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Show Forbach. 301 alte Besitzung der Trierischen Abtei Metlach, die dort nie etwas besass, sondern altes allodiales Hausgut der Grafen von A'erdun, das St. Vanne wahrscheinlich beim Eintritt des Grafen Friedrich in dieses Kloster, zufiel. L'm 1056 erwarb Probst Ermenfried Forbach für das Alagdalenen-Stift in Verdun und überliess gleich darauf (schon vor 1062) diese Erwerburg an Graf Gottfried den Bärtigen von Verdun als Entschädigung für das von ihm erworbene Dieuze. Dieser Tauschvertrag wurde 1062 durch Kaiser Heinrich IV. bestätigt. Die Schicksale von F. während des 12. Jhdts. sind nicht bekannt. U m die Alitte des lS.Jhdts. war es mit der Herrschaft in die Hände der Grafen von AVerd aus dem Hause Saarbrücken gelangt i s. F., Herrschaft i. 1461 war die Deutschordenskomthurei Saarbrücken in F. begütert. - Schloss. Allem Anscheine nach hat der Ort Forbach der Burg den Namen gegeben. Die Annahme, dass die A'este auf Resten eines römischen Kastells erbaut worden sei, entbehrt, wie die jüngst vorgenommenen Ausgrabungen beweisen, aller AVahr-scheinlichkeit. Die Entstehung des Schlosses wird, wenn man seine Bauart betrachtet, in den Anfang des lS.Jhdts. zu setzen sein. Die Burg wurde durch Arnold von Sierck im Jahre 1437 vergrössert und stärker befestigt. Die weiteste Ausdehnung und die grösste Festigkeit erhielt die Burg in der Mitte des lö. Jhdts. unter der Herrschaft der Herren von Hohenfels-Reipoltskirchen und der Grafen von Daun- Falkenstein. Unter ihnen wurde sie zu einem befestigten Palastbau umgewandelt. 1552 war F. Hauptquartier Karls V. Das Schloss wurde 1635 auf Befehl des Kardinals Richelieu durch den franz. Alarschall de la Force zerstört und geschleift und dann nicht wieder aufgebaut. Ruinen sind noch vorhanden.- Im Anfang des deutsch.-franz. Krieges von 1870 war Forbach eine Zeitlang Hauptquartier des 2. franz. Corps (General Frossard). A m 6. Aug. 1*70, in der Schlacht bei Spichern is. d.', wurde der von den Franzosen stark besetzte Forbacher Berg auf Befehl des Generals von Alvensleben, unter Führung des Oberstleutnants von L'Estoc durch 2 Bat. 12. Rgts., Jägerbat. Nr. 3, ein Bat. Leibrgts. 8, unterstützt von 4 Batterien von der Folster Höhe aus, genommen, was wesentlich zur Entscheidung des Kampfes beitrug. A m 7. Aug. wurde Forbach nach kurzem Feuergefecht durch General von der Goltz genommen. - F. war bis zur Revolution Annexe der Pfarrei Kerbach, wurde dann selbst Pfarrei (s. o.) und hatte bis 1860 Stieringen-AVendel, bis 1869 Schcenecken, bis 1872 Oetingen und bis 1S85 Klein- Rosseln als Pfarrannexen. Kirche 186S erbaut. Eine prot. Gde. Augsb. Konf. ist in F. erst seit 1841 entstanden ; dieselbe war bis 1844 Filiale der prot. Pfarrei in Herbitzheim, dann bis 1869 von Saargemünd (1860-69 eigenes Vikariat). Prot. Kirche 1849 erbaut, 1891-92 erneuert. Orgel durch den Bahningenieur Kind gestiftet. Bis 1875 gehörten zur prot. Pfarrei Forbach auch Oberhomburg, St. Avold und Falkenberg. - Römische Reste im «Kirchfeld» hinter dem Eisenbahndamme; in der Nähe der Quellen der AVasserleitung römische Aschenurnen. Denkmal Kaiser Wilhelms L, 1897/98 durch die Gebr. Adt errichtet. 12 Kriegergräber von 1870/71 und eine Sammelstelle mit Denkmal des Kriegervereins Forbach, letztere auf dem Friedhof. B e m e r k e n s w e r t h e Persönlichkeiten: Christian Aug. Wilhelm, Chevalier de Forbach, geb. in F. 30. Jan. 1782, seit 1791 Freiherr von Z w e i b r ü c k e n (Deux-Ponts) genannt, Sohn des Grafen Wilhelm von Forbach und Enkel des Herzogs Christian von Bayern-Zweibrücken, Pfalzgrafen bei Rhein (regierte 1735-75>, aus dessen Ehe mit Alariä Anna Fontevieux, Grätin von Forbach. Christian von Zweibrücken, der sich als bayrischer Offizier in den Napoleonischen Feldzügen vielfach ausgezeichnet hat, starb zu Alünchen 1859 als bayerischer General der Kavallerie und Generalkapitain der Leibgarde. S. auch Strassburg (Gräfin von Forbach'. Jean-Nikolas H o u c h a r d , geb. 1740, guillotinirt 1793. General en chef der Moselarmee, focht unter Custine, eroberte die , Festung Königsstein (Taunus), ward als A'crräthcr angeklagt und vom Convent den 26. Brumaire 1793 zum Tode verur-j theilt. In F. starb 1590 der Satiriker Joh. Fi schart (geb. 1545 zu Strassburg), als Leiningenscher Amtmann. Gern ein de w a l d i Oberförsterei St. Avold i 290.41 ha. ; (Buchen, Eichen und Nadelholz gemischt.) Im Besitz dei Gde. seit 1845, durch Ablösung von Ortsberechtigungen in den frühern Herrschaftswaldungen. Litter. s. Forbach, Herrschaft, ferner: Besler, AL, Forbach, Schloss und Stadt. (Lothringer Blätter, Beil. zur Forbacher Ztg. 1889, Nr. 52, S. 409-415), Ders.. Beiträge zur Cieschichte der höheren Schule in F. Progr-Beilage For- | bach 1896. Ders., Die Kreuzkapelle bei F. (Jahrb. d. Ges. f. lothr. Gesch. III, S. 337-400). B r i n k m a n n , H„ Die | geologischen Verhältnisse F.'s. Forbach 1894. D u p r i e z , R., La chapelle Sainte-Anne du Creutzberg, pris Forbach. (Journ. de la Soc. d'arch. lorr. 26, 1877, S. 126f.) F o r b a c h , Herrschaft. Dieses lothringische Lehen umfasste die Gemeinden: 1. Alstingen mit den AA'eilcrn Hess-lingcn und Zinzingen (die Rechte des Stiftes St. Arnual in Alstingen und Zinzingen gingen 1569 in Folge der Säkularisation an Nassau-Saarbrücken über und wurden 1766 an Frankreich abgetreten). 2. Buschbach (Sitz eines gemein- ! schaftlichen Zwischengerichtes [Büffet] für Forbach und Frauenberg; der Antheil von St. Arnual scheint 1569 an Saarbrücken, 1581 an Lothringen übergegangen zu sein; bei verschiedenen Erbtheilungen 1517, 1555 und 1618 blieb Buschbach gemeinschaftlich bis 1789). 3. Etzlingen, das von 1*12 bis 1*96 zu Kerbach gehörte. 4. Folklingen mit Gaubivingen - ohne den zu St. Avold gehörigen Hof Remsingen. 5 Forbach. 6. Freimengen (ohne dasSaarbrücken'scheHüttenwerk Heiligenbronn). 7. Kerbach imit Bohren, Etzlingen [s. 3]) und den verschwundenen Ortschaften Beddingen (Bettingen i und Bilstingen (Bilster). *. Nussweiler (z. Th. Df. Kadenbronn). 9. Oettingen. 10. Ruhlingen z. Th. (der Hallingerbann). 11. Spichern z. Th. (der Saarbrücken'sche Antheil an Sp. .-eheint vor 1571 an das Bisthum Aleiz gelangt zu sein). 12. Stieringen- AVendel. 13. „AValmen (grösstentheils zu St. Avold gehörig). 14. Wittringen (zur Hälfte, die 1555 durch Tausch von Frauenberg an Forbach kam; die andere Hälfte ge- [ hörte zur lothringischen Kastellanei Saargemünd). Eine spätere Erwerbung war ein Theil des Bannes des verschwundenen Dorfes Ditschweiler bei Kochern, auf welchem 1731 Henning von Stralenheim, Graf von Forbach, das Schloss Ditschweiler erbaute. Die Rechte, welche die Herren von Kriechingen als Lehensträger für ein Drittel von Forbach (s. unten i in Bliesmengen und in Niedergail-bach (in der Rheinpfalz) hatten, gehörten nicht zur Herrschaft Forbach, sondern zur Kriechingen'schen Herrschaft , Alengen (Bliesmengen). Das Allod Forbach, im 10. Jhdt. im Besitz der Grafen von A'erdun, war vom Grafen Gottfried (f u m 990) der Abtei St. A'itonius (St. A'anne) in A'erdun überlassen und von . dieser mit Zustimmung des Kaisers (1062) dem Kapitel Alariä Magdalena zu A'erdun verkauft worden, das den Grafen Gottfried den Bärtigen von ATerdun, der 1044-1054 Herzog von Oberlothringen, 1065-1070 Herzog von Niederlothringen war, mit F. belehnte (s. F., Stadt). Unverbürgt ist die Nachricht, dass u m 1200 F. im Besitz des Bisthums Aletz und Sitz einer bischöflichen Kastellanei war. Sicher ist, dass im 13. Jhdt. F. Lehen von Lothringen war, und zwar erscheint 1241 Graf Dietrich von Werd aus [ dem Hause Saarbrücken, ein jüngerer Sohn des mit einer j Tochter des elsässischen Landgrafen Dietrich aus dem Hause der Grafen von Aletz-Dagsburg vermählten Landgrafen Sigfried III. von Unterelsass, als Herr von Rixingen und von Forbach. Rixingen, Mörsberg und Geblingerthal hat Dietrich von AVerd 1255 dem Bisthume Aletz zu Lehen auf- | getragen, während F. 1286 als Lehen von Lothringen be-i zeichnet wird, das während der Fehde über das Blieskastel'- |