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Show Sennheim - Sentzich. 1029 der Stadt ein Amtmann, ein Baumeister, 4 Schöffen und 1 Fiscalprokurator, sowie ein Stadt- und Amtsschreiber. Seit 1735 wurde unter dem Widerspruch der Bevölkerung der Bürgermeister aus den nicht im Rathe sitzenden Bürgern auf Lebenszeit ernannt. König Wenzel eximirte 137(> die Stadt von jeder auswärtigen Gerichtsbarkeit, nachdem Kaiser Friedrich II. ihr das Marktrecht verliehen hatte. Besonders besucht waren die Sennheimcr Viehmärkte, die berühmtesten im Sundgau. Die Stadt besass ferner das Recht, Zoll, Umgeld, Bürgerrechtsgeld, Judenschutz-, Stand-und Waggeld zu erheben. 1720 gab es in S. 205, 17.52 342 Feuerstätten. Aus dein Geschlechte der von S. werden Heinrich Germanz 1271, Germant 1308 und 1317 erwähnt; später waren die S. Patrizier in Basel und in Mülhausen. Von den anderen in S. ansässigen adligen Familien seien noch die Herren von Plirt genannt, welche nicht zu verwechseln sind mit den Grafen von Pfirt; sie besassen, wie schon erwähnt, den Ptirter- und den Oberhof. - Die Pfarrkirche zu St. Stephan, ein romanischer Bau, wurde wohl im 12.-13. Jhdt. errichtet, der Thurm 1428 vollendet. Ihre heutige Gestalt erhielt sie durch den U m b a u von 1565-75; der 1846 abgebrannte Thurm wurde 1850 erneuert. Die Kirche enthielt früher eine Begräbnissstätte der Grafen von Plirt. Mehrere Grabsteine sind erhalten und in der jetzigen Kirche aufgestellt. Die Pfarrei gehörte bis 1801 zum Landkapitel Citra Colles Ottonis des Bisthums Basel; den Kirchensatz hatte der Bischof von Basel. Von sonstigen Gebäuden seien erwähnt: das 1277 durch den Schaffner Heinrich errichtete, von Katharina Pingler 1442 reich dotirte, 1797 veräusserte Spital, in welchem sich eine Kapelle zu Ehren des hl. Erhard befand, die ebenfalls eingegangenen Kapellen des hl. Michael auf dem Kirchberge, der Maria Magdalena im Walde zwischen Steinbach und Thann, und die Drei Königekapelle vor dem Colmarer Thor. Das alte Gutleuthaus wurde 1751 mit dem Spitale von S. vereinigt. - S. liegt a m Hauptkeltenwege von Beifort nach Brumath und Selz. Neolithische, La Tene und römische, auch fränkische Funde. Theile der Stadt-Befestigung sind noch vorhanden; so namentlich ein stattliches Stadtthor. Ferner besitzt S. viele Renaissancehäuser und Brunnen aus dem 16.-18. Jhdt. - In S. geboren wurde Karl Joseph von Latouche (1699-1775), Generallieutenant und (1761) französischer Gesandter a m preussischen Hofe; ferner Friedr. Engel-Dollfuss, geb. 1818, gest. 1883 zu Paris, oberelsässischer Gross-Industrieller, der unter vielen Ehrenstellen auch diejenige eines Ehren-Präsidenten der Societe industrielle von Mülhausen bekleidete und Begründer der Nähzwirn-Industrie des Elsasses wurde. Engel- Dollfuss war einer der ersten, der sich das hohe Verdienst erwarb, durch humanitäre Einrichtungen das Loos seiner Arbeiter zu verbessern. G e m e i n de w a l d (Oberförsterei Thann) 616,4 ha. Hochwald : Porphyr ; Niederwald : Diluvium. Tannen- und Buchenhoch wald, Eichen-, Hainbuchen-und Erlenniederwald.Wcide-fläche. Briele, L., Archives communales de la ville de Cernay . . . anterieures ä 1790. Inventaire sommaire . . . avec une introd. hist. par A. J. Ingold. [Die histor. Einleitung auch in Rev. d'Als. 1872, S. 198-220.) Colmar 1872. Ingold, A., Jean Dagobert d'Aigrefeuille, Cure ä Cernay (1785 ä 1791). (In : Ingold, Miscellanea alsatica III. Colmar & Paris 1897.) Stadt b u c h von Sennheim, hrsg. von A. Birlinger. Bonn [1884]. Le C o m b a t de Cernay, 1633. (Rev. nouv. d'Als.- Lorr. IX, S. 334-333.) Wegen des Dinghofes vgl. Stoffel, Weisthümer, S. 117 ff. S e n n h e i m , Kanton (Kr. Thann, O.-E.). Umfasst die Gden. Bernweiler, Niederaspach, Niederburnhaupt, Oberburn-haupt, Schweighausen, S., Staffelfelden, Steinbach, Uffholz, Wattweiler, Witteisheim und enthält auf 131,4777 q k m 2255 bewohnte Häuser etc., mit 13327 Einwohnern. - Der Ka. S., I790-1795 zum Distrikt, 1800-1370 zum Arrondissement Beifort gehörig, umfasst seit 1790 dieselben Gden. wie heute, mit Ausnahme von Bernweiler, welches ihm erst 1795 aus dem Ka. Altkirch zugewiesen wurde. Ausserdem lag im Ka. der jetzige A O . Oelenberg is. d.) der Gde. Reiningen (Ka. u. Kr. Mülhausen S e n n h e i m , Vogtei, s. Sennheim, Stadt. S e n n h e i m e r w e g , Zgl. (Gde. Rodern (Hohrodern), Ka. u. Kr. Thann, O.-E.). 8 E. 1 Hs. U m 1*34 errichtet. Gegenwärtig nicht im Betrieb. S e n n h ü t t e , Hf. (Gde. Heimersdorf, Ka. Hirsingen, Kr. Altkirch, O.-E.). 5 E. 1 Hs. Alt; Entstehungszeit unbekannt, soll ein Rest des verschw. Dorfes Steinbach (s. d.) sein. S e n n w e i h e r , im Illgebiet, 1,3 k m östl. Largitzen und 2,5 k m südwestl. Heimersdorf - 2,1b ha. Fischerei. Wird alle 6-8 Jahre abgelassen und bebaut. Privatbesitz. Abfls. zum Bettlachweiher. S e n o r r o y , Wir. (Gde. Norroy-le-Veneur, Ka. u. Kr. Metz, L.). 61 E. 26 Hsr. - Scnouroy 1674; ma. S'norrö. - Gehörte zur Mairie Norroy-le-Veneur (s. d.). S e n s c h b a c h s. Mosel 31. S e n t h e i m , Df. (Ka. Masmünster [s. 1790], Kr. Thann, O.-E.i. 1253 E. 193 Hsr. (12 GRe.) - 360 m. - A G . Masmünster (5,2); Bhf. S. (0,9). - Sente 1345; ma. Sannte. - Im Gebiete der Gde. lagen die verschw. O. Breyelmatten und Reinboltsweiler; die früher noch aufgeführten AO. Niedermühle und Obermühle-gehören zum Dorfe. - P. III. Kl. T. Bhf. is. 1869). Ortseinn. StEBez. Masmünster Regenstat. (365 m ) . Verbds.-Fw. (s. 1*92, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei (s. 1802) des Dekanats Masmünster. Schutzheiliger hl. Georg (23. Apr.). - Kalksteinbruch und Kalksteinbrennerei. 3 Kalk-j Steinbrüche. 3 Sandgruben. Kleine Ziegelei und Kalkbrennerei. Baumwollspinnerei und -weberei L. Bian & Cie., besteht seit Mitte der 40er Jahre des 19. Jhdts. 6776 Seifaktor-. 8484 Ringspindeln, 266 Webstühle, 425 Arbeiter. 750 Pferdekräfte, davon bis zu 400 Wasserpferdekräfte. S. gehörte zu der Herrschaft M a s m ü n s t e r und bildete mit Aue, Niederburbach, Gewenheim das untere Meierthum oder Meierthum des Unterthaies. Es unterstand dem Gerichte zu Gewenheim. Die Abtei Masmünster besass 1482 daselbst 3 Huber. Laut Urbar von 15*1 hatten die Bewohner jährlich 2 Viertel Dinkel als Burgkorn auf die Engelburg zu liefern. Der Kirchherr - die Aebtissin von Masmünster - reichte den an der Bittfahrt Dienstags vor Himmelfahrt theilnehmenden Unterthanen, laut Weisthum von 1579, ein Mahl und gab dazu einen Salmen. - Die Pfarrei gehörte bis 1801 zum Landkapitel Masmünster des Bisthums Basel ; den Kirchensatz hatte die Aebtissin von Masmünster. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Masmünster) 107.5 ha. (Gemischter Niederwald.) Alter Besitz der Gde. Sentingen, ehemaliger Bann in der Gde. Imlingen (Ka. u. Kr. Saarhurg, L.). 1294 als Hof bezeichnet; war Besitz der Herren von Finstingen, wohl als Verwalter des Amtes Saarburg; auf die Ansprüche der Grafen von Saarwerden wurde damals verzichtet. Sentzich, Df. (Ka. Kattenhofen [s. 1790], Kr. Diedenhofen- Ost, L ) . 5.53 E. 143 Hsr. (12 GRe.) - 150 m. - AG. Diedenhofen (10,9); Hp. Mallingen (5,2). - Sencicho 1147; Sinziche 1202; S ent zig 1408. - Die Gde. umfasst den H O . S. und die verschw. O. Fischt-Scheier und Schaffe-Platz. - StEBez. Diedenhofen. Fw. (s. 1852, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Kattenhofen s. 1822, vorher Annexe der Pfarrei Kattenhofen). Kirche des hl. Jakobus d. Aelt. (25. Juli). Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen. S. gehörte zu dem Gerichte Kattenhofen (s.d.). Es war 1147 mit dem Kirchensatz Besitz der trierischen Abtei St. Eucharius (St. Mathias) bei Trier. Vögte der Abtei waren damals dort die Valcoun-Bcrg. 1202 wurde das Dorf durch Schiedsspruch, gegen die Vögte, der Abtei zuge- I sprochen. Eine Grundherrschaft, von Diesdorf lehensrührig, |