| OCR Text |
Show Metz. 661 werth ist, dass es als erste Abtei in Metz schon 1096 das Frei-Wahlrecht des Abtes v o m Papste bestätigt erhielt. Wie die übrigen Benediktineräbte von Metz war auch der Abt von S. Vincenz durch die Schöffenmeistcrordnung Bischof Bertrams vom Jahre 1180 zum Wahlmann des städtischen Schöffenmeisters ernannt. G e d r . Quellen. Vita Deoderici I. ep. Mett. auetore Sigeberto (M.G. SS. IV, 461-483). Annales Laudunenses et S. Vincentii breves 538-1056 M.G. SS. XV, 2, 1293-95. Annales S. Vincentii Mettensis 688-1280. M.G. SS. III, 155-160. Litter.: Hist. de Metz s. Index. Gallia christiana XIII, 917. Rouselle, im Bull, de la soc. d'archeol. de la Mos. X, 184. A b e 1, ebenda 193. Bouteiller, Eloge de Metz.Introduction. L e n z , Die Kirche des hl. Vincenz in Metz (Centralblatt der Bauverwaltung 1889, S. 237 ff. und 252/3. Epitaphe bei d'Hanoncelles II, 109. - Notre D a me aux C h a m p s , Priorat mit Kirche in Sablon, angeblieh 1122 von Benediktinern aus der Abtei Chezy-sur-Marne gegründet, war S. Clemens unterstellt, urkundlich zum ersten Mal 1154 erwähnt (Bulle Hadrians 1154, Güterbestätigung durch Hillin von Trier 1157). Januar 1445 in Folge der in der Belagerung von 1444 hervorgetretenen Besorgniss, dass die Feinde der Stadt hier einen günstigen Stützpunkt linden könnten, niedergelegt. Das Terrain wurde von den Anto-nisten, die bis dahin in Pont-ä-Mousson eine Niederlassung hatten, gekauft; diese bauten die Kirche wieder auf und gründeten ein Priorat Notre D a m e des Champs. Das Priorat 1552 zerstört. Hist. de M. II, 235. 640. Epitaphe d'Hanoncelles II, 108. - 2. F r a u e n k l ö s t e r . Kloster der Benediktinerinnen, gegründet durch Bischof Meurisse 1635 in der heutigen Gemeinde Montigny. Die Kirche wurde durch Bischof Coislin 1729 gebaut und dient noch heute als katholische Pfarrkirche. Hist. de Metz III, 249. Chabert, Austrasie XI, 354. - St. Glodesindis (Ste. Glossinde). Die Gründung dieses Frauenklosters wird von Sigebert von Gcmbloux in das Jahr 614 gesetzt. Dasselbe lag in der Südostecke der alten Stadtmauer, da wo heute die Kirche des Bischofspalastes und der dazu gehörige Garten sich ausbreiten. Die älteste Nachricht über das Kloster giebt uns eine Bestätigungsurkunde Ludwigs des Deutschen von 875, die aber in der Form, wie sie heute vorliegt, verfälscht ist. Als erstes sicheres Zeugnis können wir jedoch eine Urkunde von 945 ansehen, aus der hervorgeht, dass das Kloster infra muros urbis lag. Das Kloster, das durch Anlage von Fortilikationen im Jahre 1676 stark gelitten hatte, wurde im Jahre 1739 fast ganz neu wieder aufgebaut. Die heute noch vorhandene Kirche im Rokokostil ist im Jahre 1742 begonnen und 1757 beendet worden. Seit dem Jahre 1802 diente ein Theil der ehemaligen Klosterbauten als ßischofswohnung, seit 1812 ein anderer Theil für Einrichtung des Petit Seminaire, heute Maitrise S. Arnould. Litter.: Hist. de Metz s. Index. Gallia Christ. XIII, S. 927. Dembour G a u g e l et d'Huart, Charte de conlirmation de 968 et notice sur l'abbaye de S. Glossinde. Metz 1843. Description de la charte de Ste. Glossinde. (Revue d'Austrasie 1S43, p. 133.) Charte de eonrirmation des biens de l'abbaye de Ste. Glossinde ib. p. 139. W e n d ung, Vie de Ste. Glossinde. Metz 1870. W o l f r a m , Die Erkunden Ludwigs des Deutschen für das Glossindenkloster in Metz (Mittheilungen des Jahrb. f. östr. Geschichtsforschung 18S9). - Ste. M a r i e , Frauenkloster. Die Zeit der Gründung ist nicht sicher. Von den einen auf Adalbero IL, von den andern (nach Sigeberts von Gembloux Bericht' auf Adalbero I. zurückgeführt. Die Abtei lag in unmittelbarer Nähe vom Nonnenkloster S. Peter und musste wie dieses beim Bau der Citadelle im Jahre 1561 geräumt werden. Den Nonnen wurde die Johanniterniederlassungan derMittelbrücke überwiesen. Im Jahre 1763 wurde der Konvent mit demjenigen von S. Peter unter dem Namen Abbaye royale de St. Louis vereinigt und als solche im Jahre 17S9 aufgelöst. Die Klostergebäude in der Citadelle haben bis in die 50er Jahre des 19. Jhdts. bestanden. Sie sind, ohne dass uns eine genauere Aufnahme erhalten wäre, niedergerissen ; lediglich eine Thüre und ein Theil des Chores waren gegenüber dem ehemaligen Citadellenthore bis 1902 erhalten. Die Räumlichkeiten, welche den Nonnen angewiesen wurden, kennen wir aus einem Bilde von Chastillon aus dem Jahre 1614. Danach waren es im Wesentlichen die Reste eines römischen Baues (Amphitheaters), die ihrer neuen Bestimmung möglichst angepasstwurden. Durch die Beschlüsse des Nationalkonvents wurden diese Baulichkeiten als Nationalgut erklärt und man beabsichtigte zunächst, hier das Departementalarchiv unterzubringen. Der Plan wurde jedoch aufgegeben. Zwei Strassen (Friedens- und S. Louisstrasse i wurden durchgebrochen, der Rest der Baulichkeiten wurde veräussert und brannte zum grössten Theile im Jahre 1834 ab. Litter.: Hist. de Metz s. Index. Gallia Christ. XIII, 832. Bouteiller im Bull, de la soc. d'arch. de la Mos. IV, 265. Ders., Notice sur les an-ciennes abbayes de St. Pierre et de Ste. Marie de Metz et sur la collegiale de S. Louis (Mem. de l'academie de Metz 1863). L e d a i n in einem Aufsatze in Mem. de la soc. d'hist. de la Mos. p. 186ff. - St. Peter (S. Pierre-aux-nonains). Das Frauenkloster S. Peter liegt in der heutigen Citadelle im Hofe des Fortilikationsgebäudes. Nach der Ueberlieferung wurde das Kloster von einem sagenhaften Herzog Eleutherus c. 620 gegründet, der seine Verwandte Waldrada als Aebtissin einsetzte, und die neueren Forschungen haben thatsächlich erwiesen, dass die noch vorhandene Kirche in ihren ältesten Bestandtheilen jener Bauperiode angehört. Die in den Jahren 1897-1899 vorgenommenen Ausgrabungen haben ergeben, dass die Umfassungsmauern der ersten Bauperiode angehören, vor allem haben sich aber auch die alten schön erhaltenen Chorschranken aus der merowingischen I Kirche wiedergefunden. Urkundlich wird das Kloster zum ersten Male erwähnt in einem Diplome Karls des Grossen 781 infra muro Mettis civitate. Reformin wurde die Abtei durch Bischof Adelbero I. und baulich wiederhergestellt etwa 990 durch Adelbero IL Damals sind die Mittelschiffspfeiler eingesetzt und auf der Westseite ist ein Narthex mit Nonnenchor abgetrennt worden. Ein neuer U m b a u fand am Ende des 15. Jhdts. auf Veranlassung des Domherrn Thierri Drowin statt. Den Pfeilern wurden Säulen vorgelagert und die Kirche wurde eingewölbt. Mit der Anlage der Citadelle mussten die Nonnen ihr Kloster räumen und siedelten nach der Antonistenkommanderie (heute Hotel de Lvon hinter der Stadtmühle, dort hatten auch die Freres Baudes ihren Platz) über. Das alte Klostergebäude wurde zu militärischen Zwecken verwandt und diente bis vor kurzem in seinen unteren Räumen als Wagenschuppen, und noch heute in dem Obergeschoss als Brieftaubenstation. A m neuen Platze vereinigten sich mit dem Klosterkonvent im Jahre 1552 die noch übrigen Nonnen der Abtei «des Pucelles», die ihr Kloster an der Mittelbrücke gehabt hatten. 1579 wurde eine neue Kirche geweiht. Die Nonnen von S. Pierre suchten sich dem Klosterzwang zu entziehen und als Stiftsdamen. denen der Austritt aus dem Orden jederzeit freistand, anerkannt zu werden. Nach langen Verhandlungen und Kämpfen wurde der Streit im Jahre 1743 zu ihren Gunsten entschieden. 1760 legte Ludwig X V . die Abtei Ste. Marie mit der von S. Pierre zusammen und machte daraus eine Vereinigung weltlicher Stiftsdamen. Durch eine Bulle Clemens XIII. v o m 17.Oct. 1761 wurde die Vereinigung bestätigt, und beide führten den vom Parlament 1763einregistrirten Namen -Chapitre royal St. Louis». Der neue Klosterbau, der beabsichtigt wurde, ist nicht über die Projekte hinaus gekommen. Mit der Revolution erfolgte die Aurlösung des Stiftes. Die letzte Aebtissin, eine Herzogin von Choiseul, lehte eine Zeit lang mit russischer Unterstützung in Baireuth, kehrte Anfangs des Jhdts. nach Metz zurück und starb hier 1816. - D e Bouteiller, Notice sur les anciennes abbayes de S- Pierre et de Ste. Marie de Metz. (Mem. de l'acad. de Metz 1863, p. 25 ff.) K n i 11 e r s c h e i d, i die Abteikirche S. Peter auf der Citadelle in Metz, ein Bau |