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Show 1190 Weiler. die andere 1822 errichtet worden. Ferner ausserhalb des Ortes eine 1834 gegründete Weberei von derselben Firma, mit Wasser- und Dampfkraft (50 Pferdekräfte): 151 W e b stühle, 81 Arbeiter. Ferner: Getreidemühle mit Wasserkraft. Sägemühle mit Dampfkraft. Kleine Ziegelei. Fischereigenossenschaft für den Weissbach. W . gehörte zum m u r b a c h i s c h e n Amte St. A m a r in, in das Meierthum des unteren Thaies, und wurde ursprünglich durch eigene Meier verwaltet (1216 war Heinigisel de Wilre murbachischer Meier daselbst). Begütert in W. waren Kloster Goldbach, Kloster Murbach und das Stift St. Amarin. Letzteres überliess 1357 seinen in W . gelegenen Hof mit den dazu gehörigen, in Felleringen, Krüt und Odern liegenden Gütern und Wäldern dem Kloster Murbach. W. wurde 1376 von den Engländern verbrannt. Im 30jährigen Kriege zerstört, zählte W . Ib50 nur 11 Bürger und 25 Kinder. 1737-39 legte der Abt von Murbach daselbst eine Eisenschmelze und einen Eisenhammer an, die a m Ende des 18. Jhdts. für 138000 Livres Eisen verarbeiteten. Eine Zeug-schmiede wurde von der Abtei für 1000 Livres verpachtet. Der 1770 den Waldner zuerkannte Wald wurde von der Abtei 1789 wieder der Gde. zugesprochen. - Der Pfarrsatz der dem hl. Dionysius geweihten Kirche wurde 1557 von den St. Amariner Stiftsherren dem Abte von Murbach abgetreten. Im 15. Jhdt. war er dem St. Vincenz-Stifte in Bern, 1496 dem Kanonikus Ulrich Stör verpfändet; 1505 wurde er dem Tisch der Conventualen einverleibt. Die Kirche wurde 1685 ausgebessert, 1766 das Chor auf Kosten der Abtei umgebaut. 17S9 umfasste das Kirchspiel die Ortschaften Weiler, Bitschweiler, Goldbach, Altenbach, Neuhausen, und gehörte zum Landkapitel Masmünster des Bisthums Basel. - W. liegt an einem Keltenwege von Sennheim über St. Amarin nach Bussang (Frankreich) u. s. w. Neolithische Funde. - W . wird .auch angesehen als Geburtsort der Marschallin L e f e b v r e , Herzogin von Danzig, geb. Hübscher, die Sardou als «Madame Sans-gene» auf die Bühne gebracht hat s. St. Amarin». G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Thann) 1105,1 ha. 400- 1182 m über dem Meere. Grauwacke, Granit und Porphyr. (Tanne, Buche, Eiche, Fichte, Weymouthskiefer.) Wegen der ursprünglichen Eigenthumsverhältnisse und wegen den Streitigkeiten mit der Abtei Murbach s. Bitschweiler (Gemeindewald). Im Jahre 1789 zog der Fabrikdirektor Johannot von Wesserling an der Spitze der über das Stift Murbach im höchsten Masse aufgebrachten Amarinthaler Bauern in's Gebweiler Thal und zerstörte die Abtei Murbach. Nur mit vieler Mühe gelang es den Gden. des Amarinthales, in Paris sich das Eigenthumsrecht ihrer Wälder zu erkämpfen, da man dort gewillt war, die letzten richterlichen Entscheidungen aus der Zeil des Königsthums anzuerkennen und die Waldungen als Staatseigenthum zu erklären. Zuletzt wurde die Sache doch dahin entschieden, dass die bisherigen Bürgerwaldungen in das unbeschränkte Eigenthum der Gden. übergingen und nur die Herrenwaldungen als National-eigenthum verkauft wurden. Der im Privatbesitz befindliche Waldkomplex H e r r e n w a l d ist ein solcher vom Staate während der französischen Revolution verkaufter Wald des Klosters Murbach. S. d. Litter. bei Murbach (Abtei und Herrschaft und bei St. Amarinthal). -Weiler, Df. (Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Schlettstadt, U.-E.). 1016 E. 195 Hsr. (12 GRe.) - A m Giessen 260 m. - KrHO. Schlettstadt (16,2); Bhf. W . (0,6). - W i l r e um 1090; Ville 1860; ma. Willer. - Die Gde. umfasst den H O . W . (992 E. 191 Hsr.), die A O . Graienmatten, Mattcnmühle und den verschw. O. Stauffen. - P. III. Kl. T. (mit öff. Fernsprechstelle). Ortsfernsprecheinrichtung (Umschaltestelle, s. 1900i. Bhf. (s. 1891). AG., umfasst den Ka. W . Notar. Ge-richtsvollz. Kantonal-Polizeikommissar für den Ka. W . Gendarmeriestat. Oberförsterei (Forstaufsichtsbezirk Strassburg- Schlettstadt). Obergrenzktr. StA. II. VerkehrsStA. StEBez. ! Weiler I, umfasst die Gden.: Diefenbach, Erlenbach, Gereuth (Krüt), Neukirch, St. Moritz, St. Petersholz, Thann-weiler, Triembach, Weiler. StEBez. Weiler II. umfasst die Gden.: Bassenberg, Breitenau, Breitenbach, Grube, Lach, Meisengott, St. Martin, Steige, Urbeis. Oktroi (bestand schon 1805, Einführungsjahr unbekannt). 4 Aerzte, darunter 2 Kan- ! tonalärzte. Apoth. Armr. (gegründet vor 1844; Grundbesitz 2,07 ha, worunter 0,91 ha Wald). Sparkasse (s. 1886. vorher ! Filiale von Schlettstadt). Oeff. Vorschusskasse (s. 1889). j Schlachths. (s. 1895). F w . (s. 1890, 2 Spritzen). - Kath. Pfarrei j II. Kl. D e k a n a t (s. 1802), umfassend die Pfarrei W . und die I Hilfspfarreien Breitenau, Breitenbach, Diefenbach, Erlen-i bach, Gereuth (Krüt), Grube, Lach, Meisengott, Neukirch, St. Martin, St. Moritz, St. Petersholz, Steige, Thannweiler, Triembach, Urbeis. Kirchenfest 15. Aug. (Maria Himmelfahrt). Filiale: Bassenberg (s. 1862 und vorher 1808-20). Selbständiges reform. Vikariat (s. 1887, vorher, seit 1874, Filiale von Hohwald). Die Juden gehören zum Rabbinat Barr. Gebetstube (keine Synagoge). Jüdischer Friedhof in Schlettstadt. - Sektion des Vog.-Clubs (18S4-89 und s. 1891). - Steinbruch; Ziegel- und Kalkbrennerei; Hammerschmiede; Brauerei; Talgsiederei; Baumwollweberei von König (1894: 104 Arbeiter) und Felmö & Michelang; 2 Holzschneidemühlen; Oelmühle ; Getreidemühle. H a n d e l : Salz, Bier, Sägeholz. Buchhandlung. Hausindustrie: Weberei, für Firmen. A m Mittwoch vor Palmsonntag, Christi Himmelfahrt, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen, sowie a m 6. Dez. Viehmarkt; a m ersten Mittwoch im Febr. Jahr- und Viehmarkt. Ausserdem jeden Mittwoch Fruchtmarkt. W . wird u m 1090 zuerst erwähnt, die Abtei Heilig-Kreuz in Woffenheim war damals daselbst begütert. 1120 hatte auch Kloster Hugshofen Besitz in W . Das Dorf gehörte zur österreichischen Herrschaft W e i l e r t h a 1 (s. d.), war Amtssitz derselben und schon früh ein befestigter Ort. Doch sind heute die Mauern fast ganz verschwunden. Nur ein Tburm noch vorhanden, der seit 1880 als Amlsgefängniss dient. Im 30jährigen Kriege hat W . sehr stark gelitten, 1633 (Mai 27) von den Schweden eingenommen. Erst seit 1665 erholte es sich wieder. - Kirchlich gehörte W . zum Landkapitel Schlettstadt. Alte Pfarrei, mit Filialen Bassenberg, Erlenbach, Lach, Mittelscher, Triembach und Urbeis. Die Kirche wurde 1120 von Adelheid von Ortenberg der Abtei Hugs- I hofen geschenkt. 1340 war das Patronatsrecht im Besitz des Bischofs von Strassburg. 1424 wurde die Pfarrei der Abtei Hugshofen incorporirt, die daher auch das Patronatsrecht erhielt, das dann 1616 an die Abtei Andlau überging. Im 15. Jhdt. kleines Spital erwähnt, das 1531 von der Gde. erworben wurde. Ueber frühere Steinkohlenbergwerke vgl. Lach. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Weiler) 45,1 ha. W e i l e r , Df. (Gde., Ka. u. Kr. Weissenburg, U.-E.). 384 E. 94 Hsr. - Uebergangssteuerstelle h gl. Weissenburg). Ortseinn. (vgl. Weissenburg). Wasserltg. (s. 18S9). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Weissenburg (s. 1S56, vorher Filiale von Weissenburg). Schutzheilige die schmerzhafte Mutter Gottes (Kirchenfest Freitag vor Palmsonntag). Wallfahrtsort. Filiale: Rott (s. 1856, vorher zu Kleeburg). 1264 zum ersten Male erwähnt: das Deutsch-Ordenshaus zu Weissenburg erscheint damals, sowie 1285 in W . begütert. U m 1270 hatte auch die Abtei Weissenburg Besitz in W . 1360 wurde W . von den Fleckenstein, die es als Reichslehen inne hatten, der Stadt Weissenburg verkauft, in deren Besitz es fortan blieb. - Die Kirche, die zuerst im 12. Jhdt. erbaut worden sein soll, wurde im 16. Jhdt. zerstört, aber 1725 durch Stanislaus Leczinski, König von Polen, wieder erbaut, der, aus Polen vertrieben, von 1718 bis 1725 in Weissenburg lebte. W e i l e r , Hf. (Gde. Essesdorf, Ka. Rixingen, Kr. Saarburg, L.). 5 E. 1 Hs. - Willardesdorf 966; Villers pres d'Enseloncourt 1546; Viller 1869. - W a r 1648 |