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Show Hagenbach - Hagenowe. 339 dann von Schirrhein nach Betschdorf, ferner bei Selz ; durch Nessel untersucht und ausgeräumt. Einsiedelei zur Arbogast-eiche auf dem AVege von Kaltenhausen nach Schwabweilcr am Eberbache, wahrscheinlich auf früherer La Tene-Sied-lung der keltogermanischen Zeit errichtet. - Im Walde befinden sich grosse Thonlager, aus welchen die Sufflen-heimer Thonindustrie ihr Material bezieht. Litter.: Batt, F., Das Eigenthum zu Hagenau. I, IL Colmar 1876, 1881. Ney. C. E., Geschichte des heiligen Forstes bei Hagenau im Elsass. I. IL Strassburg 18S8. 1890. D ers., Die geschichtliche Entwickelung der jetzigen Eigen-thumsverhältnisse in dem heiligen Forste bei Hagenau. (Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Litteratur Elsass- Lothringens IX, S. 148-166; X, S. 12-30.) AVitte, Heinr., Der Heilige Forst und seine ältesten Besitzer. (Zeitschr. für die Gesch. des Oberrheins. N. F. 12, 1897, S. 193-243; N. F. 13,1898, S. 389-424.) Guerber, V., Cimetieres celtiques de la foret de Haguenau. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. IV, 1800-61, 2, S. 11-14.) S. a. die Litt, bei Hagenau, Stadt, und H., Reichslandvogtei. Hagenbach, Df. (Ka. Dammerkirch [s. 1790], Kr. Altkirch, O.-E.). 586 E. 120 Hsr. (12 GRe.) - 2S5 m. - AG. Dammerkirch (3,6); Bhf. Dammerkirch (4.2). - Hagenbach 1300. - Die Gde. umfasst den HO. H. (564 E. 122 Hsr.), den AO. Mühle (Hs.), die unbew. O. Oelberg (Kap.) und Schäfer (Kap.) und den verschw. O. Haltingen. - T. StEBez. Dammerkirch. - Kath. Hilfspfarrei des Dek. Dammerkirch (s. 1802); Schutzheiliger St. Petrus (29. Juni). Die Lutheraner gehören zum ATkariat Mülhausen, die Reformirten zur Pfarrei Altkirch. - Ziegelei mit Handbetrieb (Gessier), Jahresproduktion ca. 200000 Backsteine. Lehmgrube am Rhein-Rhonekanal, 20 Arbeiter, der Ziegelei Schmerber & Cie. in Illfurt gehörig. H. war Lehen der Herrschaft Alt kirch, seit Anfang des 14. Jhdts. im Besitz der Familie von H., welche mit den Alörsberg stammverwandt war, bis zum Erlöschen der kath. Linie im Alannesstamme 1750 (die prot. Linie war schon 1705 erloschen). Begütert Deutsch-Ordenskomthurei Alülhausen 1315 (Schenkung des Ortsadels). Der Orden besass auch das Patronatsrecht der Kirche St. Peter und Paul. Die Kaplanei St. Katharina daselbst behielten die von H. 1447 Hans von Dammerkirch Deutsch-Ordenspriester der reich begüterten Pfarrei. Den Zehnten theilte der Orden (5/g) mit dem Domkapitel zu Basel und Priorat St. Morand bei Altkirch, die in demselben A^erhältnis beitragspflichtig zur Erhaltung des Thurms, Chores und der Pfarrhausbauten waren; die vorher in Erbpacht gegebenen Güter 1781 in ein Schupflehen verwandelt. 1702 wurde H. durch Ludwig XV. an den Grafen Adam von Löwenhaupt (aus Schweden stammend) verliehen, der es bald an die Schönau verkaufte. Die AVasser-burg H. wurde 1468 von den Schweizern, den Bundesgenossen von Alülhausen, zerstört. 1520 werden noch die Gräben erwähnt. 1633 wurde sie durch die Schweden zerstört, seitdem an der Strasse von Thann nach Dammerkirch wieder aufgebaut. Die letzten Spuren verschwanden 1827 beim Bau des Rhein- Rhonekanals. Aus H. stammt Peter von H., 1469-74 Landvogt Herzogs Karls des Kühnen von Burgund, Pfandherrn im O.-E.; derselbe wurde am 9. Mai 1474 zu Breisach hingerichtet und in H. beigesetzt. Sein Bruder Stephan, Burgherr, Rath und Oberst, unternahm, um seinen Bruder zu rächen, im August 1474 an der Spitze von 6000 Reitern einen Rachezug durch den Sundgau, bei dem sogar die Kirche von H. geplündert wurde; er wurde am 24. Okt. 1474 bei Heri-court geschlagen; er fiel bei Nanzig 5. Jan. 1477. - Die Pfarrei gehörte 1441 zum Landkapitel des Sundgaus, dann zum Dekanat Alasmünster (bis 1801). Den Kirchensatz hatte der Komthur des deuischen Ordens (s. o.). Bei der alten Kirche befand sich eine von der Familie H. gestiftete Ka-tharinenkapelle, deren Coli. 1777 der Baron von Schönau war. In der Kirche gute Rococoaltäre. Gemeindewald (Oberförsterei Altkirch) 51,1 ha. AValter, Theobald, Geschichtliches aus dem Kreise Altkirch. - H. . . . Altkirch 1894. Ders., H. (Elsass-Loth-ringische Lehrerzeitung 2, 1895, S. 230-232.) Hagenbach, ehem. Burg (Gde. Wattweiler, Ka. Sennheim, Kr. Thann, O.-E.) s. AVeckenberg. Hagenbach, AVIL, s. Thur 16. Hagenbächle s. m 46. Hagenberg, abgeg. O., bei Zchnacker (Ka. Alaursmünster, Kr. Zabern, U.-E.). Funde von alterthümlichen Ziegeln, Backsteinen u. s. w. Hagendingen, Df. (Ka. u. Kr. Aletz, L. [1790 Ka. Alai-zieres, 1792 Ka. Lorry bei Metz, 1802-70 Ka. Aletz I.]). 382 E. 97 Hsr. (10 GRe.) - 160 m. - AG. Rombach (7,7); Bhf. H. (1,3). - Angodange 1179; Augondanges 1218; Angol-dange 1228; Hagondange 1869. - War von 1811-1847 AO. von Talingen. - P. III. Kl. T. Stadt-Fernsprecheinrichtung (s. 1. Juli 1899). Bhf. (s. 1888). Ortseinn. StEBez. Metz IL Fw. (s. 1884, 1 Spritze). - Filiale der kath. Hilfspfarrei Talingen (vorher Filiale von Bussingen). Kirche zu Ehren der Geburt Maria (8. Okt.), 1866 neu erbaut. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Gross-Moyeuvre, die Israeliten zum Rabbinat Metz. - Geschäftssprache franz. - Fabrik für Eisenkonstruktionen der Firma G. Fölzer & Söhne (Sieghüttc), 1897 erbaut, 70 Arbeiter. Ein Hochofen der belg. Eisensteingruben- Aktien-Gesellschaft Pierrevillers soll errichtet werden. H. gehörte zum Pays Ales sin (Val de Metz). Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit. Es war alter Besitz des Domkapitels von Metz. Das Herzogthum Luxemburg, welches die Schirmherrschaft über das Dorf ausübte und dafür jährlich 24 Quarten Hafer und 20 Hühner bezog, hatte Ende des 14. Jhdts. Ansprüche auf H. erhoben. Durch A^ertrag von 1410 (16. Febr.) erkannte es aber an, dass alle Rechte dem Kapitel zuständen. Dennoch wurde die Souveränität später bestritten, so 1546, aber ohne Erfolg. - Das Dorf brannte 1517 vollständig ab und wurde 1546 von den Luxemburgern geplündert und verwüstet. - H. liegt an der Römerstrasse Aletz-Trier. Römische Reste. Funde: Thonge-fässe aus rother und schwarzer Erde, Thonlampe, Alünze des Nero. 8 Kriegergräber von 1870/71, davon 5 auf dem Kirchhof. Gemeinde wald (Oberförsterei Rombach i 49 4 ha. Hageneck, Burgruine auf dem Banne von AA'ettolsheim, (Ka. AVinzenheim, Kr. Colmar, O.-E.). - Hagineche 1277. - Das Schloss ist vermuthlich im 12. Jhdt. erbaut worden. Aus dem Geschlechte derer von H. wird Burkhard 1263 erwähnt; nach dem Erlöschen des Hauses fiel die Burg an die Herren von Zorn, welche sich danach von H. nannten. Wie die Colmarer Annalen berichten, wurde H. 1303 von den Hattstatt und Hausen genommen und zerstört. Sitzmann, E., Le chäteau de H. (Rev. cath. d'Als. X , S. II, 1883-84, S. 423-428.) Hagenmühle, AL (Gde. Sulzmatt, Ka. Rufach, Kr. Gebweiler, O.-E.). 8 E. 1 Hs. Soll seit mehr als 100 Jahren bestehen. Hagenmühle, verschw. AI. (Gde. Bettingen, Ka. St. Avold, Kr. Forbach, L.). Ueber Zeit und Gelegenheit des Verschwindens ist nichts bekannt. Hagenowe, pagus. Pagus Hagenowe kommt in einem von Schilter in seiner Königshofenausgabe, S. 1067, angeführten Urkundenbruchstück, angeblich aus dem Jahre 1035, vor: in ducatu Conradi, in pago Hagenowe, in abbatia Surburg, in comitatu Hugor.is, prineipis Alsatiae. A'ielleicht ist damit das Landkapitel Unter-Hagenau (Archipresbyteratus Hagenoensis inferior), in dem Surburg lag, gemeint; es mag auch daran erinnert werden, dass Surburg später zu den Reichsdörfern der Landvogtei Hagenau gehörte. Schöpflin, Alsatia illustrata, I, 643. Schricker, Aelteste Grenzen und Gaue im Elsass, in Strassburger Stud. I II, S. 360. |