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Show Neuweiherhofbach - Neuweiler. 759 Neuweiherhofbach s. Saar 26. N e u w e i l e r , Df. (Ka. Hüningen [s. 1790], Kr.Mülhausen, O.-E.). 396 E. 74 Hsr. (10 GRe.) - 330 m. - AG. Hüningen (16,7); Bhf. St. Ludwig .14,7). - Xüwilr 1340, 1341, 1495; ma. Neiwill. - StEBez. Niederhagenthal. Nebenzollamt II. Kl. - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Hüningen (s. 1820). Schutzheilige hl. Margaretha (20. Juli). Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. Das Dorf war Lehen des Bisthums Basel in der östi I reichischen Grafschaft Pfirt, der es unterstand. Lehensträger waren seit dem 14. Jhdt. die Herren von Eptingen. Durch Heirath einer Erbtochter derselben kam N. ca. 1750 an die Familie Reutern von Weyl, die es bis zur Revolution besass. - Kirchlich gehörte N. zum Landkapitel Leimcn-thal des Bisthums Basel und war Filiale der schweizerischen Pfarrei Oberweilcr. N e u w e i l e r , Df. (Ka. Schirmeck [1790 Ka. Rosheim, 1795 Ka. Rothau, Distr. Senones, Dep. Vosges, 1800 ders Ka. im Arr.St.Di0,1802-70Ka.Schirmeck in dems. Arr.(Vosgcs)|, Kr. Molsheim, U.-E). 635 E. 159 Hsr. (12 GRe.) - 520 m. - A G . Schirmeck (7,0); Bhf. Rothau (4,2). - N e u w e y l er 15si; Newiller 1623; ma. Nüeville. - Die Gde. umf. den H O . N. (389 E. 100 Hsr.), die A O Haute-Goutte, Riangoutte, Unter-Sommerhof und die verschw. O. Marchai. Ober- Sommerhof.- StEBez. Schirmeck. Armr. (s 1883). Wasserltg. (s. 1897). Fw. (s. 1,884, 2 Spritzern. - Filiale der kath. Hilfspfarrei Rothau. Prot. Pfarrei Augsb. Konf. (s. 18-15, vorher Filiale von Rothau) des Konsistoriums Rothau (s. 1852, vorher s 1802 des Konsistoriums Barr), Inspektion St. Thomas in Strassburg. - Geschäftssprache franz. Weberei (Claude, 1894: 82 Arb.; Gebr. Blech, 1894: 31 Arb), auch als Hausindustrie. X. gehörte zur H e r r s c h a f t z u m Stein (s. d.), deren Schicksale es theilte. 14,s9 hatte das Dorf 8 Häuser und einen Herrschaftshof - Kirchlich gehörte X. zur Pfarrei Rothau. L'm 1580 wurde die Reformation eingeführt, die Protestanten wurden gleichfalls in Rothau eingepfarrt. bis 1845 eine eigene Pfarrei errichtet wurde. Die Kirchenbücher gehen bis 1845 zurück. Die jetzige prot. Kirche ist 1859 in romanischem Stil erbaut worden, früher bestand ein Betsaal (1695-1752), dann wurde 1753 die erste Kirche erbaut. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Rothau) 136,5 ha. 420 -920 m über dem Meere. Granit. (Weisstanne und Buche, einzeln und gemischt.) Im Besitz der Gemeinde seit 1848, früher ungetheilter Wald des Ban de la Roche. N e u w e i l e r , St. I Ka. Lützelstein, [1790-1801 Ka. Buchsweiler], Kr. Zabern, U.-E.). 1402 E. 307 Hsr. (12 GRe.) - 220 m. - AG. Lützelstein (10,5); HSt. N. (0,9). - Nevvilla 1127; N u wilre 1264; ma. Nöuwiller, Nei willer. - Die Gde. umf. den H O . X. (1316 E. 28S Hsr.), die A O . Boxmühle, Eschburger-Mühle (Moult), Hammerweyer, Herren-stein (Fsths.), Johannisthai, Loosthal (früher Sprung), Oberhof, Potaschplatz, Thomasthal; den unbew. O. Ruine Herrenstein und die verschw. O. Breitschloss (Bg.), Nonnenthal (Fsths). - P. F. Oeff. Fernsprechstellc. HSt. (s. 1877). Ge-richtstge. (s. 1885). Ortseinn. StEBez. Buchsweiler. Armr. (Grndgsj. unbek.)- Kath. Pfarrei IL KL, D e k a n a t (s. 1802), umf. die Pfarrei N. und die Hilfspfarreien Graufthal, Lichtenberg, Lützelstein, Tieffenbach, Weitersweiler, Wingen. Schutzheilige hl. Peter und Paul (29. Juni). Filialen Griesbach und Dossenheim. Prot. Pfarrei Augsb. Konf. (s. 1562), s. 1852 zum Konsistorium Dettweiler (vorher zum Konsi-storiumLützelstein), Inspektion Buchsweiler gehörig. Filialen Griesbach und die AO. Füllengarten und Hüneburg der Gde. Dossenheim. Zum Rabbinat Zabern gehörig. Jüd. Friedhof (s. 1668).- Ziegel- und Kalkbrennerei; Sagemühle. H a n d e l : Sägeholz und Vieh. Anfang Mai und Ende Oktober Krammarkt. X. verdankt seinen Namen und seine Entstehung der im 8. Jhdt. gegründeten Abtei N. (s. d.), und gehörte ursprünglich zu dem unter bischöflich Metzer Oberhoheit stehenden Güterkomplex der Abtei, dessen Mittelpunkt wahrscheinlich das Schloss Hüneburg (s. d.) war. Die Vogtei über dies Gebiet besassen anfangs die Grafen von Metz- Dagsburg, seit der Mitte des 12. Jhdts. die Herren von Hüne burg. Im 13. Jhdt. strebten die Herren von Lichtenberg danach, X. und die Vogtei in ihre Hand zu bekommen. 1260 überfiel Jacob von Lichtenberg das damals schon befestigte N-, zerstörte dessen Mauern und errichtete in der Nähe eine Burg, wurde jedoch 1263 vom Bischof von Metz gV/wungcn, wieder alles in den alten Stand zu setzen. Indess kamen die Lichtenberg schliesslich doch an das Ziel ihrer Wünsche. 1307 wurde ihnen die Stadt N. mit allen Pertinenzien (ausgenommen nur die Burg Herrenstein) vom Bischof von Metz verpfändet und diese Verpfändung 1380 in ein erbliches Pfandlehen verwandelt. Zugleich erscheinen die Herren von Lichtenberg auch im Besitz der Vogtei über das ganzi von Metz zu Lehen gehende alle Gebiet der Ahtei. Die neuen Herren erhielten schon 1316 auf ihre Bitte von Kaiser Ludwig dem Baiern das Recht, X. zu befestigen und liessi n N. 1327, gleichfalls durch den Kaiser, die städtischen Rechte von Hagenau verleihen. 1321 wurde auch das Verhältniss von Stadt und Abtei durch Vertrag g< regelt. X. blieb im Besitz der Lichtenberger bis zu deren Aussterben (1480) und fiel dann bei der Theilung der Erbschaft mit dem Amte Ingweiler, zu dem es gehörte, an Hanau-Lichtenberg. Die Burg Herrenstein sammt der dazu gehörigen Herrschaft war zwar schon früher dem liehtenbergisehen Geschlechte verloren gegangen, aber ein Versuch des Bischofs von Met/, um 1480 die Stadt einzulösen, scheiterte an dem hartnäckigen ! Widerstände der Grafen von Hanau-Lichtenberg (Vergleii h von 1529). Ein zweiter Einlösungsversuch (Prozess von 1582-1604 a m Kammergericht) hatte keinen besseren Erfolg. X. blieb hanau-lichtenhergiseh und ging 1736 mit diesem an Hessen-Darmstadt über, - Im Bauernkriege (1525) wurde X. von aufständischen Bauern eingeschlossen und belagert, aber am 17. Mai durch den Grafen Salm von der Armee : des Herzogs Anton von Lothringen entsetzt. Besonders schwer zu leiden hatte X. im 30jährigen Kriege durch 1 Schweden und Kaiserliche, sowie durch die Pest. lo3s hatte es fast seine ganze Bevölkerung verloren. - Zu X. befanden sich 1651 fünf zur unterclsässischen Reichsritterschaft gehörige adelige Sitze (im Besitz der von Bettendorf, von Kippenheim, von Aurbach, von Landsberg und von Ossa . - Vor der Reformation war St. Peter und Paul Stiftskirche, St. Adelphus Pfarrkirche von X. Xach Einführung der Reformation (1562) wurde letztere protestantisch und Sitz einer protestantischen Pfarrei, deren Patronatsrecht dem Landesherrn zustand. Filiale war Griesbach, Füllengarten und Hüneburg. Die Kirchenbücher gehen bis 1630 zurück. 1683 wurde jedoch in derselben Kirche das Simultaneum eingeführt. Katholische Pfarrei, zum Landkapitel Ober-Hagenau gehörig mit den Filialen Dossenheim und Griesbach. Das Patronatsrecht besass das Stift Neuweiler. 1800 wurde die St. Adelphuskirche zur protestantischen, die ehemalige Stiftskirche zur katholischen Pfarrkirche gemacht. S. a. X., Abtei. - N. liegt a m Keltenwegc von Wasselnheim nach Ingweiler. Bronze-Funde.Frühmittelalterliche Kirchenbauten (geschichtliche Denkmäler). Stiftskirche St. Peter und Paul, katholische Hauptkirche mit Theilen aus dem IL, 12., 1 I. und 18. Jhdt. Enthält viele alte Bildwerke und Schnitzereien, auch Teppiche des 15. Jhdts. und Glasmalereien. An die Kirche stösst südlich das Stiftsgebäude, in welchem noch der Kapitelsaal aus dem 13. Jhdt. erhalten ist. Die evange-i lische St. Adelphikirche stammt aus dem 11. und 12. Jhdt. ' Interessanter Portalbau und Vierungsthurm. Die Haupt- | und Seitenapsiden sind abgebrochen, desgleichen der ehe- I malige Narthex. U m das Stift viele Reste alter Befestigungsmauern aus dem frühen bis zum späten Mittelalter, auch , Thürme und das alte Stiftsthor aus dem 11.-12. Jhdt. So- |