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Show Mundstäger Sägemühle - Murbach. 711 im Kriege lagen, könne sich dort festsetzen. 1375 wurde M. von den Engländern, 1644 von Kroaten geplündert. In dem Gefecht an der Süffel am 28. Juni 1815 (Franzosen unter General Rapp) wurde es durch Feuer fast ganz eingeäschert. 1870 war M. das Hauptquartier der Bclagerungsarmee von Strassburg. - Vor der Reformation hatte M. ein Rektorat und eine Kaplanei. Die Reformation wurde 1533 eingeführt; seitdem prot. Pfarrei mit Filialen Mittelhausbergen (bis Ende des 18. Jhdts.) und Niederhausbergen. Die Kirchenbücher reichen bis 1685 zurück. Das Patronatsrecht besassen die Joham. Die Katholiken waren nach Suffelweyersheim eingepfarrt. - An der Kirche Reste (romanischer Thurm) des alten Baues aus dem 12. Jhdt. der 1262 von den Strassbur-gern zerstört wurde (s. o.). Grabsteine aus dem 16. -18. Jhdt. Gemeinde wald (Oberförsterei Strassburg) 40,4 ha. Dietz, A., 1815. - Was der Nussbaum von M. vom General Rapp erzählt . . . [Gedicht mit histor. Anmerkungen. Strassb. 1897.] Mundstäger Sagemühle, Wir. (Gde. Reipertsweiler, Ka. Lützelstein, Kr. Zabern, U.-E.). 48 E. 9 Hsr. Soll mit Reipertsweiler gleichen Alters sein. Munsch, Fbr. (Gde., Ka. u. Kr. Gebweiler, O.-E.). 8 E. 1 Hs. 1842 erbaut. Seifensiederei. Munweiler, Df. (Ka. Ensisheim [s. 1790], Kr. Gebweiler, O.-E.). 327 E. 77 Hsr. (10 GRe.) - 208 m. - AG. Ensisheim (8,8); Hp. M. (0,9). - Munwilre 1250; Mune-wiler 1273; ma. M u n willer. Der östl. der Thur liegende Theil des Dorfes heisst Higgersche. - Die Gde. umfasst den HO. M. (321 E. 76 Hsr.), den AO. Untermühle (Schröpfermühle) und den verschw. O. Obere Mühle. - Hp. der schmalspurigen Nebenbahn Colmar-Ensisheim-Bollweiler (s. 24. Okt. 1901). StEBez. Ensisheim. Armr. (s. 1867; Grundbesitz 3,56 ha). - Kath. Hilfspfarrei (1802-08 u. s. 1820) des Dekanats Ensisheim (1808-20 Filiale von Meienheim). Schutzheiliger hl. Arbogast (21. Juli). Die Protestanten werden von Algolsheim pastorirt. M. war Dorf des oberen Mundats (Bisthum Strassburg), zum Amt Ollweiler der Subdelegation Colmar in früherer Zeit gehörig; begütert 1300 Kloster St. Leonhard in Basel, Deutschordenskomthurei Rufach. Der 208 Juchert Acker und 201 Juchert Wiesen umfassende Ackerhof der letzteren wurde im 30jährigen Kriege zerstört. 1308 übertrug der Bischof von Strassburg dem Dietrich vom Haus die Zehnten in M. Zuletzt war M. im Besitz der Klinglin. - 1441 Pfarrei des Baseler Landkapitels Citra Colles Ottonis, den Kirchensatz hatten die Stürtzel von Buchheim, dann die Klinglin. - Fränkische Grabfunde (1891). Kirchthurm aus dem 11.-12. Jhdt. Der Kirchhof war ehemals befestigt. Munzenheim, Df. (Ka. Andolsheim [1790-1802 Ka. Horburg], Kr. Colmar, O.-E.). 493 E. 102 Hsr. (10 GRe.) - 1S4 m. - A.-, L- u. SchwG. Colmar (10,0); Hp. M. (0,5). - Monesensishaim 675; ma. Münze. - P. F. Hp. (s. 1890). Ortseinn. StEBez. für die Gden. Arzenheim, Balzenheim, Dürrenenzen, Fortschweier, Grussenheim, Jebsheim, Kün-heim, Munzenheim, Riedweier, Urschenheim, Widensolen. Oeffentl. Vorschusskasse (s. 1888). Fw. (s. 1857, 2 Spritzen). Krgv. (s. 25. Febr. 1894). - Filiale der kath. Hilfspfarrei Ursehenheim (s. 1804, vorher von Riedweier). Schutzheiliger hl. Urbanus. Prot. luth. Pfarrei (s. 1561), seit 1802 zum Konsistorium Andolsheim, Inspektion Colmar, gehörig. Filiale: Dürrenenzen. Die Kirche diente dem prot. Gottesdienst seit 1561, Simultaneum seit 1682. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Markirch. M. gehörte zur Grafschaft Horburg. Graf Ulrich von Württemberg verpfändete seine Einkünfte in M. 1329 an Johann von Rappoltstein, sein Nachfolger Graf Eberhard IL gab M. den Rathsamhausen zu Lehen 1366, und Eberhard III. belehnte 1400 damit Smassmann von Rappoltstein. 1472 erhielt Junker Moritz von Rathsamhausen die Hälfte des Ortes als Pfandlehen von Württemberg; später war Caspar von Mörsberg Lehnsträger. - Begütert in M. war das Kloster Münster, welchem König Childerieh II. 675 Leute und die Einkünfte des Fiscus daselbst schenkte. Die Abtei Erstein besass einen Dinghof, der später den Württembergern zustand. - Die kath. Pfarrei zu St. Urban gehörte bis 1801 zum Ruralkapitel Markolsheim des Bisthums Strassburg. Nach Einführung der Reformation 1561 prot. Pfarrsitz mit der Filiale Dürrenenzen. Ein Patronatsrecht bestand nicht. Die Kirche, im 11. Jhdt. erbaut und oft renovirt, ist seit 1682 simultan. Die Kirchenbücher gehen bis 1561 zurück. - Ein Geschlecht derer von M. schon im 11. Jhdt. erwähnt, im 13. Jhdt. nach Breisach verzogen, scheint im 15. Jhdt. erloschen zu sein. - M. liegt an einem Kelten-, späteren Römerwege von Heilig-Kreuz nach Markolsheim. In der Nähe Hallstatt-La Tene-Tumuli. Romanischer Kirchthurm, später überarbeitet, dient als Chor der Kirche. , Diese ist 1894 theilweise erneuert worden. Die Grabsteine bei der Kirche sind als gesch. Dkm. zur Erhaltung bestimmt. Win kl er, C, Fundbericht über die Eröffnung eines Tumulus bei Munzenheim am 22. März 1892. (Mittheilungen der Gesellschaft für Erhaltung der geschichlichen Denkmäler im Elsass, 16, S. b-7.) Mur, Hsr. Theil der Gde. Sondernach (Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E.), früher als AO. der Gde. bezeichnet. M u r (Muri), verschw. Ort bei Franken (Ka. u. Kr. Altkirch, O.-E). Mauer (Kataster). Nach örtlicher Ueberlieferung soll an Stelle der sog. Mauermatten Muri eine Ortschaft gestanden haben. Reste von Grundmauern. Murbach, Df. (Ka. u. Kr. Gebweiler, O.-E. [1790-1802 Ka. Sulz]). 311 E. 44 Hsr. (10 GRe.) - 420 m. - AG. Geb-wciler (5,4); Bhf. Bühl (3,8). - Muorbach 727. - Die Gde. umfasst den HO. M. (178 E. 24 Hsr.), die AO. Belchenthal, Breil, Muchenthal, Ried, Rödelen und die verschw. AO. Cor-neliberg, Wisrain. - StEBez. Lautenbach. Wasserltg. - Kath. Hilfspfarrei (1802-08 u. s. 1820) des Dekanats Gebweiler. Schutzheiliger hl. Leodegar (7. Okt.). Die Kirche ist das alte Gotteshaus des Klosters Murbach. Lorettokapelle (Ende des 17. Jhdts. erbaut). Messe jeden Freitag. Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. - Die Wiederaufnahme des ehemaligen Bergbaues bei M. ist geplant (Eigenthümer Fabrikant Vogt in Niederbruck). Ueber die Ge- ' schichte des Dorfes vgl. Murbach, Kloster und Herrschaft. Gemeindewald (Oberförsterei Gebweiler) 182,2 ha. (Weisstanne.) Im Besitz der Gde. seit 1840. Murbach, Kloster (Reichsabtei) u. Herrschaft (Ka. u. Kr. Geh weiler, O.-E.). Muorbach 727, eines der vornehmsten Benediktinerkiöster Deutschlands, durch den Grafen Eberhard, den Sohn des Herzogs Adalbert und Bruder des ! Herzogs Leudoprcdus, und seine Gemahlin Erneltrudis unter Mitwirkung des hl. Pirmin von Reichenau einige Jahre vor 728 gegründet auf Eberhards Grund und Boden an dem früher Maurobaccus, damals Vivarius peregrinorum genannten Orte in heremi vasta, que Vosagus appellatur. 72S von Bischof Widegernus von Strassburg und dem Frankenkönig Theoderich mit grossen Privilegien ausgestattet, stand M. unmittelbar unter dem röm. Stuhle und war exempt von der Jurisdiktion des Bischofs von Basel; der Versuch desselben, 1447 durch das Konzil das Kloster unter seine gcistl. Gewalt zu bringen, scheiterte, Kirchenpatron wurde der schon im Privileg Theoderichs genannte hl. Leodegarius. Der erste Abt hiess Romanus. Die Güter erstreckten sich bis in die heutige Schweiz, auf das rechte Rheinufer und in das Belforter Gebiet. Seit Pipin war ihm auch das vielleicht von Murbach aus gegründete, ebenfalls dem hl. Leodegar geweihte Kloster Luzern unterworfen. Durch Karl den Grossen erhielt es das St. Amarinthal. Unter den Karolingern stand M. in hoher Blüthe, im 10. Jhdt. wurde es der Sage nach von den LTngarn verwüstet, im 11. wegen den Streitigkeiten zwischen Kaiser und Papst gänzlich verlassen. Im folgenden Jhdt. hat es sich rasch erholt. |