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Show 982 St. Quirin - St. Regula. Namen «cella Godelsadis , unter welchem es noch 1120 erwähnt wird. Gegen 1050 soll eine Nichte des Papstes Leo IX, in- dem Hause Dagsburg, namens Geppa, die Priorats-kirche mit den Gebeinen des hl. Quirinus beschenkt haben, welche thatsächlich im Jahre 1120 dort vorhanden waren. Dieses Priorat soll erst dann gegen Tausch von Gütern in der Umgegend des heutigen Dorfes Lützelburg (s. d.) an die Abtei Maursmünster gelangt sein. Xach dem dort verehrten hl. Quirin wurde allmählich das Priorat und dann das entstandene Dorf benannt, nachdem im 11. oder 12. Jhdt. die Priorats-gebäude ohne die Kapelle in das Dorf verlegt worden waren. 1123 wurde eine neue Kirche gebaut und durch Bischof Stephan von Bar, in Begleitung des Cardinalslegaten Cuno, geweiht. 1179 wurde durch päpstliche Bulle das Priorat als Besitz der Abtei Maursmünster bestätigt. Das Priorat, im 30jährigen Kriege zerstört, wurde 1737 wieder erbaut und 1767 dem Bischof von Metz, unter Widerspruch der Abtei Maursmünster, in Commende überlassen. Diese Vergebung wurde 1769 durch das Parlament von Paris bestätigt, worauf (20. Nov. 1769) der Prioratstitel aufgehoben und der Besitz mit allen Rechten dem Kapitel der adeligen Stiftsfrauen St. Louis in Metz überlassen wurde. Die Herrschaft St. Qu. war, wie das Priorat, von der Abtei Maursmünster abhängig; durch Spruch des Parlaments von Metz vom 12. Juni 16b3 wurde sie mit Hoch-, Mittel- und Niedergerichtsbarkeit als Lehen des Bisthums erklärt und reunirt. Sie umfasste damals die Gemeindebänne St. Quirin, Metairies- St. Quirin und Wasperweiler, welch letzteres Dorf früher zur Grafschaft Dagsburg (s. d ) gehorte. Der ursprüngliche Besitz des Priorats, welcher früher von Türkstein abhängig gewesen zu sein scheint, hat sich allmählich erweitert durch Tausche und Schenkungen; besondere Wohlthäter waren die Grafen von Leiningen-Dagsburg, welche 1266, M37 und später das Kloster bereicherten. Die Schirmvogtei, sowie der Blutbann, welche schon 1123 von der Herrschaft Türkstein ausgeübt wurden, blieben auch bis zu Ende bei dieser Herrschaft. Besondere Schirmrechte scheinen dort auch die Grafen von Lützelstein gehabt zu haben. Bis St. Qu. ging auch das Geleit- und Zollrecht, mit welchem 1382 Graf Heinrich von Lützelstein durch Kaiser Wenzel belehnt wurde, ferner befand sich eine Zollstelle dort. Diese Rechte kamen endlich mit Pfalzburg (s. d.) 1584 an Lothringen. - 1471 wurde die Herrschaft St. Qu. von der Muttcr-abtei mit Hofrechten versehen; 1.552 nahm der Herzog von Lothringen vorübergehend die Herrschaft unter seinen Schutz. Sie wurde dennoch verw üstet: 1568 durch die Hugenotten und 1635 durch Schweden und Franzosen, und fast gänzlich /erstört. 1587, 24. Aug., stiessen die vom Herzoge von Bouillon- Sedan, nach der Einnahme von Sedan durch den Herzog von Guise (April 1587) im Elsass gesammelten hugenottischen, sehweizerischen und deutschen Truppen unter Führung des «.rafen von Dohna, nachdem sie Pfalzburg und Saarburg ohne Gefecht genommen hatten, bei St. Qu. mit der lothringischen Nachhut unter Fouquet de la Routte zusammen; die Lothringer mussten sich nach hartnäckigem Gefechte zurückziehen; sie verloren sechs Fahnen, die nach Str.iss-hurg verbracht wurden. 1680 huldigte der Abt von Maursmünster für das Priorat und die Herrschaft St. Qu., welche der Abtei beide ein Jhdt. später entrissen wurden (s. oben). Die Pfarrei St. Qu, wird schon 1127 erwähnt; es scheint, dass bei Einweihung der Kirche 1123, dieselbe zur Pfarrei erhoben wurde. Die Pfarrei ist später dem Priorate einverleibt, und durch Bischof Laurenz von Metz schon 127* bestätigt worden. Bis zur Revolution war St. Qu. Pfarrei des Metzer Archipresbyterats Saarburg mit dem heutigen Sprengel. Schutzheiliger der allen wie der neuen 11722 -24 erbauten) Kirche war der hl. Quirinus. Kirchensatz und Zehnten hatte schon 1123 die Abtei Maursmünster resp. das Priorat. Auf der Stelle de, alten Priorats, auf der das Dorf beherrschenden Berganhöhe, eine halbe Stunde von diesem entfernt, liegt die alte Berg-Kapelle, einer der ältesten und bedeutendsten Wallfahrtsorte von Lothringen, schon im 12. Jhdt. weithin berühmt, und an welchem man Heilung von dem Quirinsweh suchte, gegen das m a n in der Quelle des Heiligen gewaschene Eichenblätter und besondere Gebete u. s. w. anwandte. Die früher in der Berg-Kapelle aufbewahrten Reliquien sind in die im Dorfe erbaute Kirche verbracht worden. Bei St. Qu. linden sich zahlreiche, angeblich megalithische Denkmäler. So der <Sac de Pierre» wahrscheinlich ein römischer Meilenstein, «Le fauteuil de St. Quirin» (s. St. Quirinsfelsen), «La chaire de la Corvee». Unweit Lettenbach und bei dem «Chäteau egyptien» Reste aus vorgeschichtlichen Zeiten. - Römerweg nach Wisch zu. - Die Hauptkirche, 1722-24 durch den Prior Herb und auf Kosten des Priorats gebaut, ist ein schöner Bau im Stil der damaligen Benediktinerkirchen, die Kanzel recht gute Barockarbeit. - Ueber die Glashütte von St. Qu. siehe Lettenbach. G e m e i n d e w a l d von St. Quirin, Metairies-St. Qu. und Wasperweiler (Oberförsterei St. Qu.) 317,4 ha. 270m über dem Meere. Buntsandstein. (Buche, Hainbuche, Eiche, Fichte.) A n die Gden. im Jahre 1861 in Folge Ablösung der Nutzungsrechte, welche den Gden. St. Quirin, Metairies-St. Qu. und Wasperweiler auf Brenn- und Xutzholz in den Staatswaldungen der Oberförsterei St. Ou. zustanden, abgetreten. Fischer, Dag., Die ehemalige Priorei St. Qu. Mülhausen 18b4. Ders., Le prieure de St.-Qu. (Mem. de la Soc. d'arch. Lorr. 25, S. 54-102). Benoit, A., Marmoutier et St. Qu. d'apres un ms. de la bibliothequede Metz 1894. (Mem. de l'Ac. de Metz, 3me ser., 21me. annee p. 157-192). Ders., Une lettre inedite du R. P. Benoit Picart sur le prieure de St. Qu. (Journ. de la Soc. d'archeol. lorr. 19, 1870. S. 94-98). St. Quirin, Staatswald in den Gden. St. Quirin, Metairies- St. Quirin, Niederhof und Wasperweiler. (Ka. Lörchingen, Kr. Saarburg, L.) 5015 ha. Oberförsterei St. Qu. Forsthäuser Meierei, Rheinskopf, St. Qu. und Niederhof. (Tanne, Buche, Eiche, Kiefer, Fichte, Birke, Erle, Ahorn). Vogesen-s. indstein, Keuper und Muschelkalk. Besitz der Probstei St. Qu. is. d. i.die zur Abtei Maursmünster gehörte. (Hofrecht von 14711. Das Priorat ist. nachdem die Waldungen schon 1753 unter staatliche Verwaltung gestellt worden waren, 1769 aulgehoben und der Kollegiatkirche Saint-Louis in Metz zugetheilt worden ts. St. Qu. Dorf und Lettenbach). 1878-93 abgetreten 137,5 ha (darunter 128,3 an Chevandier de Vald-rome 1*7* und 1**4; 9,2 ha 1878 an das Hüttenwerk Alberschweiler ; erworben 259,7 ha, darunter 1893 189,4 ha (Lettenbach', w o 1894 das Reconvalescentenhaus des 16. Armeekorps eingerichtet worden ist. Waldbahn von Alberschweiler nach Forsthaus Meierei. St. Q u i r i n s b a c h s. Rothe Saar 12. St. Quirinsfelsen oder St. Quirins-Stuhl, franz. Fauteuil-de-St. Quirin «auf M B . Pierre St. Quirin), ein am Boden liegender Felsblock von der Gestalt eines Stuhles, mit dem Wappen des Klosters St. Quirin; auf dem Bergrücken zwischen den Thälern der Rothen Saar und des St. Quiriner Baches, unterhalb des Greflicrkopfes. Ueber die Sage s. Stöber, Elsass. Sagen. X. A. II, S. *1 u. 310. St. R e g u l a , Probstei oder Schultheisserei. gebildet aus den Gütern, welche dem Stifte St. Cunibert zu Köln angeblich von einem Könige Dagobert geschenkt worden waren, und die auch thatsächlich 874 im Besitze der Kirche von Köln waren und 1088 im Tausche gegen Besitz der Abtei St. Arnulf zu Metz vom Bisthume Köln an diese Abtei überlassen wurden. Es waren dies Kedingen (s. d.), Kerlingen (s. d.i und Mallingen (s. d.i. Die Abtei St. Arnulf, welche in Kerlingen ein Priorat gegründet hatte, überliess die Hochvogtei über diese Güter den Herzogen von Lothringen. Das Priorat ging Ende des 15. Jhdts. ein; die dazu gehörigen Güter Kerlingen, Freckingen und Ober-sierck (z. Th.), ferner Renten und Besitzungen zu Hargarten, Hellingen, Metrich, Lemmersdorf und Weckringen gingen |