| OCR Text |
Show 740 Mulcey - Mundolsheim. hat auch der ganze Ort der Abtei gehört. In der ersten Hälfte des 14. Jhdts. erscheint M. im Besitz der Herren von Lichtenberg (wie sie es erworben, ist nicht festzustellen). Diese gaben es 1367 den Herren von Rathsamhausen zu Ehnweier zu Lehen, die es mit den Weilern Ehnweier und Niederrathsamhausen bis zur Revolution besassen. - Kirchlich gehörte M. vor der Reformation zum Landkapitcl Rheinau. Kirche schon 1031 erwähnt. Die Pfarrei 1402 der Abtei Ebersmünster inkorporirt, die auch das Patronatsrecht besass. 14b2 Rektorat, Plebanat, Kaplanei des hl. Geistes. 1576 wurde die Reformation in M. eingeführt. Seitdem prot. Pfarrsitz, bis 1850 mit Schlettstadt als Filiale. Die Kirchenbücher gehen bis 1790 zurück. 1687 gewaltsame Einführung des Simultaneums, das bis 1892 bestand. Kath. (königl.) Pfarrei mit Filialen Baldenheim, Ehnweier, Ober- und Niederrathsamhausen. - M. ist Geburtsort des Komponisten Louis A d a m , geb. 1758, gest. 1848 in Paris. Gemeindewald (Oberförsterei Schlettstadt) 33,5 ha. Mulcey, Df. (Ka. Dieuze [s. 1790], Kr. Chäteau-Salins, L.). 378 E. 80 Hsr. (10 GRe.) - 210 m. - AG. Dieuze (4.7); Bhf. Dieuze (4,3). - Milcei 976; Gueffo de Meiises 1152; Milcheyo 1280; Meltiche justa Maisallum 1298; Mel-lecey, Meltzingen 1394; ma. Mölcö. - Die Gde. umfasst den HO. M. (367 E. 78 Hsr.) und den AO. Beckmühle. - P. F. StEBez. Dieuze. Fw. (s. 1852, 1 Spritze). Wasserltg. (s. 1869). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Dieuze (s. 1802). Kirche zu Ehren Maria Geburt (8. Sept.), letzter Bau 1840. - Geschäftssprache französisch. - 2 kleine Getreidemühlen. Gehörte zu der Probstei Dieuze (s. d.). M. war altes Königsgut, das 976 durch Kaiser Otto IL dem Hochstift Strassburg geschenkt wurde. 1191 bestätigte Heinrich VI. diese Schenkung. Lehensträger des Bisthums Strassburg wurden die Herren zu Marimont und als diese Kastellanei 1297 durch Tausch an Lothringen gelangte, wurde durch Bischof Conrad der Herzog von Lothringen damit belehnt. Die Herren von Finstingen hatten 1261 vom Grafen Simon von Eberstein die Zehnten als Pfand erhalten. Im Lehens-austauschvertrage zwischen Lothringen und Zweibrücken wegen Bitsch wurde dem Herzoge die Auslösung des Pfandes gesichert. Afterlehensträger von M. oder nur des Pfandes waren die von Dorsweiler, welche ihre Rechte zuerst dem Burnique de Riste überliessen, dann an Lothringen verkauften. 1460 noch hatten die von Finstingen Besitz und Rechte in M., 1681 reversirten die Erben noch für einen Hof und eine Mühle daselbst. Wann und unter welchen Umständen das Hochstift Strassburg seine Oberlehenshoheit an Lothringen abgetreten hat, ist nicht bekannt. 1716 sind die von Baillivy mit dem Hochgericht in M. durch Lothringen belehnt worden. Auch die Abtei Vergaville und die Johanniterkomthurei von St. Johann von Bassel waren in M. begütert, erstere schon 1460. 1527 wurde in M. ein Freihof zu Gunsten eines Nicolas Meillant durch Herzog Anton von Lothringen errichtet. - M. war vor 1802 Pfarrei des Archipr. Vergaville. Schon 976 wird dort eine Kapelle erwähnt. Durch Schenkungen des Herzogs Raoul von Lothringen (1339 u. 1341) hatte das Kollegialkapitel St. Georges in Nancy Kirchensatz und Zehnten. Gemeindewald (Oberförsterei Dieuze) 109,4ha. (Name: Haut-Chene [Hohe Eiche]). (Gemischter Laubholz-Mittelwald, vorwiegend Eichen und Rothbuchen.) Mules, Wir. (Gde. Zell, Ka. Schnierlach, Kr. Rappoltsweiler, O.-E.). 64 E. 11 Hsr. Entstand ungefähr 1790. Es Mules 1609, darin Accker, Mallen, Weiden. Mulkren, B. s. Molkenrain. Multenwelher im Illgebiet 1,5 km südwestl. Heimersdorf - o,7 ha; Fischerei. Wird alle 6-10 Jahre abgelassen und bebaut. Privatbesitz. Abfls. s. 111 33. Multenweiherbach s. 111 33. Mundat, Oberes, s. Rufach. Mundat, Unteres, s. Weissenburg. Mundatwald, Oberer, ungeteilter Wald des Staates und der Stadt Weissenburg (Gde., Ka. u. Kr. Weissenburg, U.-E.). 780 ha. Oberförsterei Weissenburg. Forsthaus Mühlenkopf. (Kiefer, Buche, Eiche, Lärche, Fichte, Tanne.) Buntsandstein. 623 dem Kloster zu Weissenburg von König Dagobert I. von Austrasien geschenkt. Rudolph von Habsburg (1273-1291) erhob Weissenburg zur Stadt, und diese erhielt durch schiedsrichterliches Urtheil (1276) das Miteigenthum am Wald zur Hälfte (s. Mundatwald, Unterer). Die klösterliche Hälfte wurde 2. Nov. 1789 zum Staatseigenthum erklärt. Durch kaiserliche Verordnung vom 15. Jan. 1853 wurden zur Ablösung der Berechtigungen abgetreten an die Gden. Kleeburg 25 ha, Steinselz 14 ha, Oberhofen 4 ha. Rott 18 ha, Weiler 13 ha. Strasse Bitsch- Weissenburg. - Oberer und unterer Mundatwald bilden zusammen den auf elsässischem Boden gelegenen Theil des grossen Waldkomplexes Bienwald, dessen übriger Theil auf pfälzischem Gebiete liegt. Arret du Conseil d'Etat du Roi, contenant les dispositions pour la forme d'une nouvelle administration dans les Forets communes du Mundat de W . 1780. fol. [Frz. u. dtsch. 0. O. 1781]. Mundatwald, Unterer, ungetheilter Wald des Staates und der Stadt Weissenburg (Gde. Altenstadt, Ka. u. Kr. Weissenburg, U.-E.). 1208 ha. Oberförsterei Weissenburg. Forsthäuser: Schleithal, Hardt. (Kiefer, Eiche, Buche, Hainbuche, Esche, Ahorn, Akazie, Erle, Birke, Weymouthskiefer, Fichte.) Diluvium. 623 dem Kloster zu Weissenburg von König Dagobert I. von Austrasien geschenkt. Weissenburg erhielt durch schiedsrichterliches Urtheil das Miteigenthum am Wald zur Hälfte (s. Mundatwald, Oberer). Die klösterliche Hälfte wurde 2.Nov.l789zumStaatseigenthumerklärt. Durch kaiserliche Verordnung vom 15. Jan. 1853 wurden zur Ablösung der Berechtigungen abgetreten an die Gden. Schleithal 31 ha, Oberseebach 30 ha, Riedselz 23 ha, Altenstadt 24 ha. Für Exerzierplatz und Schiessstände der Garnison Weissenburg sind zwei Flächen von 4b,5 und 2,S ha vermie-thet. Strasse Weissenburg-Lauterburg. Der untere Mundatwald wurde noch 1275 Almend genannt; der Abtei wurden damals tres montes silvestres vorbehalten. Litter. s. Mundatwald, Oberer. Mundelbäehel s. Zorn 20. Mundolsheim, Df. (Ka. Schiltigheim [1790 Ka. Brumath, 1802-32 Ka. Oberhausbergen], Ldkr. Strassburg, U.-E.'). 748 E. 96 Hsr. (10 GRe.) - 140 m. - AG. Schiltigheim (6,4); Hp. M. (1,3). - M u n ol d e sheim um 1120; Mu-noltesheim 1233; Munolvesheim 1259; ma. Munnelse, M u ] s e . - Die Gde. umfasst den HO. M. (73S E. 94 Hsr.), die AO. Fort Podbielski und Fort Roon und den verschw. O. Haltenheim. - P. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 1. Sept. 1901). Hp. (s. 1878.) Ortseinn. StEBez. Strassburg III. Armr. (Si 1866). - Prot. Pfarrei Augsb. Konf., s. 1852 zum Konsistorium Vendenheim der Inspektion Neue Kirche in Strassburg gehörig. Filiale Niederhausbergen; ausserdem gehören zur Pfarrei die Protestanten von Suffelweyersheim. Die Katholiken gehören zur Pfarrei Suffelweyersheim. - Oelmühle. U m 1120 war die Abtei Maursmünster in M. begütert. 1233 hatten auch Kloster Honau und Kloster St. Maria Magdalena Besitz in M. Das Dorf gehörte zum Territorium der unterelsässischen Reichsritterschaft und war altes Reichsgut. U m 1400 war es als Reichslehen im Besitz der Beger (nur ein Fünftel des Orts erscheint vorübergehend in den Händen der Rathsamhausen). Nach Aussterben der Beger wurde es 1532 dem kaiserlichen Rath Dr. Mathias Held verliehen, 1537 sammt dem hohen Gericht der Familie Jo-ham, die davon den Namen von M. annahm und es bis zur Revolution besass (1773 in den Freiherrnstand erhoben. 1820 ausgestorben). - 1262 rissen die Strassburger den Kirchthurm von M. nieder, aus Furcht, der Bischof, mit dem sie |