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Show 1058 Stossberg - Strackenberg. Salz. Die Mühle in St. besassen als murbachisches Lehen die Stör, nach deren Aussterben 1594 die Landenberg. Im 1*. Jhdt. wurde in St. Kupfer gegraben. Kirchlich gehörte St. stets zur Pfarrei Moliau (s, d, . G c m e i n d e w a l d iOberförsterei St. Amarin) 268,5 ha. (Zwei Drittel Tanne, ein Drittel Buche). Im Besitze der Gde. seit 1813 in Folge Theilung; bis dahin seit der Revolution ungetheilt mit Nachbargemeinden ; früher Besitz der Abtei Murbach. Stossberg, Wir. <,de Hochwalsch, Ka u. Kr. Saarburg, L.). 44 E. 4 Hsr. Das erste Haus ist 1833 erbaut worden. Stossmatt (Altmühle), Hsr. (Gde. Dagsburg, Ka. Pfalzburg, Kr. Saarburg, L.i. 7 E. 2 Hsr, 1699 als Sägemühle in der Grafschaft Dagsburg erbaut. Stossweier, Df. (Ka. Münster [s. 17901, Kr. Colmar, O.-E.). 1856 E. 309 Hsr. (18 GRe.). - 450 m. - A G . und Bhf". Münster (2,7).- S to zzesuui 11 are 783; S c otten wilre cit. 817 (12. Jhdt.); ma. Stos s w i r, St a w w e s w ir. - Die Gde. umfasst den HO. St. (844 E. 118 Hsr. und die A O . Altenberg (Sennhütte), Altenberg (Wir.', Ampfersbach, Bärenbach, Bollmessmiss, Brennäckerle, Brochacker, Brunkress, Deutsch-Lundcnbühl, Eiligmauer, Erdbruch, Escheren, , Frankenthal, Gaschney, Gaschneyrieth, Germanien, Gross- i matt, Haeslen, Hagel, Im Berg. Lichteren, Looch, Miss-heimle (Mühsäumle), Missholzmiss, Montag, Muschlers-berg, Nisslesmatt, Rebberg, Redliswassn, Remlooch, Ros- ] selwasen, Rothrieth, Sattel, Schäferthal, Schalleren, Schanz-wasen I Tschaswasen), Schlucht, Schluchtmatt, Schmelz wasen, ! Schneiget, Schupferen, Schupfersmättli, Schweinsbach, Stein- | mauer, Stolzen-Ablass, Vorderschneiget, Wida. (Der früher ', als AO. bezeichnete Wir. Kübel ist ein Theil des HO.) Ferner lag im Gebiete der Gde. der verschw. O. Altenberg-matt. - P. T. Gendarmeriestat. Ortseinn. StEBez. Münster I. Vcrbds.-Fw. (s. 1848, 5 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Münster (s. 1869, vorher Filiale von Münster). Schutzheilige hilfreiche Mutter Gottes (24. Mai). Filiale: Sulzern. Die Kirche steht im A O . Ampfersbach. Prot. Pfarrei des Konsistoriums Münster, lnspektion Colmar. - Baumwollweberei Gebr. Graff, mit Wasser- und Dampfkraft. 222 Webstühle, 111 Arbeiter. Sägemühle, 2 Getreidemühlen, 2 OelmUhlen. Bürsten-, Bürstenholz- und Holzschuhfabrik. Elektrische Beleuchtung. St. war eins der 6 grossen Dörfer der Herrschaft Munster (s. d.i, deren Schicksale es theilte. Begütert in St. war durch Schenkung des Herzogs Attich das Kloster Ebersmünster, welches den Forst zwischen St. und Metzeral zur Hälfte besass. Kath. Pfarrsitz mit der Filiale Sulzern seit 1869, vorher zuerst Filiale von Mühlbach, seit 1808 von Münster. Die Reformation fand u m 1530 Eingang. Die prot. Pfarrei wurde 1858, in demselben Jahre wie die Kirche, errichtet, vorher war sie Filiale von Sulzern. - Die kleine Glocke auf dem Gemeindehause soll aus der alten Muttergotteskapelle im AO. Schweinsbach (s. d.) stammen. Gerne in de w a l d (Oberförsterei Münster) 838,3 ha. (Fichten- und Tannen-Hochwald; 50 ha Büchern. Im Besitz der Gde. seit 1846, früher ungetheilt mit den Gden. Münster, Sondernach, Breitenbach, Luttenbach, Mühlbach. Metzeral, Hohrod, Eschbach und Sulzern s Münster). Stotzheim, Df. (Ka. Barr. [1790 Ka. Barr, 1802-72 Ka. Benfeld, dann wieder Ka. Barr], Kr. Schlettstadt, U.-E.). 1369 E. 340 Hsr. (12 GRe.i - 175 m. - AG. Barr (5,9); Bhf. Eichhofen (3.9). - Stozzeswillare 783; S t o z z e s - heim 824; Stotesheim 1171; Stotzheim 1314; ma. Stotze. - P. F. Oeff. Fcrnsprechstelle (s. 1898). Ortseinn. StEBez. Barr. Armr. (s. 1806»; Wohlthätigkeitsverein: St. Vincenz-Verein. F w . (s. 1881, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Benfeld (s. 1802); Schutzheiliger hl. Nikolaus (6. Dez.). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Mittelbergheim. Die Israeliten gehören zum Rabbinat Oberehnheim. Synagoge (s. 1837). Jüdischer Friedhof in Schlettstadt. - Ziegel- und Kalkbrennerei; 5 Getreidemühlen. H a n d e l : Vieh, Getreide. Erhebl. Tabackbau. Altes Dorf; schon 783 und 787 war die AbieLAVci.ssen-butg. daselbst begütert U m 884 schenkte Kaiser Karl der Dicke dem von seiner Gemahlin Richardis gestifteten Kloster Andlau Besitz in St. Ferner erscheinen daselbst als begütert: Abtei Moyenmoutier 1140, Kloster Baumgarten 1171, Abtei Eschau 1180, Kloster Ettenheimmünster 1225. Ein adeliges Geschlecht von St. wird 1232 erwähnt. W e r bis zum 13. Jhdt. Besitzer von St. war, ist nicht nachzuweisen 'ob Abtei Ebersmünster?). Anfang des 14. Jhdts. besass das Bisthum Strassburg daselbst einige Güter und Rechte. Dieser Besitz vergrösserte sich dadurch, dass Herzog Ludwig von Bayern 1313 zu Gunsten des Bisthums auf seine Güter zu St. verzichtete. 1314 kaufte Bischof Johann I. dann auch noch die bisher im Besitz des Cuno von Bergheim belind-lichen, sehr beträchtlichen Rechte und Güter zu St. an, und damit war das ganze_J)orf im (Domanial-)Besitz des B i s t h u m s Strassburg und blieb es bis zur Revolution (Amt BenTeld). 1521 gestattete Kaiser Karl V. dem Bischof Wilhelm III., den in Abgang gekommenen Wochenmarkt zu St. zu erneuern. Die beiden Schlösser zu St.,""cTäs alte und das neue (letzteres aiTch Grünstein genannt), waren reichsritterschaftlich und als rappoltsteinische Mannlehen Anfang de! 15. Jhdts. im Besitz" der Marx von Eckwers-heim, dann (durch Heirath) der Landsberg, 1474 der Herren von Dettlingen. Im 16. Jhdt. scheinen die Marx von Eck-wersheim wieder Besitzer oder Theilhaber gewesen zu sein, im 17. Jhdt. gehörte das alte Schloss wieder den Dettlingen, die es 1688 an den Präsidenten des Conseil souverain, Claude Le Laboureur verkauften, der wegen seiner herrschaftlichen Rechte 1695 mit dem Bisthum Strassburg prozessirte; von dessen Erben, de Marclesy, ging es 1735 durch Kauf an die von Schwengsfelden über. Das neue Schloss, Grünstein, war im 17. Jhdt. im Besitz der Müllenheim. Im 18. Jhdt. jedoch erscheint es im Besitz der Inhaber des alten Schlosses; denn in dem Lehensbrief für die Schwengsfelden von 1786 heisst es: «Grünstein, das alte und neue Schloss». Die Nachkommen der von Schwengsfelden wanderten theilweise aus, sodass die Hälfte von Grünstein als Nationalgut eingezogen wurde. Das Ganze kam 1801 an den Baron de Douay und 1835 an Baron von Müllenheim. Der Dinghof zu St., St. Symphrions Dinghof genannt (ursprünglich der Abtei Hohenburg gehörig), wurde, nachdem er vorher im Lehensbesitz der Wepfermann von Oberehnheim gewesen war, 1458 von Bischof Ruprecht den Herren von Oberkirch verliehen, scheint jedoch von diesen nach 1600 wieder ans Bisthum abgetreten worden zu sein. St. wurde 1444 von den Armagnaken, 1622 von Mansfeld geplündert. - Kirchlich gehörte St. zum Landkapitel Andlau. 1464 Rektorat, beständiges Vikariat, Primissariat und Kaplanei. Das Patronatsrecht der Pfarrei besass 1693 die Abtei Ettenheimmünster, 1763 und später der Hohe Chor des Strassburger Domstifts. Eine Kapelle St. Symphorianus im 17. und 18., eine Muttergotteskapelle im 1*. Jhdt. erwähnt. Daneben eine Hauskapelle auf Schloss Grünstein. - Nach einigen soll Cäsars Lager vor dem Kampfe mit Ariovist (58 vor Chr.) an der Stelle von St. gewesen sein. - St. ist Geburtsort von Franz Karl Spitz, Professor a m kleinen Seminar und Erzpriester a m Münster zu Strassburg, geb. 1808, gest. 1880 in Strassburg. G e m e i n d e wald (Oberförsterei Barr) 148,1 ha. (Eiche, Esche, Ulme, Espe, Erle, Hainbuche, Hasel, Pappel und Weiden, Massholder, Dornen und sonstige Straucharten). Litt er.: Actes divers touchant la translation du lief de Gruenstein relevant du prince palatin du Rhin comme comte de Ribaupierre de la famille de Dettlingen ä la fa-mille Le Laboureur. (Ohne Angabe des Druckortes und Jahres) 4°. R a t h g e b e r , J„ Schloss Grünstein in Stotzheim. Strassb. 1882. S t r a c k e n b e r g , Südhang des Bannwaldes (s. d.), auf |