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Show 810 Oetringen - Oettingen. trug. Das letzte Viertel war in Besitz der von Kanfen gekommen und gelangte später ebenfalls durch Kaufan die Abtei St. Martin zurück, welche indessen schon 1250 den gesammten Besitz an die Abtei Münster in Luxemburg verpfändet hatte. 1261 hatte ein Ritter aus Arlon mit Zustimmung des Grafen von Luxemburg sein freies Allod in O. dem Kloster Marienthal vermacht , von 1306 - 1609 vermehrte durch eine Reihe von Erwerbungen dasselbe Kloster seinen Besitz in O. 1681 hat es für seine Lehen in Oetringen und Entringen an die Chambre Royale reversirt. Ende des 1 1. Jhdts. hatte sich der Aller-Bischof von Metz, Thillmann Fuss von Bcttemburg, des Klostergutes in <>. bemächtigt. 1411 gab er es wieder zurück. - 1620 war O. Sitz einer Land-meierei der Probstei Diedenhofen, zu welcher Algringen (z. Th.), Garsch (z. Th.', Kanfen (z. Th.), Oetringen (z. Th.) und Bevingen vor St. Michel bezüglich der hohen Gerichtsbarkeit gehörten. Die Herrschaft der Abtei St. Martin war anfangs des 17. Jhdts. an die Primatialkirche von Nancy gekommen, welche dafür 1681 reversirte und sie bis zur Revolution behielt. - O. war vor 1802 Pfarrei des Archipr. Diedenhofen. Kirche z. Th. 1552 (nach andrer Xachricht 1762) restaurirt. Die Pfarrei, welche 679 schon bestanden zu haben scheint, umfasste 1170 ausser Oetringen und Entringen noch zwei verschwundene Ortschaften, Bruchfeld und Rodingen. Den Kirchensatz hatte die Abtei St. Martin, später die Primatiale von Nancy inne. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Diedenhofen) 161,5 ha. Alter Besitz der Gde. Oetringen, Kanton. Der Ka. O. (1795-1802). 1S00-1802 zum Arrondissement Diedenhofen gehörig, umfasste die Gden. Algringen, Arsweiler, Bevingen vor St. Michel, Elingen. Entringen, Escheringen, Kanfen, Molvingen, Non-keil, Oetringen, Oettingen, Ruxweiler, Volkringen, Weimeringen, Wollmeringen. Von denselben gehörten Algringen und Arsweiler vorher zum Ka. Flörchingen, Elingen zum Ka. Kattenhofen, Entringen wahrscheinlich und alle übrigen sicher zum Ka. Gross-Hettingen. 1802 kamen Volkringen und Weimeringen zum Ka. Diedenhofen, alle übrigen zum Ka. Kattenhofen. Oettingen, Df. (Ka. Fentsch [1790 Ka. Gross-Hettingen, 1795-1802, Ka. Oetringen, 1802-1901 Ka. Kattenhofen], Kr. Diedenhofen-West,L.).1790E.341Hsr. (18GRe ) -315m. - A G . Diedenhofen (18,7); Bhf. O.-Rümelingen (2,0). - Ottingin 1051; Othinga 1144; O t h e n g e s 1250. - Die Gde. umfasst den H O . O. (1307 E. 223 Hsr.) und die A O . Chäteau, Xehling, Nonkeil (s. 1812, vorher selbstdg.). St. Antoine, W a l e n ; die früheren A O . St. Felix und St. Paul hängen jetzt mit dem H O . zusammen). - P. III. Kl. T. (Bhf. O.-Rümclingen gehört zur Gde. Rümelingen in Luxemburg). Gcndarmeriest. Ortseinn. und LIebergangssteuerstelle. StEBez. Gross-Hettingen. Sparkasse (s. 1890). Fw. (s. 1850, 2 Spritzen). Fw. in Xonkeil (s. 1863, 1 Spritze). Krgv. (s. 19. Dez. 1889). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Kattenhofen (s. 1802), zu welcher bis 1858 Ruxweiler gehörte. Kirche des hl. Willihrord (7. Nov, . Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen (s, 1893, vorher zu Metz). - 2 Steinbrüche 12 Arbl ilcr). «RUmelinger Hochofengesellschaft» mit Giesserei und 2 in den Jahren 1897 und 1898 an Stelle dei 3 alten errichteten Hochöfen 230 Arbeiten. Das Werk ist von dem Grafen von Hunolstein auf 50 Jahre gepachtet und besass bereits seit 173.', einen Holz-kohlenofen mit5Frischfeuern. 1846 wurde der eiste der bis 1897 bestehenden Oefen angelegt und 1856 in Betrieb gesetzt. Der zweite Hochofen wurde 1863 und der dritte 1866 angezündet. 1899 wurden erzeugt : 70770 t Roheisen und 68 t Gusswaaren. Das früher vorhandene, zugehörige Puddel-und Walzwerk St. Antoine» hörte 1882 zu arbeiten auf. An seiner Stelle wurde 1885 eine kleine Kupferschmiede von Dangs & Dinenthal (5 Arbeiter) angelegt, die hauptsächlich Gebläseformen für Hochöfen herstellt. Auch die Hütte St. Felix mit kleinem Holzkohlenofen stellte u m diese Zeit den 1 Betrieb ein. Das verbliebene jetzige Hochofenwerk, «St. Paul» , genannt, ist durch eine kurze Zweigbahn mit dem Bahnhof Rümelingen in Luxemburg verbunden. - In den 4 Eisenerzbergwerken : «Oettingen»(Differdinger Hochofenaktiengesellschaft und Aktiengesellschaft John Cockerill in Seraing, schon 1850 in Betrieb), «Neuling > (Rümelinger Hochofenwerke, s, 1877 in Betrieb), Sterkrade (1899 .und Sterkrade Anschluss»(Gute-hoffnungshütte zu Oberhausen, s. 1897 in Betrieb) waren 1899 371 Arbeiter beschäftigt und wurden 36569S t Erze gefördert. - Kleine Getreidemühle. 2Buchhandlungen (s. 1886 und 1887). O. war Sitz einer barischen Herrschaft in der Probstei L o n g w y <s. unten Herrschaft). In O. waren 1051 Abtei Brauweiler, 1144 Kloster Springirsbach begütert. - O. war vor 1802 Pfarrei des trierischen Landkapitels Luxemburg. Kirche 1757 erbaut. Der Kirchensatz welcher, im vorigen Jhdt. zur Herrschaft gehörte, war 1183 durch Robert von Sancy an die Abtei St. Hubert in den Ardennen geschenkt worden. - Das Schloss der Herren von O. wurde 1671 durch Marschall Crequi zerstört, 1734 im Geschmack der Zeit auf-g( haut (mit angeblich 365 Fenstern), anfangs der grossen Revolution, durch Brand vernichtet. - Es stehen nur noch einige Terrassen- und Stallmauern, sowie der Rest eines Thurmes. (Gesch. Dkm.) In der Kirche Epitaphien der Familien von Eltz und von Hunolstein. - Schon 151S ist in 0. durch Christof von Eltz mit Genehmigung des Mitherren i Christof von O. neben dem Eltz'schen Weiher ein Hochofen j errichtet worden. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Diedenhofen) 178,7 ha. ! Alter Besitz der Gde. Abel, Seigneurs d'Ottange. 'Bull. Soc. arch. Mos. IX, 1866, S. 96.) Toepfer, Friedr., Urkundenbuch f. d. Gesch. des gräfl. und freiherrl. Hauses der Vögte von Hunolstein. 3 Bde. Xürnberg 1866/7. Oettingen, Grafschaft. Diese durch kgl, Edikt vom Mai 1777 errichtete Grafschaft war aus den vereinigten Herrschaften Oettingen, Wollmeringen und Bassompierre ge- : bildet worden. Zur ursprünglich Bar'schen Lehensherrschaft I Oettingen gehörten: 1. Oettingen 'mit Xonkeil 1 2. Tressingen z. Th. (Wir. Beuern [Bure], 3. Ruxweiler (1334; 1541 an die 1 Herrschaft Fentsch vertauscht gegen die zu Fentsch gehörigen Güter und Rechte in Wollmeringen' Das Hochgericht erstreckte sich auf Oettingen, Xonkeil und Bure. Zur Herrschaft gehörten auch Rechte in den Dörfern der Herrschaft Wollmeringen: Escheringen, Molvingen, Kanfen u. Wollmeringen. 12o8 wurden die betr. Allode in diesen 4 Dörfern ; durch Nikolaus von Oettingen an die Abtei Münster in Luxemburg verkauft, in Escheringen hatte aber die Herrschaft Oettingen noch 1315 Besitz und Rechte.) Ausserdem gehörten zu Oettingen die Luxemburgischen Dörfer Rümelingen (die dortigen Allode wurden 1370 und 1383 an die Abtei Münster verkauft; das Hochgericht gehörte noch 1771 zu Oettingen i, Tetingen und Keil. - Zu der ursprünglich Bar'- | sehen, dann Luxemburgischen Herrschaft Wollmeringen, seit 1531 mit Oettingen vereinigt, gehörten: 4. Escheringen z. Th. (Wir. Molvingen), 5. Gross-Hettingen z. Th. Df. j Soetrieh), o. Kanfen, 7. Wollmeringen (s. d.). Zu der Bar'schen Herrschaft Bettstein, Ende des 17. Jhdts. mit Oettingen vereinigt, gehörten : 8. Aumetz, 9. Bollingen z. Th. (Df. Bettstcin), 10. Havingen mit dem Weiler Gondringen, 11. Tressingen mit dem Weiler Lüdelingen, ferner in Frankreich Beuvillers, Boudrezy, Chenieres und Joudreville (s. Bettstcin, Herrsch.). Die alten Beziehungen der Herrschaften Fentsch und Oettingen zu Wollmeringen und Bettstein deuten darauf hin, dass ursprünglich die Herrschaften Fentsch, Bettstein, Oettingen und Wollmeringen einen einheitlichen Besitz der Herren von Valcourt bildeten, welchem mächtigen Hause die Herren von Oettingen, von Fentsch und von Bettstein angehörten; die Zerstückung des Besitzes dürfte im Erbgange erfolgt sein. Fentsch war, wie auch Longwy, Briey und Sancy, ursprünglich Besitz des Hauses |