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Show Wahlenheim - Waibclskirchen. 1169 W a h l e n h e i m . Df. (Ka. Hagenau [1790-1802 Ka. Brumath], Kr. Hagenau, U.-E.). 25b E. 47 Hsr. (10 GRe.) - 180 m. - AG. Hagenau (10,4); Bhf. Brumath (5,5).- Uual-chom 774; W a l a h o n 953. - StEBez. Hagenau II. Armr. (s. 1822). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Hagenau (s. 1802). Kirchenfest 15. Aug. (Maria Himmelfahrt). Filiale Hochstett (s. 1802). W . wird 774 sowie noch wiederholt im 8. Jhdt., unter den Besitzungen der Abtei Weissenburg erwähnt. l|53 erlangte die Abtei Lorsch durch Schenkung Kaiser Ottos I. Besitz in W . U m 1120 besass auch die Abtei Maursmunster, 1207 das Spital zu Hagenau Güter daselbst. Später war W . Reichsdorf der Landvogtei Hagenau (seit 1648 im Besitze von Frankreich), zum Schultheissenamte Batzendorf gehörig. Im dreissigjährigen Kriege wurde es von den Schweden fast ganz zerstört. - Kirchlich gehörte W . zum Landkapitel Ober-Hagenau. Ursprünglich eigene Pfarrei, deren Patronats- und Zehntherren die von Weitersheim waren. Nach der Zerstörung im Schwedenkriege wurde W . mit der Pfarrei Bernolsheim vereinigt und erst seit 1789 wieder selbständige Pfarrei. W a h l e r b e r g , H., östl, Mommenheim, Ka. Brumath. W a h l e r b e r g , H., 253,7 m, bei (östl.) Metzingen, Ka. u. Kr. Forbach. W a h r s a g e r w e i h e r , bei Diedolshausen, s. Hexenweiher. W a i b e l s k i r c h e n , Df. (Ka. Bolchen [1790-1802 KHO.], Kr. Bolchen, L.i. 334 E. 87 Hsr. (10 GRe.) - 225 m. - A G. Bolchen (6,8); HSt. Contchen (4,0). - Ulriss 1133; Virisi 1137; W i b e l k c h i r c h e 1271; W a r e i s s e 1273; V u a r e s se 1295; V a r i c h e 1331; Varize 1869. - Die Gde. umfasst den HO. W . (320 E. 84 Hsr.) und die A O . Niederhof und Steinbrückermühle. - StEBez. Bolchen I. Fw. (s. 1849, 1 Spritze). Wasserltg. (s. 1890). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Bolchen (s. 1*02), die Gden. Waibelskirchen, Bizingen, Lautermingen und Wieblingen (Leoviller und Plappecourt ausgenommen) umfassend. Kirche des hl. Martin (11. Nov. . Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in St. Avold. - Wollspinnerei und Appreturanstalt von G. Pince-maille & Cie. (20 Arbeiter), erst 1870 durch Chrmpigneulle errichtet und 1885 durch Angehörige der jetzigen Firma angekauft. Es wird hauptsächlich Flanell und Schuhfutter hergestellt. 720 Spindeln in Betrieb. Dampfmühle (4 Arbeiter). Hausindustrie jetzt nicht mehr vorhanden; früher einzelne Hausweber. W . war Sitz einer lothringischen Lehensherrschaft in der Kastellanei Bolchen s. d.). - Kirchlich soll es ursprünglich zu der alten Pfarrei Wellingen (s. d.) gehört haben (?). Als selbständige Pfarrei umfasste es später ausser seinen heutigen Pfarrannexen auch die Gden. Brüchen (bis 1813), Hallingen (bis 1802), Heisdorf (dgl.), Morlingen (s. d.i. Den Kirchensatz hatte die Abtei St. Vincenz in Metz. W . war Sitzeines Archipresbyterats des ArchidiakonatsMarsal des Bisthums Metz für die Pfarreien: Alben, Anserweiler, Bazoncourt, Bechy, Berlize, Beux, Bingen, Bolchen, Brechungen, Charleville, Contchen, Dalem, Dentingen, Fletringen, Gänglingen, Gehnkirchen, Hargarten, Heinkingen, Kriechingen, Kuhmen, Kürzel, Luppy, Maizeroy, Momersdorf, Xiederwiese, Ottendorf, Pange, Remilly, Rollingen, Rup-lingen, Stoncourt, Teterchen, Tromborn, Vittoncourt, Volmeringen, Waibelskirchen. - Von der alten Burg scheint sich nichts erhalten zu haben. Eine bereits lb29 erwähnte Kapelle ist 1896 abgebrannt. B o u lange, G., Note sur Varize. iMem. de l'Ac. de Metz 1852-53, le partie, p. 411.) W a i b e l s k i r c h e n . Herrschaft. Die Herrschaft W. (Varize), Lehen von Lothringen, entstand aus einer Vogtei und erweiterte sich im Laufe der Zeit durch Erwerbung von Gütern und von herrschaftlichen Rechten in benachbarten Ortschaften, die theils im Pays Messin, theils in der i unter luxemburgischer Landeshoheit stehenden Freiherr- \ schaft Rollingen, theils im Herzogthum Lothringen lagen und keinen geschlossenen Territorialbesitz bildeten. In W. 1 selbst war ursprünglich die Abtei Ste. Glossinde begütert, deren Besitz an die Abtei St. Vincenz zu Metz überging und | zwar vor 1177 ; diese letztere Abtei erhielt durch Schenkung des Bischofs von Metz 1223 auch den Kirchensatz und den Zehnten in W.; die Abtei St. Vincenz überliess 1580 ihre Rechte in W . mit Ausnahme des Kirchensatzes und des Zehnten an die Herrschaft W., wofür ihr die 1578 vom Besitzer von W . gekauften Rechte in der Herrschaft St. Jure überlassen wurden. St. Vincenz hatte aber auch Güter und Rechte in Bizingen, Morlingen, Wieblingen, Lautermingen, Glatigny, Heisdorf und Macher. In den fünf er-t- I genannten Dörfern hatte später die Herrschaft W . Güter und Rechte. Heisdorf und Macher mit Gehnkirchen hat die , Herrschaft W . Ib33 pfandweise von der Fürstin von Pfalz- ! burg-Lixheim (als Gräfin von Bolchen) erworben. 1628 hat Samson von Warsberg, Mitherr von W., die Rechte des j Florenz von Rollingen in Bingen, Glatigny, Tennschen, Waibelskirchen, Wieblingen und Niedbrücken an sich gebracht. Neben der Abtei St. Vincenz und deren Vögten waren aber auch noch andere Gutsherren in Waibelskirchen, Wieblingen u. s. w. betheiligt. Im 13. Jhdt. vergaben die Herren von Finstingen zu Falkenberg ein Burglehen in W. 1270 hatte Johann von Finstingen, Herr zu Falkenberg, I Besitz in.W. und Wieblingen. Es ist nicht bekannt, auf welche Weise die Herren von Finstingen (aus dem Hause Malberg in der Eifel) in den Besitz von W . gekommen sind, wie es überhaupt nicht aufgeklärt ist, unter welchen Umständen die Herren von Malberg in den Besitz der grossen Herrschaften Falkenberg und Finstingen mit deren ansehnlichen und zahlreichen Lehen gelangten. Das Falken-bergische Burglehen in W . und in Wieblingen hatten im 13. Jhdt. die Herren von Kriechingen aus dem ersten nach dem Falkenberg'schen Lehen Kricchingen benannten Gc-schlechte, dessen Besitznachfolger in Kriechingen die Herren von Dorsweiler, die Ahnherren der späteren Herren, seit 1617 reichsunmittelbaren Grafen von Kriechingen wurden. Die Herren von Falkenberg waren aber nicht Vögte von St. Vincenz, sondern von Longeville in W . und in Wieblingen; denn als 1296 Albert von Kriechingen auf seine Lehen in den eben genannten Orten zu Gunsten seines Lehensherren, Johann von Finstingen, verzichtete, gab der i Abt von Longeville seine Zustimmung. Es dürfte wohl mit | diesem Vorgange in Zusammenhang stehen, dass Johann von Finstingen 1299 durch seinen Lehenshof die Entscheidung herbeiführte, dass der Erbgang Finstingen'scher Lehen auf weibliche Nachkommen ohne Zustimmung des Lehensherrn ausgeschlossen sei, eine Entscheidung, die mit dem Lehensrechte im Bisthume Metz wie im Herzogthume Lothringen in Widerspruch stand. Aus dieser Theilung des Besitzes zwischen den Abteien Longeville und St. Vincenz und /wischen den Vögten beider Stilte ist die spätere Theilung der Landeshoheit in den Dörfern der Herrschaften Rollingen und W . zu erklären. Vögte der Abtei St. Vincenz in W . waren die Herren von Neufchatel de Varize. Der 1379 erwähnte Bertrand de Neufchatel de Varize hinterliess i eine Tochter, Margarethe, die ihrem Gatten, Valtrin d'Epinal, Varize zubrachte. Der Enkel aus dieser Verbindung, Johann I d'Epinal, hinterliess zwei Töchter, Claudia, vermählt mit i Theobald von Custine, und Margarethe, vermählt mit Ro- | bert de Housse. deren Antheile an W . 1470 Kaspar von ' Rollingen erworben hat; auch das später nicht mehr gesondert erwähnte Falkenberg'sche Burglehen scheint damals mit dem Vogteigute von St. Vincenz schon vereinigt ge- I wesen zu sein. Die Erbtochter Katharina der Linie von Rollingen zu W . war vermählt mit A d a m von Pallant; dessen ' Sohn Hartart von Pallant (gest. 1614) die Herrschaft W., 1 zu welcher er 1583 den Besitz der Abtei St. Vincenz er- 74f |