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Show 950 Saarunion - Saarwerden. ersetzt; 1792 wurden die Gebäude als Nationalgut eingezogen und von der Stadt erworben, die darin 1807 eine Ge-meindeschule gründete. 1631 wurde auch ein Augustinerinnen- Kloster (Congregation de Notre-Dame, nach der Regel des Stifters Pierre Fourier) gestiftet, welches 1721 auf Veranlassung des Herzogs von Lothringen, der ihm 1400 Francs jährlich dazu anwies, ein Mädchenpensionat gründete. Es nahm kath. und prot. Mädchen auf. Die Schwestern befolgten im Allgemeinen die Schulordnung des sei. Peter Fourier. Die Anstalt hatte 17b2 147 Schülerinnen. Der Unterricht wurde in deutscher und französischer Sprache ertheilt. 1T"' 1 wurde die Anstalt trotz einer gegentheiligen Bittschrift der Bewohner Bockenheims an die Nationalversammlung aufgelöst, das Kloster nach Dieuze verlegt. - Bockenheim war (schon seit Anfang des 14. Jhdts.) Sitz eines Landkapitels des Bisthums Metz, das 13bl nach einem noch erhaltenen Verzeichnisse 33 Pfarreien umfasste, deren Zahl unmittelbar vor der Reformation aber wohl sicher bedeutend gestiegen war (in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. 44). Im 18. Jhdt. zählte das Kapitel 34 Pfarreien. - S. liegt ] an der Jvelten-, späteren Römerstrasse von Strassburg über Zabern nach Saaralben etc. und der Kreuzung eines Keltenweges von Dehlingen über Domfessel. Römische Funde. Die Kirche stammt aus dem 15. Jhdt. Renaissancebauten (Gemeindehaus und andere Häuser). - In S. (bezw. Bockenheim) wurden geboren Anton Virgil Schneider (1780- 1-1" , 1830 Befehlshaber der französischen Truppen in Griechenland, 1830 Kriegsminister, schrieb eine Geschichte der ionischen Inseln. Ferner Karl Des. R o y er (von Mitte des 17. Jhdts. bis 1707), Dichter und theologischer Schriftsteller; Theodor Karcher (1825-90), Schriftsteller. Aus Bockenheim stammte auch der Architekt Heinrich von B o c k e n h e i m (Henri de Bouquenomi, der im 16. Jhdt. den neuen Thurm am Deutschen Thor in Metz baute. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Saarunion) 282,2 ha. (Buchen mit Eichen und Hainbuchen sowie Kiefern und Fichten.) Alter Besitz der Gde. Benoit, A„ Saar-Union (Bouquenom) en 1790-1793. (Rev. d'Als. N. S. 1, 1**7, S. 225-241.) L e w , Joseph, Geschichte der Stadt S. seit ihrer Entstehung bis zur Gegenwart. Vorbruck-Schirmeck 1898. Matthis, G., Bockenheim und Neu-Saarwerden. Ein Blick in die Vergangenheit der Stadt Saar-Union. Festschrift. Saarunion 1894. Benoit, A., Les premieres ann^es de la guerre de Trente Ans daiis le Saarthal. (Jb. d. Ges. f. lothr. Gesch. 2, 1890, S. 301-305.) Levy.J., Notes sur l'ancien archipretre de Bouquenom (Saarunion). (Revue catholique d'Alsace. N. S. 14, 1895, S. 273-280, 325-333, 436-447, 502-514.) [Auch besonders:] Rix-heim 1*95. L e w , J., Notizen über das Erzpriesterthum Bockenheim. Zabern 1898. L e w , J., L'ancienne collegialc de S. (Rev. cath. d'Als. N. S. 16, 1897. S. 505-513.) [Auch bes.:] Rixheim 1897. Ders., Die Kollegialkirchc St. Blasien von S. Zabern 1900. Benoit, A., Inscriptions lapidaires lorraines ä S. dourn. de la Soc. d'arch. lorr. 19, 1870, S. 173-178.) Saarunion, Distrikt. Der Distrikt S. (1794-95, Departement Niederrhein) umfasste die Ka. Saarunion, Diemeringen, Drulingen, Harskirchen,Lützelstein, Wolfskirchen. Von diesen hatte Lützelstein vorher dem Distrikt Weissenburg, die andern dem Distrikt Neu-Saarwerden (s. d.i angehört. 1800 kamen alle 6 Ka. zum Arrondissement Zabern. Saarunion, Kanton (Kr. Zabern, U.-E.). Umfasst die < ,den. Altweiler, Bissen, Bütten, Dehlingen, Domfcssel, Harskirchen, Herbitzheim, Hinsingen, Keskastel, Lorenzen, Oermingen, Ratz weiler, Rimsdorf, Saarunion, Saarwerden, Schopperten, Silzheim, Völlerdingen und enthält auf 190,7300 qkm 2641 bewohnte Häuser etc. mit 1389* Einwohnern. - Der Ka. S. besteht erst seit 1794, w o die beiden Gden. Bockenheim und Neu-Saarwerden zu einer Gde. Saarunion verbunden wurden, welche Distrikts- und Kantonshauptort wurde. Bis 1*ul umfasste der Ka. nur seinen HO. und (Alt-) Saarwerden und Oermingen. Vorher hatten Bockenheim und (Alt-»Saarwerden zum Ka. Bockenheim, Neu-Saarwerden und Oermingen zum Ka. Neu-Saarwerden (beide Ka. im Distrikt Neu-Saarwerden) gehört. 1802 wurden dem Ka. die übrigen ihm heute angehörenden Gden. zugewiesen, und zwar Bütten, Dehlingen, Domfessel, Lorenzen, Ratzweilcr, Rimsdorf und Völlerdingen aus dem Ka. Diemeringen, die übrigen, zu denen damals noch Willer (s. 1844 AO. von Harskirchen) gehörte, aus dem Ka. Harskirchen. Morlct, de, Notice sur quelques decouvertes archeolo-giques effectuces dans les cantons de Saar-Union et de Drulingen. Strasbourg 1*64. S a a r w a l d , Hf. u. Fsths. (Gde. Dolvingen, Ka. Finstingen, Kr. Saarburg, L ) . 13 E. 2 Hsr. 1839 erbaut. Saarwaldbach s. Saar 8. S a a r w e r d e n s. auch Neu-Saarwerden und Saarunion S a a r w e r d e n , Df. (Ka.Saarunion [1790-94 Ka.Bockenheim], Kr. Zabern, U.-E.). 51b E. 115 Hsr. (12 GRe.) - 225 m. - AG. Saarunion «2,1); HSt. S. (0,3). - Sarwerda llbb. - HSt. s. 1*72). StEBez. Saarunion. Armr. (s. 18b5). Wasserltg. s. 1889 . Fw. s. 1876, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Dek. Saarunion is. 1802, vorher Filiale von Bockenheim [Saarunion]). Schutzheiliger hl. Bartholomäus (24. Aug.). Filialen: Pisdorf und Zollingen (s. 1802, vorher beide Filiale von Harskirchen). Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Saarunion. - 2 Steinbrüche. Oelmühle. 2 Lohgerbereien. 2 Getreidemühlen. Hausindustrie: Palmhutflechterei, für Firmen. S., seit Erbauung von Neu-S. (1710) auch Alt-S. genannt, war im Mittelalter Stadt und ursprünglich Sitz der Grafen von S. und damit Hauptort der Grafschaft S., deren Schicksale es bis ins Ib. Jhdt. theilte (s. d.). S. war (gleichwie Bo-i ckenheim) Lehen des Bisthums Metz. Als solches wurde es | nach Aussterben der Manneslinie der Grafen von Mörs-Saarwerden eingezogen und vom Bischof von Metz seinem Bru- | der, dem Herzog von Lothringen, verliehen (1527). Trotzdem j blieben während des 16. Jhdts. die Erben der Mörs-Saarwerden, die Grafen von Nassau-Saarbrücken, im Besitz des Lehens, das eist 1629 durch Unheil des Reichskammergerichts an Lothringen ausgeliefert wurde. Doch wurde die 1 lothringische Herrschaft 1634-35 durch schwedische Oc- \ cupation unterbrochen; in dem folgenden Jahrzehnt des 30jährigen Krieges hat S. unsäglich durch Plünderungen und Verwüstungen gelitten. 16b9 wurde S. von Lothringen dem Prinzen von Vaudemont verliehen, IbSl von den Franzosen oecupiert und vorübergehend an Nassau zurückgegeben; lb07 kam es dann wieder an Vaudemont (bis 1705), blieb seitdem bei Lothringen und kam mit diesem 1766 an Frankreich (Schultheissenamt Bockenheim). Die ehemalige Burg zu S. (einige Spuren noch erhalten) vor 1131 entstanden. Die Befestigungen z. Th. durch die Franzosen zerstört (loTlj. - Im Mittelalter war S. Sitz eines Collegiatstiftes St. Blasien, dessen Güter nach Einführung der Reformation eingezogen wurden (1559). Alte Pfarrei. 1557 Einführung der Reformation und prot. Pfarrsitz bis 1629. Seitdem katholisch und kath. Pfarrei (Landkapitel von Bockenheim des Bisthums Metz) mit Rimsdorf als Annexe, dann I6b4 selbst Annexe von Rimsdorf, gegen Ende des 17. Jhdts. dann Annexe von Bockenheim. Die Protestanten waren dann nach Neusaarwerden (Saarunion) eingepfarrt. - Neolithische und römische Funde. Der Chor der Kirche (als geschichtl. Dkm. zur Erhaltung bestimmt) stammt aus dem 14. Jhdt. und ist verwandt mit dem der Kirche von Domfessel. Das Schiff stammt aus dem 15. Jhdt. Der alte Altar aus dem 14. Jhdt. ist noch in der Mensa erhalten. - S. ist der Geburtsort des J o h a n n von S., der, von unbekannten Eltern stammend, Mönch wurde und 1546 als Abt von Stürzelbronn starb. Ferner wurde dort 17o3 geboren Karl Ludw. Philipp Freiherr von Kesling, kgl. bayr. Obriststallmeister und Wirkl. Geh. Rath, t 1843 zu München. |