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Show Schell - Scherweiler 993 LUttingen (s. d.); wurde während des 30 jährigen Krieges gänzlich zerstört und erst um 1756 wieder aufgebaut. Schell, W . (Gde. Monsweiler, Ka. u. Kr. Zabern, U.-E.). Früher als besonderer AO. aufgeführt, zählt jetzt zum AO. Zornhof (s. d.) derselben Gde. Das Haus soll seit dem 18. Jhdt. bestehen. Schellenberg, unterer Hang des Felleringer Kopfes, nördl. Weiler Ramerspach, Gde. Felleringen, Ka. St. Amarin, [Zwischen Schellenberg vnnd denn hamer-schmidt 1538]. Schellenkönig, B. im Gemeindewald Türkheim, 700 m, ostsüdöstl. Forsthaus Obschel, Gde. Türkheim bei Colmar. Schelmenkopf, Wir. (Gde., Ka. u. Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 22 E. 4 Hsr. ForSt dite Schelmen kop ff 1618-1625. - Einzelne Hütten sollen um 1672 am Seh. erbaut worden sein; 1734 wurde ein Platz am Seh. verlehnt; ein der Herrschaft Rappoltstein gehöriger Pachthof (ferme Schölmenkopff), der um 1765 genannt wird, wurde zur Zeit der Revolution für 4608 Franken verkauft. Der Wir. hat seinen Namen von dem Berge Schelmen köpf oder Schölmenkopf, 905 m, südl. Ausläufer des Rammelsteins (s. d. und Tännchel). Schelmenkopf, Staatswald. iGde., Ka. u. Kr. Rappoltsweiler. O.-E). 245 ha. Oberförsterei Rappoltsweiler. (Kiefer, Tanne, Fichte.) Buntsandstein. Domanialwald der Herrschaft Rappoltsweiler. (s. d.). 1793 vom Staate eingezogen. 1671 siedelte sich dort der erste Glaser, ein vene-tianischer Edelmann Fingano, an. 1672 standen schon 14 Häuser zu Glashütte. 1687-1707 schloss die Herrschaft mit savoyischen, schweizer, schwarzwälder und salzburgischen Glasern Erbpachtverträge ab. 1824 wurde der Antrag auf Ablösung der Berechtigungen gestellt. Den lo. Febr. 1850 wurde die Ablösung von 36 ha an die Vordere Glashütte und von 56 ha an die Hintere Glashütte durch den Prä-fekten, und am 23. Juni 1851 durch den Präsidenten der Republik bestätigt. Angekauft wurden 5 ha in den Jahren 1888 und 1889 im Riesthal und am Venusberg. Schemerich s. a. Neu-Schemerich. Schemerich, Df. (Ka. Busendorf [s. 1790], Kr. Bolchen, L.). 494 E. 125 Hsr. (10 GRe.) - 240 m. - AG. Busendorf (7,9); Bhf. Freisdorf (4,5). - S o n eb e r i c h 1130; Sc ho ruber g 1239; Soneberg 1300; Chemberg 1309; Altschön-berg u. Nauwschünberg 1571; Chemeriq 1630; Che-mery- les-Deux 1869. - Die Gde. umfasst den HO. Seh. (114 E. 29 Hsr.), die AO. Hoblingen (s. 1810, vorher selbständig), Inglingerhof, Klop, Neu-Schemerich, Vintringerhof und den verschw. O. Brisebach. - P. StEBez. Busendorf II. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Busendorf (s. 1802). Kirche des hl. Martin (11. Nov.). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in St. Avold. - Kleine Gerberei, kleine Oelmühle, kleine Getreidemühle. Seh. gehörte zum Theil zumLandsehultheissenamt Sierck, zum Theil zu der Cour de Perl. Es bildete mit Neu-Schemerich nur eine Dorfschaft. In beiden Seh. hatte die Abtei Villers-Bettnach eine Herrschaft mit (zuerst) der ganzen Gerichtsbarkeit. Ein Theil des Dorfes gehörte zu der Abtei Freisdorf (Cour de Perl.). Seh. scheint zuerst ein lothringisches Lehen gewesen zu sein. 1239 erklärte der Herzog Mathaeus von Lothringen, dass der Ritter Ludwig von Schönberg, bei seiner Abfahrt in's hl. Land seinen Besitz in Schönberg an die Abtei Villers-Bettnach vermacht hatte. - Ferry von Neumagen, ein Vasall der Herren von Moncler, verkaufte 1309 dem Godfried von Bolchen seine Güter in Chemberg. Ein altes Schloss, noch mit Graben und Zugbrücke, Besitz der Abtei Freisdorf, diente im 18. Jhdt. als Pfarrhaus. Zahlreiche Mardellen. - Seh. war 1571-1802 Pfarrei des Archipr. Kedingen. Den Kirchensatz hatte die Abtei Freisdorf. Gemeinde wald (Oberförsterei Busendorf) 48,6 ha. Schemperbach s. Hausanbach 3. Schenkelmühle, Hs. (Gde. Hellimer, Ka. Grosstänchen, Kr. Forbach, L.). 8 E. 1 Hs. Soll schon im 17. Jhdt. bestanden haben. Der Mühlenbetrieb ist seit Anfang der 70er Jahre des 19. Jhdts. eingestellt. Scheralmendgraben s. Rohrbach 15. Scherhol, auch Blasenberg, 506,1 m, TP., früher mit Luft-Telcgraphenstation in Form eines Taubenhauses, daher der französische Name P igeo nnier; jetzt steht oben ein steinerner Aussichtsthurm des Vog.-Clubs. A m Südhang der Scherholpass, 432 m, Sattelpunkt der Strasse Weissenburg-Klimhaeh. Scherkirche s. St. Ludan. Scherkopf, südlicher Ausläufer östl. der Kirche von Linthal, Kr. Gebweiler. Scherlenberg, H. bei (östl.) Scherlenheim, Ka. Hochfelden. Landkr. Strassburg. Scherlenheim, Df. 'Ka. Hochfelden [s. 1790], Ldkr. Strassburg, U.-E.). 153 E. 30 Hsr. (10 GRe.) - 205 m. - AG. Hochfelden (3,2); Bhf. Hochfelden (3,6). - Scerlenhcim 1077; ma. Scharle. - StEBez. Hochfelden I. - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Hochfelden (s. 1864, vorher Filiale von : Wilwisheim). Schutzheilige hl. Odilia 114. Dez.). Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Dettweiler (s. 1795, vorher von Ingenheim). Seh. war altes Reichsgut (1077 schenkte Kaiser Heinrich IV. der Abtei Selz Güter daselbst) und später Reichsdorf der Land vogtei Hagenau, zum Schultheissenamt Bossendorf gehörig. - Kirchlich gehörte Seh. bis 1801 zum Landkapitel Hagenau und bis 1808 zur Pfarrei Hochfelden, dann zu Wilwisheim und wurde 1864 selbst Pfarrei. Die dortigen Protestanten waren vor der Revolution nach Ingenheim eingeplant. Schermattgraben s. Saar 15. Scherweiler, Df. (Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E. [1790 Ka. Schlettstadt, 1*02-59 Ka. Weiler]). 2336 E. (Sterbt. 24,5 leb. Geb. 31,5 auf 1000) 442 Hsr. (18 GRe.) - A m Aubach. 185 m. - AG. Schlettstadt (7,3); HSt. Seh. (1.2). - Scerawi- 1 a r e 817; S c e r w i 1 r e 1239; ma. Scharwille r. - Die Gde. umfasst den HO. Seh. (2305 E. 436 Hsr.), die AO. Brischbach, Hühnelmühle, die unbew. O. Kapelle Bruchbrunnen, Ruine Ortenberg und Ramstein und den verschw. O. Harweiler (Burg). - P. F. HSt. (s. 1877). Ortseinn. StEBez. Schlettstadt II. Armr. (s. 1852). Fw. (s. 1872, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Schlettstadt (s. 1802); Schutzheilige hl. Peter und Paul (29. Juni). Kapelle der hl. Odilia, soll schon im 12. Jhdt. gestanden haben ; die Wolfgangskapelle soll von einem «Wernert>> erbaut worden sein, nach der daran befundenen Jahreszahl 1660. Neue kath. Kirche seit Nov. 1S99. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Schlettstadt. - 2 Ziegel-und Kalkbrennereien; Weberei, (Menegoz, Rouve & Cie. in Markirch 120 Webstühle, ca. 80 Arbeiten; j Hanfreibemühle; Papp- und Papierfabrik; Getreidemühle. ; Hausindustrie: Haar- und Seidennetzstrickerei und Weberei, für Firmen. Handel. Wein. Seh. erscheint in den gefälschten Urkunden des Klosters Ebersmünster im 9. Jhdt. Sicher nachweisbar sind Besitzungen des Klosters in Seh. erst 1031. Als begütert erscheinen in Seh.: 1064 Kloster Ottmarsheim, 1118 das Strassburger | Domstift, 1120 Abtei Hugshofen, 1167 Kloster Hirsau, im 13. Jhdt. die Abtei Münster im Gregorienthai, über deren Hof in Seh. die Habsburg die Vogtei besassen. Ferner hatte die Abtei Senones dort eigene Leute, die den Herren von Andlau zu Lehen gegeben waren (Lehenbriefe von 1560 und 1577). Seh. war Besitz des Hauses Habsburg und gehörte zur späteren .österreichischen Herrschaft Weilerthal (s. d.). 1269 erhielten die Habsburger auch die in Seh. wohnenden Leute des Bisthums, sowie die dortigen Güter des deutschen Ordens vom Bischof zu Lehen, verzichteten dagegen auf alle Rechte über die in Seh. liegenden Güter 63+ |