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Show 1238 Zellbach - Zellweiler. Frühere .vor 1888) Bezeichnung des A O . D a x h ü b e l (s. d.) j derselben Gde. Zellbach s. Albe 7. Zellen, Wir. (Gde. Kleintänchen, Ka. Grosstänchen, Kr. Forbach, L.>. 22 E. 5 Hsr. - Cella 1121; N o v a cella in pago Netensi 1125; Celle in p a g o Zelle K o va 1285; Zell 1594. - W a r ehemals Kirchengut, Benediktiner- Priorat im Amte Dieuze (s. Meierei Hilsprich). Z. war alter | Besitz der Grafen von Morsberg, die das Priorat gestiftet haben. 1125 überliessen Graf Maynard von Morsberg und seine Ehefrau Mathilde, Tochter und Erbin des Grafen Albert von Morsberg (letzterer Eidam desThierry von Mousson aus dem Hause Montb61iard-Ban, diese Stiftung an die Abtei St. Denis bei Paris, und zwar im Tausche gegen den widerrechtlich erworbenen Besitz dieser Abtei in Tatingum (Thedingen:', Sulzen, Farschweiler, Weiler, Hunkirch, Dorsweiler, Bride und Blittersdorf mit Zubehör. Zur Ausstattung des Priorats wurde die Meierei Hilsprich (s. d.), Insmingen (z. Th.) Imlingen und der Kirchensatz von Foulcrey gegeben. Das Haus Saarbrücken scheint als Erbe der von Morsberg auch im Besitz der Vogtei über das Priorat geblieben zu sein, und dieser Besitz scheint später zwischen Zweibrücken und Leiningen (beide v o m Stamme Saarbrücken) getheilt worden zu sein. 126b trug schon Graf Emich von Leiningen La terre de St. Denis a Zelle» zu Lehen. 1315 haben deren Nachkommen ihren Antheil an Zell dem Bisthum Metz zu Lehen aufgetragen (s. Hellimer). Erst 160b haben die Erben der Zweibrücken-Bitsch die Meierei Hilsprich an Lothringen überlassen, das 1615 die Hochgerichtsbarkeit dem Johann von Bellenhaus zu Lehen vergab. 1681 reversirte dafür Nicolas Vigneulle. - Das Priorat, welches im 30jährigen Kriege verwüstet worden war, bestand bis !7b9. Die übrig gebliebenen Gebäude wurden 1783 grösstentheils abgebrochen; später stellte man die Kapelle zum Gottesdienste wieder her; doch wurde sie in den 40 er Jahren des 19. Jhdts. wegen Baufälligkeit niedergelegt. - 1121 wird Cella schon als Annexe der Pfarrei Hellimer aufgeführt. Zellenbach s. Albe 7. Zellenberg, Df. (Ka. Kaysersberg [1790-1802 Ka. Reichenweier], Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 409 E. 98 Hsr. (10 GRe.) - 285 m. - AG. Kaysersberg (9,2); Bhf. Ostheim (3,5). - Cellamberg 1120; C e l l e m b e r g 1341; ma. Zalle-barrig, -burrig. - Zwischen Z. und Bebeinheim lag der verschw. O. Altheim. - Oeff. Fernsprechstelle (s. 1901). Ortseinn. StEBez. Reichenweier. W'asserltg. (s. 1889). Verbds.- Fw. (s. 1861, 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Kaysersberg (s. 1802). Schutzheiliger hl. Ulrich (4. Juli). Die Reformirten gehören zur Pfarrei Markirch. - Weinhandel. Z. gehörte ursprünglich den Herren von Horburg als Allod, wurde aber 1252 von ihnen dem Bisthum Strassburg aufgetragen und als Lehen desselben zurückempfangen. Als die Horburger es 1324 sammt ihren übrigen Besitzungen an Württemberg verkaufen -wollten, protestirte der Bischof von Strassburg als Lehnsherr dagegen, nahm es 1329 mit Gewalt ein und vereinigte es 1332 mit dem Bisthum. Nach vorübergehenden Verpfändungen im 14. Jhdt. wurde Z. 1437 den Grafen von Leiningen und von diesen der Herrschaft Rappoltstein verpfändet. 1489 kam es als Lehen des Strassburger Stifts dauernd in den Besitz derselben Herrschaft. In deren Besitz blieb es dann bis zur Revolution und war Sitz eines Amtes (s. d.). - Z. war im Mittelalter befestigt; es besass eine feste Burg, von Walther von Horburg 1252 gegründet, 1287 von den Rappoltstein vergeblich belagert (keine Ueberreste mehr vorhanden). Im 13. Jhdt. siedelte ein Theil der Bewohner des verschwundenen Dorfes Altheim (s. d.) nach Z. über. Der Bann von Altheim wurde /wischen Z. und Bebeinheim getheilt. - In Z. waren 2 Dinghöfe, der eine gehörte dem Kloster Erstein, später dem Strassburger Domkapitel (Weisthum von 1568), der andere den Waldner von Sierenz. Im 12. Jhdt. war die Abtei Maursmünster in Z. begütert. - Kirchlich gehörte Z. zum Landkapitel Ultra Colles des Bisthums Basel. 1441 Rektorat, Vikariat, Primissariat, Kaplanei. Die alte Kirche (St. Ulrich und St. Agatha) lag ausserhalb des Ortes. In den Kriegen des 17. Jhdts. entweiht, wurde sie nicht mehr benutzt. Das Patronatsrecht besass die Herrschaft Rappoltstein. Die neue Kirche 1762 erbaut. Das Patronatsrecht besass das Strassburger Domkapitel. - Z. liegt an einem Keltenwege von Bennweier nach Rappoltsweiler. Neolithische und Bronze-Funde. Reste mittelalterlicher Befestigung. Alte Häuser. G e m e i n d e wald (Oberförsterei Rappoltsweiler) 52,1 ha. Zellenberg, Amt. Das Rappoltsteinische A m t Z. umfasste gegen Ende des 17. Jhdts.: 1. Zellenberg und Bennweier (s. d.). 2. Hausen (s. d.). 3. Weier aufm Land (s. d.) 4. die Zehnthöfe zu Ammerschweier, Reichenweier und Si-golsheim. - Zehnten und Zehnthof zu Ammerschweier kauften Ulrich II. und Heinrich II. von Rappoltstein 1253 von dem Frauenkloster zu Sil. Später erscheinen diese Güter als Pfirter (1317) bezw. österreichisches (1344) Lehen. Der Weinzehnte zu Reichenweier wird erst im 15. Jhdt. als in Rappoltsteinischem Besitze stehend erwähnt ; im 14. Jhdt. ist nur von Weingülten die Rede, welche dem Kirchherren von Reichenweier zustanden, also mit dem Kirchensatze verbunden waren. In der Theilungsurkunde von 1298 steht schlechtweg «Reichenweier», in der von 1373 dagegen wird der «Kirchensatz von Reichenweier» aufgeführt. Vermuthlich waren Kirchensatz und Zehnte schon seit dem 13. Jhdt. Lehen vom Bamberger Bischof (vgl. die Urkunden vom 11. Juli 1291 und vom 18. März 1493). 1396 bezeichnet Bruno I. von Rappoltstein den Zehnten und den Kirchensatz als sein Eigenthum (wohl nur irrthüinlich). Der Zehnthof (das trottehusi zu Sigolsheim wird in der Rappoltsteinischen Theilungsurkunde von 1298 zuerst erwähnt. Kirchensatz und Zehnte zu Sigolsheim waren 1314 in den Händen der Rappoltsteiner. 1493 beurkundete Wilhelm I. auf Befragen, dass dieselben Baseler Stiftslehen wären. Zellenberg, Hf. Bei Stoffel als A O . der Gde. Münster (Ka. gl. N., Kr. Colmar, O.-E.) genannt, dort aber unbekannt. Zellerbach s. Andlau 17. Zellerhof, Fsths. u. Sgm. (Gde. Dossenheim, Ka. Lützelstein, Kr. Zabern, U.-E.). 15 E. 3 Hsr. Geht vielleicht auf das Dorf Zell (s. d.) zurück, dessen Besitz Papst Alexander III. 1178 der Abtei Neuweiler bestätigte und das sonst ganz unbekannt ist. Der N a m e Z. kommt schon 1597 vor. Der Hof war damals hanau-lichtenbergisch. Zellerkopf, Südosthang des Breitschlosses (s. d.). Zellweiler, Df. (Ka. Oberehnheim [1790-1802 Ka. Barrl, Kr. Erstein, U.-E,). 995 E. 251 Hsr. (12 GRe.) - 170 m. - AG. Oberehnheim (8,0); Bhf. Barr (3,6). - Zallenwiler 1300; ma. Z all willer. - Die Gde. umfasst den HO. Z. (991 E. 250 Hsr.) und den AO. Bruchmühle. - P. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1898). Ortseinn. StEBez. Oberehnheim. Armr. (s. 1866). - Station der Krankenschwestern vom Kloster St. Markus b. Geberschweier (s. 1892); dgl. der Schulschwestcrn der göttlichen Vorsehung von Rappoltsweiler (s. langer Zeit). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Oberehnheim (s. 1802). Schutzheiliger hl. Martin (11. Nov.). Die Israeliten gehören zum Rabbinat Oberehnheim. Synagoge (s. 1868). Jüdischer Friedhof in Rosenweiler. - Getreidemühle. Hausindustrie : Wollwaarenhäkelei, Sockenstrickerei, Weisswaarenstickerei, für Firmen. Vieh-und Fellhandel. Erheblicher Tabackbau. Tabackbauverein. Z. wird u m die Mitte des 12. Jhdts. zum ersten Male erwähnt. Kloster Baumgarten besass damals Güter daselbst. Seit 1334 war Z. als lothringisches Lehen im Besitz der |