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Show Herbitzheim - Heringen 425 fort (Ncuhornbach). (Ebd. III, S. 555-559.) Thilloy, J., H. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 2e s£r. II, 1863J4, Alem. p. 69-96.) Vgl. auch die Litteratur bei H., Dorf, und H., Erbkastenvogtei. H e r b i t z h e i m , Erbkastenvogtei, entstanden aus dem A'ogteirceht der Abtei H., das sich mit der Zeit zu einer völligen Herrschaft ausbildete; umfasste die Orte (Grundweiler z. Th.1), Herbitzheim, Keskastel, Oermingen mit dem Wir. Hüttingen, fOldingen), (Remeringen), (Salzbronn, ein Drittel) und (Alenrichingen, abgeg. Ort). Die Vogtei war Ende des 9. Jhdts. im Besitz des Grafen Gerhard von Aletz. Später erscheinen die Herzoge von Lothringen als Inhaber derselben; lothringische Lehnsträger der Vogtei sind 1271 die Grafen von Saarbrücken gewesen. Nachfolger der letzteren waren die Grafen von Nassau-Saarbrücken, die sich «Erbkastenvögte, Land-, Schutz- und Schirmherrn von H.» nannten. Jedoch schon unicr ihren A'orgängern (im 13. Jhdt.) war die A'ogtei (<>Unser Lieben Frauen Gut») vielfach zersplittert und die einzelnen Theile als Saarbrücker Burglehen vergeben worden. ATon den zahlreichen Lehnsträgern solcher Theile der A'ogtei im 13. und 14. Jhdt. seien genannt die Herren von Rosieres (1260), von AATarsperg (1268, 1302), von Dagstuhl (1342), von Püttlingen, von Bensdorf, von Fleckenstein (1376), Brück von Hinsingen u. a. Im 15. Jhdt. waren die Hauptlehcnsträger die Beyer von Boppart; doch hat auch das Bisthum Aletz damals Rechte an H. gehabt. 1544 erwarben die Grafen von Nassau-Saarbrücken durch die Säkularisation der Abtei H. auch die dieser noch verbliebenen Güter, und 1581 verzichtete Lothringen zu ihren Gunsten gegen Abtretung eines Theiles von Salzbronn auf die Obervogtei und die Hochgerichtsbarkeit über H. Aber auf alle seine Rechte verzichtete Lothringen erst 1621 und zwar nur gegen Abtretung von Oermingen und eines Theiles von Grundweiler. So wurde der Rest der Vogtei unabhängiger Besitz des Hauses Nassau, das bekanntlich auch die Grafschaft Saarwerden besass. Im Familienrecess von 1629 wurde H. der Linie Nassau-Saarbrücken zugetheilt; im Theilungsvertrag von 1745 (s. Saarwerden, Grafschaft) fielen die Orte Herbitzheim und Keskastel an Nassau-Weilburg und wurden dem Amte Neusaarwerden zugetheilt, während Oermingen bei Nassau-Saarbrücken blieb (Amt Harskirchen). Fischer, Dag., Hist. de l'ancien comt£ de Saarwerden et de la prevöte' de H. (Rev. d'Als. 1877, 103-124; 177-206; 331-363; 475-503; 187s, 101-126; 245-264; 378-400; 487-524.) [Auch bes.] Alülh. 1878. L e w , Jos., Geschichte des Klosters, der Vogtei und der Pfarrei H. Strassb. 1892. Dazu Nachtrag im Saar- und VVasgau-Boten 1896. Boss, F. C, Etablissement de la R6forme dans le ci-devant comte de Saarwerden, et le bailliage de H. Strassburg 1855. Herbitzheimerbach s. Saar 36. H e r b s h e i m , Df. (Ka. Benfeld [s. 1790], Kr. Erstein, U.-E.). 617 E. 113 Hsr. (12 GRe.) - 153 m. - AG. Benfeld (3,9); Strbst. Boofzheim (4,5). - H e r b o n s h e i m 1136; Herbotesheim 1244; ma. H e r b sc. - StEBez. Rheinau. Armr. (Gründungsjahr unbekannte - Kath. Hilfspfarrei des De- | kanats Benfeld (s. 1802). Schutzheilige hl. Barbara (4. Dez.). -- Oelmühle. Hausindustrie: Weberei, Haarnetzstrickerei, für Firmen. H. wird 1130 zum ersten Male erwähnt. Die Abtei Schuttern hatte damals Güter daselbst. Ursprünglich bischöf-lich- strassburgisches Lehen der elsässischen Landgrafen. 1359 v o m Bischof zurückerworben (zum Amte Benfeld gehörig). AViederholt verpfändet, so 1398 den Dutschmann. Das Schloss zu H. 1347 bischöfliches Lehen der Graffestein. Die Pfarrei wurde 1343 der strassburgischen 1 Die eingeklammerten Orte sind schon vor 1648 von der A^ogtei abgetrennt worden. Dompropstei incorporirt, die damit auch das Patronatsrecht erhielt, sie hatte bis 1820 Rossfeld als Filiale. - H. liegt am Keltenwege von Ettenheim (Baden) ins Andlauthal. Viele Tumuli der Hallstatt-La Tene-Zeit. G e m e i n d c w a l d (Oberförsterei Erstein) 65,8 ha; Kirchenwald (dgl.) 6,7 ha. H e r g a u c h a m p s , AVlr. (Gde. u. Ka. Alarkirch, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.) 42 E. 7 Hsr. - In H e r g a ackern 17. Jhdt. (Flurname). - Die Ableitung des Namens von dem angeblichen Erbauer Jean Herrgott, die von der seltsamen Schreibung Hergott-Jean herrührt, ist wohl falsch. Im Rappoltsweiler Land buch aus der ersten Hälfte des 17. Jhdts. findet sich die Schreibung H e r g a ackern (s. o.). Der Name hängt wohl mit dem Bächlein Hergoutte zusammen. H e r g h e i m s. Nieder-, Oberhergheim. Hergoutte, Wlf., s. Leber 24. H e r i n g e n , Df. (Ka. Pfalzburg [1790-1S02 Ka. Lixheim], Kr. Saarburg, L.). 171 E. 37 Hsr. (10 GRe.) - 2S5 m . - A G . Pfalzburg (7,0); Bhf. Pfalzburg (6,9). - In C h a r i n ca m a r c a 720-737; Heringa 1283; H a r a n g e r 1299; H e ringen 1435; H e r a n g e 1869. - StEBez. Pfalzburg. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Pfalzburg (s. 1802). Kirche des hl. Dionysius (9. Okt.). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Pfalzburg. - 6 Kalksteinbrüche <o Arbeiten. Hausindustrie: Stickerei und Handschuhnäherei, für Firmen in Lixheim und Strassburg. H. gehörte zum R e i c h s f ü r s t e n t h u m Pfalzburg (s. d.). Es wird zuerst 720-737 in Urkunden der Abtei AATeis-senburg erwähnt und war wohl späterer Besitz der Abtei Neuweiler. Es scheint ursprünglich zur bischöflichen Herrschaft Lützelburg gehört zu haben. In späteren Zeiten wurde es entweder verlehnt oder verpfändet. 1552 wird berichtet, dass der Graf von Leiningen wegen H. zum bischöflichen Gerichte (Assises de l'Evfichd) berufen worden sei, in einem noch späteren Entscheid von 1616, dass A m t H. von uralten Zeiten her als Ritter- und Burglehen von der \reste Lützelstein rühre. H. scheint der Stammsitz des schon im 13. Jhdt. erwähnten Geschlechts von H. gewesen zu sein, das gleichen Ursprungs wie die von Lützelburg war. Im 13. und 14. Jhdt. waren sie Lehensträger der Finstingen. - H. war ehemals ein k u r p f ä l z i s c h e s A m t , H., Arzweiler (z. Th.), Brauweiler (z. Th.), Dannelburg (z. Th.) und AVeckersweiler umfassend, welche ursprünglich eine bischöfliche Lehensherrschaft des Bisthums Aletz, Kastellanei Lützelburg, gebildet zu haben scheinen, die in der Familie von H. bis ins 16. Jhdt. geblieben ist. 1573 waren als Erben derselben die von Braubach und von Landsberg noch im Besitze von An-theilen der Herrschaft. Ein Achtel haben 1602 die von Landsberg den Braubach vertauscht gegen Kirchensatz und Zehnten (z. Th.) von Zittersdorf und Güter in Hof und Saarburg. 1606 haben die Brüder von Landsberg ihren Antheil an H., nämlich je ein A'iertel an H., AVeckersweiler und Brauweiler, je ein Achtel an Arzweiler und Dannelburg und ein Drittel von Zillingen mit Illingen dem Kurfürsten Friedrich IA*. von der Pfalz zu Lehen aufgetragen. Der Pfalzgraf verkaufte 1623 seinen Antheil (drei Viertel) mit Lixheim und Graufthal an Lothringen. 1633 war das letzte Viertel der Herrschaft den Lützelburg verpfändet und 1683 noch in deren Besitz. Es wurde von ihnen 1707 an Lothringen veräussert. Frankreich hatte sich in A'ollzug des Vertrages von Vincennes vom 28. Febr. 1661 eines Theiles der Herrschaft bemächtigt, die Sache wurde aber endgültig erst durch den Vertrag von Paris (1718) geregelt. Schloss H.wird 1692 schon als verschwunden undabgetragen erwähnt, wohl 1632 zerstört. - H. war Pfarrei des Archipr. Saarburg, Bisthum Aletz, im 16. Jhdt. zuerst als solche erwähnt. Kirche Zopf bau, 1565 erbaut (zuletzt 1782-85 erneuert, Thurm alte Den Kirchensatz hatte der Herzog von Lothringen - In H. ist der Grabstein eines römischen A'eteranen gefunden worden. |