster, früher Endstation eines Kreuzweges. Eigenthum der Gde. H e i l i g - K r e u z - K a p e l l e auf dem Sonnenberge (s. d.) bei Weier im Thal (Ka. Alünster, Kr. Colmar, O.-E.). Von den Herren von Girsberg errichtet (nach der Volkssage jedoch im 14. Jhdt. durch den «Alten vom Berge» erbaut), wurde sie 1234 von diesen den Johannitern in Colmar geschenkt. Alitte des 18. Jhdts. lag sie in Trümmern, wurde aber durch die Gde. AVeier wiederhergestellt. In der Revolutionszeit (1793) abermals zerstört, wurde sie nach 1802 nochmals durch die Einwohner von AVeier i. Th. wieder aufgebaut. Seit 1846 ist sie auch AVallfahrtsort der Mutter Gottes (Hauptfeste 2. Febr., 3. Alai und 14. Sept.). Heiligmattgraben s. Zinsel 18, 19 Heille, Hauptort der Gde. AICtairies-St. Quirin (Ka. Lörchingen, Kr. Saarburg, L.). - Heide 1122. - Gehörte zur Herrschaft Türkstein (s.d.); 1122 schon erwähnt. In dieser Zeit entstand ein Zwist zwischen dem Abt Reinhart von Alaursmünster und Bencelin von Türkstein, wegen des Kirchensatzes und Zehnten der Pfarrei Heide. Nach Anrufung des Gottesgerichtes wurden beide dem Priorat St. (Juirin zuerkannt. Der Ort, in welchem ursprünglich die Abtei Moyenmoutier, seit etwa 1100 Alaursmünster, durch Kauf von Aloyenmoutier, begütert waren, und, wie es scheint auch die Grundherrlichkeit besassen, gehörte bezüglich der hohen Gerichtsbarkeit zur Herrschaft Türkstein. Diese wurde 1419 v o m Bisthum Aletz dem Härtung von Wangen, 1485 dem Heinrich Holzapfel zu Lehen gegeben. H. scheint im 16. Jhdt. verwüstet und erst später als AVeiler aufgebaut worden zu sein. Es ist Hauptort der Gde. Al6tairies-St. (Juirin, die als Gde. erst seit der Revolution besteht. H e i m b a c h , AVlr. (Gde. Wegscheid, Ka. Masmünster, Kr. Thann, O.-E.). Früher AO., jetzt Theil der Gde. Wegscheid. A n der h e i m b a c h 1567. H e i m b a c h s. 111 26, Sauer 4. H e i m b u r g , H. bei Türkheim, s. Letzenberg. H e i m b u r g b e r g s. Hohenburgberg. H e i m e l d i n g e n (Hemel d i n g e n , Hoemeltin-gen), verschw. Ortschaft (Gde. Völlerdingen, Ka. Saarunion, Kr. Zabern, U.-E.). H e y melt in g er B a n n 1493. W ar streitig zwischen der Grafschaft Saarwerden und der Herrschaft Diemeringen. Begütert vor 1340 Kloster St. Alaximin in Trier. AVurde wahrscheinlich im 15. Jhdt. zerstört; der Ortsüberlieferung nach starb es schon frühe aus in Folge der Pest. Jedenfalls war es 1345 noch bewohnt, aber schon 1513 verödet und ist in letzterem Jahre von dem Rheingrafen von Salm zu Diemeringen von dieser Herrschaft abgetrennt und an Saarwerden abgetreten worden. Der Bann ist zwischen Völlerdingen, Domfessel und Dehlingen aufgetheilt worden, der dazu gehörige AVald Nittelsbusch ist gemeinschaftlicher Besitz der Gden. Völlerdingen und Domfessel Erhalten der N a m e eines Rebgeländes «Gewann hinter der Kirche». H e i m e r s d o r f , Df. (Ka. Hirsingen [1790-95 Ka. Altkirch], Kr. Altkirch, O.-E.). 507 E. 118 Hsr. (12 GRe.) - 350 m. - A G . Hirsingen (2,3); HSt. Hirsingen (2,7). - Heimersdorf 708 (?); E m e r i c o u r t 1398; ma. H e i m erschd'rf; roman. Hemericoie; franz. früher Hemericourt. - Die Gde. umfasst den H O . H. (483 E. 113 Hsrj und die AO. Niedermühlc, Sennhütte, Waldmühle, Waldsägc. - StEBez. Hirsingen. AVasserltg. - 1802-21 A O . der Pfarrei Hirsingen. dann residirendes Vikariat, seit 1856 kath. Hilfspfarrei des Dek. Hirsingen ; Schutzheiliger hl. Peter und Paul (29. Juni), Die jetzige Kirche wurde 1772 erbaut auf der Stätte der alten Kirche, die dem 12. Jhdt. angehört haben soll. Kap. und Brunnen der hl. Odilia. Die Lutheraner gehören zum Vikariat Alülhausen, die Reformirten zur Pfarrei Altkirch. - Kleine Sägemühle. Hanfmühle und Oelmühle. Getreidemühle im Df., dgl. auf der Nieder- und der Waldmühle (s. d.), sämmtlich mit Wasserkraft. H. gehörte in franz. Zeit zum Amte Hirsingen. Hier hatten die Habsburger vor der Plirter Erbschaft ein Eigen, dazu ein Fünftel von «twing und bann», des AValdes von H. und des Breiten holzes und «darzu alle die berge, die in dem banne liegent. da ist ouch ein taverna, die giltet 7.» 1336 wurde Schloss und Dorf dem AVilhelm von Gliers (de Gle-res Eisgau) und Alontjoie von Herzog Rudolf von Oesterreich zu Lehen gegeben; dieser Familie folgten im 15. Jhdt. durch Heirath die lothringischen Barone de Tulliers (beiMirecourt), die u m 1430 den Namen Alontjoye angenommen und 1440 die österreichische Oberlehensherrlichkeit über das Lehen der Gliers in der Herrschaft Burgund und im Sundgau anerkannt haben. Der Bischof von Basel wollte sie nicht als Erben des Zehnten in Hirsingen, Grenzingen, Friesen, Bisel, mit dem die Gliers belehnt waren, anerkennen, weil derselbe nur im Alannesstamme erblich sei. Die ältere Linie nannte sich nach H. d'EmeTicourt und erlosch 1692. Das Familiengut ging auf die Linie Vaufrey über, aus deren Gütern im Sundgau, Eisgau (unter ersteren H., Hirsingen, Rüderbach, Bisel, Brubach u. s. w.) 1736 die Grafschaft Alontjoye als königliches Lehen errichtet wurde. Die Linie de Vaufrey (jetzt Grafen von Frohberg-AIontjoyo ist jetzt in Gersfeld auf der Rhön ansässig, die jüngere Linie von Hirsingen blüht noch in Bayern. Das Schloss wurde im 18. Jhdt. abgetragen. - Die Kirche gehörte zum Dekanat des Sundgaus. - H. liegt |