| OCR Text |
Show Reichackerkopf - Reichenweiei -.;. hat noch 1776 für dieses Lehen reversirt. Die 1075, 1093, 1102 in Urkunden der Abtei St. Mihiel erwähnten Ministerialen von R., Vasallen der Grafen von Bar, dürften dem Haus. de Riste bei Briey angehört haben. - R. war vor 1802 Pfarrei des Archipr. Habudingen. Den Kirchensatz hatte der Herzog von Lothringen. - Römisch; Reste auf dem «Goldenacker ». Auf dem «Schaden» merowingischer Gräberfund. In der Kirche beachtenswerthe Holzschnitzereien aus der Kapelle von Dordal (s. d.). Reichackerkopf, B., 771,1 m. in dem vom Hohneck ausgehenden, das Gross- und Kleinthal scheidenden Bergrücken, s. Weiler Ampfersbach. Gde. Stossweier bei Münster. Reich- oder Reinbach s. 111 1. Reichenbach(Richebach),veischw.O.(Gde. Ropp-weiler, Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.). Soll früher der Name der Roppweiler-Mühle (s. d.) und einiger damals dabeistehender Häuser gewesen sein. 1275 reversirte Heinrich von Fleckenstein an Herzog Ferry von Lothringen für sein Lehen in Reichenbach. Reichenberg, ehem. Burg (Gde. Bergheim, Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). - Rychenbe rc 123b, Richen-berc 1256; Richinberc 1281; Richenberg 1291; Ri-chenberg 1313. - Castrum R. 1256; Burg R. 1307 u. ö.; der alte Thurm zu R. 13*5 und 1404. - Nach der Burg benannt sind die Herren (auch Grafen) von R.: Philippus de R. 123o; Philippus comes de R. 1264; comitissa de R. 1281; Walther von R. 1291; Volmar von R. 1307; Werner von R. 1321; Hugo dominus de R.1332; Hugo comes de R. gest. 1361. Der erstgenannte Philippus de R. war Philippe de Gerbe-villers aus dem Hause Lothringen, dessen Tochter Julie mit Hugo, Graf von Luneville vermählt, diesem das lothringische Lehen Bergheim zubrachte. Graf Hugo und seine Nachkommen nannten sich von Lützelstein; seitdem sie 1243 Luneville an Lothringen vertauscht hatten. Die Herren, auch Grafen von R. führten das Lützelstein'sche Wappen, und galten als Angehörige dieses Hauses. Die Burg R. scheint zu Anfang des 14. Jhdts. den Herzogen von Lothringen und den Herren von R. gemeinschaftlich gehört zu haben. 1307 gab Volmar von R. seinen Theil den Herzogen von Oesterreich gegen Ramstein zu Tausch ; 1314 -1375 hatte dieser Theil dieselben Schicksale wie die Pfandschaft Bergheim (s. Bergheim, Stadt) und wurde mit ihr zugleich 1375 ausgelöst, verblieb aber, wie es scheint, den Herren von Hattstatt als den bisherigen Pfandinhabern. Im Jahn- 1382 erhielten sie die andere Hälfte von dem lothringischen Herzog Johannes I. zu Lehen und trafen 13S5 die früher (s. St. Peter bei Bergheim I erwähnte Vereinbarung mit Oesterreich, nahmen aber gleichwohl 1404 und 1507 die lothringische Hälfte von Lothringen zu Lehen. Die österreichische Hälfte soll 1478 an die Waldner von Freundstein übergegangen sein. Weitere Nachrichten fehlen, doch ist anzunehmen, dass die verfallene Burg im 1<>. Jhdt. ganz an Oesterreich kam und mit der Herrschaft Bergheim vereinigt wurde (vgl. Bergheim- Amt, ferner Ermelsbach und Robertsau). - Die Ruine ist 1898 zu einer Sommerwohnung (2 Hsr.) umgebaut worden. Danzas, H., Notes sur Bergheim, le chäteau de Reichenberg et Thannenkirch. (Mitth. der Ges. f. Erh. d. gesch. Dkm. im Elsass. II. F. 20, 1S99, S. 289-322.) Reichenetter, Hs. (Gde., Ka. u. Kr. Erstein, U.-E.). Früher AO. von Erstein, zählt jetzt zur ESt. Erstein. Reichenstein, Burgtr. (Gde. Reichenweier, Ka. Kaysersberg, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). - castrum Richen-stein 1269. - Gehörte zur Herrschaft Reichenweier. Ein nach der Burg benanntes Geschlecht erscheint zuerst mit Wetzel von R. [1311 -133o] unter dem Namen des Johann von der Hohen-Rappoltstein, erlischt Ende des 16. Jhdts. 1269 wird R. als Raubritternest von Rudolf von Habsburg mit Hülfe der Strassburger und Colmarer zerstört. Die Zerstörung wurde vollendet durch das Erdbeben von 1356 und durch einen Bergrutsch am Anfang des lr». Jhdts. -- Ens-felder, E., Reichenstein, oder das alte Schloss hei Reichenweier (Jahrbuch für Geschichte Sprache und Litteratur Elsass-Lothringcns 7, 1891, S. 101-105). Reichenweier,*) Ka. Ka\ sc-rsberg[1790 -1*02 KHO], Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 1693 E. 347 Hsr. (18 GRe.). - 295 m. - AG. Kaysersberg (9,5); Bhf. Ostheim (5,0). Richenwilre um 1090; Riehenwilr 1303; Riquewihr 1869; ma. Riehewir. - Die Gde. umfasst den HO. R. (1572 E. 320 Hsr. , die AO. Bärenhütte, Bilsteinthal, 'Neu-dörfel), Erlach (Erlen., Ursprung, Walburg; die unbew. O. Bilstein und Reichenstein; ferner die verschw. O. Buckel, Hagenach, Sehrötingen und Seelburg. - P. T. Oeff. Fernsprechstelle. Gerichtstge. (s. 1896). Notar. Ortseinn. StEBez. für die Gden. Bebeinheim. Bennweier, Mittelweier, Ostheim, Reichenweier, Zellenberg. Gde.-Fassaichungs-amt. 2 Aerzte, darunter ein Kantonalarzt. Apotheke. Hospiz (s. 155u, 10 Betten, für Kranke und Sieche; Grd-bes. 0,02 ha). Sparkasse 's. 1890). Wasserltg. (1892 erbaut, 1894 erweitert). Verbds.-Fw. (s. 1887, 8 Spritzen). Krgv. -. 1. April 1879). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanais Kaysersberg (s. 1802). Schutzheilige hl. Margaretha (13. Juli). Prot. Pfarrei Augsb. Konf., s. 1802 Sitz des Konsistoriums (Inspektion Colmar) für die Pfarreien Bebeinheim, Hunaweier, Kaysersberg (Vikariat), Masmünster, Mittelweier, Ostheim, Rappoltsweiler, Reichenweier. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Markirch. - Weinhandcl. Jeden Freitag Gemüsemarkt. R. war Hauptort der im württembergischen Besitz befindlichen, mit der Grafschaft Horburg (s. d.) vereinigten Herrschaft R. (s. d.). 1291 von den Grafen von Horburg mit Mauern umgeben. Erhielt 148'» von Württemberg wichtige Privilegien. 152.5 war die Stadt am Bauernaufstand stark betheiligt, musste dafür aber auch hart büssen. 1635 vom 11. Mai ab wurde sie von lothringischen Truppen belagert und kapitulirte am 15. Juni. Das alte Schloss, 1540 durch Graf Georg von Württemberg umgebaut, 1793 als Nationalgut verkauft, ist heute Schulhaus. Lateinschule 1536 gestiftet, vielfach durch Rektoren aus Tübingen geleitet. Den Weinzehnten zu R. besassen die Herren von Rappoltstein als Lehen des Bisthums Bamberg. 1318 war die Johanniterkomthurei Colmar in R. begütert. - Kirchlich gehörte R. zum Landkapitel Ultra Colles des Bisthums Basel. 1441 Rektorat, Vikariat, Primissariat, 10 Kaplaneien. Die kirchlichen Einkünfte waren sehr bedeutend. R. hatte 3 Kirchen: 1. Die alte Pfarrkirche (St. Margaretha) aus dem Jahre 1437; sie stand an der Stelle der heutigen, 1846 erbauten, evangelischen Kirche. 2. St. Erhard ; an ihrer Stelle steht das jetzige Spital. 3. Die Frauenkirche, 1337 von dem Strassburger Domherren Ulrich von Rappoltstein erbaut, besass ein wunderthätiges Marienbild. Das Patronatsrecht besassen die Rappoltstein. 1535 wurde die Reformation in R. eingeführt. Protestantische Pfarrei, zu der bis 1827 auch Altweier und bis 1864 auch Kaysersberg mit seiner Diaspora gehörte (beide nachher selbständig); Sitz eines Superintendenten. Die Kirchenbücher gehen bis zum Ende der zwanziger Jahre des 10. Jhdts. zurück. Die jetzige protestantische Kirche ist l*4o|47 erbaut und 1849 eingeweiht worden. Simultaneum bestand 1685-1849. Vorder französischen Revolution auch katholische (königliche) Pfarrei, deren Patronatsrecht dem Intendant d'Alsace zustand. - Neolithische und Bronze- Funde. Starke Reste der alten Befestigung (Gesch. Dkm.) aus dem 13., 14. und 15. Jhdt. Ein Thor, das Oberthor (als gesch. Dkm. zur Erhaltung bestimmt), ist noch wohl erhalten; ferner der Diebs- oder Schelmenthurm (Gesch. Dkm.) im sogenannten Judenhofe. An Häusern aus dem Mittelalter und der Renaissancezeit ausgeführt in Stein und in Holz, ist R. sehr reich. Hervorragend sind die Reste des alten Schlosses (Gesch. Dkm.) aus dem 15. und lo. Jhdt., ein ehemals Württembergisch-Mömpelgard'scher Hof, jetzt Haus |