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Show Colmar. 185 wohnlich 4 von ihnen. Der Dekan des Kapitels war zugleich Stadtpfarrer. 1440 reducirte Bischof Friedrich von Basel die Zahl der Kanoniker auf 12, und das Concil von Basel bestätigte die Reduction. Das Kapitel bestand bis zur franz. Revolution. - Unmittelbar nach der Gründung des Stiftes wurde der Neubau einer würdigen Kirche beschlossen, welcher der romanische Bau des 10. Jahrhunderts als Chor dienen sollte. Als aber die neue Kirche durch «Alaistres Hvmbret», wie eine Inschrift an derselben den Namen des Architekten überliefert hat, im gothischen Stile vollendet war (Transeptarme und Basis der Thürme erhalten), beschloss das Kapitel 1315, den romanischen Chor durch einen gothischen ersetzen zu lassen, und übertrug den U m b a u Wilhelm von Alarburg (f 1306 zu Strassburg), welcher ihn in den Jahren 1350-55 ausführte. Der Bau scheint öfters durch Brand zerstört worden zu sein, so namentlich der südliche Thurm 1572 (der nördliche war nie beendet). Aron altem Kirchenmobiliar ist wenig mehr vorhanden; 2 Seitenaltäre im Rococostile, gute Arbeiten. In der Sakristei die berühmte Aladonna im Rosenhag» von Schongaucr. Den Kirchensatz hatte der Abt von Alünster. - Das Priorat St. Peter des Ordens der Benediktiner soll 977 von dem Kloster Peterlingen im Waadtlande auf dem ihm gehörenden Oberhofe gegründet worden sein. Beim Abbruch des St. Peterwalles, in den 80 er Jahren des ^.Jahrhunderts, fanden sich jedoch Säulenstücke der alten Kirche, die auf das 9.-10. Jahrhunderts hinaufweisen (im Schongauermu-seum aufbewahrt). Das Kloster und die dreithürmige Kirche verbrannten und wurden wieder aufgebaut 1251 und 1536. Als die Stadt Bern nach Einführung der Reformation Peterlingen Säcularisirt und Papst Julius IL die Filialen der Abtei mit der mensa der hl. Kapelle in Chamberv vereinigt hatte, beanspruchte der Bischof von Alaurienne das Nominations-recht, wesshalb sich das Priorat unter den Schutz der Stadt Bern stellte. Diese verkaufte 1575 das Kloster und die Güter für 27000 Gulden an die Stadt Colmar (s. o.c Nachdem die Kirche seit 1658 den Protestanten überlassen worden war, wurde sie 1679geschlossen und 1098 durch Ludwig XIV. sammt allen Gütern des Klosters den Jesuiten von Ensisheim geschenkt, welche nach Abbruch der alten Gebäude an ihrer Stelle ein Collegium errichteten und 1742-1750 eine neue Kirche im Rococostile erbauten. Von den mittelalterlichen Bauten sind nur noch geringe Spuren vorhanden. Nach der Vertreibung der Jesuiten (1705) wurde ihre Schule in ein College royal mit vollständigem Lehrcursus verwandelt, welches noch heute als das Kais. Lyceum bestellt. Die Güter des Peterstiftes musste 1714 die Stadt Colmar, durch Ludwig X V . gezwungen, gegen die viel weniger einträgliche Herrschaft Hohlandsberg umtauschen, welche der König in demselben Jahre durch Kauf erworben hatte. Erst 1793 wurde dieser Tausch durch das Distriktsgericht in Colmar rückgängig gemacht (vgl. o.). - Die Johanniterkomthurei wurde im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts zwischen Lauch und Alühlbach gegründet, vielleicht eine Stiftung der Herren von Giersberg. 1234 zum ersten Alale erwähnt (Kapelle 1257), durch Albertus Alagnus 1268 geweiht, reichbegütert; war seit Rudoll von Habsburg bis auf Ferdinand I. das Absteigequartier der deutschen Kaiser, ging seit Ende des 15. Jahrhunderts zurück, die Baulichkeiten wurden vernachlässigt, der Komthursitz 1541 nach Sulz verlegt und die Güterverwaltung durch einen weltlichen Schaffner besorgt, während anfangs noch zwei Ka-pläne den (Lottesdienst hielten. Die Güter wurden 1792 beschlagnahmt und für 044,183 1. veräussert. Komthur Bruder Heinrich 1234. letzter residirender Johann AVagner 1513, letzter Inhaber Graf von Hompesch. Die Kapelle dient jetzt als Holzschuppen. Spuren von AVandmalereien; das Schiff ist abgebrochen. - Das D o m i n i k a n e r oder Predigerkloster wurde nach der Zulassung des Ordens in Colmar 1260 erbaut. Die Einwilligung des St. Alartinsstifts zu ihrer Niederlassung erkauften die Alönche u m 40 Alark Silber 1278. In dasselbe Jahr fallen die Anfänge der mächtigen Kirche im Stile der Frühgolhik. Kaisei Rudolf von Habshurg legte 1283 den Grundstein zum Chore. Im 17. Jahrhundert im Innern durch Stuckverzierungen verunstaltet und 1719/20 im Rococostile umgebaut, diente die Kirche nach der A'ertreibung des Ordens zur Revolution, zeit als Fruchthalle und wurde erst 1894-1898 restaurirt und 31. Juli 1898 dem Gottesdienste zurückgegeben. Im Klostergebäude ist jetzt eine Präparandenschule untergebracht. Der jetzige Bau desselben ist aus dem 18. Jahrhundert, auf den noch erhaltenen mittelalterlichen Theilen finden sich Spuren alter AVandmalereien. Die Annalen der Colmarer Dominikaner i hrsg. in den Alonumenta Ciermaniae historica, Scrip-tores Bd. XATI) über die Zeit von 1 __" 1 -1305 gehören zu den werthvollsten Geschichtsquellen des deutschen Alittelalters - Das Kloster der Franziskaner wurde u m die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Die Kirche, welche bereits 1282 vollendet war, wurde im 15. Jahrhundert umgebaut, 1543 von der Stadt nebst allen Gebäuden und Gütern des Klosters käuflich erworben, nachdem 1541 alle Alönche mit Ausnahme eines einzigen an der Pest gestorben waren, und 1575 dem protestantischen Kultus überlassen, welchem sie noch heute dient. Durch königliche A'erordnung wurde 1715 der Chor durch eine Alauer von dem Schiffe getrennt und als Spitalkirche für den katholischen Gottesdienst bestimmt. Das Schiff ist übrigens durch moderne Restaurirung verunstaltet. Der alte Lettner ist noch theilweise erhalten. In einem Nebenraum, dem Kirchenarchiv, hübsche spätgo-thische Deckenmalereien. Im ehemaligen Kloster selbst, das jetzt als Spital dient, sind noch einige Bauwerke aus spätmittelalterlicher Zeit erhalten. Ob die «Franziskanerchronik genannte, älteste deutsche Chronik von Colmar von einem Franziskaner verfasst ist, ist unsicher. - Das Kloster der Augustiner, welche 1316 zugelassen wurden und 134t eine Kirche erbauten, stand an der Stelle des jetzigen Bezirksgefängnisses. Von seinen Bewohnern hat der Prior Joh. Hoffmeister, ein eifriger Gegner Luthers und ein von Kaiser Karl Y. gern gehörter Prediger, Berühmtheit erlangt. Das exempte Kloster bestand bis zur Revolution ; jetzt sind nur noch spärliche Reste vorhanden. Der Bau des C a p u z iner k 1 os - ters und der Capuzinerkirche wurde gleich nach der Niederlassung des Ordens im Juni 1699 begonnen und in dem folgenden Jahre fertiggestellt. Jetzt ist in dem Gebäude das Lehrerseminar II untergebracht. - Das D o m in ik aneri n-nen kl oster LT nter linden (geschichtliches Denkmal) geht auf eine fromme Stiftung zweier adeligen Wittwen, Agnes von Älittelheim und Agnes von Herckenheim, zurück, welche am Anfange des 13. Jahrhunderts mit anderen Frauen in einem durch Linden beschatteten Hause eine religiöse Gemeinschaft gründeten. Die Alitglieder siedelten 1232 nach einer ausserhalb der Stadt bei einer dem hl. Johannes geweihten Kapelle gelegenen Alühle über, weshalb das Kloster UT Alühlen genannt wurde. Hier traten sie dem Dominikanerorden bei und wurden 1245 vom Papste Innocenz IA". bestätigt, der ihnen zugleich das Asylrecht verlieh. 1252 zu der ersten Stätte in Colmar zurückgekehrt, begannen sie sofort den Bau eines Klosters und der Kirche, welche 1269 von Albert dem Grossen geweiht wurde. Aus dem Ende des 13. Jahrhunderts stammt der frühgothische Kreuzgang, ein AArerk des Dominikanermönches A'olmar. Baureste aus dem 12. Jahrhundert sind auch noch vorhanden. In der Religionsgeschichte ist das Kloster als ein Hort der mittelalterlichen Mystik verzeichnet. Höchst interessant sind die Lebensbeschreibungen der ersten Schwestern des Klosters durch die Priorin Katharina von Gebweiler (f 1330). 1419 reformirt, 1792 säcularisirt, diente Unterlinden zunächst als Kaserne und Fouragemagazin, bis es 1849 zu einem würdigen Obdach für das Schongauermuseum mit seinen berühmten Sammlungen und die Stadtbibliothek eingerichtet wurde. - Das Katharinenkloster des Dominikanerordens (französisch Catherinettes) war 1220 in Katzenthal gegründet und 1288 |