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Show 862 Rappoltsweiler, stkdt, dem Jungfrauenthor gegenüber 1337 (nicht zu verwechseln mit dem Gelände, auf welchem die Margarcthenkapelle und später das Stadtschloss standen). - Hof in der Alt- oder l'nt.t stadt, Niederhof genannt, Lehen der Herzöge von Lothringen 1344; von den Rappoltsteinern selbst bewohnt 1380; später (1451, 1457, 1483) an die von Reichenstein zu Lehen gegeben. - Der Werkhof in der Unterstadt, unweit des Niederhofes 1380 (Lehen der Edlen von Hunaweier), 1430, 14*4. 154*. - Der Blauelhof vor dem Unterthor, jetzt Stadtgarten (Bluwclhof 1401, Pluelhoft 1483, Pluwclhoff u m 1500, Blowelhoff I'f;. Plawelhoff 1574, Blouel-hoff 1617, Plauelhoff 1659, Blauelhoff löL>4, Blaulhoft und Plaulhoff 1768). 1617 erwarb Eberhard I. von Rappoltstein den grössten Theil des Geländes und legte da einen Garten an. Nach dem Tode Johann Jakobs von Rappoltstein wurde der Garten verkauft und von dem Pfalzgrafen Christian II. von Birkenfeld wieder erworben und durch Ankäufe erweitert (1681-1685 . 1694 Gründung einer Melkerei daselbst; 1785 durch Maximilian Joseph von Zweibrücken ve-rgrössert und verschönert; in der Revolutionszeit als Nationalgut verkauft: der Verkauf wurde jedoch später annullirt, und nunmehr erwarb die Stadt Rappoltsweiler das Gelände (am 2. September 1809). bi Höfe einzelner Adeligen: der von Altenkastei holt 1483, durch einen Herrn von Bergheim 1762/1763 gekauft. - Hof der Bapst von ßolsenheim 1548. - Barfüsserhof o. 1401. - Girsberger Hof o. 1381 und 1457. -- Hattstatter Hof u. 1525 (später Pflixburger oder Biicksburger Hof). Horburger des von Horburg sei.) Hof o. 1401. - Zwei Höfe der Edlen von Hunaweier (der Obern Trinkstube gegenüber, durch Kauf erworben - und der Obern Watlaube gegenüber, Rappoltst. Lehen) 1388. - Der Mülnheimer Hof beim Jungfrauenthor 14. Jhdt. ? . - Plirter (der von Pfyrt sei. Hof o. 1429. - Rathsamhauser Hof o. (Rappoltst. Lehen) 1337. - Hof des Klosters Sil m. 1401 (dem Kloster Marienzell im Schwarzwald gehörig und 1510 an die Herren von Rappoltstein verkauft). - Hof des Jungherrn von Venningen m. 154*. - Hof derWaldner m. 1500. - Hof der Wetzel von Marsilien lo. Jhdt. -Jungherr Würmlins Hof m. 1510. Thore: Jungfrauenthor 1337; eingestürzt 1777. wieder aufgebaut 1780. - Lützelbachthor 1339. - Melkers Thor 14<)4. - Niederthor (Unterthor 1431. - Oberthor 1337. - Schütteis Thor 1373. - Wallthor 1443. A eitere Bauten. Badestube' Obere - o. (am Sinnplatz' 1369; Untere - u. 1.570. - Baumwollfabrik, vielleicht schon 1762 gegründet von Stephan später Stephan. Hausmann u. Cie., bezw. Stephan u. Cie.); Fabrikanlagen beim Hexenchurm und auf der Markircher Strasse (Vorschrift in dein vom 3. Juni 17o7 datirten Privileg, dass an den Rappoltsweiler und Mai kircher Häusern Tafeln anzubringen sind, mit der Aufschrift: manufacture ducale de Deux-ponts). - Beginenhaus: dasselbe war 1381 den armen Schwestern, die es schon bewohnten, von mehreren Privaten als Eigenthum übergeben (vgl, die Beghinen 1451). - Brotbänke u. 1402. - Bruderhaus an der Nothalde o. 1452. - Bürgerstube m. 1489. - Clause für vier Schwestern, 1350 durch Clara von Illzach gestiftet und 1352 durch Johannes III. von Rappoltsic-in bestätigt. - Fischbänke 1364 (m.)und 1424(u.'. - Flcischlaube o. 1342. - Frohwage 1431. -- Städtisches Gastenhaus .kleines Spital) lo**, vermuthlich = der armen spital in der Altstadt 1548. - Gottesacker vor dem Unterthor, geweiht am 12. April 1551. - Haus zum Glückrad 1470 = haus genant das Glückrad a. 1526. - Haus, an dem das Halseisen hängt, m. 1364. - Haus zur Sonne u. 1478. - Herberge zum Löwen u. (von 1525. - Herberge zum Stern u. 1539. - Herrengarten o. 1465; mit anderm Eigengut verkauft 1681, dann von dem Pfalzgrafen Christian II. von Birkenfeld zurückgekauft; jetzt Eigenthum der Stadt. - Herrenstube 'der herren trinckstube) o. 1420 (Herrenstubenordnung 1.518), vermuthlich = Trinkstube 1342, Obere Trinkstube 1388. - Hexenthurm 177o. - Herrschaftliche Judenmetzig im Spital errichtet 1711. - Judenschule (dabei ein Wighaus) u. 1311; Erlaubniss zum Bau einer Synagoge vom 27. März 1711: 1738 schenkte der Rabbiner Weyl die von ihm erhaute Synagoge der Rappoltsweiler Judcnschali. - Käligthurm: der alte - in der Altstadt 1525. - Kirche (evangelisch): die jetzige evangelische Kirche, nach fran-i zösischem Brauche temple Protestant genannt, wurde auf dem von der Herrschaft geschenkten Boden des Tabellio-nischen Hofes erbaut und a m 17. October 1734 eingeweiht; der jetzige Glockenthurm ist lS9t> hergestellt. - Kornlaube 1431 (die Nyder Kornloube) u. 1437. - Laube (in der Nähe des Augustinerklosters) 1297. - Krautmarkt a. 1514 = der alte Krautmarkt a. 1545. - Lederbrücke m. 143*. - Marienkapelle (vnser frouwen cappellin) am Wallthor 1443. - Städtische Mehlwage m. 1520. - Metzig 1402 (u.i, 1419 (o.). - Metzigthurm oder Metzgerthurm erhöht 1536)37; vom Blitz getroffen 1547; erneuert 1547 und 1787. - Neuer Brunnen m. 1541, 1549, 15.50 = Brunnen auf dem Marktplatze, welcher 1536 erbaut wurde (der Brunnen auf dem Sinnplatze ist 1576 errichtet). - Ringmauer, wahrscheinlich 1311 errichtet; theilweise erneuert 1690 und 1782. - Schulen: o. 1403; Neubau 1751. Heinrich Kenel, der sieben freien Künste Meister, regierender Schulmeister 1495; Johannes Bodtel Schulmeister 1544. Neben dieser Stadtschule wurde zu Ostern 1563 in der Herrenstube eine evangelische Schule («ein christlich schul > 1 eingerichtet (Schulordnung s. Pädagogische Blätter 25. Jahrg., 1S96, S. 3*0-383), die im November desselben Jahres in das leer stehende Augustinerkloster verlegt wurde. Jedenfalls war dieselbe nur für die Hofgemeinde bestimmt (vgl. anno 1704 Albrecht Zwürch zum Hofcantor und Prä-ceptor der Hofgemeinde angenommen : die protestantischen Bürger schickten im 17. Jhdt. ihre Kinder nach Hunaweier in die Schule. A m 22. Juli 1685 gebot der damalige katholische Stadtpfarrer, dass alle Bürger ihre Kinder in die Rappoltsweiler Stadtschule und nicht nach Hunaweier schicken sollten; aber diese Anordnung wurde am 25.Juli 1685 durch die Kanzlei im Namen der Herrschaft dahin abgeändert, dass nur die Katholiken verpflichtet seien, ihre Kinder in die Rappoltsweiler Stadtschule zu schicken : die Protestanten dürften die ihrigen nach wie vor zu Hunaweier die Schule besuchen lassen. - Herrschaftliches Spital: erste Erwähnungen 134b iher Peter, cappelan ze dem spital) und 1362 (Zins an das Spital): gegründet von den Herren von Rappoltstein, aber jedenfalls nicht erst im Jahre 13o9, wie eine Archivalnotiz besagt; Neubau 1542: Kapelle (der hl. Katharina) Begräbnissstätte Brunos I. von Rappoltstein (t 1398) und Smassmanns I. i.f 1451), die Spitalkirche wurde 1891 restaurirt. A m 26. April 1770 erfolgte die vollständige j Trennung der katholischen und protestantischen Armenpflege, und es wurde der Bau eines protestantischen Hospi- : tals beschlossen. - Stadthaus 1773 erbaut (sprachhauss u. 1472; Rathsstube 1510, vermuthlich = Alte Rathsstube in der Mittelstadt 1543). In dem jetzigen Stadthaus linden sich Pokale aus vergoldetem Markircher Silber aus der Zeit von 1628-1641, meist Geschenke der Rappoltsteiner Familie. - Stadtschloss: Herrschaftliches Residenzschloss. gegen Ende des 1.5. Jhdts. erbaut, jetzt Realschule. Von 15S7-1784 wurde in einem Saale des Schlosses der evangelische Gottesdienst abgehalten : zur Schlossgemeinde gehörten ausser der Herrschaft selbst nur die Adeligen sowie die herrschaftlichen Beamten und Diener; die protestantischen Bürger aber waren bei dem katholischen Stadtpfarrcr eingepfarrt (für Taufen, Trauungen und Begräbnisse), vgl. die Convention vom 12. Juni 1761), zu Predigt und Abendmahl gingen sie nach Hunaweier. A m 17. Juli 1762 wurde ihnen erlaubt, im ] Schlosse der Predigt beizuwohnen und das Abendmahl zu ; empfangen, doch wird diese Einräumung wohl erst seit 1784 zur praktischen Ausführung gekommen sein; die oben er- , wähnten Beschränkungen wurden erst durch die Revolution , beseitigt. Der herrschaftliche Silberschatz war zur Zeit der i Revolution im Schlosse versteckt, wurde aber entdeckt und |