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Show [nsbach - Insmingen. 185 später zum Territorium der Reichsritterschaft. Von 1316-1403 war es als Reichspfandlehen im Besitz der Kagi von Schäffolsheim. 1403 wurde es von Kaiser Ruprecht den Beger, den zum Trubel und den Haffner als gemeinsames Erblehen verliehen. 1521 war I. gemeinsamer Besitz der Beger, Pfaffenlapp, Uttenheim, Völseh, Seebach und Alittel-hausen. 1566 waren nur noch die Pfaffenlapp, L'ttenhcim und Seebach Besitzer. Der Uttenheimsche Theil (die Hälfte von I.) ging 1618 an die von Bergheim über, der Seebach-sche Antheil 1653 an die Zuckmantel. Zu Ende des 18. Jhdts. besassen die Bergheim die Hälfte, die Zuckmantel und die Haffner je ein Viertel des Ortes. I. wurde 1674 im Okt. von den Kaiserlichen zerstört. - Kirchlich gehörte 1. zum Landkapitel Oberehnheim. 1464 Plebanat. 1666 erscheint es als Filiale von Krautergersheim, da die frühere Alutti-rkirchc Bläsheim protestantisch geworden war. 1693 scheint es wieder selbständige Pfarrei gewesen zu sein. 17o3 wird nahe bei dem Dorfe eine Kapelle erwähnt, deren Einkünfte die von Oberkirch eingezogen hatten. Patronatsrecht besass das Stift St. Leonhard. - I. liegt a m Kreuzungspunkte eines Keltenweges von Beifort nach Brumath und eines solchen von Barr über Lingolsheim nach Strassburg. Insbach s. Nied 13. Insel, Wir. (Gde. Sulzern, Ka. Alünster, Kr. Colmar, O.E.). Früher AO., jetzt Theil der Gde. Sulzern. I n s m i n g e n , Df. (Ka. Albesdorf [s. 1790, doch wurde der Ka. 17^3-95 nach Insmingen benannt], Kr. Chäteau- Salins, L.). 701 E. 163 Hsr. (12 GRe.) - 230 m. - A G . Albesdorf (3,4); Bhf. I. (0,8). - A l m i n g a s (?) 775; A s m i n g i a, H a s m i n g i a 1102; E i n s e m i ng 1125; E i n s z m i n g e n lL'4o; E s m a n g e 1274; A s m a n g e dit I n s m i n g 1698; Insming 1869. - Die Gde. umfasst den H O . I. (692 E. 163 Hsr.) und den A O . Untermühle. - P. III. Kl. T. Bhf. (s. 1881). Ortseinn. StEBez. Albesdorf. 2 Kantonalärzte. Apotheke. Armr. (s. 22. Dez. 1866; Grundbesitz 2,5523 ha). F w . (s. 1837, 1 Spritze). Krgv. (s. 20. Dez. 1891). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Albesdorf (s. 1802). Kirche des hl. Clemens, Bischof von Aletz (23. Nov.). Die Protestanten gehören zum Vikariat Augsb. Konf. in Saaralben. - Grösste lothringische Perlkranzfabrik von E. Everle (50 Arbeiter) mit vielen Hausarbeitern. Kleine Alühle. Wein-, Salz- und Yiehhandel. I. war Dorf des lothringischen Amtes Dieuze, zeitweise Sitz einer Lothringischen Probstei desselben (s. L, PreA-ote' und Aleierei). - Priorat. Das Priorat L, das in seinen Anfängen schwer von dem Priorat von Amance in Frankreich zu unterscheiden ist und öfters mit diesem verwechselt wird, war ursprünglich eine Kollegiale von Kanonikern, die durch den (.raten von Bar, Herrn von Alörsberg, a m Ende des 11. Jhdts. ausgewiesen und durch Benediktiner aus St. Mihiel, welche in I. ein Priorat stifteten, ersetzt wurden. Das Priorat, welches öfters während des Alittelalters erwähnt wird, wurde durch päpstliche Bulle vom 27. August 1749 bestätigt, durch Patentbrief des Herzogs Stanislaus von Lothringen vom 10. Nov. 1749 aufgehoben und die Güter der Abtei St. Alihiel zugewiesen. 1623 waren diese Güter, welche sich allmählig vermindert hatten, noch für 7600 Francs verpachtet. - I. war vor 1802 Pfarrei des Archipr. Alörchingen und hatte bis 1747 Wittersburg, bis 1802 Greningen. Neilingen und Reiningen als Annexen. Den Kirchensatz hatte der Prior von I. - I. ist wahrscheinlich der Heimathsort des Gottfried von E n s m in gen, bischöflichen Notars in Strassburg, des ältesten elsässischen Chronisten (f u m 1300). Ferner ist in I. (oder Amance in Frankreich?) geboren Jacob v o n A m a n c e , General- Vikar des Bisthums Aletz, leitete und förderte den Bau der Kathedrale (1480-1505). Chronique de Godefroi d'Ensmingen . . . tiree des Chronicalia de P. A. Grandidier, publ. par J. Liblin. Strasbourg 1868. Benoit, A., Recherche sur le Heu de naissance du chroniqueur strasbourgeois Godefroi d'Ensmingen. (Rev. d'Als. 1S70, S. 204-214.i Benoit, Louis, Le prieure et la croix expiatoire d'Insming. (Journal de la Soc. d'archeol. lorr. XVI, 1867, S. 154-163.) H o u p e r t , N., L'ne page d'histoire d'un village lorrain. 'Jbch. d. Ges. f. lothr. Gesch. 11, 1899, s. 359-363 I n s m i n g e n , Meierei mairie). Sitz der Aleierei war die mere-cour in Insmingen, deren Gerichtsbarkeit sich erstreckte auf 1. Greningen (mit Ausnahme der Unterthanen der Abtei Herbitzheim, der «Alarienleute-« i, 2. Hunkirch, 3. Insmingen, 4. Kleintänchen (mit Ausnahme des Zweibrücken'schen Weilers Zell), 5. Neilingen, 6. Reiningen, 7. Wittersburg. Güter in oder bei I. hat 77.5 Karl der Grosse der Abtei Saint-Denis (Priorat Salonnes) überlassen. Die Vogtei oder Aliibesjtz an diesem alten Königsgute scheint durch Beatrix von Frankreich, Schwester des Hugo Capet, dem Herzog Friedrich (f 990) von Obcrlothringen als Alitgift zugebracht worden zu sein, und durch die Heirath der Urenkelin Sophie, Erbin von Bar, mit Graf Ludwig von Alousson aus dem Hause Alümpelgard an dieses Haus, dessen ältere Linie sich von Bar nannte, gekommen zu sein. Ludwigs Sohn, Graf Dietrich von Bar, hat 1099 in I. ein Kollegiatstift gegründet, dieses aber 1102 wieder aufgelöst und den Besitz der unter seiner Vogtei stehenden Abtei St. Mihiel überwiesen, welche in I. ein Priorat gründete (s. o.). Dietrich überliess seine Vogteirechte einer mit dem Grafen Aleginhard von Alörsberg aus dem Thurgau vermählten Tochter, deren Tochter Alechtilde, Gattin des Grafen Aleginhard von Spanheim, diesem den Besitz in I. als Aluttergut zubrachte. Ein Streit zwischen der Abtei und den Vögten wurde 1125 durch Vergleich beigelegt, wonach der Besitz in 1. dem damals , gegründeten Priorat Zell der Abtei Saint-Denis zugetheilt winde. Neben den Abteien Saint-Denis und Saint-AIihiel behielt aber das Haus Bar auch nach der Ausstattung der mit Graf Aleginhard von Alörsberg vermählten Tochter noch allodialen Besitz in und u m I. 1328 erhielt Hugo von Geroldseck als Lehen von Bar Einkünfte aus dem allodialen Besitze von Bar in 1. Auch die Erben oder Nachfolger der Grafen von Spanheim besassen auch nach dem Vergleiche mit Saint-Denis (1125) ein Allod in L, das 1261 Graf Simon von Eberstein dem Bisthum Strassburg als Lehenssurrogat für den veräusserten Zehnten des bischöflichen Lehens Alulce-v auftrug, wie er es von seinen Eltern, Graf Hugo von Zweibrücken und Grätin Agnes von Eberstein, ererbt hatte, welche schon 1249 eine Rente auf ihre Allode in L, Greningen. Hunkirch, Kleintänchen, Nellingen, Rohrbach und Wittersburg, später auch den Zehnten von Mulcey, der Cisterzienserabtei Werncsweiler bei Saarbrücken geschenkt hatten. Die Rechte von Bar in I. <Vogtei und Allod) hat Lothringen 1430 mit dem Herzogthum Bar erworben und die Rechte von Zweibrücken (Vogtei und Allod) 1570 nach , dem Tode des letzten Grafen von Zweibrücken-Bitsch an i sich gezogen (bestätigt im Erbtheilungsvertrage mit Hanau- Lichtenberg vom b. Febr. 1606). Die Vogtei des Priorates I. hat Lothringen 1456 von den Ramstein erworben, später besassen die Helmstatt ein herzogliches Lehen in L, das 1549 an die Braubach verkauft wurde. - Das Gericht in L, der Alutterhof imere-cour), war gebildet durch die sieben Aleier der zum Gerichte gehörigen Dörfer und durch 10 Schöffen ; von den sieben Aleiern hatte Lothringen drei zu ernennen (wegen den Domänen in L, wegen Hellimer und Greningen i, je einen die beiden Priorate Zell und I. und desgl. die Vogteien; von den 10 Schöffen Lothringen drei, die beiden Priorate je zwei, der Vogt von I. zwei, der von Zell einen. Einigte sich der Alutterhof nicht, so wurde eine Versammlung von 300 Grundbesitzern (Hebert) berufen, die nach Alehrheit entschied. Nach der Erwerbung des Zweibrücken'schen Besitzes hat Lothringen durch Edikt vom 30. Alärz 1606 die Zahl der Beisitzer auf neun festgestellt, von welchen Lothringen fünf ernannte; gleichzeitig wurde i das Gericht der Hebert und lo9l das ganze Ortsgericht auf- |