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Show 1158 Viviers. manialdörfer oder Vogteien: 1. Baudrecourt (Vogtei von St. Arnulf); 2. Ch6nois z. Th. (ein Drittel zu V. gehörig, ein Drittel Vogtei von St. Arnulf, ein Drittel bischöflich); 3. Chicourt z. Th. (der Hof Ncufchere); 4. Donjeux (1630 unter Vorbehalt der Gerichtsbarkeit zu Lehen gegeben); 5. Fonteny (Vogtei von Senones, Df. Faxe, Gde. Fonteny, 1578 vom Domkapitel in Metz, Menival, 1571 von der Abtei Salival durch Kauf erworben); b. Hannocourt (Vogtei von Senones); 7. Juville (Vogtei von St. Vincenz zu Metz); 8. Laneuveville-en-Saulnois; 9. Lemoncourt z. Th. (die Vogtei für den Bann von St. Arnulf (Le Trochas): der übrige Theil gehörte zur Herrschaft Nomen y); 10. Moncheux z. Th. (die Vogtei über den Besitz der Abtei Gorze in Mon-chcux- la-grande; Moncheux-la-petite gehörte der Abtei St. Vincenz zu Metzi; 11. Morville a. d. Nied < Vogtei von St. Arnulf i ; 12. Oriocourt (ursprünglich Vogtei von St. Maximin bei Trier); 13. Oron z. Th. das Lehen des Bisthums Metz in Oron war seit 1470 längere Zeit im Besitze der Grafen von Salm zu V.); 14. PreA-ocourt (ursprünglich Vogtei von St. Maximin und von Mettlach; ein bischöflicher Antheil 1461 erworben); 15. Tincry (ursprünglich Vogtei von St. Maximin, seit 1348 von St. Arnulf; theilweise Vogtei von Mettlach; der Rest alter allodialer Besitz vonV.j; 16. Villers a. d. Nied; 17. Viviers. II. D i e Aktivlehen der Herrschaft Viviers: 1. Bacourt (s. d. I; 2. Bruchkastei (Chäteau-Brehain) (s. d.); 3. Fremery (s. d.); 4. Liocourt (Lehen waren die Burg und die Grundherrschaft ohne Gerichtsbarkeit, die der Herrschaft V. vorbehalten blieb); 5. Sailly (s. d.); 6. Secourt mit Berupt, der Vogtei von Salival. 7. Solgne mit Ancy (letzteres Vogtei von St. Vincenz) (s. d.); 8. Die Vogtei in dem der Abtei Gorze gehörigen Val de Vaxy (s. d.). - Die Herrschaft V. scheint nur zum kleineren Theile ursprünglich freies Allod der ersten Besitzer gewesen zu sein; oder es sind durch diese selbst die zahlreichen Schenkungen an die Kirche erfolgt, welche zur Folge hatten, dass den Nachfolgern im Besitze der Herrschaft nur Vogteirechte zustanden. Immerhin haben sich aus diesen Vogteirechten unter der Landeshoheit der Grafen von Bar. später der Herzoge von Lothringen, im Laufe der Zeit volle herrschaftliche Rechte in einem geschlossenen Gebiete gebildet, das überdies durch eine Reihe späterer Erwerbungen erweitert wurde. So haben die Grafen von Salm als Herren von V. 1220 die Rechte des Domkapitels von Metz in Laneuveville-en- Saulnois erworben, im 14 Jhdt. die Hochvogtei über den Besitz der Abtei St. Arnulf zu Metz in der Herrschaft Thil (das spätere Marthil), wozu das spätere Lehen Bruchkaste] i Chäteau-Brehaini gehörte.» 1461 erwarben die Salm vom Bisthum Metz das Einlösungsrecht bezüglich des an die Herren von Mörchingen verpfändeten Dorfes Oron und das zum bischöflichen Ban de Delme gehörige Dorf Prevocourt. 1484 hat Salm einen Theil von Juville durch Pfandschaft und gleichzeitig den Besitz der Abtei Mettlach in Tincry erworben; 1531 erhielt Salm die Vogtei über den Besitz von St. Arnulf in Baudrecourt, Chenois, Lemoncourt und Morville a. d. Nied als Erblehen; 1568 wurde der Besitz der An-toniter in Fremery und deren Hofgut Nied (Niedhof, Gde. Hannocourt) von V. gekauft, 1571 vertauschte die Abtei Salival an Salm das Hofgut Menival bei Fonteny, das dann 1578 dem Domkapitel von Metz gegen dessen Besitz in Faxe überlassen wurde; 1575 wurde das Hofgut Neuf chere (Gde. Chicourt) von den Johannitern in Gisselfingen gekauft und 1625 wurde der Besitz des Priorates der Abtei Senones in V. erworben. - Die Herrschaft V. lag im Seillegau, dessen Grafen im 10. Jhdt. dem Hause Chaumontois angehörten, das von den ersten Herzogen von Oberlothringen beerbt wurde. Die 1025 erfolgte Schenkung von Bibera im Moselgau an die Abtei St. Arnulf in Metz bezieht sich nicht auf V. sondern auf Biver bei Mersch im Luxemburgischen. Der ursprüngliche Sitz der Herrschaft dürfte Tincry gewesen sein. 1072 wird ein Kuno von Tincry, Sohn des Arnold, erwähnt; Kuno's Sohn Matfricd, zuletzt 1103 erwähnt, war mit Kunegunde von Rixingen vermählt, die Gerhard von Rixingen, wahrscheinlich v o m Stamme der Grafen vom Elsass. und Martha, aus dem Hause der Grafen vom Chaumontois, zu Eltern hatte. Die Söhne aus der Verbindung von Matfried und Kunegunde, Dietrich und Gobert, waren Vögte der in und bei V. begüterten Abtei Senones und starben vor der Schwester, der Erbtochter Adelheid von Tincry, die mit Wyrich von Walcourt, Vogt von Merzig, Stifter der Abtei Freisdorf, vermählt war. Das mächtige Geschlecht der Walcourt erscheint aber später weder im Besitze von Rixingen, noch von V., noch von Tincry. Rixingen war später Besitz der Grafen von W e r d aus dem Hause Elsass-Saar-brücken, vielleicht weil Adelheid, Tochter der Kunegunde von Rixingen, in erster Ehe mit Graf Simon von Saarbrücken vermählt war. V. und Tincry aber scheinen Lehen der Grafen von Chaumontois und deren Erben, der Herzoge von Oberlothringen gewesen zu sein, als deren Lehensträger für V. später die Grafen von Salm, ebenfalls Vögte von Senones, erscheinen, (s. Salm Grafschaft). Die Grafen von Salm, welche die Vogtei von Senones als Lehen von Metz seit 1111 trugen und, wahrscheinlich durch die Heirath des Grafen Hermann I. (f u m 1130) mit Agnes von Bar, Erbin von Langstein (Pierre percee), V. und Mörchingen als Lehen des Hauses Bar erworben hatten, haben um 1244 eine Erbtheilung geschlossen, wonach V. mit Mörchingen, Salm und Langstein Heinrich III. zugetheilt wurden, während Blankenberg und Deneuvre der jüngeren Linie überlassen blieben, die sich seitdem von Blankenberg nannte. Bei einer weiteren Erbtheilung im Hause Salm (1449) erhielt Simon (t 1475) die Hälfte von Salm und Mörchingen, Johann V. (f 1451) die zweite Hälfte von Salm. V. sollte gemeinschaftlich bleiben; ein später entstandener Streit zwischen beiden Linien wurde 1463, wie es scheint, zu Gunsten der Nachkommen von Johann von Salm entschieden, die seitdem im alleinigen Besitze von V. blieben. Simon's einzige Tochter und Erbin Johanna, brachte eine Hälfte von Salm und Mörchingen ihrem Gatten, dem Rheingrafen Johann V. (f 1495) zu, in dessen Hause dieser Besitz fortan verblieb, während V. mit der anderen Hälfte von Salm der Tochter des Grafen Paul (f 1595) Christine, (1597) vermählt mit dem Grafen Franz von Vaudemont-Lothringen, nach dem Tode ihres Oheims Johann, Grafen von Salm, (1600) zufiel. Die Oberlehensherrlichkeit über V. war vom Herzogthum Bar 1430 an das Haus Anjou und 1471 an Lothringen bei der Vereinigung beider Herzogthümer übergegangen. Die jüngere Linie des Hauses Salm-Salm, begründet durch Graf Nikolaus, seit 1528 Graf von Neuburg am Inn, im Mannesstamme 1784 erloschen, war nach dem geltenden Rechte durch die Erb- : tochter der älteren Linie ausgeschlossen; ihren eigenen Stammantheil an V. hatten die Brüder Graf Wolfgang, Bischof von Passau und Graf Nikolaus zu Neuburg 153S an Johann von Salm zu V. verkauft. Durch herzogliches Edikt vom 28. Juni 1579 erhielt die Herrschaft V. für die Gerichtsbarkeit die Rechte einer herzoglichen PreA'öte. Durch Vertrag vom 3. Januar 1604 erhielt Lothringen von der Abtei Gorze die Souveränetät über das Val de Vaxy mit Ausnahme von Morville bei Vic und von Moivrons (in Frankreich). So erhielt Lothringen, das bisher nur die an V. zu Lehen gegebene Vogtei hatte, die Landeshoheit über die Dörfer Gerbecourt, Lubgcourt, Puttigny und Vaxy.- Franz von Vau-demont, 1625 Herzog von Lothringen, hinterliess V. seinem Sohn, dem Herzog Karl IV., der durch den Vertrag von Vincennes (28. Febr. 1661) an Frankreich die Souveränetät über die Dörfer: Donjeux, Laneuveville, Liocourt, Oriocourt, Sailly, Secourt, Solgne und einen Theil des Bannes von Tincry unter Vorbehalt der herrschaftlichen Rechte abgetreten hat. Herzog Karl IV. von Lothringen hat die von seiner Mutter Christine von Salm erworbene Herrschaft V. seiner aus ungültiger Verbindung mit der Prinzessin von |