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Show 530 Königsburg - Königshofen. Forsthaus Königsbrück. Kiefer, Buche, Eiche.) Diluvium. Theil des Reichswaldes bei Hagenau, 1349 von Karl IV. an das Kloster Königsbrück abgetreten. 1729 durch Staatsrathsbeschluss dem Kloster zugesprochen. 1789 als Staatsgut erklärt. 1821 erhielt der Ziegeleibesitzer zu K. die Berechtigung, nach Thon zu graben. K ö n i g s b u r g s. Hohkönigsburg. Königsfeld, ehemaliges Hofgut in Oberehnheim , welches mit dem Weinzehnten der Stadt im 16. Jhdt. Reichslehen der Freiherren von Mörsperg, seit 1620 der Herren von Gail war. Königsfelsen an der Rehthalstrasse, am Südhang des Weckenberges, nördl. Hommert, Kr. Saarburg. Königsgiessen s. Rhein 6. Königsgraben s. Ehn 4. K ö n i g s h e r b e r g , eine mehrere hundert ha grosse Strecke in den Gemarkungen von Friesenheim und Rossfeld (Ka. Benfeld, Kr. Erstein), wo der Sage nach vor uralter Zeit ein König lange sein Lager hatte. Diese Sage wird von manchen auf Ariovist gedeutet, der die bekannten 14 Jahre hier gelagert habe. - Vgl. Stöber, Sagen des Elsasses, Neue Aus-. II, S. 13 f. K ö n i g s h o f , verschw. Hf. (Gde. Kaihausen, Ka. Rohrbach, Kr. Saargemünd, L.i. Im 18. Jhdt. erwähnt. K ö n i g s h o f , Name einer Vogtei Haus mit Gütern) in der Gde. Berg (Ka. Kattenhofen, Kr. Diedenhofen-Ost, L , welche den Herren von Rodemachern 21 Gulden Zins zahlte ; 1627 erwähnt. K ö n i g s h o f e n , Df. (Gde. Strassburg, Ka. West (extra muros), Stkr. Strassburg, U.-E. . I 126 E. 359 Hsr. - Umfasst auch den bis 1896 noch besonders aufgeführten AO. Karthause. - Curtis regia 722 (?); C h u n n e s h o f e n 1143; C u n g e s h o v e n 1144; Cunegt-shov en 1163; ma. Könis-hoffe. _ Hat seit 1896 sein besonderes Kataster neuer Art. - P. III. Kl. T. Oeff. Fernsprechstelle. Besserungs- Anstalt für evang. Mädchen (1851 als Disciplinaire gegründet; 1871 eingegangen, 1883 unter Aufsicht der Landesver-vvaltung wieder eröffnet; geleitet durch eine Diakonissin und ein kleines Damenkomite). 1856 wurde in K. die 1867 nach Hangenbieten verlegte Kaltwasserheilanstalt ge-gründet.- Kath. Kirche (1901 eingeweiht). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. St. Aurelien in Strassburg. Strassenbahn Strassburg (Bahnhofsplatz)- Königshofen- Wolfisheim is. Strassburg). - Zweigniederlassung der Rhein-Westf.il. Kapuziner-Provinz (Kapuziner-Kloster St. Fidelis), duldungsweise und widerruflich zugelassen , 13. Juni 1892. Zweck der Niederlassung ist Ausbildung für den Dienst der äusseren Mission; der Orden leitet ausserdem die Missionsschule in Königshofen. - Verzinkerei, Verzin- ; nerei und Verbleierei, sowie Bauanstalt für Wellblech- und Eisenkonstruktion (Wolf Netter und Jacobi, 1885 begr. 1894: 154 Arb.). Maschinenfabrik (Schneider, Jacquet und Cie. 1894: 158 Arbeiter). Dgl. von Xaver Dietsche (1894: 16 Arbeiter). Seifenfabrik' mit Dampfbetrich (ca. in Arbeiten. Lumpensortirerei. Hanfhechelei (Mor. Hammel - Böhmer, ls'i4: 21 Arbeiter). Brauereien (Gruber & Co., J. FreyssWwc., Schneider). Cigarrenfabrik (Leininger, 1894: 12 Arbeiter). K. liegt, wie die zahlreichen römischen und gallo-rö-mischen Funde bezeugen, ungefähr an der Stelle der römischen bürgerlichen Niederlassung .der Cannabae der 8. Legion, die im castrum Argentoratense ihr Standquartier hattei, die sich ihrerseits vermuthlich an eine altkeltische Ortschaft der Triboker, das eigentliche älteste Argentorate, angeschlossen hatte. - Auf die Erwähnung einer curtis regia in einer zum mindesten zweifelhaften Urkunde des Herzogs Adalbert von Elsass von Jahre 722 dürfte kein grosses Gewicht zu legen sein, jedoch tritt der Ort seit 1143 mit dem Namen Chunneshofen, C u n g e s h o v e n (1144), Cune-geshoven 1163 u. s. w. häufig in den Urkunden auf. Nach dieser Ortschaft nannten sich mehrere Strassburger I Familien, die seit 1230 öfters genannt werden; zu diesen gehören die Twinger, denen der bekannteste Strassburger Geschichtsschreiber des Mittelalters, Jacob T w i n g e r von Königshofen (1346-1420), entstammt. - Das ziemlich bedeutende Dorf, dessen Schultheiss und Dinglaube mehrfach erwähnt werden, war Reichsdorf, bis es in der ersten Hälfte des 14. Jhdts. an die Brüder Gosso, Johannes und Ludwig Kurnagel, Bürger von Strassburg, verpfändet wurde. Am 25. Nov. 1347 gestattete König Karl IV. der Stadt Strassburg, das Dorf von den Pfandinhabern zu lösen und mit ihm zu thnn, was sie für gut fände. A m 31. Juli 1351 übernahm die Stadt die Pfandschaft von den genannten Brüdern. 1365 wurde Königshofen von den Banden der Engländer grösstenthcils verbrannt. Als 1392 der Stadt Strassburg eine Belagerung drohte, wurde der Ort ganz abgebrochen und «Acker und Feld da gemacht, wo vorher Häuser standen'. Die Bewohner wurden in die Stadt verpflanzt, die seit 1374 nach dieser Richtung hin erweitert worden war. - Im Jahre 1282 stiftete Goesselin, Ritter zu St. Thoman. der Bruder der Grossmuttcr der genannten Brüder Kurnagel, die St. Gallenkapelle und eine Pfründe dazu, ferner eine Klause für 4 Klausnerinnen, deren Pfleger der erwähnte Chronist Twinger von Königshofen als Stiftsherr zu St. Thomas war, wie denn überhaupt das ganze Gebiet von Königshofen zur St Thomas-Pfarrei gehörte. 1360 baute Nicolaus Spender, Propst zu St. Thomas, ein Verwandter des genannten Goesselin, den Klausnerinnen ein neues Haus, wurde aber an der Ausführung seiner Absicht, die Klause in ein Frauenkloster umzuwandeln, durch den Tod verhindert. Im Beginn des 16. Jhdts. wurde die Klause abgebrochen und das Gebiet u m die St. Gallenkapelle, das schon lange als Begräbnissplatz diente, eingefriedigt. Durch L^r-kunde vom 8. Aug. 1527 bestimmte Jakob Sturm als Stettmeister, dass nicht mehr in der Stadt, sondern nur hier, bei St. Urban, bei den «Guten Leuten- (St. Helenen) und in der Spitalgrube beerdigt werden dürfe. - Mehr als 400 Jahre hat kein Vorort Königshofen bestanden; Grandidier (f 1787) sagt noch, er existiere nicht mehr. Dagegen wird er bei Gelegenheit der Blockade Strassburgs im Jahre 1814 als bestehend erwähnt. In der Zwischenzeit muss also der Häuserhau an der grossen Pariser Strasse wieder begonnen worden sein, und es war natürlich, dass man der neuen Ansiedlung den alten Namen gab, weil der ganze Südrand der Lössterrasse nördlich der Breusch bis zum Eckbols-heimer Banne fortdauernd den Namen «Königshofer Bann» getragen hatte. - A m 2.5. August 1870 fand ein heftiges Ausfallsgefecht der französischen Besatzung in der Richtung auf Königshofen statt. Nachdem die französischen Truppen den Kirchhof St. Gallen und den nicht weit dahinter liegenden Judenkirchhof genommen hatten, wurden sie von den badischen Truppen wieder zurückgeworfen. Ein a m 2. September in der gleichen Richtung unternommener Ausfall wurde ebenfalls zurückgeschlagen. A m 23. September, morgens 2 Uhr, wurde in einem Zelte, das für den Kommandeur des badischen Vorpostenbataillons in dem Eisenbahneinschnitt unter der Strassenbrücke in Königshofen hergestellt war, die Kapitulation Strassburgs unterzeichnet. - Vgl. Breuscheck und Karthause. Grandidier, Oeuvres historiques ineTütes. Band V. S. 557-567. Straub, Rapport sur les antiquites romaines decouvertes ä Koenigshofen. (Bulletin de la Societe pour la conservation des monuments historiques d'Alsace, He seTie, X, 330-346.) M e r c k , L , Notices sur 2 autels votifs, d6couverts ä Königshoffen. Strassburg 1867. K ö n i g s h o f e n , abg O. bei Zabern, nächst der Zaberner Steige (Ka. und Kr. Zabern, U.-E.). 127s wurde K. sammt dem benachbarten (abgeg.) Dorfe Kaltweiler, mit dem es eine Pfarrei bildete, von Ulrich von Finstingen den Greifenstein verkauft. Diese veräusserten 1343 die Hälfte der genannten Dörfer dem Bernach von Küttolsheim, der |