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Show Suftgen Gemeinde wald (Oberförsterei Diedenhofen) 137,8 ha. (Mittelwald. Eiche, Buche, Hainbuche, Esche.) 111,7 ha sind alter Besitz der Gde.; der Walddistrikt Herrenholz (26.1 ha) gehört ihr durch Kantonirung seit 23. Sept. 1859. Suftgen, Fsths. (Gde. Suftgen, Ka. Kattenhofen, Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 5 E. 1 Hs. 1884 erbaut. Suftgen, Staatswald (Gde. Suftgen, Ka. Kattenhofen, Kr. Diedenhofen-Ost, L.i. 710 ha. Oberförsterei Diedenhofen. Forsthaus Untersuftgcn. (Eiche, Hainbuche, Rothbuche, Espe, Esche, Ahorn). Lias. Der Wald gehörte zur Herr- i schaft Rodemachern des Herzogthums Luxemburg; die Herrschaft ist 1492 von Luxemburg eingezogen und dem Markgrafen Christoph von Baden zu Lehen gegeben worden. Von Frankreich auf Grund des Beschlusses der Nationalversammlung vom 1. Aug. 1789 als Staatsdomäne eingezogen, worauf das Haus Baden durch Vertrag vom 22. Aug. 1796 abgefunden wurde. Die Waldungen Gomdorf (33 ha), Kreischeis (9 ha), Suftgen illo ha), Breisdorf (53 ha) sind 1834 vom Staate verkauft worden. Suisse-Basse s. Sülzen. Suisse-Haute s. Ober-Sülzen. Sulz, St. Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Gebweiler, O.-E.). 4444 E. (Sterbf.26,2, leb. Geb. 31,1 auf 1000) 712 Hsr. (24 GRe.) Serv.-Kl. II. - 270 m. - KrHO. Gebweiler (3,2); Bhf. S. (0,4). - Suiza 770. - Die Gde. umfasst den HO. S. (4286 E. 6S0 Hsr.) und die AO. Abt, Bary nie), Belchen, Biehler, Bleiche, Diefenbach, Frey, Glashütte, Grosser-Belchen, Herrenmühle, Kohlschlag, Obermühle, Rain, Schielemühlc, Sudel, Thierenbach (Thierbach i, Werleacker (früher Rimbach), Wüsten- Graben. Hatte früher noch Wünheim (s. 1832 selbständig) als AO., ferner Alte Glashütte, die seit der französischen Revolution verschwunden ist, und einen Theil des damaligen Weilers Jungholz, der 1880 selbständige Gde. im Ka. Sulz wurde und St. Anna und Thierenbach, vorher gleichfalls AO. der Gde. S., zu AO. bekam. Im Gebiete der Gde. liegt der unbew. O. Hartfelsen und lagen die verschwundenen O. Airichsweiler, Altschloss, Clemsie (s. Nachtrag) und Trübelberg. - P. III. Kl. T. Bhf. (s. 1S70). AG., umfasst den Ka. S. Notar. Gerichtsvollz. Gendarmeriestat. Oberförsterei (Forst-aufsichtsbez. Colmar-Mülhausen). Ortseinn. VerkehrsStA. StEBez., umfassend die Gden. Berrweiler, Bollweiler, Feldkirch, Hartmannsweiler, Isenheim, Jungholz, Merxheim, Rädersheim, Sulz, Ungersheim, "Wünheim 2 Aerzte, darunter 1 Kantonalarzt. 2 Apoth. Bürgerhospital (s. 1S24, 62 Betten, davon für Kranke und Sieche 37, für Pfründner 25; Grundbesitz 26,97 ha). Wohlthätigkeitsanstalt der Niederbronner Schwestern (s. 1854, zur Unterstützung der Armen). Sparkasse (s. 1887). Schlachths. is. 1826, umgebaut 1*91). Wasserltg. (1893 erweitert). Verbds.-Fw. (s. 1879, 5 Spritzen). - Kath. Pfarrei II. Kl. (1802), zu der bis 1827 Wünheim und bis 1882 Jungholz-Thiersnbach als Filiale gehörten. Schutzheiliger hl. Mauritius (22. Sept.). Kapelle des hl. Georg auf dem Kirchhofe. Dekanat, umfasst die Pfarrei S. und die Hilfspfarreien Berrweiler, Bollweiler, Feldkirch, Hartmannsweiler, Isenheim, Jungholz, Merxheim, Rädersheim, Ungersheim, Wünheim. Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. Rabbinat (s. 1S39); Sprengel: Sulz, Gebweiler, Isenheim, Hartmannsweiler, Jungholz. Synagoge (s. 1838). Judenfriedhof in Jungholz. - Sektion des Vog.-Clubs (1**4-93 und s. 1S96). Seidenweberei der Firma Baumann der Aeltere & Cie. in Basel, seit 1888, vorher Seidenbandweberei, gegründet 1852 von Levy, dann Hoffmann, dann Meyer-Merian, dann Oswaldt; 340 Dampfpferdekräfte, 700 Arbeiter. Weberei der Firma Bourcart Söhne & Cie. in Gebweiler, ISO Webstühle, 80 Dampfpferdekräfte, 115 Arbeiter. Eisengiesserei der Firma Vogt & Cie. in Niederbruck. 2 Ziegeleien. 1 Steinbruch. - Buchhandlung. Anfang März, Ende Mai, Ende Sept., Anfang Nov. und Ende Dez. Kram-, Getreide- und Schweinemarkt. S. besitzt einen salzhaltigen Brunnen. - Sulz. 1097 S. gehörte wahrscheinlich zum ältesten Bestand des oberen Mundats des Bisthums Strassburg. Im Banne von S. besass Kloster Ebersmünster einen Hof, der ihm noch 1183 vom Papst Lucius III. bestätigt wurde. Die Nachricht, dass der ganze Bann dem Kloster gehört hat, beruht wohl auf Fälschung. Zum alten Banne von S. gehörten Wünheim (s.d.), Jungholz (s. dj, Rimbach (s. d.), Rimbach-Zell (s. d.) und Hartmannsweiler is. d.), so dass derselbe noch grösstentheils der alten marca S. in der gefälschten, aber in diesem Punkte richtigen Urkunde von *17(SchenkungLudwigs des Frommen an Ebersmünster) entspricht. Im 13. Jhdt. wurde der Hof an das Bisthum Strassburg verkauft und von diesem dem Grafen von Pfirt zu Lehen gegeben, welcher ihn nebst dem Besitz von Ollweiler (s. d) an Lieu-Croissant verkaufte. Der Besitz in Ollweiler ging 1260 an die Waldner von Gebweiler über, während die Kapelle in S. nebst einem Hofe Eigenthum des Klosters blieb. 1254 wurde die Kapelle geweiht, wohl vor ihrer Vollendung, denn 1273 erlaubte Papst Gregor X. dem Kloster Lieu-Croissant den Bau einer Kapelle und Anlage einesFried-hofs in S. Im 18. Jhdt. wurde der Bau abgebrochen; er war den hl. drei Königen geweiht. Der Kapellhof ging 1550 in das Eigenthum des Bisthums Basel über. In der Mitte des 13. Jhdt. wurde S. Stadt (Schloss Bucheneck', es wurde ummauert und erhielt eine städtische Verfassung. 1260 wird das Gemeindesiegel zuerst erwähnt. Von 1429 an war S. für einige Jahre an Ulrich von Rappoltstein verpfändet. 152.5 betheiligten sich die Einwohner am Bauernaufruhr ; zur Strafe wurden die Zünfte aufgehoben. Im 30jährigen Krieg wurde das bischöfliche Schloss zerstört, wohl 1634 bei der Plünderung durch den Rheingrafen Ludwig; 1719 wurde es neu erbaut, jetzt ist es eine Fabrik. In S. waren ausser den erwähnten Kirchen begütert: 815 Luxeuil, 11*4 Marbach, 1191 Feldbach, 1242 Rheinau, dessen Besitz an Murbach überging, 1183 Lautenbach, 1269 Unterlinden (Colmar), die Baseler Klöster: St.Leonhard, Maria Magdalena, St. Klara, Klingenthal, alle seit dem 13. Jhdt., 1298 die Deutschritter von Bickeim (?), 1342 die Abtei Lützel, 142'» das Augustinerkloster zu Mülhausen. - Die Ritter von Sulz, zuerst 1184 erwähnt, waren Burgleute des Strassburger Bischofs, ihr Lehen ging an die Pfaffenheim über; seit 12S9 wurde es nicht mehr verliehen. - S. war Hauptort eines bischöflich Strassburger Amtes, zu dem auch Wünheim, Hartmannsweiler und Rimbach-Zell gehörten ; letztere beiden wurden 1760 abgetrennt und den Waldner von Freundstein zu Lehen gegeben ; seitdem war S. nur noch eine Stabhalterei des Amtes Rufach. - In S. befand sich bei der erwähnten Kapelle eine Filiale der Cisterzienser von Lieu-Croissant, von der noch einige alte Theile erhalten sind. - 1269 wird die Komthurei des Johanniterordens, von welcher die Niederlassungen dieses Ordens in Colmar, Mülhausen und Friesen abhingen, zuerst erwähnt. 1328 wurde sie in dieStadt-befestigung eingeschlossen. Erster Besitz des Ordens war das 1240 von Werner von Laubgasse aus Rufach dem Orden geschenkte, zu S. am Markte gelegene Haus. Durch Schenkungen des Adels (Graf Ulrich von Pfirt 1314, Johann von St. Amarin 1311-1313, Hugo von Brünighofen 1310, Hans Erhard von Reinach 1406) wie glückliche Erwerbungen und geordnete Verwaltung wurde der Besitz des Ordens so vergrössert, dass S. von 1541 an alleiniger Komthursilz im oberen Elsass blieb, während Colmar, Mülhausen und Friesen durch Schaffner verwaltet wurden. Komthure : 1269 Johann gen. Grametsch, 1281 Dorberdus, 1792 Graf von Hompesch, 1476 zog der Ordenskomthur Ludwig von Melchingen, der in der Schlacht bei Murten ein Banerium aureum erbeutet hatte, mit den Baselern in Basel ein. 1525 wurde die Komthurei von den Bauern zerstört. Die dazu gehörige Kirche zum hl. Johannes wurde 1774 abgetragen und durch eine Kapelle ersetzt, diese 1792 aufgehoben und als Nationalgut verkauft. Reste sind noch vorhanden. - Das Kapuzinerkloster wurde 1632 begonnen; durch den Krieg wurde der Bau gestört; die Mönche kehrten 1651 zurück. 1732 folgte ein Neubau. |