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Show Wangen - Wangenburg. 1179 1598 den Colmarer Bürger Martin Kriegelstein in den erb- j liehen Reichsadelstand mit dem Beinamen von Wandelburg j erhoben. Es scheint dabei eher an die Wandelburg bei Hirz-bach als an die gleichnamige Ruine bei Benken in St. Gallen (Seebezirk) gedacht worden zu sein. Beide Namen sind später ohne Ermächtigung von weiblichen Nachkommen der Familien Herr, von Binder und zuletzt Pfeffel geführt und Anfang des 19. Jhdts. wieder abgelegt worden. W a n g e n , Df. (Ka. Wasselnheim [s. 1790], Kr. Molsheim, U.-E.). 713 E. 182 Hsr. (12 GRe.) - 170 m. - AG. Wasselnheim (4,1); HSt. W . (1,2). - Uuanga 742, 884; Uuangon 828. - Die Gde. umfasst den HO. W . (665 E. 172 Hsr.), den AO. Wangenmühle und die verschw. O. Kreuzkapelle, Schanlitt. - Oeff. Fernsprechstelle (s. 1901). (HSt. W . [s. 1864] gehört zur Gde. Marlenheim). Ortseinn. StEBez. Westhofen. | Armr. (s. 1830). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Wasseln- ! heim (s. 1802). Kirchenfest 3. Aug. (Inv. St. Stephani). Kreuzkapelle. Prot. Pfarrei Augsb. Konf. (s. 1540), seit 1802 zum Konsistorium Wasselnheim gehörig. (Inspektion Neue Kirche in Strassburg). Filiale Marlenheim. - Branntweinbrennerei; Oelmühle; Getreidemühle. Handel: Wein. Ursprünglich Königsgut, wahrscheinlich von Kaiser Lothar S45 der Abtei St. Stephan geschenkt; blieb W . seitdem bis zur Revolution im Besitz der Abtei. Im 14. Jhdt. verlehnt, 1364 an die Stahel von Westhofen und an die Hohenburg, 1372 und 1419 an die Ochsenstein. Nach deren Aussterben, 1485, wollte es Zweibrücken-Bitsch an sich nehmen, doch wurde es mit Hülfe des Kaisers von der Abtei St. Stephan als erledigtes Lehen eingezogen. Die Burg von W . war 1359 als bischöfiieh-strassburgisches Lehen im Besitz der nach W . benannten Herren von W., 1420 von den Strassburgern verbrannt. Bald darauf wieder aufgebaut, fiel sie 1444 den Armagnaken in die Hände, die sich dort erfolgreich gegen die belagernden Strassburger verthei-digten. 1514 bei einer Empörung der Einwohner erstürmt, wurde sie 1566 von den W . an die Abtei St. Stephan verkauft, die somit das ganze damals seiner Befestigung wegen als Stadt bezeichnete W . besassen. 1575 erbaute die Abtei den sogen. Freihof, das Wohnhaus des Oberschultheissen. Dort wurde von jeder neugewählten Aebtissin der Schwörtag abgehalten. Der an die Abtei zuzahlende Zehnte (etwa 800 Ohmen Wein), 1700 durch Ludwig XIV. auf das Haus der Schwestern von der Heimsuchung übertragen und, nachdem schon 1789 die später hinzugefügten 600 Ohmen Bodenzins abgeschafft worden waren, 1793 aufgehoben, war im Anfang des 19. Jhdts. Gegenstand eines Prozesses; da zwei Wucherer auf Grund gefälschter Papiere diese Steuer als noch bestehend zu erweisen suchten. Die Gde. gewann 1830 den Prozess. Zum Andenken wurde 1834 der Brunnen bei der Kirche errichtet und wird jährlich am 3. Juli das «Brunnenfest> gefeiert. 1750 wurde der Freihof mit den Trümmern der damals abgebrochenen alten Burg vergrös-sert, 1791 als Nationalgut verkauft. - W. wurde 1375 bis auf die Burg von den Engländern genommen, 1592 von den Lothringern geplündert. Im 30jährigen Kriege, 1632, wurde W. geplündert, 1644 und 1646 von Turenne besetzt. - Kirchlich hatte W . 1464 ein Rektorat, Plebanat und Kaplanei. 1540 die Reformation eingeführt. Seitdem prot. Pfarrei, deren Patronatsrecht der Abtei St. Stephan zustand. Die Kirchenbücher gehen bis lb44 zurück. Simultaneum und (königl.) kath. Pfarrei mit Filiale Tränheim (bis 1847) seit ca. 1690. Die Kirche 1214 erbaut, zuletzt 1830 erneuert. 1763 eine Kreuzkapelle erwähnt. Diese stand auf dem Wangenberg, nördlich vom Orte, wurde aber dort abgebrochen und im Orte, neben der Kirche, wieder aufgebaut. 1830 abermals abgebrochen, wurde sie 1833 in der Niedergasse wiedererbaut. - Nach dem Dorfe und Burg W . nannte sich ein adeliges (Herren) -Geschlecht, zur unterelsässischen Reichsritterschaft gehörig, eines der ältesten und vornehmsten im Elsass, neben einer Linie der Wurmser das einzige in der Reichsritterschaft, das stets kath. geblieben ist. Das Geschlecht, 1147 mit Hezilo von W . zuerst erwähnt, besass bis lSbbdie BurgW. und war im 13.und 14. Jhdt.mit den Finstingen, Ettendorf und Geroldseck verschwägert. Nach Aussterben der letzteren gestattete Kaiser Siegmund 1414 den W., Titel und Wappen derselben anzunehmen. Seitdem nannten sie sich W . von Geroldseck am Wasichen. Ib78 wurden sie von Kaiser Leopold in den Freiherrenstand erhoben. 1651 besassen die W . die Dörfer Wilwisheim und Wangenburg und zwei Höfe zu Stützheim. Im 18. Jhdt. jedoch vermehrte sich ihr Besitz ganz bedeutend durch Uebertragung erledigter Lehen, besonders von Seiten der Bischöfe von Strassburg. Seit 1657 in zwei Linien gespalten, von denen die eine (von Strassburg) 1851 mit dem österreichischen Kämmerer und General Freiherrn von W . ausstarb, während die andere (von Hagenau) noch heute in Frankreich blüht. Im 17. und 18. Jhdt. sind die W. sehr häufig Direktoren der freien Ritterschaft gewesen. - Reste eines befestigten Thores aus dem 13. Jhdt. Gemeinde wald (Oberförstcrci Wasselnheim) 136,9 ha. (Kastanien und Eichen, Tannen und Kiefern). Der Waldbezirk Wangenberg ist alter Gemeindebesitz, der Bezirk Hcidenschloss ist 1785 in ihren Besitz gelangt. 'Wangenberg, Rebenhügel, 253 m, östl. Winzenheim, Ka. Truchtersheim, Landkr. Strassburg. Wangenberg, 390,9 m, Vorberg nördl. über Wangen, Ka. Wasselnheim; an demselben der Maien, Aussichtspunkt mit Pavillon, ca. 380 m. 'Wangenberg, H. bei (südwestl.) Wolschheim, Ka. Zabern. Wangenburg, Df. (Ka. Wasselnheim [s. 1790], Kr. Molsheim, U.-E.). 197 E. 37 Hsr. (10 GRe.) - 4b0 m. - AG. Wasselnheim (14,1); Bhf. Romansweiler (10,5). - Wangenberg 1425; ma. W a n g e b ur r i(g g). - Die Gde. umfasst den HO. W . (108 E. 18 Hsr.), die AO. Barons, Freudeneck (Wir.), Langacker, Schneethal, Steigenbachthal, Wangenburg (Fsths.), Wolfsthal, den unbew. O. Ruine Freudeneck und den verschw. O. Kasparshang. - P. F. Ortsfernsprech-einrichtung (Umschaltestelle, s. 1901). Ortseinn. StEBez. Wasselnheim. Armr. (s. 1S06). Wasserltg. (s. 18831. - Filiale der kath. Hilfspfarrei Engenthal (seit 180S, vorher [seit 1802] durch Reinhardsmünster pastorirt). Kirche des hl. Bartholomäus. - Die Protestanten gehören zur Pfarrei Allenweiler. - 11 Sägemühlen. Luftkurort (Badeanlagen). Besuch (1899 bis 10. Aug.) 493 Personen. W. war alter Besitz der Abtei Andlau, im 13. Jhdt. den Herren von der Dicke zu Spesburg verliehen, nach deren Erlöschen 1387 den Herren von Wangen, welche es als andlauisches Lehen und immatrikulirtes Gut der Reichsritterschaft bis zur Revolution besassen. Das Schloss zu W . (schöne Ruine, gesch. Dkm.) war gleichfalls im Besitz der Wangen, doch wurde es sammt Theilen des Dorfes vielfach verpfändet, so 1390 an den Dompropst Burkard von Lützelstein, der 1393 zu W . mit dem Grafen von Saarwerden, den Rappoltstein und den Wangen einen Burgfrieden schloss. 1404 hatten Antheil an dem Schloss die Wangen, Rappoltstein und Wasselnheim. Härtung von Wangen stellte es 141b unter den Schutz von Kurpfalz. Der Kurfürst erwarb ein Viertel von W . und erscheint 1450 neben den Wangen und Thann als Gemeinherr von W. Dieser kurpfälzische Theil wurde 1504 von Kaiser Maximilian I. eingezogen und dem Grafen von Thierstein verliehen, der ihn jedoch 1518 dem Bischof von Strassburg verkaufte. Von diesem erwarben ihn 1580 die Wangen, die erst seitdem Burg und Dorf allein besassen, - Einen Hof zu W . besassen die Grafen von Leiningen-Dagsburg: Weisthum von 1472. Alte Dorflinde, unter der Gericht gehalten wurde. - Kirchlich gehörte W . ursprünglich zur Pfarrei Dagsburg, später zu Obersteigen (Engenthal), doch war es im 18. Jhdt. häufig Sitz des Pfarrers dieser Orte. |