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Show Willingen - Wilsberg. 1213 heim. - Die Protestanten gehören zur Pfarrei Winzenheim. - Gipsgrube. 1100 erhielt das Strassburger Domstift durch Schenkung Besitz zu W. Begütert daselbst war 1166 auch die Abtei Maursmünster. W . gehörte wahrscheinlich zu den (sieben) Dörfern, die 1224 in einem Vertrag zwischen dem Kaiser und dem Bischof von Strassburg als ehemalige Orte der «Grafschaft1! s. d.) und als damals schon ganz im Besitz des Bisthums befindlich bezeichnet werden. Das Dorf war dem bischöflichen Amte Kochersberg zugetheilt, dessen Amtmann später in W . seinen Sitz hatte und Gericht daselbst abhielt. Der Bischof hatte einen Dinghof zu W . 1306 wurde es vom Bischof Johann von Dierphcim mit Mauern umgeben. Ein Ministerialengeschlecht von W . im 12. und 13. Jhdt. erwähnt, im 14. und 15. Jhdt. im Oberelsass als Lehensleute der Rappoltstein genannt, 1447 ausgestorben. - Kirchlich gehörte W . zum Landkapitel Betbur. Alte Pfarrei, Kirche schon 117c> (als zur Abtei Maursmünster gehörig erwähnt), Mutterkirche von Zeinheim, Landersheim, Wöllenheim, Avenheim, Neugartheim und Winzenheim. 1407 wurde die Pfarrei dem hohen Chor des Strassburger Domstiftes incorporirt, der auch das Patronatsrecht und die Zehnten besass. Von ihren Tochterkirchen waren Neugartheim und Winzenheim schon früh selbständig geworden, Avenheim blieb Filiale bis Ende des 17. Jhdts., Zeinheim bis 1S02, Landersheim und Wöllenheim sind heute noch Filialen von W. - Romanischer Kirchthurm aus dem 12. Jhdt. (Als gesch. Dkm. zur Erhaltung bestimmt.) Das Schiff ist neu (von 1730-32), doch hat sich ein spätgothisches Seitenportal des 15. Jhdts. erhalten. Willingen, Df. (Ka. Busendorf [1790 Ka. Berus, 1795- 1802 Ka. Bisten], Kr. Bolchen, L.i. 288 E. 78 Hsr. (10 GRe.) - 260 m. - AG. Busendorf (8,7); HSt. Brettnach (7, 4). - Well in gen und Weidingen 11. Jhdt.; V Hin gen 1137; Vil langer 1248; Willingen 1594; Vi Hing 18b9. - W. wurde 1811 mit Gauweisdorf AO. von Reimeringen, 1815-29 war es preussisch, durch Vertrag vom 23. Okt. 1829 wieder französisch und 1S30 selbständige Gde. im Ka. Busendorf, mit Gauweisdorf als AO. Die Gde. umfasst den HO. W. (187 E. 50 Hsr.) und die AO. Bedem, Dreihäuser, Gauweisdorf (s. 1795 vorher selbständig', Hatte 1830-32 Schrecklingen (jetzt zur Gde. Heiningen) als AO. - StEBez. Busendorf I. - Wasserltg. (s. 1S78). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Busendorf (s. 1831, vorher [s. 1804] Annexe der Hilfspfarrei Reimeringen), zu der auch der AO. Schrecklingen der Gde. Heiningen gehört. Kirche des hl. Clemens (23. Nov.), letzter Bau 1844. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in St. Avold. - Steinkohlenfunde (1900). Zwei Drittel von W . gehörten zur Grafschaft Bolchen, ein Drittel zur H er rscha ft B e r u s. Beide aber hatten dort nur die Hochgerichtsbarkeit. Das übrige war wiederum getheilt: zwei Drittel waren Besitz der Abtei W a dg a s s en, ein Drittel der Abtei Busendorf. Wadgassen hatte seinen dortigen Antheil durch eine Schenkung des Grafen von Saarbrücken 1234 erhalten. - 1113 wird ein Volmarus de Villingen genannt. Später scheinen die Herren von Siersberg, dann die zu Freisdorf das dortige Hochgericht als Lehen von Lothringen getragen zu haben. - W. war vor 1802 Pfarrei des Archipr. St. Avold. - Den Kirchensatz hatten die Abteien Wadgassen und Busendorf. Gemeindew ald. (Oberförsterei Busendorf) 11,6 ha. Willingen, verschw. Df., s. Wellingen verschw Df, und W., Hf. Willingerbaeh, s. Nied 24. Wilsbach, Staatswald (Gde. Winzenheim, Ka. Winzenheim, Kr. Colmar, O.-E.). 80 ha. Oberförsterei Col-mar- West. (Kastanie, Eiche, Tanne, Kiefer). Quarzreicher Granit. Der Wald gehörte zur Herrschaft Hohlandsberg (s. d.). 1698 wurde das damals von Franz von Schwendi innegehabte Lehen wegen Auswanderung desselben von Ludwig XIV. eingezogen und an den Baron von Monclar verliehen, dessen Tochter, die Marquise von Rebe, die Herrschaft für 60000 livres 1714 an den König verkaufte; letzterer zwang 1714 die Stadt Colmar, die Herrschaft gegen die 1575 von der Stadt für 27000 Gulden gekaufte Benediktinerabtei St. Peter umzutauschen. Der Wald war auf diese Weise 1714 Eigenthum der Stadt Colmar geworden, welche am 19. März 1793 bei dem Distriktstribunal zu Colmar die Aufhebung des Tauschvertrags von 1714 durchsetzte, wodurch der Staat wieder Eigenthümer der Herrschaft und des Waldes wurde. 1752 betrug die Grösse des Waldes 265 ha. Abtretungen haben nach der Plixburg zu stattgefunden. Berechtigungen lasten nicht auf dem Walde. Wilsberg, Df. (Ka. Pfalzburg [s. 1790], Kr. Saarburg, L.'. (.40 E. 133 Hsr. (12 GRe.) - 240 m. - AG. Pfalzburg (3.0); Bhf. Pfalzburg (2,9). - Wibelsperg 1300; Wyls-perch 1367. - Die Gde. umfasst den HO. W . (595 E. 123 Hsr.) und die AO. Gerbhof, Hochbruck. - StEBez. Pfalzburg. - Wasserltg. (s. 1*97). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Pfalzburg (s. 1844, vorher Filiale von Pfalzburg). Kirche des hl. Karl Borromuus (4. Nov.), 1827 erbaut. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Pfalzburg. - W. ist der Hauptsitz der Sandsteinbruchindustrie in Lothringen. 10 grosse Sandsteinbrüche mit zusammen 212 Arbeitern, durch Geleise mit der Bahn Lützelburg-Pfalzburg verbunden. Hausindustrie: Strohhutflechterei, für Firmen in W., Pfalzburg, Zillingen und Hangweiler. W. gehörte zu dem ehemaligen Reichsfürst enthum Pf a 1 zbur g (s. d.). Im 13 Jhdt. wurde es als Metzer Pfandlehen der Grafen von Lützelstein an das Geschlecht der von W. verlehnt. 1300 scheinen die Herren von Berkheim einen Theil im Besitze gehabt zu haben. In den Fehden jener Zeit wurden Schloss und Dorf W . durch Eberhard von Andlau zerstört. - 1370 hat Wilhelm von Fürdenheim dem Grafen Heinrich von Lützelstein die Hälfte des Dorfes W. überlassen. 1427 fand zwischen dem Metzer Bischof Conrad von Metz und dem Grafen Johann von Leiningen-Rix-ingen wegen des Lehens Wilsperg (lief rendable) ein Vergleich statt. Das Edelgeschlecht der Münch von W . ist mit Wilhelm M. von W . 1587 ausgestorben. Nachdem die Familie den Ort 1523 nach Zerstörung der Burg Lützelburg an die Pfalzgrafen verkauft hatte, wurde W. zuerst mit Amt Einartzhausen, später mit Pfalzburg vereinigt und kam mit dieser Stadt 1661 an Frankreich. - lb35 war das Dorf fast vollständig zerstört. Es bestand noch 1661 nur aus 3 Häusern. - W. scheint vor der Reformation selbständige Pfarrei des Landkapitels Betbur, Bisthum Strassburg, gewesen zu sein. - Seit 1725 gehörte es zur kath. Pfarrei Weschheim, später zu Pfalzburg. - Im Schlossgarten» Spuren der ehemaligen Burg der Münch von W., 1661 schon zerstört. Eine darin sich befindende Schlosskapelle diente den Protestanten als Kirche. "Wilsberg, Staatswald (Gde. Wilsberg, Ka. Pfalzburg, Kr. Saarburg, L.). 422 ha. Oberförsterei Pfalzburg, Fsths. Gutenbrunnen. (Buche, Hainbuche, Tanne, Kiefer, Eiche, Fichte, Ahorn, Esche, Birke, Erle, Pappel, Lärche). Voge-sensandstein. Ursprünglich Besitz der Münch von W., später der Lützelburg; die Waldung scheint 1370 durch Kauf an die Grafschaft Lützelstein theilweise gelangt zu sein, die 15-3 mit der Herrschaft Lützelburg auch den Rest erwarb. 1584 an Lothringen verkauft. Frankreich ist durch den Pariser Vertrag vom 21. Jan. 1718 im Besitze von W . bestätigt worden, das thatsächlich seit I6bl französisch war und seit 1718 die Waldung als Domäne verwaltet hatte. Einen Theil des Forstes W., zwischen W . und Dann gelegen, bildete der Büchel berger wald, nach welchem der durch Fürst Ludwig von Pfalzburg lb29 gegründete Weiler benannt wurde. Vom Büchelbergerwalde hatten die Stadt Zabern (1449; und das Bisthum Strassburg (1473 und 1480) durch |