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Show 910 Romagni - Rombach. R o m a g n y s. Willern. Romansweiler. Df. (Ka. Wasselnheim [s. 1790], Kr. Molsheim, U.-E.i. 868 E. 220 Hsr. (12 GRe.) - 220 m. - AG. Wasselnheim (3,5); Bhf. R. (1,0). - Rum o 1 tes wilre 1249; Rumoltz wilre 1287; ma. R u m m e r z w i 11 e r. - Die Gde. umfasst den HO. R. (825 E. 206 Hsr.) und die AO. Fuchsloch (Fsths.), Fuchsloch (Hf. und Hammerw.), Heidenschloss, Hohhart, Kastelberg, Tannmühle, Waldmühle; ferner die verschw. O. Dann, Erlenburg, Mittelmühle. - P. F. Fernsprechverbindung mit Strassburg (s. 1899). Bhf. (s. 1877). Ortseinn. StEBez. Wasselnheim. Armr. (s. 1852). Verbds.- Fw. (s. 1N83, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Wasselnheim (s. 1837, vorher seit 1808 Filiale von Wasselnheim, bis dahin von Alienweiler). Schutzheiliger hl. Oswald (5. Aug.). Simultankirche; Grundlegung zu einer kath. Kirche 1898, Einweihung 1899. Filiale Kossweiler. Prot. Pfarrei Augsb. Konf., seit 1803 zum Konsistorium Wasselnheim gehörig (Inspektion der Neuen Kirche in Strassburg). Filiale Kossweiler. Die Israeliten gehören zum Rabbinat Maursmünster. Synagoge (s. 1850). Jüdischer Friedhof (seit Ende des 17. Jhdts.). - Mineralquelle. Steinbruch. Ziegel-und Kalkfabrik. Hammerwerk. Oelmühle. Getreidemühle. Drei Sägemühlen. Handel: Vieh, Brennholz; Hausirhandel mit Lumpen. R. wird im o. Jhdt. zuerst erwähnt; es gehörte zu jenem grossen Reichsgutcomplex, dessen Mittelpunkt die alte me-rowingische Königspfalz Marlenheim war, und dessen Reste, 1287 an die Ochsenstein verpfändet, später nach manigfachen Verpfändungen (R. speziell an die Geroldseck, Merswin und Bock) die Herrschaft Marlenheim bildeten. Mit dieser Herrschaft (s. d.) kam R. schliesslich an die Stadt Strassburg (Amt Wasselnheim i, die es jedoch 1659 an die aus Steiermark eingewanderten Haindel von Breitenbrück verkaufte. Begütert zu R. waren die Abtei Erstein, später Domkapitel (2 Dinghöfe, Weisthümer von 1344 und 1588) und Kloster Obersteigen. Im 30jährigen Kriege wurde R. fast ganz zerstört. - 1526 wurde die Reformation in R. eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei. Erster prot. Pfarrer Georg Wickenhauer. Die Kirchenbücher gehen bis 1579 zurück. Das Patronatsrecht besass die Herrschaft. Der Zehnte zu R. gehörte der Abtei Erstein, die damit im 14. und 15.Jhdt. die von Greiffenstein belehnte. Simultaneum und königl. kath. Pfarrei ca. 1690. Doch wurde letztere bald aufgehoben und die Katholiken nach Allenweiler eingepfarrt. - In R. befindet sich ein alter, schon im 17. Jhdt. erwähnter jüdischer Friedhof, der den Juden der Rabbinate Mutzig und Westhofen als Begräbnissstätte dient. - R. liegt am Keltenwcge (der späteren Römerstrasse) von Strassburg über Marlenheim und Obersteigen nach dem Grosslimersberg und nach Saarburg. Römische Funde in der Nähe. Gemeindewald (Oberförsterei Wasselnheim) 241,2ha. (Eichen und Kiefern.) 59,6 ha sind 1785 durch Kantonirung in Besitz der Gde. gekommen, die übrigen sind alter Besitz der Gde. Fischer, D., Die ehem. Herrschaft Romansweiler und Kossweiler. Zabern 1877. Rombach, Df. (Ka. [1790 Ka. Gross-Moyeuvre, 1795 KHO., 1802-70 Ka. Briey] u. Kr. Metz, L.). 2345 E. (Sterbf. 25,9, leb. Geb. 38,8 auf 1000) 361 Hsr. (18 GRe.) - In der Nähe der Orne. 180 m. - KrHO. Metz (18,1); Bhf. R. (1,2). - Ramisbatium 8.Jhdt.; R amisvachum 1049; R amis-bachio 1129; Roumebair 1264; R o m b a y 14. Jhdt.; Rombas 1869; ma. Romhair. - Die Gde. umfasst den HO. R. (2205 E. 327 Hsr.) und die AO. Guisbonnes, Ramon-ville, St. Paul, Tuilerie-de-Ramonville, Villers bei R. (Der frühere AO. Faubourg zählt jetzt zum HO.). - P. II. Kl. T. Stadt-Fernsprecheinrichtung (s. 20. Juli 1899). Bhf. (s. 1888). AG. (s. 1893), umfasst 11 Gden. vom Kanton Metz und den Ka. Gross-Moyeuvre Notar. Gerichtsvollzieher. Gendarmeriestation. Oberförsterei (s. 1. Nov. 1901). Ortseinn. Verkehrs- StA. StEBez. für die Gden. Bronvaux, Ffives, Hagendingen, Haueoncourt, Malancourt, Marange-Silvange, Montois-la- M ontagne, Picrrevillers, Rombach, Roncourt, Ste. Marie-aux- Chenes, St. Privat, Semecourt, Stahlheim, Talingen. Kantonalarzt. Armr. (s. 1826). Sparkasse (s. 1890). Wasserltg. (s. 1851). Fw. (s. 1823, 2 Spritzen). Krgv. (s. 2. Sept. 1890). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Gross-Moyeuvre (s. 1902, vorher des Archipr. St. Vincenz in Metz, vorher, s. 1802, des Archipr. Briey). Kirche des hl. Remigius (1. Okt.). Die Reformirten gehören zur Pfarrei Gross-Moyeuvre, die Israeliten zum Rabbinat Metz. - Steinbruch (9 Arbeiter). Kleine Ziegelei. Portland-Ccment-Werk R., Akt.-Ges., (s. Stahlheim). Thomasschlackenmühle (dgl.). Eisenerzbergwerk der Gewerkschaft St. Paul, 1873 eröffnet, mit (1899) 334 Arbeitern und einer Erzförderung von 357189 t. Hochofen- und Giessereiwerke der «Akt.-Ges. Rombacher Hüttenwerke» (2310 Arbeiter), gegründet 1888 durch Com-merzienrath Spaeter in Coblenz; mit 7 Hochöfen (die beiden ersten 1890, der 3. 1893, der 4. 1898 und der 5.-7. 1900 in Betrieb gesetzt); 1899 wurden 171074 t Roheisen und 377 t Guss-waaren erzeugt. Mit dem Werke verbunden ist die Herstellung von Schlackensteinen (Ziegeln aus Schlackensand und Kalk), sowie (s. 1900) ein Stahl- und Walzwerk (s. Stahlheim). Das Werk ist mit dem Bhf. R. und mit der 3 km entfernten Grube bei Gross-Moyeuvre durch je eine Zweigbahn und mit der Grube bei Rosslingen durch eine Seilbahn verbunden. Aktienkapital 10 Millionen Mark. Arbeiter-i wohnungen, Kosthaus, Krankenkasse, Hüttenlazareth. Die Werke bilden zusammen mit dem «Lothr. Hüttenverein Aumetz-Friede» (vgl. Aumetz) und dem «Diffcrdinger Hochofen » seit 1899 den < Lothringisch-Luxemburgischen Stahlwerksverband'). Fourniersägerei. Gasanstalt (s. 1902). - Anfang Mai Kram- und \riehmarkt. R. gehörte zu der Bar'schen Probstei Briey (s. d.) und war Sitz einer Mairie derselben. Es war (753-773) Besitz der Abtei St. Vanne in Verdun und stand unter der Vogtei der Grafen bezw. Herren von Briey. 1049 wird das Dorf «cum banno et centena» der Domkirche von Verdun bestätigt. Später hatte die Probstei dort Hoch- und Mittel-Gerichtsbarkeit. Der Grundbesitz sowie die Grundherrschaft war in mehrere Banne getheilt, welche aber zuerst Herrschaften mit ganzer Gerichtsbarkeit gewesen waren. l.Der Ban St. Paul, Besitz der Abtei St. Paul von Verdun, wurde 1564 durch Lothringen erworben, nachdem es durch Tausch die Gerichtsbarkeit 1529 erhalten hatte. Vögte des Bannes St. Paul waren, wie oben gesagt, die Herren von Briey. 2. Der Ban St. Gorgon; er war ehemals Besitz der Abtei Gorze, scheint aber derselben in den letzten Jahrhunderten nicht mehr gehört zu haben. 3. Der Bande Brandonvigne, Grundherrschaft mit festem Hause und Vogtei. Besitz der Abtei St. Pierremont. 4. Der Ban de la Grande-Cour, ursprünglicher Besitz des Hauses Briey; ebenfalls mit festem Hause; 1247 von Habrand de Briey dem Thiebault de Bar verkauft. Dieser Besitz wurde vom Herzogthum Bar später an Lothringen ohne die Hochgerichtsbarkeit zu Pfand oder zu Lehen gegeben. Ein Rittergeschlecht von R. wird 1157-11S1 genannt - wohl aus dem Hause Briey; ein zweites von 1260 bis 1534. In R. waren noch begütert die Templer resp. die Johanniter aus Pierre-viller und die Abtei St. Epvre in Toul. - R. war bis 1802 Sitz eines Archipr. des Metzer Bisthums. Von der alten Pfarrei wurde 1802 Silvange abgetrennt. Kirche 1756 erbaut. Den Kirchensatz und Zehnten hatte die Abtei St. Paul in Verdun. - Als Spur eines megalithischen Denkmals gilt die Ortsbezeichnung <La pierre qui tourne». Die gegen 1755 abgetragene alte Kirche war befestigt und lag in der Mitte starker Befestigungen, welche 1490 nach ihrer Einnahme von den Metzern zerstört wurden, wobei die Kirche selbst verbrannte. - 8 Kriegergräber von 1870, wovon 3 auf dem Kirchhofe. |