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Show 626 Markircher Bcrgw erke. München. Nach der Chronik des Abtes Richer von Senones wurden im 10. Jhdt. die Silbererze entdeckt und in Betrieb genommen; 963 beanspruchte der Bischof von Toul den Zehnten vom Ertrage. Der Betrieb wurde im 13. Jhdt. wegen W'assereinbruchcs eingestellt, 1486 auf lothringischem Gebiete bei St. Kreuz, auf Rappoltsteinischem Gebiete 1502 am Fortelbache i Skt. Wilhelm , Fundgrube») wieder auf-gi nommen; nachdem die Rappoltstein vom Erzherzog Sigmund als Landgraf im Oberelsäss i486 mit dem Regale belehnt worden waren. Bei der Lehenserneuerung 1495 wurde der Gewinnanteil des Lehensherrn von zwei Dritteln auf die Hälfte herabgesetzt. Die Rappoltstein trugen 1507 ihren Besitz im Leberthale (die 1330 erworbene Herrschalt Eckerich) dem Abte von Murbach zu Lehen auf, um lothringischen Ansprüchen auf die Lehensherrlichkeit zuvorzukommen. 1530 wurden die Rappoltstein'schcn Bergwerke im Leberthale vom Kaiser als Reichslehen erklärt, die Lehensanwartschaft erhielt das Erzhaus Oesterreich. Die Nachricht dass Oesterreich 1620 zu Gunsten von Rappoltstein auf seinen Antheil an den Gruben verzichtet habe, ist nicht verbürgt und nicht glaubhaft. Die Herren von Rappoltstein gaben die Gruben schon im 16. Jhdt. theilweise in Pacht i Lehnschaften'), später wurden sie vielfach an «Gewerkschaften (Gewerker, Fronherren oder Bergherren) vergeben. Zur Entwässerung der Hauptgrube Skt. Wilhelm (1530 an 36 Gewerker vergeben) wurde 1527-37 der »Erb-stollen » gebaut. Die Knappschaft ( freie Bergleute) war von Steuern befreit und scheint besonders aus Sachsen eing. wandert zu sein, sie besass ein Spital und erhob Beiträge zur «Bruderbüchse»; ihre Zunftstube zur Blume» war in Markirch. Die Evangelischen hatten ihre 1544 erbaute Kirche auf der Matten». Die Knappschaft stand unter einem I'.' rghauptmann und war militärisch organisirt. Im Bauernkriege fochten die Knappen unter ihrem Hauptmann gegen den aufständischen Haufen bei Scherweiler (20. Mai 1525). 1552 zogen 200 Knappen aus dem Leberthale mit der elsäs sischen Miliz gegen die Franzosen. Aus der Bruderbüchse besoldeten die Knappen einen Pfarrer und einen Lehrer und unterhielten das Spital. Die Knappen unterstanden einem Bergrichter, nicht dem Landgerichte. Die österreichische Regierung erliess Knappschaftsordnungen 1Ö17, 1527, 1530 und 1584. Die Zahl der Knappen, Steiger, Hauer, Hundläufer, Haspelknechte, Siebvväschcr. Schmelzer, Erzklauber u. s. w. betrug 1530 mehr als 2000. 1ÖL'7 zählte man 67 Stollen und Gruben, wovon 37 ergiebig 8 aufgegeben waren. In der Zeit von 1500-1630 werden etwa 100 Namen genannt; manche Zeche war nur kurze Zeit im Betriebe oder wechselte den Namen. 1633 waren am Altenberge noch 6, a m Neuenb' rgi 1 i Werke im Betriebe, wovon einige nur zwei bis drei Hauer beschäftigten; einzelne Werke hatten sich damals schon zu gemeinschaftlichem Betriebe zusammengethan. Im 18. Jhdt. wurden etwa 30 neue Stollen getrieben. Das Holz zum Betriebe der Gewerke musste die Herrschaft Rappoltstein liefern, welcher die Grube Skt. Wilhelm dafür vorbehalten wurde. Ueber ungenügende Holzlieferungen wurde schon um 1530 geklagt, worauf eine Einigung zwischen (•esterreich und Rappoltstein 1541 erfolgte. Die Schmelzöfen wurden des Holzmangels w.gen nach Urbeis und Urbach verlegt, w o sie dem Walde näher waren 1580 vertrugen sich beide Theile dahin, dass Rappoltstein 250 feine Mark jährlich im Voraus erhielt und den ganzen Ertrag zu einem bestimmten Satze an Oesterreich ablieferte. Das Silber wurde zumeist von den «Silberkäufern> in Colmar erworben. Unter den Strassburger • Bergherren warder bedeutendste Israel M u n k e l (f 1569), auf welchen die Pfeffinger folgten, welche 1620 im Bergherrenhofev zu Strassburg König Gustav Adolf von Schweden zum Gaste hatten. Der jährliche Ertrag an Feinsilber wurde von 1527-1545 auf durchschnittlich 6500 Mark zu 50 Frcs. berechnet, später auf 1594 noch auf 3000. Bei Wiederaufnahme des Betriebes 1735 wurden 333 Zentner Kupfer, 222 Zentner Blei und 4443 Mark Silber u. s. w. im Gesammtw erthe von über 3O0IIKI Livres gewonnen. 1740 erzielte man los4 feine Mark Silber, 200 Zentner Kupfer. 140 Zentner Blei Besonders ergiebig war die Grube Skt. Daniel bei Fortelbach, wo Blöcke gediegenen Silbers von Zentnerschwere gewonnen wurden, von welchen zwei Handsteine» 1530 auf dem Reichstage zu Augsburg Kaiser Karl V. angeboten wurden. In der Grube «Treu» a m Altenberge wurde 1581 ein Block von 2370 Mark gefördert, der 95°,'0 Feinsilber ergab. Von bedeutenden P"unden wird auch noch im 18. Jhdt. berichtet. U m 1636 wurde der Betrieb, da sich die ganze Knappschaft der Kriegsunruhen wegen verlaufen hatte, eingestellt. Erst 1711 wurden die Werke wieder in Betrieh genommen; damals schloss der Pfalzgraf von Zvveibrücken-Birkenfeld als Erbe von Rappoltstein, einen emphyteutisehen Pachtvertrag wegen der Markircher Bergwerke mit Simon Knoll, Jakob D ü r i n g e r und Nikolaus Sederer aus Strassburg mit Zustimmung der französischen Regierung, welcher berichtet worden war. dass nur nach Kobalt zur Herstellung von Waschblau gegraben werde, und welche glaubte die Herrschaft Rappoltstein auf diese Weise für den Verlust des Ohmgeldes entschädigen zu können. (Patent vom 6. Sept. 1712.) Sederer, seit 1730 durch Verzicht seiner Genossen alleiniger Pächter, veräusserte 1734 seine Rechte an die Gesellschaft J. P. K r ö b e r und Genossen, die meist aus Zweibrücken waren. Inzwischen waren 1716 und 1724 drei weitere Gesellschaften, meist Pfälzer und Württemberger, zur Gewinnung von Kupfer und Blei zugelassen worden. Kröber trat auch mit der lothringischen Gesellschaft Säur in Verbindung; 17to waren im Ganzen 520 Beamte und Bergleute. fast ausschliesslich eingewanderte Deutsche beschäftigt. Die Gesellschaft Saur-Kröber löste sich 1767 auf, da die Aktionäre die nöthigen Zuschüsse zu leisten sich weigerten. Der Pfalzgral von Birkenfeld löste die Verträge auf und liess mit etwa 70 Bergleuten für eigene Rechnung arbeiten. 1785 waren etwa 150 Beamte und Arbeiter beschäftigt und die Grube -NothhilL bei Zillhart deckte allein die Kosten des Betriebes der übrigen. Während der Revolution wurde der Betrieh ganz eingestellt, weil die Gemeinden, welche die sequestrirten Domanialvvälder für sich beanspruchten, die Abgabe von Brenn- und Bauholz verweigerten. Die Bergwerke sind auf Grund des Gesetzes vom 28. Juli 1791 als Staatsgut eingezogen worden. 1796 bildete sich eine Compagnie Vallet, welche vom Staate (Dekrete vom ls. Jan. 1794 und 25. Mai 1795) die Concession auf 50 Jahre und Holzrechte erhielt, die aber 1799 wieder eingezogen wurden, weil die Gerichte mehrere Domanialwälder den Gemeinden zugesprochen hatten, welche die Abgabe von Holz verweigerten. 1804 wurden die unterbrochenen Arbeiten wieder aufgenommen, zunächst aber nur die Bleigrube bei Zillhart, dann auch die Kobaltgrube in Rauenthal und die dortigen Zechen G l ü c k auf und G a b e Gottes betrieben. 1817 bildete sich eine neue Gesellschaft (Leclerc & Cie.), welche gleichzeitig die Werke von St. Kreuz und von Markirch übernahm, zunächst aber dem Staate ihre Rechte wieder anbot, und die Gründung einer staatlichen Bergschule in Markirch anregte, worauf sich die Regierung nicht einliess. Die Gesellschaft verkaufte ihre Rechte an die Brüder von Wimpfen \- Cie. (1822); diese Gesellschaft löste sich schon 1826 auf. nachdem sie die Werke von Zillhart und Gottesgabe mit Erfolg betrieben und die Zahl der Arbeiter von 46 auf I"'1 gebracht hatte. Die Concession wurde gerichtlich zum Verkaufe ausgeboten, aber erst 1833 von dem früheren Mitinhaber Cor ersteigert, der die Immobilien der Gesellschaft veräusserte und 1833 die Concession, die durch Dekret vom 16. Nov. 1849 auf weitere 50 Jahre erneuert worden war, an Ra.vm. L a r a b u r e um 18000 Frcs. verkaufte; nach vergeblichen Versuchen zur Bildung einer kapitalkräftigen Gesellschaft verkaufte Larabure die Concession mit der für |