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Show Heiligenbrunnen - Heilig-Kreuz 115 H e i l i g e n b r u n n e n , ouelle im Banne von Egisheim (Ka. Winzenheim, Kr. Colmar, O.-E.). Heiligengraben s. Rohrbach 1. Heiligenhäusel, Kap., südöstl. von Schweyen (Ka. Wolmünster, Kr. Saargemünd. L.). Der hl. Margaretha geweiht. Soll im 18. Jhdt. erbaut worden sein; 1881 restaurirt. H e i l i g e n m ü h l e , AI. (Gde. Lohr, Ka. Lützelstein, Kr. Zabern, U.-E.i. 4 E. 1 lls. 1740 erbaut. Heiligenrunz s. Larg 18. Heiligenthalbächel s. Zinsel 7. Heiligenstein, Df. (Ka. Barr [s. 1790], Kr. Schlettstadt, U.-E.). 77S E. 175 Hsr. (12 GRe.) - 280 m. - AG. Barr (1,7); Bhf. Barr (2,2). - He 1 Igen steine 1181; ma. Helje stein. - Die Gde. umfasst den HO. H. (7b7 E. 173 Hsr.), die A O . Landsberg ( Forsthaus) und Truttenhausen, den unbew. O. Ruine Landsberg und die verschw. O. Halde, Laegert und Kloster Truttenhausen. - P. T. Oeffentl. Fern-sprechstellc (s. 1898). Ortseinn. StEBez. Barr. Armr. (s. 1824). AVasserltg. (s. 1875, 1892 erneuert). Verbds.-Fw. (s. 1882, 3 Spritzen). - Filiale der kath. Pfarrei Barr. Schutzheiliger Johannes der Täufer. Prot. Pfarrei Augsb. Konf., s. 1802 zum Konsistorium Barr (Inspektion St. Thomä in Strassburg) gehörig. Zur Pfarrei gehören auch die Protestanten im Forsthaus Urlosenholz (Gde. Oberehnheim), sowie in St. Nabor, doch wenden sich die des letzteren Ortes der Bequemlichkeit wegen meist nach Klingenthal. Simultankirche. Lutherische Protest- oder Alinderheitsgemeinde Heiligen-stein- Gcudcrthcim (eigener Pfarrer in Heiligenstein). H. wird 1181 zuerst erwähnt; die Abtei Truttenhausen war damals daselbst begütert. Es war altes Reichsgut • 1277 u m 100 AI. an Eberhard von Landsperg verpfändet) und gehörte zu der seit 1566 im Besitz der Stadt Strassburg befindlichen H e r r s c h a f t Barr (s. d.). Ein adliges Geschlecht von H., im 13. Jhdt. nach Strassburg verzogen, gab der Stadt im 14. und 15. Jhdt. mehrere Stättmeister; erloschen im 15. Jhdt. In H. pflanzte der Heimburger (= Schultheiss) Erh. AVantz 1742 die ersten Klevener-Reben an, die er aus Italien (Chiavenna) mitgebracht hatte. Sein Standbild schmückt das 1868 erbaute Rathhaus. - Kirchlich gehörte H. vor der Reformation zum Landkapitel Andlau. Im 15. Jhdt. beständiges Vikariat und Kaplanei. 1554 die Reformation eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei, deren Patronatsrecht die Stadt Strassburg besass und deren Kirchenbücher bis 1586 zurückreichen und zu der bis 1791 auch Klingenthal gehörte. Die heutige Kirche ist 1852 erbaut worden. Seit 1687 Simultaneum. Die Katholiken gehören seitdem zur königl. Pfarrei Barr. - H. liegt a m alten Keltenwcge von Barr nach Ottrott und dem Odilienberge. Hübscher Renaissancebrunnen. H. ist Geburtsort des Philologen Jacob S c h a 11 e r (1604- 1676); ferner von Jos. AVillm (1792-1853), Professor der Philosophie und der französ. Litteratur zu Strassburg. G e m e i n d e w a 1 d s. Barr. Die Litteratur über den Prozess von Barr, Heiligenstein und anderen Gden. gegen Strassburg s. bei Barr. Heiliger Forst, Staatsforst (Gde., Ka. u. Kr. Hagenau, U.-E.). Frühere Bezeichnung des Hagenauer Forstes (s. d.), angeblich so benannt wegen der im Forste gegründeten Klöster Walburg, Neuburg, Königsbrück und Biblisheim (s. unter diesen Namen); doch kommt der Name «Heiligevorst» schon 1065, also vor Gründung dieser Klöster vor. Nach der Legende liess sich der hl. Arbogast als Klausner im heiligen Forste nieder. Seine Klause soll bei der Arbogast-Eichc gestanden haben. So heisst es schon in der Lebensbeschreibung des hl. Deodat, des Gefährten Ar-bogast's: «in sacro memore, quod theutonico idiomat «Heiligeforst » vöcitatur». Heilig-Häusel, Kap. (Gde. Alutzig, Ka. u. Kr. Alolsheim, U.-E.). 1780 erbaut, der schmerzhaften Alutter Gottes geweiht. Heilig-Kreuz, Df. Ka. [1790-1802 Ka. Rufach] u. Kr. Colmar, O.-E.). 1325 E. 272 Hsr. (12 GRe.) - 196 m. - A.-, L.- u. SchwG. Colmar (8,1); Bhf. Herlisheim (5,8). - Alonasterium Sanctae Crucis 1074; z u m heiligen crutze 1250; Ste. Croix-en-pleine 1869; ma. Hilikrit /. - Die Gde. umfasst den HO. H.-Kr. (1298 E. 267 Hsr.), die AO. Dinzen, Mattenmühle (hiess früher Aloulin brülC), Täufersmühle und die verschw. O. Dinzheim und Woffenheim, Das früher als A O . von H.-Kr. bezeichnete Hs. de Bussiere gehört mit dem A O . Dinzen zusammen. - P. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1901). Station der schmalspurigen Nebenbahr, Colmar-Ensisheim-Bollweiler is. 24. Okt. 1901) Ortseinn. SlEBez. Colmar IL Armr. 's. 23. Okt. 1840; Grundbesitz 4,23 ha). Armenhs. (s. 1892). F w . (s. 1876, 6 Spritzern. - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Colmar (s. 1802). Schutzheiliger hl. Bartholomäus (24. Aug.). Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Augsb. Konfession in Colmar. - Kl. Getreidemühle mit AVasser- und Dampfkraft. 1. Kloster. Das Benediktinerinnen-Kloster zum H.-Kr. wurde in der ersten Hälfte des 11. Jhdts. von dem Grafen Hugo im Nordgau und seiner Gemahlin Hedwig von Dagsburg in der Nähe ihres Dorfes AVoffcnheim gegründet. Papst Leo IX., der Sohn der Stifter, unterstellte es 1049 unmittelbar dem heiligen Stuhle, trug ihm dafür die jährliche Lieferung einer goldenen Rose auf und bestimmte, dass der A^ogt von der Aebtissin und den Klosterfrauen stets aus seinem Geschlechte gewählt werden sollte. Nach dem frühen Aussterben des LIauses Egisheim-Dagsburg verarmte dessen Stiftung H.-Kr. durch Kriegsnoth und schlechte A'er-waltung derart, dass 1461 Papst Pius IL die Abtei, von der auch die Stadtpfarrei abhing, aufhob und aus den noch vorhandenen Gütern ein Domherrenstift mit einem direkt vom Papste ernannten Dekane errichtete. Doch auch hierfür waren die Einkünfte unzureichend, so dass 1524 mit päpstlicher Erlaubniss an die Stelle des Dekanates ein Rektorat oder eine gewöhnliche Pfarrei mit 3 Kaplaneien trat und das Patronatsrecht dem Stadtherrn übertragen wurde. - Die Abtei besass in der Stadt einen Dinghof, für welchen Ordnungen aus dem 15. Jhdt. bei Stoffel, AVeisthümer S. 144. 2. Stadt. Die um das Kloster entstandene Ortschaft war, ebenso wie das Dorf A\Toffenheim, als Dependenz des Schlosses AValhenburg (Egisheim) Eigenthum der Grafen von Egisheim-Dagsburg und kam mit der Dagsburger Erbschaft 122o an das Bisthum Strassburg, zu dessen Gunsten 1251 die Grafen von Pfirt auf ihre Erbansprüche verzichteten. Seitdem gehörten die bereits 1250 als solche (oppidum - bezeichnete Stadt und das daselbst befindliche Schloss H.-Kr. zum O b e r e n Alundate, bis sie 1391 v o m Bischof Friedrich für 4200 Gulden an die Edlen von Radersdorf verpfändet und von diesen dem Hause Oesterreich übergeben wurden. Zur Zeit der Aechtung des Herzogs Friedrich von Oesterreich 1415 gerieth H.-Kr. in die Gewalt des Pfalzgrafen Ludwig bei Rhein, der sich der Stadt angeblich zu Gunsten Friedrichs, seines Verwandten, bemächtigte, und verblieb dann seinen Nachfolgern. Erst König Maximilian I. nahm während des bayerischen Erbfolgestreites 1504 diese Besitzung an sein Haus zurück. Er verkaufte sie 1512 für 12000 Gulden als volles Eigenthum mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit an seinen Schatzmeister Jacob Villinger von Schönenberg und behielt der Herrschaft Oesterreich nur die Landsteuern und die Appellation an das Regiment zu Ensisheim vor. Das Bisthum Strassburg wurde für den Verlust seiner alten Rechte, die ihm durch die Verpfändung an die Radersdorf noch zustanden, vom Kaiser dadurch entschädigt, dass er ihm die Hälfte der 5 kaiserlichen Dörfer Dingsheim, Offenheim, Frankenheim, Dossenheim und Waldolwisheim im LTnter-Elsass überliess, während den Pfalz- I grafen für den Verzicht auf ihre Ansprüche 4000 Gulden von A'illinger bezahlt wurden. Die Wittwe Villingers, Ur- I sula Adler zu Augsburg, verkaufte 1536 H.-Kr. nebst an- |