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Show 470 Hundhausen - Hundsbach. IL seit dem 13. Jhdt. einige sog. <.Rappoltsteinische», d. h. Leute, welche (zeitweilig) unter einem eigenen Schultheissen oder Meier standen und der Herrschaft Rappoltstein ge-werfpllichtig waren; sie sowohl wie die aus genannter Herrschaft dahin A'erzogenen waren und blieben Rappoltsteinische Bürger und hatten gegen Zahlung einer jährlichen Abgabe (1441 waren es 6 Pfennige pro Person) Antheil an den Hunaweierer Gemeindenutzungen. - Konrad von Landsberg übertrug im J. 1337 die Eigengüter, die er bis dahin in H. besessen halte, dem Herzog Rudolf von Lothringen. 1368 war die Johanniterkomthurei Colmar daselbst begütert. - Die nach dem Dorfe benannten Edlen sind unkundlich von 1279 bis 1494 nachzuweisen. - Pfarrkirche. D e m Stifte von St. Diedel (St. Di<§) gehörte (angeblich als ein Geschenk des Hunnus, des Gründers von Hunaweier) die Kirche zu H. nebst einem daselbst gelegenen Hofe. Kaiser Heinrich V. bestätigte 1114 diesen Besitz. Den Kirchensatz (vgl. die Bestätigungen des Baseler Bischofs Rudolf und des Papstes Calixtus IL von 1122 bezw. 1123) dürfte das genannte Stift im 17. Jhdt. verloren haben; dagegen soll ihm der Kirchenzehnte bis zur Zeit der Revolution verblieben sein (1747 noch nachweisbar). Der oben erwähnte Hof, öfters Zehnthof genannt (z. B. 1487) stand unter dem Stiftsdinghofe zu Alittelvveier. Die Pfarrei gehörte ehemals zum Landkapitel Ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel. Rector in Hunenwilr, vicarius, primissa-rius, cappellanus ibidem sancte Marie 1441. Ausstellung der Reliquien der vom Papst Leo X. heilig gesprochenen Hunna 1519; theilweiser Neubau des mit einem befestigten Kirchhofe versehenen Gotteshauses 1524. Durch die Einführung der Calvinischen Lehre (um 1535) und später der Lutherischen Lehre (1559) wurde der katholische Cultus in Hunaweier sehr beeinträchtigt. Dass es aber trotzdem bis etwa 1634 katholische Pfarrer dort gegeben hat, ist mit Sicherheit anzunehmen : 1621 übernahm Eberhard I. von Rappoltstein gelegentlich der Erwerbung des dem Stift St. Diedel gehörigen Dinghofes zu Gemar die Verpflichtung, alljährlich 10 Viertel Frucht an die Pfarrei zu Hunaweier zu liefern. Erst 16S7 wurde den Katholiken - es waren damals ihrer 12 - der Chor der Kirche wieder eingeräumt, und seitdem benutzen Protestanten und Katholiken die Kirche gemeinschaftlich. Die katholischen Pfarrer ernannte bis 1789 der Intendant d'Alsace im Namen des Königs. - Geschichtliches. Zwischen 1535 und 1538 liess Herzog Georg von Württemberg-AIümpelgard durch die Züricher Geistlichen Erasmus, Fabricius und Alatthias Erb die Calvinische Lehre in seinen elsässischen Landen einführen ; der damalige Pfarrer von Hunaweier. Nicolaus König, nahm die neue Lehre an und verblieb in seiner Stellung. 1540 wurden die Gebeine der hl. Hunna verbrannt und die Asche zerstreut. 1559 wurde die Augsburgische Confession in den Herrschaften Horburg und Reichenweier obligatorisch gemacht; die Geistlichen, die sich dieser Acnderung nicht fügen wollten, legten ihre Stellen nieder; unter ihnen Nicolaus König in Hunaweier und Alatthias Erb in Reichenweier, welche a m Hofe Egenolfs IA'. von Rappoltstein zu Rappoltsweiler Aufnahme fanden. Von den Schrecknissen des dreissigjährigen Krieges hart mitgenommen - 1634 und 1635 hörte jeder Gottesdienst auf -, hatten die Bewohner von Hunaweier 1675 und folgende Jahre von Truppendurch-zügen, Einquartierungen und Contributionen sowie von Hungersnoth und ansteckenden Krankheiten Unsägliches zu leiden. Die Gemeinde gerieth dadurch in drückende Schulden. deren Abzahlung erst im Jahre 1723 möglich wurde. Kirche aus dem 15. Jhdt. ; der Thurm stammt aus älterer Zeit; im Inneren AVandmalereien aus dem 15. Jhdt. Spuren des alten Schlossbaues auf der AVestseite sichtbar. Krypta unter der Sakristei. Im Dorfe ein Brunnen aus dem 16. Jhdt. und einige alte Häuser aus der Renaissancezeit. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Rappoltsweiler) 161,3 ha. 350-680 m über dem Meere. Gneis und Vogesen-Sandstein. (130,3 ha Hochwald : Tannen, Kiefern, Eichen und Buchen. 31,0 ha Kastanien-Niederwald.) Der AVald k a m als Anlosungs-fläche für Nutzungsrechte in dem grossen AValburger-AA'alde 1822 bei Theilung dieses Waldes in den Besitz von Hunaweier; früher gehörte er zur Grafschaft Horburg. Briele. L., et J. Liblin, Le tonnelier de Hunawihr et la societe d'Emulation de Colmar (1790-1814). (Rev. d'Als. 1893, 145-169.) [Heitz, J. H.], Ancienne Organisation de la commune de Hunawihr. [Colmar 1863.] Heitz, J. H.. Der Juden Eid und der AVirthe Eid und Ordnung in H. (Alsatia 1858-61, S. 295-298.) Heitz J. H., Die Rappoltsteiner zu H., im 16. und 17. Jhdt. (Als. ATII, 277-288.) H u n d h a u s e n , verschw. O. (Gde. Philippsburg, Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.). AA'ohl das 1170 als Grenzort der H e r r schaft Bitsch erwähnte «Hun den esse». - Ehemaliger Klosterhof der Abtei Neuburg bei Hagenau, der noch 1334 unter dem Namen Hundhausen erwähnt wird. 1293 verkaufte die Abtei Wernesweiler an Hugo, Abt von Sturzelbronn, AA'iesen in Hundenowe. H u n d l i n g e n , Df. (Ka. u. Kr. Saargemünd, L. [1797 bis 1813 Kr. Saarbrücken]). 560 E. 107 Hsr. (12 GRe.) - 235 m. - A.- und LG. Saargemünd (6,6); Bhf. H. (0,4). - H u n d e l i n g a 1315; H u n d l i n g e n 1581. - 1813-33 AO. von Ruhlingen. Die Gde. umfasst den HO. H. (540 E. 105 Hsr.), den AO. Lehtrischerhof und die verschw. O. Eschweiler, Hersingen und AValen (letzteres zwischen Hundlingen und Metzingen). - P. T. Bhf. (s. 1865). StEBez. Saargemünd I. F w . is. 1886, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Saargemünd (s. 1855, vorher Annexe der Pfarrei Ruhlingen. Kirche des hl. Jakobus des Aelteren (25. Juli). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Saargemünd. - Hausindustrie: Hutflechterei für eine Fabrik in Saaralben und Seidenspulerei für eine Fabrik in Saargemünd. H. war zwischen der Herrschaft L i x i n g e n (s. d.) und dem Deutsch-Herrenhaus von Saarbrücken getheilt. Ursprünglich war es Besitz des Hauses Saarbrücken, welches das Dorf im 13. Jhdt. als Burglehen vergeben hatte. Durch Schenkung der Edeln von Alörsberg und Kauf kam der O. 1257 und 1269 zum Theil mit Hochgerichtsbarkeit an das Deutsche Ordenshaus in Aletz, später an die Comthurei Saarbrücken. (Siehe Herrschaft Lixingen, und Lothringen, Bailei des Deutsch-Ordens.) Schirmherren waren die Grafen von S a l m zu Püttlingen, die später an Stelle des Com-thurs fast ausschliesslich Grund und Hochgerichts-Herren daselbst bis zur Revolution waren. - Der andere Theil (siehe Herrschaft Lixingen) blieb als Burglehen von Saarbrücken in Händen (1315) der von Warsberg, (1371) der Reffer von Saarbrücken, (1453) der von AVolfsfein, später nach deren Absterben der von Kerpen, welche 1591 vom Grafen Philipp von Nassau-Saarbrücken unter Erlass des Lehensverbandes Hundlingen als freien eigenthümlichen Besitz erhielten. Die Landesherrlichkeit, die zwischen Lothringen und Saarbrücken streitig gewesen zu sein scheint, wurde 1581 durch den Vertrag vom 23. August Nassau- Saarbrücken zuerkannt. - H. war vor 1802 Filiale der Pfarrei Nussweiler. Früher bestand eine Capelle des Deutschen Ordenshauses. Diese Kapelle wurde 1815 abgerissen, ein Neubau schon 1857 niedergelegt und 1858 die heutige Kirche erbaut. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Saargemünd) 43,6 ha. L e m p f r i d , H., Die ehem. Deutschordenskapelle in Hundlingen. (Jb. d. Ges. f. lothr. Gesch. II, 1890, S. 142-151.) H u n d s b a c h , Df. (Ka. [s. 1790] u. Kr. Altkirch. O.-E.). 273 E. 61 Hsr. (10 GRe.) - 335 m. - AG. Altkirch (8.8); Hp. AValheim (8,7). U r s b a c h 823(?); U n c e b a c h 1148; H u n z e b a c h 1195; ma. H u n d s b i . - Die Gde. umfasst den HO. H. und den verschw. Ort Odilienboden, ferner den unbew. O. St. Odilienkapelle. - StEBez. Altkirch IL Das |