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Show Griesbachgraben - Grieslingen. 363 Kiener'schen Fabrikanlagen (amtlich «An der Strasse» genannt) bei Günsbach ; abgeleitet von einer Mühle, die sich früher an der Stelle der Fabrik befand. Griesbachgraben s. Zinsel 14. Griesbächel s. Zinsel 2. Griesberg, Hf. u. AI. (Gde. Königsmachern, Ka. Aletzerwiese, Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 20E.2Hsr. - Gricsbergh 1161; Griesbrich 1216; Griesprich 1683. - G. war ehemals Kirchengut und gehörte zu der Probstei Diedenhofen. Hof und Alühle zählten ursprünglich mit Königsmachern (s. d.) zum Königsgut und kamen später durch Schenkung (s. Königsmachern) an die Alagdalena-Kirche in A'erdun. 1161 überliess deren Probst AA'ilhelm den G., der damals noch unbewohnt gewesen zu sein scheint, gegen eine jährliche Rente von X X solidi der Abtei Villers-Bettnach. Es entstanden später wegen des Hofes G. Streitigkeiten zwischen der Abtei St. Alathias bei Trier und der Abtei Villers, welche 1230 zu Gunsten der letzteren ausgeglichen wurden. Die Alühle auf der Canner wurde der Abtei Villers-Bettnach 1216 durch Herzog Theobald von Lothringen mit umliegendem allodialem Besitz geschenkt. - Hof und Alühle standen unter der Probstei Diedenhofen für die hohe Gerichtsbarkeit, das Uebrige gehörte bis zur Revolution zur Abtei A'illers-Bettnach. Griesberg, 208 m (TP. a m Nordrand bei 207,2 m ) , östl. Niederham, Ka. Metzerwiese, Kr. Diedenhofen-Ost, L. Griesberg (Creve-Coeur), AA'lr. (Gde. u. Ka. Diedenhofen, Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 19 E. 7 Hsr. Zur Hilfspfarrei Ober-Gentringen gehörig. Die Benennung Creve- Coeur soll der Weiler bei der Belagerung Diedenhofens von 155S erhalten haben, denn auf dieser Stelle lagerte der Vidame von Amiens, Herr von Crevecoeur. G r i e s h e i m , Df. (Ka. Rosheim [1790 Ka. Rosheim, 1802-28 Ka. Erstein], Kr. Molsheim, U.-E.). 1001 E. 246 Hsr. (12 GRe.) - 170 m. - A G . Rosheim (6,0); Hp. Bischofsheim (3,4). - Criechesheim 1163; C r e g s h e i m 1181; Criesz-heim im loch 1490; ma. Griese. - StEBez. Rosheim. Armr. (s. 1S79). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Rosheim (s. 1829, vorher s. 1802 des Dekanats Erstein). Schutzheiliger hl. Alexius (17. Juli). - Getreidemühle. - Hausindustrie: Sockenstrickerei, AVeberei, Korbflechterei, Matratzenflech-terei, auf eigene Rechnung und für Firmen. G. gehörte dem B i s t h u m Strassburg; doch besass auch das Reich Einkünfte zu G. Kaiser Albrecht I. verlieh dieselben den Herren von Alüllenheim, die sie noch 1442 als Pfandlehen besassen (Bestätigung durch Friedrich III.i. 1432 wurde G. von Bischof AVilhelm IL dem Wyrich Puller von Hohenburg und dem Heinrich von Hohenstein verpfändet. Die hohensteinische Hälfte, 1447 an die Knobloch verkauft, wurde 14ts9 von den Landsberg erworben; schon im folgenden Jahre 1490 kauften diese auch die hohenburgische Hälfte von den Hoffwart von Kirchheini, den Erben der Puller. Seitdem blieb G. zunächst im Besitz der Landsberg. Vergebens suchte der Bischof 15°0 und 1616 G. wieder einzulösen. Die Landsberg weigerten sich, darauf einzugehen, behaupteten, das Dorf als Eigengut zu besitzen und trugen es, u m einen Rückhalt zu haben, 1612 Kurpfalz als Lehen auf. Letztere trat jedoch (nachdem G. nach dem Tode Samsons von Landsberg an sie gefallen w a n 1656 alle ihre Rechte für 3000 Gulden an das Bisthum ab. Damit wurde G. wieder bischöflich und blieb es bis zur Revolution. Es gehörte zum Amte Dachstein. - Begütert zu G. waren Stift St. Thomas in Strassburg (1163) und Kloster Baumgarten (1181). Der Dinghof gehörte dem strassburger Domkapitel; Weisthum von 1340. Besitzungen zuG. hatten die Landsberg schon 1239; sie trugen dieselben damals der Strassburger Kirche auf. - Im strassburgischen Bischofskrieg (1592-1604) wurde G. zweimal eingeäschert. - Kirchlich gehörte G. zum Landkapitel Oberehnheim. Im 15. Jhdt. Rektorat und Plebanat. 1570 führten die Landsberg den Protestantismus in G. ein; mit dem Ucbcrgang an's Bisthum, 1656, wurde das Dorf wieder katholisch, war 1666 Filiale von Altdorf, 1693 wahrscheinlich schon Pfarrei, und wurde als solche bis 1789 von einem Geistlichen des Klosters Altdorf pastorirt, seit 1789 von einem Weltgeistlichen. Das Patronatsrecht und Theile des Zehnten besassen ursprünglich die Landgrafen von AVerd als bischöfliches Lehen, von 1336 bis zur Revolution die Herren von Oberkirch als bischöfliches Lehen. G r i e s h e i m , Df. iKa. Truchtersheim [s. 1790], Ldkr. Strassburg, U.-E). 366 E. 67 Hsr. (10 GRe.) - 155 m. - AG. Truchtersheim (8,5); Strbst. Oberhausbergen (5,0). - Creu-hesheim 828; Crehisheim 1211; Criechesheim 1243; ma. G r i e s e. - Die Gde. umfasst den H O . G. (356 E. 65 Hsr.) und den A O . Z u m Bock. StEBez. AViwcrsheim. Armr. (s. 1866). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Truchtersheim s. 1820, vorher Filiale von Dingsheim). Schutzheiliger hl. Pan-kratius (12. Alai). Filiale Pfulgriesheim (s. 1820. vorher Filiale von Dingsheimi. Die Protestanten gehören zur prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Pfulgriesheim. G. wird 828 zuerst erwähnt, wo die Abtei Schwarzach daselbst begütert erscheint. 1163 halte das St. Thomasstift Besitz zu G., 1187 Kloster Baumgarten, 1218 das Hagenauer Spital. G. gehörte zu den Dörfern der sogen. «Grafschaft» (s. d.), in deren Besitz sich 1236 das Reich und das Bisthum Strassburg theilten. Die bischöfliche Hälfte wurde 1328 an die Ettendorf, 1375 an die Grostein verpfändet, im 15. Jhdt. jedoch wieder eingelöst. 1442 erscheinen die Hiltebrant von Alüllenheim im Besitz von Reichseinkünften zu G. Die Reichshälftc wurde 1347 von Kaiser Karl IV. den Hohenstein verpfändet, 1474 mit kaiserlicher Bewilligung durch das Thomaskapitel eingelöst und dem Bischof abgetreten. Seitdem war das Dorf ganz im Besitz des B i s t h u m s Strassburg (bis zur Revolution) und gehörte zum Amte Kochersberg. Die Alüllenheim hatten eine Rente von drei Alark Silbers auf dem Dorfe G. von König Albrecht I. und König Friedrich (von Oesterreich) als Pfandlehen erhalten, welches Kaiser Friedrich III. a m 8. Juli 1442 dem AValther Hiltebrant von Alüllenheim und dessen Vettern bestätigte. Der Dinghof zu G. (AVeisthum von 1340) war Ende des 14. Jhdts. als bischöflich-strassburgisches Lehen im Besitz des Strassburger Bürgers Berlin ; 1394 wurden die Kageneck Alitbesitzerund seit 1417 besassen sie ihn allein (bis ins. 18. Jhdt.i. - G. gehörte kirchlich zum Landkapitel Betbur und hatte im 15. Jhdt. ein Rektorat und ein Plebanat. Patronatsherr war der Dom-kustos zu Strassburg. 1535 wurde G. Filiale von Dingsheim und blieb es, mit Unterbrechung Anfang des 17. Jhdts. und 1802-8, w o es selbständige Pfarrei war und Pfulgriesheim als Filiale hatte, bis 1820. Den Zehnten besass zu zwei Dritteln das Domkapitel, zu einem Drittel der Domkustos. G r i e s k ö p f c h e n , Ausläufer des Sommerberges s d.) am rechten Ufer der AVeiss zwischen Kaysersberg und Kienzheim; vielfach noch als S o m m e r h a u s bezeichneter Punkt, obgleich dieses nicht mehr steht. Ruheplätze des Vog.-Clubs. Grieslingen, verschw. Ort. (Gde. Varsberg, Ka. u. Kr. Bolchen, L.). Grütelingen 1121; G r u s e l d a n g en 1284; G ru selin 1285; G r u s e l a n g e 1345; Grieslingen 1580. - Lag in der Nähe der jetzigen Pfarrkirche von Vars-i berg, welche noch 1580 nach dem damals schon verschwun- I denen Dorfe genannt war. - G. scheint Besitz des Bisthums Aletz gewesen zu sein (Obervogtgut?) und wurde 1285 von der AA'ittwe des Robert von Dalheim zu Lehen genommen, dann 1345 an die Herren von Bolchen verpfändet. Die Herren von AVarsberg hatten dort auch wohl allodiale Güter, welche sie 1284 dem Grafen Heinrich von Luxemburg für 150 Pfund Aletzer Pfennige zu Lehen auftrugen. - Nach j örtlicher Ueberlieferung wäre das heutige Dorf A'arsberg erst nach dem dreissigjährigen Kriege nach vollständiger ; Zerstörung des Dorfes Grieslingen entstanden. G. war in I der That 1121 mit dem Kirchensatz und den Zehnten Besitz |