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Show Molringen - Molsheim. 697 tenden Grundbesitz, auch die Minimen aus Bessingen waren dort begütert. - M. war früher selbständige Pfarrei des Archipr. Vergaville, schon 1304 als solche erwähnt, und hatte bis 1694 Geinslingen (s. d.) als Pfarrannexe. Nach Zerstörung des Ortes scheint die Pfarrei nach Geinslingen verlegt worden zu sein (s. d.). M o l r i n g e n , Fsths. (Gde. Molringen, Ka. Albesdorf, Kr. Chäteau-Salins, L.). 1899 erbaut. M o l r i n g e n , Staatswald (Gde. Molringen, Ka. Albesdorf, Kr. Chäteau-Salins, L.). 176 ha. Oberförsterei Albesdorf. (Eiche, Rothbuche, Hainbuche, Esche, Espe, Birke, Erle, Ahorn. Rüster, Linde. Ulme, Apfel-, Birn-, Kirschbaum, Eisbeere, Vogelbeere. Weide. Kiefer, Fichte). Muschelkalk, Keuper. Der Wald war Besitz der Abtei Vergaville in Folge Schenkung des Bertram von Marsal und seiner Frau Lorette von Craincourt (1304). Der Wald hiess 1699 Molringcn oder Platerbusch. 1789 als Nationalgut eingezogen; 1875 1,5 ha an die Reichseisenbahnverwaltung abgetreten ; 14 ha sind 1862 verkauft worden. M o l s b a c h , abg. Ort, zwischen Graufthal und Petersbach, bei der Weckenmühle (Gde. Lohr, Ka. Lützelstein, Kr. Zabern, U.-E.:. Mollesbach 14. Jhdt. U m die Mitte des 14. Jhdts. aus 10 Häusern bestehend und zur Grafschaft Saarwerden gehörig. Im 15. Jhdt. hatte die Abtei Neuweiler dort den Zehnten und andere Gefälle. Vermuthlich vor 1500 abgegangen. Der Bann kam wahrscheinlich an Lohr. M o l s b a c h e r K o p f , Westhang gegen das Rehbachthal, westl. Lützelstein ; auf einem der dort lagernden Sandsteinfelsen eine 50 cm tiefe Aushöhlung, von 6.3 cm Durchmesser, die im Volke der H e i d e n b r u n n e n heisst. S. Bleicher et Faudel, Materiaux III, S. 62. M o l s h e i m , St. I Ka. [s. 1790] u. Kr. gl. N., U.-E.), 3101 E. (Sterbf. 27,4, leb. Geb. 25,2 auf 1000) 497 Hsr. (21 GRe.) Den Gden. von 25 000 und mehr Einwohnern gleichgestellt (vgl. Th. I, S. 217). Serv.-Kl. IV. - BezHO. Strassburg (23,3); Bhf. M. (0,9,. - An der Breusch. 180 m. - M o l l e s h e i m Anfang des 11. Jhdts.; M o l e s h e i m 1226; ma. Molse. - Die Gde. umfasst den H O . M. (3072 E. 491 Hsr.), die A O . Finkenhof (s. 1S91, früher zu Avolsheim gehörig) und Galgenmatt und den unbew. O. Dompeter. - Bez- Kom. Landwehrbezirk für den Kr. Molsheim und die Ka. Buchsweiler, Lützelstein, Maursmünster und Zabern des Kreises Zabern.- P. II. Kl. mit einer Zweigstelle. T. Bhf. (s. 1864). Hp. Dachstein (s. 1864). Kreisdirektion. Kasseninspektor. Kreisschulinspektor. AG., umfassend den Ka. M. 2 Gerichtsvollzieher. 2 Notare. Kantonal-Polizeikommissar (für die Ka. M. und Wasselnheimi. Gendarmerieberitt. Gendarmeriestation. Oberstktr. StA.I. Ortseinn. Verkehrssteueramt. Stktr. StEBez. für die Gden. Altdorf, Avolsheim, Dachstein, Dorlisheim. Ergersheim, Ernolsheim, Molsheim, Sulzbad, Wolxheim. Wiesenbaumeisterbez., umfassend den Kr. Molsheim. Aichamt für den Kr. M., den Ka. Oberehnheim des Kr. Erstein und die Gden. Andlau, Barr, Eichhofen, Gertweiler, Heiligenstein, Hohwald, Mittelbergheim, St. Peter und Stotzheim des Kr. Schlettstadt. Gde.-Fassaichungsamt. Landwirthsch. Winterschule (vgl. Theil I, S. 183). Kreisbauinspektor. Im ehem. Kollegiengebäude (s. u.i Mädchen-Pensionat und Erziehungsanstalt Uns. lieb. Frauen» Augustinerinnen (s. 1836, vorher in Dieuze [s. d.], mit Elementarschule, s. 18S8 auch mit Waisenhaus'. 4 Aerzte. Kreisthierarzt. 2 Apoth. Hospital (Jenner-Stift, s. 1737, 50 B., davon 47 für Kranke und Sieche. 3 für Waisen; Grundbes. 27,33 ha.). Waisenhs. (s. 1889). Armr. (Gründungsjahr unbekannt, besteht seit etwa 60 Jahren). Filiale der Sparkasse zu Strassburg (s. 1866. Eine Sparkasse Molsheim bestand 1835-54). Schlachthaus (s. 1898). Wasserltg. (s. 1847;. Landw. Kreisverein (49S Mgl.). Wohlthätigkeitsverein M. Sitz des Kr.-Fw.-Verbds. M. (gegr. 31. März 1895), umfassend die Verbds.-Fwn.: Bergbieten, M., Mutzig, Romansweiler, Rothau, Sulzbad. Vorbruck, Wasselnheim, Wolxheim. Verbds.-Fw. (s. 1872, 7 Spritzen). Krgv. (s. 22. Febr. 1880). Turnv. (s. 1890). - Sekt. M.-Mutzig (s. 1879, 1892 kam auch Grendelbruch dazu) des Vogesenklubs. (1783 wurde in M. durch den Vikar Kremp das Kloster der Lehrschwestern der göttl. Vorsehung gegründet, welches 1819 nach Rappoltsweiler verlegt wurde. I - Kath. Pfarrei II. Kl., Sitz des D e k a n a t s (s. 1802), umfassend die Pfarreien M. und Mutzig und die Hilfspfarreien Altdorf, Avolsheim. Dachstein, Dinsheim, Dorlisheim, Ergersheim, Ernolsheim, Gressweiler, Heiligenberg, Lützelhausen, Niederhaslach, Oberhaslach, Still, Sulzbad, Urmatt, Wolxheim. Schutzheiliger hl. Georg (23. April). Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Dorlisheim. (Grundstein zu einer prot. Kirche im Mai 1900 gelegt). Die Israeliten gehören zum Rabb. Mutzig. jüdischer Friedhof in Rosenweiler. - Eisen- und Stahlwaarenfabrik von Coulaux & Cie. (220 Arbeiten. Lohgerherei. Cigarrenfabrik. Druckerei. Orgelbauerei. Elektrizitätswerk (s. 1899). Elektr. Strassenbe-leuchtung. H a n d e l : Holz, Kohlen, Salz. 2 Buchhandlungen, von denen eine nach 1*71 entstanden. Lagerhalle des Landwirthsch. Kreisvereins M.Ende April Kram-, Vieh-, Schweine-u. Jahrm. Ausserdem jeden ersten Montag im Monat Viehm. Zeitung: Molsheimer Kreisblatt, 2 mal wöchentlich; dtsch. u. franz. U m 820 und um 920 erwarb das Strassburger St. Thomasstift durch Schenkung seitens Strassburger Bischöfe Besitz im Bann von M. Das ist das erste Mal, dass M. erwähnt wird. Ob der Ort damals schon ganz bischöflich war, ist zweifelhaft; sicher ist dies erst aus der Mitte des 12. Jhdts. bezeugt. Doch war M. damals nicht direkt im Besitz des Bisthums, sondern befand sich sammt dem Dinghof in der Hand der Hohenstaufen, als bischöfi. Lehen. Nach , Heinrichs VI. Tode (1198) versuchte Bischof Konrad III. M. u. a. Besitzungen (darunter Mutzig) wieder in seine unmittelbare Gewalt zu bringen und gerieth dadurch in Kampf mit Philipp von Schwaben, der 1198 M. eroberte und zerstörte, 1199 jedoch u m den Preis der ferneren Unterstützung Konrads die Strassb. Kirchenlehen, darunter auch M., dem Bischof zurückgab. 1219 dem Kaiser Friedrich II. wieder restituirt, 1240 demselben mit Gewalt entrissen, blieb M. noch das ganze 13. Jhdt. hindurch Streitobjekt zwischen Reich und Bisthum. Doch wurde es letzterem 1274 durch Rudolf von Habsburg, 1293 durch Adolf von Nassau und endlich 1308 durch Heinrich VII. endgültig zugestanden und blieb fortan in bischöfi. Besitz bis zur Revolution. Später wurde es dem Amte Dachstein zugetheilt. Schon 1318 liess Bischof Johann I. die (zuerst 1263 erbauten) Ringmauern der Stadt erweitern, baute ein festes Schloss, das erst um 1677 von den Franzosen abgetragen wurde, und gründete das Hospital, das er reich mit Gütern ausstattete. Dieses Hospital mit seinen Gütern wurde 1590 zu einem Jesuitenkolleg gemacht, das 1580 durch Bischof Johann von Mander- I scheid gegründet, 1617 zu einer Universität erweitert, 1702 I durch Ludwig XIV. mit der Strassburger Hochschule ver- I einigt wurde. Nach Aufhebung des Ordens (1764i wurde es | von der Stadt vergeblich zurückgefordert, vielmehr dem I 1765 wieder errichteten und der Universität Strassburg un- I terstellten bischöflichen Kollegium belassen. Unter dem ' Konsulate und dem ersten Kaiserreiche war das Kollegien- I gebäude Sitz des für die beiden Rheindepartements gebildeten Senatoriats, das dem Marschall Kellermann, Herzog von Valmy, übertragen wurde. Der Senator war zu einer cre-i-monatlichen Residenz in M. verpflichtet und bezog 25000 Fr. Jahresrente. 1820 wurde das Kollegiengebäude bischöfliche Sommerresidenz. Eine von Bischof Lepage de Trevere dort errichtete höhere Schule wurde 1834 nach Marlenheim verlegt. Jetzt ist im Kollegiengebäude die Erziehungsanstalt U. L. Frauen (s. o.). - 1353 weilte Karl IV. zum Besuche des kranken Bischofs Berchtold in M. 1592, im Bischofskrieg, wurde M., wohin sich 1560 das Domkapitel und die Stiftsherrn des Petersstiftes aus Strassburg begeben hatten, von |