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Show 1234 Zabern. sie hiessen die Lohnherren. Seit 17b0gab es nur noch 6 Schöffen. Der Oberschultheiss war seit lb93 auch Statthalter. - Höfe und Besitzungen in Z. hatten die Abteien Maursmünster, Neuweiler, St. Johann b. Z und Lixheim, ferner die Herren von Greifenstein, Lützelburg.Ingenheim, Flachslanden, Wils-perg, Landsberg, Wangen, Fegersheim, Rathsamhausen und (Juinkener von Saarburg. - Seine Eigenschaft als bischöfliche Residenz und als starke Festung und die Wichtigkeit seiner Lage an der vom Elsass nach Lothringen führenden grossen Strasse erklären es, dass Z sehr stark unter den Kriegsstürmen hat leiden müssen. Die Angriffe der Engländer (1365 und 1375) sowie der Armagnaken (1444 und 1445' wurden zwar abgeschlagen, aber 1525 fiel die Stadt in die Hand der aufständischen Bauern 'unter Erasmus Gerber von Molsheim), die sich dort festsetzten und vom Herzog von Lothringen belagert wurden. Als dieser ihnen im Falle ihres Abzugs das Leben und freies Geleit versprochen hatte, wollten sie die Stadt verlassen, wurden jedoch dabei treulos überfallen und niedergemetzelt (zum Theil auf dem Martelberge L Auch viele Bewohner der Stadt sind damals umgekommen. 1592, 2b. Oktober, Scharmützel bei Z. zwischen brandenburgischen Truppen des Bischofs von Strassburg und Lothringern, für letztere nachtheilig. 1621 und 1622 widerstand Z. einer Belagerung durch Mansfeld. A m 13. Juni lb34 wurde der kaiserliche Statthalter Graf Herrn. Adolf Salm mit 2000 Mann von dem Rheingrafen Otto bei Z. geschlagen, seine Mannschaft gefangen. A m 30. Januar desselben Jahres wurde Z. nach vorhergegangener Beschießung von den Franzosen eingenommen. 1(>35 erhielt die Stadt eine kaiserliche Besatzung, wurde vom 12. Juni bis 14. Juli von Bernhard von Weimar belagert, lb3b genommen, 1638 durch die Franzosen besetzt. lblO leistete die Stadt unter deren Druck dem französischen Könige den Treueid, musste jedoch im Westfälischen Frieden lb48 dem Bisthum Strassburg zurückgegeben werden. Doch wurden dafür die Festungswerke geschleift. Als sich jedoch Turenne lb74 der Stadt bemächtigte, wurden sie wieder errichtet, sodass die Kaiserlichen U>75 und lb7b die Stadt vergebens belagerten. 1744 (31. Juli und 13. August i wurde Z. von den Panduren besetzt und geplündert. A m 22. Oktober 1793 erschien die Armee der Emigranten unter dem Prinzen von Conde" vor den Thoren von Zabern, zog sich aber vor Desaix und St. C\r zurück. Kirchlich war Z. der Sitz eines Landkapitels, das anfangs in Betbur s. d.> war. Die Einkünfte der Pfarrei wurden 1325 mit der bischöflichen Tafel vereinigt. 140S wurde die Pfarrei den Stiftsbrüdern vom Kloster Obersteigen übertragen, die nach Z. übergesiedelt waren. Die Stiftskirche diente als Pfarrkirche. Daneben Franziskanerkirche und Kapelle im Hospital. Letzteres bestand schon 1289, 1471 wurde es dem Magistrat unterstellt. Ausser diesen jetzt noch bestehenden waren 17n3 in Z. noch folgende Kapellen vorhanden : St. Michaelis, St. Nicolaus, Schlosskapelle. Vitus-kapelle auf Greifenstein, Trinitatiskapelle auf Hohbarr, Haus und Kirche der Schwestern U. L. Frau. - Das Pa-tronatsrecht besass der Bischof. Filiale war Ottersthal (bis 1845). Die älteste Pfarrkirche der Stadt ist, nachdem sie wiederholt als Kaserne gedient hat, 1714 abgebrochen worden. Bis 1571 war in Z. ein Barfüsserkloster, Bischof Johann von Manderscheid verwies jedoch die Barfüsser daraus, legte Jesuiten hinein und richtete eine Schule darin ein. - Die prot. Gemeinde ist im Laufe des 19. Jhdts. entstanden, der Grundstein zu einer neuen ev. Kirche 189b gelegt worden. Die prot. Kirchenbücher gehen bis 1*44 zurück. Ein Museum ist 1HX vomGemeinderathe gegründet worden. U m dasselbe haben sich besondere Verdienste erworben : Bürgermeister Dag. Fischer, Oberst de Morlet und der jetzige Verwalter des Museums, E. Audiguier. - Neolithische, Bronze-und römische Funde. Die Pfarrkirche entstammt dem 15. Jhdt., derThurm derselben (noch romanisch) aus dem 12. Jhdt. Im Innern schöne Mobiliarstücke, wie die Kanzel, und Skulpturen. : Schöne Glasmalereien aus dem 15. Jhdt. und Holzgemälde. An die Kirche stösst nördlich die ehemalige St. Michelskapelle (wohl früher ein Kärner), in welcher das oben erwähnte Alterthumsmuseum untergebracht ist, das viel Römisches und Mittelalterliches bietet. Die Franziskaner-(Re-collecten-- Kirche mit daranstossendem Kreuzgang (letzterer als geschichtliches Denkmal zur Erhaltung bestimmt),stammt aus dem 14. Jhdt.; mittelalterliche Skulpturen und Grabsteine. Moderne Kapelle auf dem Kirchhof. Das Schlösse! (Kreisdirektion) zeigt mittelalterliche Reste. Das bischöfliche Schloss ist ein schöner Monumentalbau des 18. Jhdts. Auch Theile des alten Schlosses hinter dem Chore der Kirche, aus dem 15. Jhdt., bestehen noch. Z. besitzt mehrere hübsche alte Häuser aus der Renaissancezeit. Geboren in Z. sind: Meister H a n s von Z., Bildhauer zu Schlettstadt (15. Jhdt.), Meister Jacob von Z., Provinzial des Steiger-Ordens,Begründer einer neuen Singmethode (15.Jhdt.), Joh. Kaspar Kessler von U n g a r i s c h - R a u s c h e n b u r g, Kaiserlicher Hofkammerraih bei der Kaiserlichen Armee in 1 Ungarn, f zu Wien 17W, nachdem er 7 Jahre in türkischer Gefangenschaft zugebracht hatte, Frz. Jos.Mose r. 1751-1780, Münsterpfarrer und seiner Zeit berühmter Kanzelredner in Strassburg,Joh. Frz. Heinr. von F lac hsl an d en, 1734-179b, Kriegsminister des Grafen von Provence, Feldmarschall und UnterbefehIshaber im Elsass, Maria Ant. Jos. Ristelhuber, 1785-1865, Arzt in Strassburg, gab die Anregung zur Gründung der Irrenanstalt Stephansfeld, Jacob L i e b e r m a n n , 1804 bis 1852, der < elsässische Apostel der Neger». G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Z.) 927,7 ha., 190-443 m über dem Meere. Vogesensandstein, Voltziensandstein, Buntsandstein. (Buche, Tanne, Eiche, Kiefer, Fichte, Hainbuche, Birke). Der südliche Theil ist seit langer Zeit im Besitz der | Gemeinde. Der nördliche Theil war bis zum 16. August 1801 (Unheil vom 29. Thermidor des Jahres IX) im ungetheilten Besitze der Gemeinden Z. und Dettweiler, an die er, jedenfalls vor dem 15. Jhdt., durch Schenkung der Bischöfe von Strassburg gekommen war. Vgl. Dettweiler. Litt er.: Bach,J., Les origines de Saverne. (Rev. cath. d'Als. 6, 1864, S. 3b9-379). Fischer, Dag., Das alte Zabern. [Abdr. aus dem Z.er Wochenblatt]. Zabern 1868. Ders., Geschichte der Stadt Z. im Elsass seit ihrer Entstehung bis auf die gegenw. Zeit. Zabern 1874. Fritz, Territorium des Bisth. Strassburg, S. 9-13 [für die ältere ' Gesch. v. Z.]. Köthen 1885. F u c h s , A., Zabern und Umgebung. Zabern 1891. Klein, Ch. G., Saverne et ses environs, illustres. Strasbourg 1*49. L u t h m e r . H , Zabern und Umgebung (Streifzüge und Rastorte im Reichslande b). Strassb. [1S91]. Ohleyer, J., Tres Tabernae Caesaris ou Histoire sommaire de la ville de Saverne. (Rev. d'Als. 3, 1852, S. 449-457». Stieve, Rieh., Zabern i. E. oder Elsass-Zabern. Geschichte der Stadt seit Julius Cäsar bis zu Bismarcks Tod. Bausteine z elsass-lothr. Geschichts- und Landeskunde. 6. H.i. Zabern i. E. 1900. Will, G. A., Diss. inaug. de foro Appü et Tribus Tabernis. Altorf 174b. A d a m , A., Die Wiedertäufer in Z. (Strassb. Diözesanbl. N. F. 3, 1901, S. 463-465). Diarium du siege de Saverne en 1622 ou Journal d'un habitant de Saverne sur le siege de cette ville par Mansfeld. i [Publie par] D. Fischer. (Rev. d'Als. 4, 1853, S. 3b9-377). Veritable relation en forme de lettre e'crite ä un ami ä Paris du camp de l'armee de S. M. T. C. de S.Jean des choux pres de Saverne, qui contient tout ce qui s'est passe entre les deux armees [betr. den Kampf b. Z. a m 4. Juni 1676] 4°. [Laur b üsch,] Jämmerl. Zerstörung der uralten bischöfl. strassburg. Residenzstadt Zabern i. J. Ib77. Neue vollst. Ausg. v. Dag. Fischer. [Sonderabdr. aus der Alsatia 9, 1873, S. 237-2o8]. Mülh. 1873. Fischer, D., Die Wiedererbauung der Mauern und Thore der Stadt Zabern lb74- lbS4. [Sonderabdr. aus Alsatia 10, S. 34l-35b.J. [Colm. 1875.] O s t e r m a n n , Er- • oberung der Stadt Zabern durch Sturm von den Generalen |