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Show 630 Marsal. freit), 1005 Neumünster durch Schenkung des Metzer Bischofs I AdalberoII. 1125 schenkte Graf Meinhard von Mörsberg an das Priorat Zellen seinen Antheil am Salzwerk und seine I dortige Pfanne. Bischof Stephan von Bar befreite als Orts- j herr das Stift St. Sauveur in Metz von den Abgaben für seine Salzpfannen in M. Die Abteien St. Benoit en Voivre (1138), St. Clemens in Metz (1147), St. Die" (12.Jhdt.), Beaupre, Bouzonville, Salival, Villers-Bettnach, Clairvaux, St. Vincenz. Rettel. Vergaville, St. Pierremont und die Deutschordenskomthurei Saarbrücken (1227) waren ebenfalls dort begütert. Die Salzquellen, welche bisEnde des 13. Jhdts.durch Stifter und Abteien wie auch durch Edelleute betrieben worden waren, wurden durch den Metzer Bischof Gerhard von Relanges allmählich gegen jährliche Abgaben von Salz oder durch Kauf erworben, und somit zu Gunsten der bischöflichen Mensa eine Art Monopol hergestellt. Das Bisthum Metz überliess aber 1402 seine genannte Saline zuerst auf 6 Jahre gegen eine festgesetzte Salz- und Geldrente an Lothringen. Diese Pachtverträge wurden regelmässig nach Ablauf derselben von 1402 bis 1593 erneuert. Ende des 16. Jhdts. trugen die bischöflichen Salinen dem Bisthum, ausser 400 Muth Salz, 30.030 Pf. Renten ein. Der Ertrag von M. war damals allein auf 22.500 Pf. geschätzt. - Die Stadt, welche sehr früh befestigt worden war, scheint auch schon sehr früh eine eigene Verfassung gehabt zu haben; sie hatte ein eigenes Gewohnheitsrecht, das 1627 gedruckt und genehmigt wurde (Coutumes de M.). Bischof Jakob von Lothringen liess wahrscheinlich, nachdem er 1252 durch Cession seines Neffen Friedrich, Herzog von Lothringen, seinen dortigen Besitz vermehrt hatte, die Stadtbefestigungen erweitern und erneuern. 1259 erwarb er dazu noch die Besitzung der Abtei St. Vincenz und des Stifts St. Sauveur in Metz Während der Fehde zwischen Lothringen und dem Bisthum unter Bischof Laurent nahm Herzog Ferry die Stadt M. ein (1272). Ein Versuch seitens des Bischofs, die Stadt zurückzunehmen, misslang, und bei einer in der Umgegend gelieferten Schlacht wurde der Bischof gefangen genommen. 1L'74 beim Friedensschluss gab Lothringen M. zurück. 1325 fanden zwischen Lothringen und dem Bisthum Verhandlungen statt 1369 nahmen drei lothringische Ritter mit einigen als Bauern verkleideten Soldaten die Festung durch List ein, plünderten das Städtchen, das aber Bischof Dietrich von Metz noch am selben Tag erstürmte und die Lothringer gefangen nahm. «La joie de Marsal» ist seither in der Gegend zum Sprichwort für kurzes Glück geworden. 1377 verpfändete Bischof Dietrich die Stadtmühle an Wilhelm von Morsberg. Das Pfand wurde erst durch seinen dritten Nachfolger Conrad eingelöst. Nach der Einnahme von Metz im Jahre 1552 durch König Heinrich IL wurde M. gleichfalls durch die franz. Truppen besetzt. Die Befestigung der Stadt wurde bei dieser Gelegenheit ausgebessert. A m 23. Mai 1555 ist indessen das Städtchen durch die spanische Besatzung von Diedenhofen unter Jean de Heu ge-nommen und der Stadtgouverneur gefangen nach Dieden- I hofen abgeführt worden. 17. April 1589 wurde die Festung den Mctzer Truppen unter Soboles ausgeliefert und bei der Einnahme der Stadt der Gouverneur Fouquet de la Routte getödtet. Im Auftrag des Bisthums nahm sie 1590 Herzog Karl III. von Lothringen wieder ein. 1593 (siehe M., Kastellanei 1 ging M. in lothringischen Besitz über. Sogleich bemächtigte sich Frankreich des Ortes wieder, hat ihn aber 1594 durch den Vertrag von St. Germain an Lothringen abgetreten. 1620 wurden die Befestigungen durch Herzog Heinrich IL verstärkt. 1631 wurde M. durch den Marechal de la Force belagert. Durch den Vertrag von Vic 1632 versprach Lothringen, dem König von Frankreich M. für 3Jahre zu überlassen, was auch durch die Verträge von Liverdun und Charmes 1633 bestätigt wurde. 3. Febr. 1635 wurde durch Beschluss des Metzer Parlaments M. diesem unterstellt. Durch einen 1641 zwischen Karl IV. von Lothringen und . Richelieu geschlossenen Vertrag sollte M. entfestigt und dann erst Lothringen überlassen werden, da aber damals Frankreich sich des ganzen Herzogthums bemächtigte, wurde M. nicht geschleift. Durch den Vertrag von Montmartre, 0. Febr. 16o2, hatte Herzog Karl IV. seine Herzogtümer Lothringen und Bar an Frankreich überlassen. M. wurde indessen doch lö62 durch Herzog Karl selbst gegen die Franzosen vertheidigt. 31. August 1663 wurde M an Frankreich abgetreten. Die Befestigungen sollten abgetragen werden, die Salinen und Domänen dem Herzog von Lothringen verbleiben. Nachdem Frankreich sich dann Lothringens abermals bemächtigt hatte, wurden 1681 die Befestigungen von M. abgebrochen, 1699 aber von neuem hergestellt. 1751 wurde M. Sitz einer lothringischen P re v ö t 0, zu welcher Harraueourt, St. Medard und Bathelemoni gehörten. - 3o. Juni bis 1. Juli 1815 wurde die Stadt beschossen. A m 15. August 1870 ergab sieh M nach einstündiger Beschiessung den hayer. Truppen unter Gen. Hartmann. - Die Stadtverfassung, welche zuletzt 13. März 1627 durch Herzog Karl IV. von Lothringen bestätigt worden ist. scheint sehr alt zu sein. Ein bischöflicher Probst, auch Schaffner genannt, welcher unter dem Bellis des Bisthums resp. von Lothringen stand, war Oberbefehlshaber in der Stadt. Ein maitre öchevin, mit sechs Schöffen besorgten die Gerichtsbarkeit. Im 14. und 15. Jhdt. haben die Metzer Bischöfe in M. Münzen geschlagen. In M. sass ehemals das ursprüngliche Berufungsgericht für die Bewohner der Kastellaneien Freiburg und Lagarde, der Herrschaft Rixingen, der Orte Maizieres, Bourdonnaye, Klein-Bessingen. Nach dem Tausch-Vertrag vom 14. Nov, 1593, durch welchen M. an Lothringen abgetreten wurde, wurde das Gericht nach Vic verlegt. Die Einwohner der oben genannten Orte waren auch zu Frohndiensten und Burghut in M. verpflichtet, sodass anzunehmen ist, dass ursprünglich die Herrschaft oder Kastellanei M. sich über diese ausdehnte. - Collegiats-stift. Das Gründungsjahr ist nicht genau bekannt - es wird w ahrscheinlieh u m den Anfang des 13. Jhdts. entstanden sein. 1222 wurde die Kirche des hl. Leodegar (heutige Pfarrkirche', welche 1005 durch Bischof Adalbero II. der Frauenabtei Neumünster in der Pfalz geschenkt worden war. durch die dortige Aebtissin den Stiftsherren überlassen und die Pfarrei mit dem Kapitel vereinigt. Dieses bestand aus einem Probste und sieben Chorherren. Das Kapitel wurde 10. April 1763 aufgehoben und seine Einkünfte mit der Collegiale von Vic vereinigt. - M. war vor 1802 Sitz eines Erzdiakonats und Archipr. des Bisthums Metz (s. u.). Den Kirchensatz hatte seit 1222 das Kapitel von M., seit 1763 das Kapitel von Vic. - Capuziner Kloster, 1650 gegründet, zuerst in einem durch den Probst von Einville überlassenen Haus. I08O wurde ein anderes Kloster erbaut, das 1749 wegen Baufälligkeit verlassen wurde, die Capuziner zogen nach Dieuze. Kloster der S c h w e s t e r n der Congre-gation. 1635 gegründet. 1685 aufgehoben und in ein durch dieselben Schwestern geleitetes Militärspital verwandelt. Vorgeschichtliches und Archäologisches (K un st geschichtliches). Briquetage. Mitten in den Wiesen des oberen Seillethales rings u m die Städtchen M., Movenvic und Vic, beim Schloss Burthecourt und dem Dorfe Salonnes existiren staunenswerthe Bauten, die im höchsten Grade der Beachtung der Alterthumsforscher würdig sind. Diese seltsamen, in ihrer Art einzigen Denkmäler, welche unstreitig die wunderbarsten Reste des Alterthums in unserem Lande ausmachen, führen den Namen der Seille- Briquetagen. Sie bestehen aus gewaltigen, formlosen Massen von kleinen Stücken im offenen Feuer gebrannten Thons. Alle diese Stücke sind nicht, gleich unseren gewöhnlichen Ziegeln, einer Form entsprungen; m a n hat sich begnügt, sie mit den Händen in sehr mannigfacher Gestalt zu kneten. Ein Theil davon bietet eine glatte Oberfläche dar. auf welcher häutig der Eindruck der Hand, der Finger, der Fingerspitze, |