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Show 808 Odilienboden - Oelenberg. Uohenhurgberg, Eisberg, Köpfel (s. d. besonders). Im engern Sinne heisst Odilienberg der nach drei Seiten jäh abfallende, nur im S. mit dem übrigen Gebirgsstock durch einen schmalen Rücken in Verbindung stehende Felsenvor-sprung, welcher durch das Odilienkloster (s. d.) gekrönt wird, 7o_' m, südwestl. St. Xabor, Ka. Rosheim, Kr. Molsheim. Der Berg wird in der Vita Odiliana (10. oder 11. Jhdt.) und in dem Topologus Novientensis (13. Jhdt.?) Altitona 'der zweite Theil des Wortes vermuthlich desselben Stammes wie Donon, s. d.), im Mittelalter ebenso wie das Kloster selbst H o h e n b u r g genannt. Der jetzt allgemein übliche Name von dem dort stehenden Kloster St. Odilien. Auf einer Zeichnung in dem • Horlus dcliciarum» der Herrad von Landsbcrg fügt die Verfasserin dem Namen Hohenburg das sonst unbekannte Wort «dellifer» bei, welches sie durch sublimis (erhaben) Übersetzt (Engelhardt, Herrad von Lands-perg und ihr W e r k Hortus deliciarum. Stuttg. u. TUb. 1818. Tab. XII). Heutigen Tages führt den Namen Homburg- (Hohenburg-) Berg der nördlich, ausserhalb der Heidenmauer gelegene Theil des ganzen Odilienbergmassives (s. u. Uohenhurgberg). Litteratur vgl. Odilienberg, Kloster. Odilienboden, verschw. Hf. (Gde. Hundsbach, Ka. u. Kr. Altkirch, O.-E). 1882 abgebrochen. Odilienquelle, gefasste Ouelle unterhalb des Klosters St. Odilien, an dem W e g e nach Niedermünster, neuerdings durch ein Eisengitter verschlossen. Nach der Legende liess sie die hl. Odilie hervorsprudeln, indem sie mit ihrem Stabe gegen die Felsenwand schlug; seitdem ist nach dem Glauben der Gläubigen ihr Wasser heilkräftig für die Leiden der Augen. Vergl. Stöber, Elsass. Sagen. Neue Ausg. II, S. 42. O d o n s , Fsths. (Gde. Plaine, Ka. Saales, Kr. Molsheim, U.-E.). Frühere Bezeichnung des A O . Hei de b ü c k el (s.d.) derselben Gde. O d r a t z h e i m , Df. (Ka. Wasselnheim [s. 1790], Kr. Molsheim, U.-E.). 370 E. 103 Hsr. (10 GRe.) - 180 m. - AG. Wasselnheim (6.2); Hp. Kirchheim (0,9). - O d r a d e s h e im 884; Oteresheim um 1120; O d c r a t e s h e i m 1161; ma. Oderze. - StEBez. Wasselnheim. Armr. (s. 1860). F w . (s. 1880, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Wasselnheim (1802-08 u. s. 1820, vor 1802 u. von 1808-20 Filiale von Kirchheim). Schutzheilige hl. Margaretha (20. Juli). Filiale Scharrachbergheim (s. 1827). Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Scharrachbergheim. Die Israeliten gehören zum Rabbinat Westhofen und benutzen den Judenkirchhof in Romansweilcr. - Ziegel- und Kalkbrennerei. Mühle. Altes Dorf; schon 747 schenkte ein Graf Hugo der Abtei Honau Güter daselbst. Eine Bestätigung ihres Besitzes zu O. erhielt die Abtei 884 durch Kaiser Karl den Dicken. Ca. 1120 erscheint auch Kloster Maursmünster in O. begütert. O. war ursprünglich Rcichsgut, gehörte dann im 13. Jhdt. zur Herrschaft Ochsenstein, erscheint jedoch im 14. wieder als Reichslehen und zwar im Besitz der Herren von Schäffolsheim (1361). Später galt O. als Allod und gehörte zum Territorium der untcrelsässischcn Reichsritterschaft. 1442 kam es an die Beger, sodann an die Landsbcrg und im Beginn des 17. Jhdts. durch weibliche Erbfolge an die Holzapfel von Herxheim. 1712 erbten es die Falkenhavn. Liese verkauften es ca. 1760 an die Praz, und von diesen kam es ca. 1765 durch Heirath an die Görandon. Später kam es in Besitz der Hohenlohc-Bartcnstein, in neuerer Zeit an die Freiherren von Röder. Die hohe Gerichtsbarkeit zuO.gehörte ursprünglich der Abtei Andlau als der Besitzerin des Stadelhofes zu Marlenhelm (s, d.); 1581 verkaufte sie die Abtei an die Stadt Strassburg. Diese einigle sich 1613 und 1673 mit den Besitzern von O. dahin, dass letztere die Civil-gerichtsbarkeit ausüben sollten, der Stadt Strassburg jedoch die Criminalgerichtsharkcit verbleiben sollte. Das Schloss zu O. 1765 erbaut. Ein adeliges Geschlecht von O., 1125 zu-ii st, im 12., 13. und 11. Jhdt. häufiger erwähnt, ca. 1573 ausgestorben. - Die sehr zahlreichen Juden in O. sind wahrscheinlich im 16. Jhdt. dort eingewandert, nachdem man sie aus dem bischöflich strassburgischen Gebiet vertrieben hatte. - Kirchlich war O. Filiale der Pfarrei Kirchheim. 1763 Marienkapellc erwähnt. - O. liegt a m Keltenwege von Molsheim nach Zeinheim. Römische und fränkische Funde. G e m e i n d c w a l d (Oberförsterei Wasselnheim) 25 ha. A[lbers], J. H.. Dorf und Schloss O. (Haus und Welt, Feuilleton der Gde.-Ztg. f. E.-L., 11. Febr. 1883.) O e d e n b u r g , verschw. O., s. Edenburg. O e d e n w a l d (Besitz der Stadt Strassburg) in der Oberförsterei Wasselnheim, Kr. Molsheim. 1002.7 ha. Gemarkung Kossweiler. 300-680 m über dem Meere. Vogesensandstein, Buntsandstein. (Eiche, Buche, Tanne, Kiefer, Fichte, Schwarzkiefer, Weymouthskiefer, Birke, Espe, Weide, Rüster, Hainbuche, Bergahorn, Hasel, Mehlbeere, Lärche.) Ursprünglich der Abtei Andlau gehörend, wurde der W a l d in der Grösse von 2051 ha, belastet mit Rechten der umliegenden Dörfer, im Jahre 1510 der Stadt Strassburg verpfändet, durch Vertrag vom 7. April 1581 von derselben käuflich erworben. Die Berechtigungen der anderen Gden. wurden im Jahre 1785 durch Abtretung von 1049 ha abgelöst (s. Westhofen). Oelbach s. 111 33. Oelberg, Haus u. K. (Gde. Bergholz-Zell, Ka. u. Kr. Gebweiler, O.-E.). 1 E. 1 Hs. Die Kirche wurde 1872, das Wohnhaus 1880 erbaut. In der Kirche alle Freitag Gottesdienst. Oelberg, Kap. östl. v. Hagenbach (Ka. Dammerkirch, Kr. Altkirch, O.-E.). 1858 erbaut, durch die Familie J. Meyer in Hagenbach gestiftet. Versinnbildlicht Christus im Oel-garten. Oelberg, Kap. (Gde. u. Ka. Rufach, Kr. Gebweiler, O.-E.i. 1844 durch einen gewissen Riebstein gestiftet; der hl. Apollonia und Odilia geweiht. Oelberg, Wir. (Gde. Urbis, Ka. St. Amarin, Kr. Thann, O.-E.). 15 E. 3 Hsr. Soll seit dem 14. Jhdt. bestehen. Oelberg, H , südl. Weitbruch, Ka. Hagenau. Oelberg, H., 240 m, bei (östl.) Mittersheim, Ka. Finstingen, Kr. Saarburg. O e l e n b e r g , Kl. u. M. (Gde. Reiningen, Ka. Mülhausen- Nord, Kr. Mülhausen, O.-E.). 228 E. 2 Hsr. - Oeleinberg 1144; O l in b er c 1261; ma. E lebarg. - Das Kloster, ur-j sprünglich Augustiner-Ordens, wurde um die Mitte des 11. i Jhdts. gegründet, der Ueberlieferung nach von der Gräfin I Heilwig von Egisheim, Mutter des Papstes Leo IX. 1618 wurde es dem Jesuiten-Kollegium in Freiburg, nach dem westfälischen Frieden dem in Ensisheim übergeben; mit letzterem wurde es 1764 aufgehoben und der Universität Freiburg überlassen. 1825 von Trappisten (reformirten Cis-terziensern) erworben, in deren Besitz es noch ist. Bis 1895 war es auch Frauenkloster, dann siedelten die Trappistinnen nach Ergersheim bei Molsheim über. 1474 Aug. wurde das Kloster von Stephan von Hagenbach geplündert; doch wurde derselbe dabei von der Besatzung von Thann überfallen und seine Truppen zersprengt. - Das Kloster liegt an einem Kelten-, nachmaligen Römerwege von Masmünster nach Banzenheim. In der Nähe Bronze- und Hallstatt-La Tenc-Fundc. Reste vom alten Klosterbau aus dem 11.-12. Jhdt. sind 1897 gefunden worden. Auch in der Kirche sind noch romanische Baureste vorhanden. - Im Zusammenhang mit dem Kloster werden z. Z. unter dem Namen 'Civilge-sellschaft zum Betriebe des Ackerbaus, betrieben: eine Käserei (8 Pferdekräfte), eine Bierbrauerei (dgl.) und eine Getreidemühle (12 Pferdekräfte). Fischer, R., Hundert Tage im Trappistenkloster auf dem Oelcnbergc. Eine Erinnerung aus dem Kriege von 1870/71. (Sonntags-Blatt der Neuen Preuss. [Kreuz-]Zeitung f. Litteratur etc. 188,8, Nr. 7, 8, o, 10.) [Auch bes.:] Berlin 1888. Müller, Gregor, Oelenberg-Altbronn. (Cislerzienser- Chronik VIII, 1896, S. 74-83.) [Auch bes. erschienen U. d. I Titel: Die Trappistinnen im Elsass. Bregenz 1S96.] Näher, |