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Show Bilstein - Bilwisheim. 93 Witthum. 9. A m 9. Mai 1649 ernennt Graf Leopold Friedrich von AAL und Alömpelgard (seit 1617 war die Graf- und Herrschaft Horburg und Reichenweier mit Alömpelgard verbunden) den Friedrich Reess zum Burgvogt auf «Bv Idstein ». - Angesichts dieser Zeugnisse ist jeder Zweifel über die Besitzer der Burg Bilstein ausgeschlossen. Sie soll 1636 zerstört worden sein, und die dazu gehörigen Waldungen wurden vermuthlich sammt den übrigen mömpelgardisch-elsässischen Besitzungen der Herzöge und Grafen von AVürtemberg am 20. Alai 1*02 an Frankreich endgültig abgetreten. In dem Lehensbriefe, welchen der Kaiser Maximilian IL 1567 dem Herzog Karl III. von Lothringen ertheilt, wird Bilstein (Bellisthein) unter den Reichslehen genannt. Auch erklärt a m 11. Januar 1424 Herzog Karl IL von Lothringen in seinem zweiten Testament, dass er seinem Bastardsohn Ferry de Loherene nostre chastel de Billestein avec les appartenances et appendanees zu Lehen gebe. AA'enn sich diese beiden Erwähnungen auf die Burg Bilstein bei Reichenweier beziehen, was sich allerdings nicht beweisen lässt, so folgt daraus, dass die lothringische Lehensherrlichkeit (vgl. oben) für die Burg Bilstein nie aufgegeben war. AVie sie aber jedes Rückhalts entbehrte, insofern niemals Huldigung dafür geleistet wurde, so dürfte auch die Belehnung des Bastards Ferry nur eine scheinbare gewesen, d. h. nur vorgenommen sein, u m demselben einen adeligen N a m e n zu sichern. Ebenso wenig wie jener Ferry de Bilstein, dessen Nachkommen sich gleichfalls de Bilstein (auch Bildstein, Billistein und Bilistein) nannten und mit Nicolas de Bilstein, seigneur de Fröville, Domjulien et autres lieux, 1656 erloschen sein sollen (1712 ist noch ein Joseph de Bilistein nachgewiesen), ebenso wenig werden die im 14. Jhdt. vorkommenden «Herren zu Bilstein' die Burg wirklich inne gehabt haben: Johannes von Horburg, ein Sohn der Lucia von Rappoltstein, den ihr Gemahl Burchard IL von Horburg als nicht von ihm gezeugt bezeichnet und demgemäss nicht anerkannt hatte, geb. etwa 1327, urkundlich erwähnt 1360-1384, nennt sich 13.S3 und 1384 'Herr zu Bilstein»; Söhne desselben sind vermuthlich Walther von Horburg 1386 und 1388 (nur hier Herr zu Bilstein genannt) und der Ritter Johannes von «Bilcnstein» 1400. Der ältere Johannes wurde, wie zu vermuthen steht, von dem Herzog Johannes I. von Lothringen zum Titularherrn von Bilstein gemacht, und es ist jedenfalls sehr bezeichnend, dass gerade um dieselbe Zeit, w o jener zum ersten Alale «Herr zu Bilstein heisst, d. i. u m 1383, die ersten lothringischen Nobilitierungen vorgekommen sind. 1217 (Ende Alärz bis in den Alai) hielt sich der abgesetzte Touler Bischof Alatthias von Lothringen, ein Oheim des Herzogs Theobald I. von Lothringen, in Bilstein auf; er begab sich von da nach St Die und wurde hier von seinem eigenen Neffen getödtet, weil er die Ermordung des Touler Bischofs Rainoud de Senlis (f a m 27. Alärz 1217) veranlasst hatte. 1547, als nach dem unglücklichen Ausgange d;s schmalkaldischen Krieges auch die elsässischen Besitzungen der Herzöge von AVürtemberg mit Beschlag belegt werden sollten, wurde Schloss Bilstein erfolglos von lothringischen Exekutionstruppen belagert. 1635 flüchtete sich der Superintendent Volmar aus Reichenweier vor den dort hausenden Lothringern (unter Oberst Vernier stehend) nach Bilstein; am 7. Dezember starb daselbst der Diakonus Alatthäus Piscator, der' sich gleichfalls dahin geflüchtet zu haben scheint. 1636 soll die Feste von einer Abtheilung des kaiserlichen Heeres unter Führung des Grafen Schlick erobert, geplündert und zerstört worden sein. - Gesch. D k m . - Ensfeider, Ed., Die zwei Schlösser Bilstein. (Jb. f. Gesch., Spr. u. Litt. E.-L.'s V, 1889, S. 107 bis 111.) Pfannen sc h m id. Schloss B. i. O.-E. (Zs. f. iL Gesch. d. Oberrh. N. F. 14, 1899, S. 549-564.) Bilstein, Burgtr. (Gde. Urbeis, Ka. Weiler, Kr. Schlettstadt. L'.-E.c - 599 m. - Bylstein 13. Jhdt. - 1105 zuerst erwähnt. Gehörte zur österreichischen Herrschaft AVeiler-thal (s. d.). 1293 von Otto von Ochsenstein, Landvogt im Elsass, eingenommen, jedoch bald darauf den Hahshurgern zurückgegeben. Aus Schöpflins Angaben und neueren Untersuchungen ergibt sich, dass B. ehemals aus einem Ober-schloss und einem L'nte-rschloss bestand. Letzteres, in den Urkunden ausdrücklich als «Niederhaus B.* bezeichnet, war von 1361 ab als österreichisches Lehen im Besitz der Herren von Hattstatt; nach deren Aussterben 1585 kam es an die von Froherg und blieb seitdem im Besitz der jeweiligen Herren der Herrschaft AVeilerthal. Das Oberschloss war 1314 von den Llabshurgern mit der gesammten ehengenannten Herrschaft den Herren von Alüllenheim verpfändet und scheint auch zunächst trotz eines A'ersuches des Bischofs von Strassburg (1314-, das Pfandobjekt in seine Hand zu bringen, im Besitz derselben geblieben zu sein. Doch hat der Bischof seine Rechte an B. nicht aufgegeben. 1414 belehnte er die von Oberkirch mit der Burg und noch 1.534 und 1664 erteilte er diesen Lehensbriefe über B. Daneben aber erscheinen auch seit 1445 und noch 1526 die Uttenheim zu Ramstein und 1477 die Marx als Lehnsträger. Sicher ist. dass schliesslich die Inhaber der Herrschaft Weilerthal, die Choiseul-AIeuse, auch die Burg B. besassen. Die heutigen Ruinen des Schlosses liegen auf einem die Ortschaft Urbeis überragenden Berge; sonst lässt sich die Lage des Ober- und Unterschlosses nicht näher bestimmen. Doch ist zu bemerken, dass etwa 100 m tiefer heute noch eine Aleierei, Chäteau genannt, vorhanden ist. Die Ruinen, 1815 von den Choiseul-AIeuse verkauft, wurden 1885 vom Staat erworben und restaurirt. Gesch. Dkm. Litteratur s. Bilstein bei Reichenweier. Bilstein auf Gen.-K. Bielsteini, H., 30o m, nordöstl. Xiederhomburg i Ka. St. Avold, Kr. Forbach, L.). Bilsteinthal, Hf. (Gde., Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.i. 3 E. 1. Hs. Flurname: Bilsteinthal. auch Bildsteinthal, seit 1688 vorkommend. - Eine dort seit etwa 1725 nachweisbare Hütte wurde 1743 weiter verlehnt: Der neue Beständer wurde mit der Aufsicht über die dortigen, der Herrschaft Rappoltstein gehörenden Wälder betraut, welche die Unterthanen aus dem würtembergischen Bilsteinthal (Neudörfel) J (s. d.) mehrfach geschädigt hatten. Bilsteinthal (Neudörfel). Wir (Gde. Reichenweier, Ka. Kaysersberg, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 66 E. 12 Hsr. Etwa 1620 entstanden; würtembergischer Herrschaftshof, seit 1703 verschiedenen Familien ehemaliger Glaser in Erbpacht gegeben; zählte 17S3 zehn Haushaltungen. - Der Name stammt von der Burg Bilstein. Bilsteint halrunz s. Fecht 33. Bilstingen, verschw. Ort. (Gde. Kerhach, Ka. u. Kr. Forbach, L.c - Bilster 1709; Büeslingen 1594. - AVar Dorf der Herrschaft Forbach. Der alte Dorfbann. 1709 als herrschaftlicher Bann bezeichnet, wurde damals den Bewohnern von Etzlingen gegen jährliche Zinsen überlassen. Wahrscheinlich im 30jährigen Kriege verwüstet. Bilwisheim, Df. (Ka. Brumath [s. 1790], Landkr. Strassburg, L'.-E.i. 270 E 52 Hsr. (10 GRe.) - 180 m. - AG. Brumath (5,1); Hp. Stephansfeld (3,4c- Bilolvisheim 1263; Bilovisheim 1303; ma. Bilse. - StEBez. Brumath. - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Brumath (s. 1861', vorher Filiale von Rumersheim). Kirchenfest 3. Okt. (Inv. St. Ste-phani). Filiale: Donnenheim (s. 1862, vorher zu AVingersheim). - Hausindustrie: Leineweberei, auf eigene Rechnung. B. war Reichsdorf der Landvogtei Hagenau (s. d.), zum Schultheissenamte AVingersheim gehörig. Ein Aliniste-rialengeschlecht von B. schon 1263 erwähnt, zuletzt 1458. - Kirchlich gehörte B. bis 1801 zum Landkapitel Ober-Hagenau und soll vor der Reformation Filiale von Olwisheim gewesen sein, später war es Filiale der Pfarrei Rumersheim bis 1802, dann selbständig und 1808 wieder Filiale von Rumersheim ; s. 18o2 wieder selbstständig. Kapelle St. Stepha- |