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Show Chäteau-Salins - Chätel St. Blaise. 165 mingo, ein Spital gestiftet, 1527 eine Kapelle z. E. der hl. Alagdalena erbaut, worin Minoriten aus dem Kloster Serres den Gottesdienst versahen. Auch im Schlosse befand sich schon 1512 eine Kapelle. - Im Jahre 1842 vermachte der damalige Sous-prefet J. B. Dufay der Stadt eine Renteneinschreibung, wovon nur ein Theil jährlich verwendet, der übrige aber stehen bleiben soll, bis sie jährlich 270000 Francs Zinsen ergibt, was 2110 erfolgt, worauf nach seinem Testament verfahren werden wird. - Ch.-S. war seit 1715 bis zur Revolution Pfarrei des Archipr. Delme, vorher Annes der Pfarreien Salonnes und Ameiecourt. Den Kirchensatz hatte der Herzog von Lothringen. - A'orrümische und römische Reste hau g. Römische Militärsirasse Metz-Strassburg. Auf mehreren Stellen römische Substruktionen ; ausserhalb der Stadt germanischer Grabfund dicht a m Wege nach Hampont und an der Eisenbahnbrücke. Reste der alten Saline, deren Betrieb 1826 eingestellt, 1894 wieder aufgenommen wurde (s. o5. Der Rest der alten Festungswerke ist als gesch. D k m . zur Erhaltung bestimmt. Litt.: Alem. de la Soc. d'archeol. de Lorr. Jahrg. 1880. (Notizen von Ancillon über die Salinen in Lothr.) Schmit, J. A., Promcnades antiques aux alentours de Ch.-S. (Bull, et Alem. de la Soc. d'arch. lorr. 22, 259.) Derselbe, U n temoin de la peste de 1630, k Ch.-S. (Journ. de la Soc. d'arch. lorr. 20, 1871, S. 173-179.) Derselbe, Une entrevue princierc ä Ch.-S. en 1708. (Journ. de la Soc d'arch. lorr. 26, 1877, S. 177-185.) Chäteau-Salins, Bailliage. Zu dem 1751 errichteten Bailliage Ch.-S. des Herzogthums Lothringen gehörten die Gden. Aboncourt, Ameiecourt, Bacourt, Bioncourt (mit Alin-court), Chäteau-Brehain, Chäteau-Salins, der lothringische Theil von Chenois (zur Llälfte, die andere bischöfliche Hälfte zu den drei Bisthümern), Chicourt, Coutures, Faxe, Fontenj5 Fremery, Gerbecourt, Hannocourt, Jallaucourt, Lesse, Lubecourt, Lucy, Manhoue, der lothringische Theil von Oron (wie Chenois), Prevocourt. Puttigny (mit Hedival), Salonnes, Thimonville, Tincry, A'annecourt, Vaxy, Villers-aux-Oies, A'iviers, A'ulmont und AA'allersberg; ausserdem die Exklaven im Pays Alessin: D a m und Lemud. Das Bailliage wurde durch Edikt vom Juni 1772 dein Siege Presidial in Dieuze als Berufungsgericht unterstellt. C h ä t e a u - S a l i n s , Kanton Kr. gl. N., L.i. Umfasst die ('.den. Aboncourt, Ameiecourt, Attiloncourt, Bioncourt, Bollingen, Burlioncourt, Chambrey, Chäteau-Salins, Conthil, Coutures, Dalheim, Dedcling, Dürkastel, Eschen, Fresnes-en- Saulnois, Gerb6court, Grömecey, Habudingen, Hampont, Harraucourt a. d. Seille, Linderchen, Lubecourt, Manhoue, Alorville b. Vic, Obreck, Pettoncourt, Pewingen, Puttigny, Reich, Salonnes, Sotzeling, A'annecourt, A'axy und AA'uisse, und enthält auf 227,8655 qkm 2504 bewohnte Häuser etc. mit 10366 Einwohnern. - Der Ka. Ch.-S., 1790 zum Distrikt A'ic, 1790-95 zum Distrikt Chäteau-Salins und s. lsoo zum Arrondissement Chäteau-Salins gehörig, umfasste 1790-1802 die Gden Ameiecurt, Chäteau-Salins, Coutures, Fresnes-en- Saulnois, Gerbecourt, Lubecourt, Alorville b. A'ic, Puttigny und Vaxy. 1802 kamen die ihm zum heutigen (ie-meindestand noch fehlenden Gden. hinzu ausser Linderchen, das ihm erst später aus dem Ka. Dieuze zugewiesen wurde; ferner gehörten ihm ausser den heutigen Gden. s. 1802 noch an Ma-zerulle, Moncel und Sorneville, die 1871 französisch blieben, Salival, das s. 1888 AO. von Alorville b. A'ic ist, und Zarbeling, das später zum Ka. Dieuze kam. Edival (Hedival). das im Arrete vom 17. Frim. X (8. Dez. 1801) als selbständige Gde. mit aufgeführt wird, war schon damals A O . von Puttigny. A'on den 1802 neu hinzugekommenen Gden. gehörten Aboncourt, Attiloncourt, Bioncourt, Gremecey, Manhoue und Pettoncourt vorher dem Ka. Bioncourt, Chambrey und Salonnes dem Ka. A'ic, Conthil, Pewingen, Reich, Sotzeling und AVuisse dem Ka. Conthil, Harraucourt a. d. Seille dem Ka. Marsal, die übrigen dem Ka. Dalheim an. Chäteau-Salins, Kreis, L. Umfasst die Ka. Albcsdorf, Chäteau-Salins, Delme, Dieuze und A'ic mit zusammen 132 Gden. und enthält auf 975,1109 qkm 10992 bewohnte Häuser etc. mit 48852 Einwohnern. Gebildet durch Verordnung des Civilkommissars vom 12. Alärz 1871 als Unter-präfektur; Kreis durch Gesetz vom 30. Dez. 1871. - Der Distrikt Chäteau-Salins (1790-95) umfasste die Ka. Arracourt**, Bioncourt**, Bourdonnaye**, Chäteau-Salins, Delme, Habudingen**, Marsal**, Morville a. d. Nied** und A'ic. Vorübergehend war Vic Distrikts-HO. gewesen. Der H O . des Ka. Habudingen wurde später Dalheim. der des Ka. Morville a. d. Nied Lucy. Letzterer Ka. bildete s. lsoo einen Theil des Arrondissement Nancy, im übrigen umfasste das A r r o n dissement Chäteau-Salins 1800-1802 dieselben Ka. wie der Distrikt Chäteau-Salins, und ausserdem noch Albesdorf, Bessingen**, Conthil** und Dieuze, die 1790-95 zum Distrikt Dieuze gehört hatten. Die mit zwei Sternchen bezeichneten Ka. sind 1802 aufgehoben worden. Seit 1802 umfasste das Arrondissement Chäteau-Salins dieselben Ka. wie s. 1871 der Kr. Ch.-S., doch sind von den Gden. der Ka. Chäteau-Salins und A'ic einige 1871 französisch geblieben (s. darüber diese beiden Ka.). Eine Gcbietsvergrösserung erfuhr der Kr. 1881 indem der AO. Obrick (Gde. und Ka. < .rosstänehen, Kr. Forbach) der Gde. AVirmingen (Ka. Albesdorfi zugetheilt wurde. C h ä t e a u - S a l i n s , Herzogl. Prevöte. Bei der Reor-i ganisation von Lothringen und Bar nach dem Frieden von Rysswyk winde 1698 in Ch.-S. eine herzogliche Prevöte gegründet, die nur Ch.-S., Ameiecourt und Coutures bis dahin zur Prevöte Amance gehörig, umfasste. 1721 wurde der Sitz der Prevöte Amance nach Ch.-S. verlegt. 1751 ist diese erweiterte Prevöte in ein Bailliage umgewandelt worden (s. d.). Chäteau-Salins, Prevöte de Marchise < Pr. de Alarche). Bis Ende des 16. Jhdts. war Ch.-S. Sitz eines eigenthüm-lichen Amtes, welches wahrscheinlich im 15. Jhdt. dorthin verlegt worden war. Der Probst hatte über die Ausübung der Rechte des Herzogs als Marchis zu wachen ; ihm unterstanden eine Compagnie Reiterund Bogenschützen, er hatte über die Erhaltung der Grenzen zwischen Rhein und Maas zu wachen und die Leute aufzunehmen, die sich unter den Schutz des Herzogs als Marchis begaben. D e m Herzog war die Ausübung des königlichen Schutzes, der neben den Graf- ; schaftsgerichten bestand, vom Reich übertragen worden. Dieses Recht wurde noch bei den Conferenzen von Nomeny im Jahre 1563 von Frankreich anerkannt. Der letzte Prevöt de marche, Claude von Villaucourt, wurde 1555 bei Auf- | lösung der Einrichtung geadelt. S. Marchis.) C h ä t e a u de Serres s. Lettin gen (Gde. Flörchingen.). C h ä t e a u - V o u e s. Dürkastel. Chätel s. Petit-Chätel. Chätel St. Blaise, ehem. Hf. (Gde. Augnv. Ka. u. Ldkr. Aletz, L.i. Nach der zerstörten Burg Chätel St. Blaise Neufchatel) genannt (s. d. und Chäteau-bas), soll Anfang des 19. Jhdts. erbaut worden sein; 1900 zu dem AO. Fort Graf Häseler (s. d.) gezogen. Chätel St. Blaise, ehem. Burgruine. (Gde. Augnv, Ka. Aletz, Ldkr. AL-tz, L.c - N o v u m castrum 1130; le Neuf-chastel 1229; N o v u m Castrum ante Mett im 1232; Chaistele St. Blaise devant Aletz c'on dit le Nuef-chaistele 1444. - W a r Schloss und Wir. des Pays Alessin (Isle) und Sitz einer bischöflichen Lehensherrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit, mit welcher die Vogtei Montigny verbunden war is. bei Aletz). Ueber die Gründung und die älteste Geschichte der Burg sind wir nicht unterrichtet. Dass der Gipfel des Berges schon in vorrömischer Zeit befestigt war, ist nicht unwahrscheinlich; an das Vorhandensein eines römischen Kastells ist aber nicht zu denken. Thatsache ist es dagegen, dass die Bischöfe von Aletz vor dem 12. Jhdt. ein festes Schloss auf dem heutigen St. Blaise erbaut hatten |