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Show 946 Saargemünd. nach S., winden abei bald wieder vertrieben, I »as Schloss war 1634 aui Befehl Richelieu's zerstört worden, und die Stadt hatte durch die feindliche Besatzung viel zu leiden. Nachdem 1680die Stadt Wallerfangen bei Anlage der Festung Saarlouis durch Frankreich theilweise abgerissen worden war, ist 1690 der dortige Sitz des Bailliage d'Allemagne nach S. verlegt worden. Bei der Neubildung der Bailliages l"öl ist S. Sitz eines solchen geworden. Das Aufblühen von S begann eigentlich erst im 19. Jhdt. - Bis zur Revolution -'horte S. zur Pfarrei Neunkirchen und erhielt erst 1765 eine eigene Kirche. - A m 20. Juni 1815 kurzes Gefecht bei S. /wischen der 2. Division Graf Beckers (vom Korps des Feldmarschalls Fürsten Wrede) mit Bewaffneten vom Bürgerstand. S. genommen. A m 21. Juli 1870 wurde S. durch ein Infanterie-Regiment der französischen Division Laveaucoupet und etwas Artillerie besetzt, zur Beobachtung der Strassen und um die Verbindung mit dem Korps des Generals de Failly zu unterhalten. A m 21. Juli wurde das Korps des Generals de Failly mit seinem Hauptquartier und den beiden Divisionen Goze und Abadie von Bitsch nach S. verlegt. Archäologisches etc.: Vorgeschichtliche Zeit: Eine neolithische Wurfspiessspitze aus Feuerstein und zwei bronzene Beile. Mardellen in sämmtlichen Waldungen der Oberförsterei, und in der Nähe einige Hügelgräber. Römische Zeit: Römerstrasse mit einer Brücke über die Blies. A n mehreren Stellen römische Reste, jedoch ohne besondere Bedeutung. Mittelalter: Degenklinge in der Saar gefunden. - 15 a u g e s e h i c h 11 i c h e s : Schloss: Wohl Anlang des 13. Jhdts. erbaut, 1510 umgebaut. Der /weite Stock Ende des 16. Jhdts. neu hergestellt; die Bc- 1 -tigungen des Schlosces 1634 auf Befehl von Richelieu abgetragen. Das Schloss, dessen Anlage den Grundriss eines unregelmässigen Fünfecks zeigt, war nach der Nord-und Westseite durch drei starke Thürme geschützt, von denen die beiden nach N. z. Th. noch erhalten sind. Ein wenig unterhalb desselben, nach der Stadt zu, lag die I! u rg - K ., pell e zu Ehren des hl. Nicolaus, eine sehr kleine Kapelle, innerhalb der Ringmauern, an der Südseite des Schlossberges gelegen. In ihr wurde früher der Pfarrgottesdienst gehalten. Sie wurde 1757 abgetragen. - Stadtbefestigungen: Eine hohe, durch Gräben geschützte Mauer trennte die Burg von der Stadt, welche selbst schon früh befestigt gewesen zu sein scheint. 13*0 werden die Stadtbefestigungen zuerst erwähnt. Sie bestanden aus einer hohen Mauer mit 12 Rundthürmen, von welchen noch 4 übrig sind. 17L* wurde die Stadtmauer niedergelegt. -- Die heutige evang. Kirche ist a m 20. Febr. 1898 eingeweiht, die frühere. 1844145 erbaute, 1898 in ein Theater umgebaut worden. - Katharina-Kapelle: Eine 138b durch Nico-laus von Gersbach gestiftete Kapelle und von ihm der Abtei Wadgassen geschenkt. Diese errichtete in der Kapelle (1393) mit Hülle der Herzoge von Lothringen ein Priorat, welches auch unter dem Titel eines Collegiatsstifts schon 1470 erscheint. Kanoniker werden 1508 erwähnt, 1533 nur mehr 4 Kapläne. Die Kapelle wurde 17o5 abgerissen, u m die jetzige Kirche zu bauen. - Kreuz-Kapelle: 1503 erwähnt an Stelle der heutigen Synagoge, anfangs dieses Jhdts. abgetragen. - Kapuziner-Kloster: U m 1720 gegr. (jetzt Landgerichtsgebäude). Ein Siechenhaus (La Mala-drerie), das an der Strasse nach Neunkirchen lag, ist im 10jährigen Kriege zerstört worden. - Verschwunden ist auch die 1546-48 von den Bürgern erbaute Halle. - Die alle steinerne Saarbrücke aus dem 15.-Ib. Jhdt. ist 1783 zerstört worden. In S. geboren: Jean-Baptiste-Philippe Barth, Professor der anatom. Pathologie zu Paris, geb. 1806, gest. 2. Sept. 1-7", Verfasser vieler medizinischer Werke. Jean-Pierre Haffner, geb. 30. Juli 1821, gest. 12. Dez. 1880, Gründer einer Kupfer- und Schmiedeeisenfabrik in Paris (1*17), in S. (1853) und in Bliesbrücken, Erfinder mehrerer nach ihm benannten Sicherheitsverschlüsse- (Brcv. v. 1875), gründete 1856 in S. die Unterslützungsgcnossenschaft der Metallarbeiter. Georg Kister, geb. 26. Jan. 1755, frz. General, wegen seiner hervorragenden Verdienste 1808 zum Baron de l'Empire erhoben, gest. 1832. Jean-Baptistc Graf von , Lauer, geb. 15. April 1759, gest. 17. Dez. 1816, frz. Brigade , General. Jean-Baptiste (oder Claude) baron de Regnault, | geb. 11. Juli 1734, gest. 13. Nov. 1829; seinerzeit namhafter Maler. Jean-Martin R e n a u d . geb. 1746, gest. 20. Jan. 1821. Ehem. bekannter Bildhauer. G e m e inde w ald Saargemünd-Neunkirchen (Oberförsterei S.i 337 ha. - 220-200 m. - Muschelkalk, Keuper, Diluvium. (Eiche, Buche, Hainbuche, Esche, Espe, Dornen, Fichte, Kiefer.) Ungetheiltcs Eigenthum der Gden. S. und Neunkirchen und zwar besitzt S. drei Viertel und Neunkirchen ein Viertel. Benoit, A., Les premie-res ann6es de la guerre de Trente-Ans dans le Saarthal (Jahrb. d. Ges. f. lothr. Gesch. 2, 1890, S. 301-305). - B o x , Etymologie de Sarreguemines, deduitc de sa Situation topographique entre Steinbach et Rilching (Mem. de l'Ac. de Metz, 1884-85, S. 111-151. - B o x , N., Notices sur les pays de la Sarre et en particulier sur Sarreguemines et ses environs. T. 1., II. Metz 1**7-1902. - Lempfrid , H., Meier, Heimeier und Schöffen der Stadt S. bis zum Jahre 1722. Ein Beitrag zur Gesch. der Stadt-verfassung. Sonderabdr. aus dem Rechenschaftsbericht der Stadt S. pro 1889/90. Saargem. 1890. - T h o m i r e , Aug.,Notes hist. sur Sarreguemines. Strassburg 1887. - Huber, E., D6couvertcs numismatiques. Canton de Sarreguemines. (Mem. de l'Ac. de Met/. 1884-85, S. 199-206.) S a a r g e m ü n d , Bailliage des Herzogthums Lothringen, losii nach Abtretung von Wallerfangen, (Sitz des Bailliage d'Allemagne), an dessen Stelle von Frankreich Saarlouis gebaut worden ist, gebildet. Das Bailliage S. umfasste vor 1751 ganz Deutsch-Lothringen mit Ausnahme der Freiherrschaft Finstingen; seit dem Edikt vom Juni 1751 gehörten dazu die Ortschaften der heutigen Kantone S. (ausser Hundlingen, Lixingen, Ruhlingen, Settingen, Wölferdingen und Wustweiler und Forbach (ausser Merlcnbach und Thedingen; Stieringen- Wendel |s. d.] bestand damals noch nicht, die Glashütte Sophie gehörte aber zum Bailliage S.), sowie Achen, Altrip. Auersmacher (jetzt z. Rheinpreussen i, Beningen. Blies-Mengen (z. Pfalz i, Blies-Bolchen (dgl), Bockenheim < Saarunion i, Cap-pel, Ernstweiler, Ettingcn, Hellimer, Herrchw eiler, Hilsprich, Hunkirch, Johanns-Rohrbach, Kerbach, Klein-Blittersdorf (z. Rheinprovinz), Klein-Rohrbach (jetzt zur Gde. Nellingen), Kkintänchcn, Niedcrgailbach z. Pfalz), Obergailbach, Püttlingen, Rciningen, Remeringcn, Richlingen, Saaralben, Saarwerden, Sengbusch, Valette (jetzt zur Gde. Oberhost), Willerwald, Wittersburg. - Im Bailliage S. galt lothringisches Recht; nur in den Gden. Kochern, Morsbach (mit dem Gänsbacherhofe), Folklingen, Herrchweilcr, Beningen. Sengbusch und in dem Wir. Valette der Gde. Oberhost galt das bischöfl. Gewohnheitsrecht, weil diese Ortschaften früher zur Vogtei von St. Avold gehört hatten. D e m Kgl. Bailliage S. sind auch die durch die Verträge vom 15. Febr. 176b und vom 26. Okt. 1770 von Nassau-Saarbrücken an Frankreich abgetretenen Dörfer und Gebietsstücke zugetheilt worden (s. Ueberherrn , Herrschaft). Durch Edikt vom Juni 1772 wurde das Bailliage S. dem Siege Presidial in Dieuze als Berufungsgericht unterstellt, S a a r g e m ü n d , Kastellanei. Von dem Gebiete der Kastellanei S. gehörten dem jetzigen Bez. L. an: 1. Stadt Saargemünd, 2. Blies-Ebersingen, 3. Dieblingen, 4. Folpers-weiler, 5.Blics-Gersweiler (ohne Df. Bliesschweyen), 6. Grossblittersdorf. 7. Ellweilcr (Gde. Lupershausen), 8. Neuscheuern, 0. Neunkirchen, 10. Remeltingen, 11. Saareins-mingen, 12. Tentelingen, 13. Wittringen. Iplingen, welches 1751 als zur Kastellanei gehörig aufgeführt wird, ist |