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Show 1132 Unter-Elsass. Strassburg, Benfeld, Hagenau. Weissenburg: 1793 kam noch der Distrikt Saarwerden (Saarunion) hinzu. 1795 (nach Auflösung der Distrikte' bis 1800 gehörten zu dem Departement die 41 Kantone: Barr, Benfeld, Bergzabern, Billigheim, Bisch-wciler, Buchsweiler, Brumath, Candel, Dahn, Diemeringen, Drulingen, Erstein, Fort-Vauban, Geispolsheim, Hagenau (intra u. extra muros', Harskirchen, Hochfelden, Ingweiler, Landau, Lauterburg, Lützelstein, Markolsheim, Maursmünster, Molsheim. Niederbronn, Oberhausbergen, Oberehnheim (intra u. extra muros , Rosheim, Saarunion Schlettstadt (intra u. extra muros), Strassburg, Sulz, Truchtersheim, Wasselnheim, Weiler. Weissenburg, Wolfskirchen, Zabern; 1800-1870 begriff das Departement die Arrondisse-ments Strassburg, Barr, Weissenburg, Zabern. Ueber die Vertheilung der erwähnten Kantone auf die Arrondissements vergl. jedes einzelne der letzteren. Einen Gebietsverlust erfuhr das Departement 1829, indem die A O . Altmatt (jetzt verschwunden i, Hammerhof i jetzt Ruine) und Neumark der Gde. Diemeringen, (Ka. Drulingen, Arrondissement Zabern) an die Gde. Ruhlingen (Ka. Rohrbach, Arrondissement Saargemünd, Departement Mosel, abgetreten wurden. Description du departement du Bas-Rhin, publiee sous les auspices de M. Migneret, prefct. T. I [mit Bibliographie v. F. C. Heitz] - III. Strasbourg 185S- 1371. Atlas nat. de la France No. 25, Reg. Nord-Est. 4. - Carte topogr. du Dep. du Bas-Rhin. Strasbourg, Berger-Levrault [o. J.]. - Departement du Bas-Rhin. Extrait de la carte topogr. de la France, levee par les officiers d'Etat major. 1 : 80000. Paris 1838. Fol. 6 Bll. - Carte topogr. du Dep. du Bas-Rhin ä Tech, del: 150000. Strasb., Berger-Levrault [1870.] - R c u te r, C, Karte des Bezirks U.-E. Distanzkarte. Strassb. Bull 1880. - Morlet, de, Notice sur les voies romaines du departement du Bas-Rhin, arrondissement de Strasbourg, de Saverne et de Wissembourg. Strasbourg 1841. S e h w e i g h ä use r J. G., Enumeration des monuments les plus remare)uables du departement du Bas-Rhin et des contrees adjointes. Strasbourg 1842. - Im Uebrigen vgl. die auf S. 257 u. 258 angegebene Litteratur nebst Karten u. die dort erwähnten Bibliographien. Unter-Elsass, L a n d g r a f schaff, entspricht der alten Grafschaft Nordgau, die u m die Mitte des 9. Jhdts. entstand, als das bisher einen (>au bildende und von einem Grafen verwaltete Elsass in 2 Grafschaften, Nordgau und Südgau (Ober-und Unterelsass) getheilt wurde. Die Bezeichnung Landgrafschaft dafür kam erst im 12. Jhdt. auf. Im 11. Jhdt. wurde das Gebiet zuweilen auch Grafschaft Kirchheim (Sitz der karolingischen Pfalz) genannt. (Vgl. auch Ober-Elsass, Landgrafschaft). Die Grenzen der Landgrafschaft waren im Norden der Selzbach, im Süden der Eckenbach (Landgraben \ Die ersten Grafen vom Nordgau gehörten dem Geschlechte der Grafen von Egisheim an (bis zum Ende des 11. Jhdts.). Im 12. Jhdt. folgten ihnen die Grafen von Huneburg, aus einem verwandten, gleichfalls etiehonischen Geschlechte stammend. Die Grafschaft, später Landgrafschaft, im U.-E. war, wie die im Oberelsass (s. d.i lediglich ein Reichsamt mit Gerichtsbarkeit,sowie finanziellen und militärischen Befugnissen. Dass sie von Reichs wegen mit Territorialbesitz ausgestattet war, wissen wir bestimmt (zu diesem landgräfiiehen Reichsgut gehörte z. B. Erstein; dann das Uftried, die Frankenburg mit dem Grafenbann etc.). Die landgräflichen Gerichte, Landgerichte, wurden in Erstein, Röschwoog und Hagenau abgehalten. Unter Kaiser Heinrich VI. (1190-97) wurde die Landgrafschaft den Grafen von W e r d (s. W ö r t h . Wir. i übertragen, die sie anderthalb Jahrhunderte besassen. Nach dem Tode des Grafen Ulrich von Werd (ca. 1340), der nur einen schwachsinnigen Sohn hinterliess, k a m sie durch Erbschaft an die Grafen von Oettingen. Hatte schon der letzte Werd 1332 einen grossen Teil des landgräfiiehen Gutes i Brumath und viele Dörfer) an die Herren von Lichtenberg verkauft, so lösten die Oettingen den landgräflichen Territorialbcsitz (überdie einzelnen Stücke desselben s. W ö r t h , Wir.) völlig auf. 1342 verkauften sie weitere Stücke desselben an die Lichtenberg, die dann 1360 durch Kaiser Karl IV. auch die landgräfliche Gerichtshoheit über ihre neuerworbenen Gebiete erhielten. Ein anderer grosser Theil, das Uffried (s. d.) mit dem Landgericht Röschwoog, wurde von den Herren von Fleckenstein erworben. 1358 verzichteten die Oettingen auf die Lehen, welche die Landgrafen vom Bisthum Strassburg gehabt hatten. 1359 endlich, nachdem ein Versuch des Kaisers selbst, die Landgrafschaft zu erwerben, zu keinem Resultat geführt hatte, verkauften sie den Rest des TerritQrialbesitzes (Erstein), sowie die Landgrafschaft selbst, d. h. die noch mit ihr verbundenen Rechte, gleichfalls dem Bisthum Strassburg. Der Titel Landgraf und einige Einkünfte verblieben dem letzten Werd (f 1376). Erst 1384 erhielt der Bischof von Strassburg durch Kaiser Wenzel die kaiserliche ßelehnung mit der Landgrafschaft und führte seitdem auch den Titel Landgraf im U.-E. (später wurde «Landgraf im Elsass > der herrschende Titel). Er erhielt damit lediglich das Recht, die mit altem Landgrafschaftsgut ausgestatteten Vasallen (einen grossen Theil der späteren Reichsritterschaft) zu belehnen. Die Gerichtsbarkeit über nicht bischöfliche Territorien (mit Ausnahme von ritterschaftlichen) war bereits damals nicht mehr mit der Landgrafschaft verbunden. Später leiteten dann die Bischöfe - nicht ohne Widerspruch von seiten der Landvogtei Hagenau - aus dem Besitz der Landgrafschaft das Recht ab (und übten es seit 1531 that-sächlich aus), die unterelsässischen Landtage zu berufen und zu leiten. Diese Landtage waren das einzige, was noch an die ursprüngliche territoriale Zusammengehörigkeit der in den Grenzen der alten Landgrafschaft gesessenen Stände erinnerte. 1546 machten die Grafen von Oettingen den Versuch, wieder in den Besitz der Landgrafschaft zu kommen, indem sie behaupteten, ihre Vorfahren hätten sie dem Bisthum Strassburg nicht verkauft, sondern nur verpfändet. Sie wurden jedoch vom Kaiser mit ihren Ansprüchen abgewiesen. 1648 wurde die Landgrafschaft an Frankreich abgetreten, das jedoch keinen Nutzen daraus ziehen konnte; denn 1. bestand die Landgrafschaft nur noch in den beiden obengenannten Ehrenrechten (Berufung und Leitung der Landtage und Belehnung der landgräflichen Vasallen), und 2. befand sich dieselbe im Besitz des reichsunmittelbar gebliebenen Bisthums Strassburg, das von Frankreich laut § 87 des westfälischen Friedens im Besitz aller seiner bisherigen Rechte gelassen werden musste. Erst in den Reunionen (1630) wurde der Begriff Landgrafschaft territorial gefasst und auf Grund dieser Auslegung auch die Reichsstände im Unterelsass unter die französische Souveränität gezogen. Doch behielt der Bischof von Strassburg auch danach noch den Titel Landgraf im Elsass und hat ihn bis zur Revolution geführt. - Vgl. Schöpflin, Als. 111. S. 126-135. Franck, Die Landgrafschaften des heil. röm. Reiches S. 123 ff. Kirchner, Das Elsass im Jahre 1648, S. 6-8. Vgl. auch die Litteratur zu Ober-Elsass, Landgrafschaft. - Zu obiger Darstellung der Landgrafschaft U.-E. ist für die ältere Zeit besonders benutzt worden: Bloch, H., Die Einheit des Elsasses (Korresp.-ßl. des Ges.-Vereins der dt. Gesch. u. Alt.- Vereine 48, 1900, S. 37-42), für die neuere Zeit eine noch nicht veröffentlichte Untersuchung von A. O v e r m a n n . - Von weiterer Litteratur sei erwähnt: K r e m e r , Gesch. d. alten Ardennischcn Geschlechts. Frankf. u. Leipz. 1785. (S. 99-119: Chartularium Werdense et Ochsensteinense). - K a r t e n . Alsatia inferior. Vnder Elsas. [Coloniae ap. Jan. Bussemaker 1592] - Landgraviatus Alsatiae novissima tabula per Nie. Visscher. [O. O. u. J.] - Alsatia inferior. Amsterdami ap. Io. Ianssonium [o. J.; 17. Jhdt.]. - Sengre, H., Les frontieres de Lorraine... La Basse-Alsace. [O. O. u. J.; 18. Jhdt.]. - L'Isle, Guill. de, Le cours du Rhin au-dessus de Strasbourg, et les pa'i's adjacens. (Paris). Ph. Buache |