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Show 9b2 St. Avold - Ste. Barre. 1-"", 20 Arbeiter (Hegt beim Bhf. St. A.. auf dem Gebiet der Gde. Walmen). H a n d e l : Brennholz. Getreide, Wein, Bier, Kartoffeln. 3 Buchhandlungen, davon 2 nach 1871 entstanden. Mitte März und Ende August Krammarkt. St. A. gehörte zu der bischöflichen Kastellanei H o m b u r g (s d.) und war Sitz der Vogtei St. A. (s. d.). - Nach alten Ueberlieferungen soll gegen das Jahr 509 der vornehme irische Missionär Fridolin hier ein Oratorium gebaut, dann zu Ehren des hl. Hilarius von Poitiers ein Kloster gestiftet haben, das er Hilariacum nannte. In jedem Fall verdankt St. A. seine Entstehung der Gründung einer Benedictinerabtei. welche jedoch nach anderen erst im 8. Jhdt. durch Bischof Sigisbald von Metz (720-744) errichtet und zuerst Nova cella genannt wurde. Sigisbald war auch in der Nova cella beigesetzt, doch später brachte man seine Gebeine nach St. Sympho-rian in Metz. Sein Nachfolger, Bischof Crodegang, bereicherte die Abtei mit den von ihm aus R o m gebrachten Gebeinen des heiligen Nabor, u m 7b5, worauf dieselbe den Titel des heiligen Nabor annahm. Aus St. Nabor ist der heutige N a m e St. Avold entstanden. - Im 14. Jhdt. erhielt der Ort Stadtmauern nachdem u m diese Zeit die Einwohner einen Angriff von Lothringen zurückgewiesen hatten. 13b3 ermächtigte der Bischof von Metz die Einwohner von St. A. einige Abgaben zu erheben, um die für den Stadtmauernbau gemachten Schulden zu tilgen. Die Benedictiner-Abtei, deren Geschichte wegen der Vernichtung ihres Archivs fast unbekannt ist, erhielt zuerst die Reform aus Bursfeld, dann lb07 die von St. Vanne. - 128* nahm Herzog Ferry III. von Lothringen im Kriege gegen Bischof Bouchard d'Avesnes von Metz St. A. ein, plünderte es und entführte die angesehensten Bürger als Geiseln. 1342 Schlacht bei St. A. zwischen Herzog Raoul von Lothringen und Bischof Ad-hemar von Metz. Erstcrer wurde geschlagen. Im 30jährigen Krieg hatte St. A. unendlich viel zu leiden. 1635 eroberte die Stadt der Kardinal de la Valette, Statthalter von Metz, lb3b nahm sie der lothringische Kapitän Cliquot und machte die französische Garnison zu Gefangenen. Dann hausten hier die Schweden unter dem Herzog von Sachsen-Weimar und die Pest so arg, dass die Stadt zwei Drittel der Bewohner ver-lor und die Umgegend verwilderte. 1814, 11. Jan. Gefecht bei St. A.: Oberst-Lt. von Stutterheim mit Theilen des York'- schen Korps gegen französisches Korps des Marschalls Mar-mont. Die Franzosen wurden nach Metz zurückgeworfen 1870 vom 18. bis 31. Juli war St. A. Hauptquartier des 2. französischen Armeekorps (General Frossard). Alsdann wurde das Hauptquartier des 3. Korps (Marschall Bazaine) hierher verlegt. - 1625 wurde auf dem Gansberg, später Nonnenberg genannt, durch einige fromme Mädchen ein Benedi künerinnen-klcster gestiftet. Ludwig von Guise, Prinz von Pfalzburg, bestätigte als Ortsherr die Niederlassung, welche in einem alten Klosterhaus der Abtei Neumünster, das von den Benediktinern abgetreten worden war, stattfand. Die Klosterform wurde 21. September 1630 eingeführt. Das Kloster zählte damals schon 30 Chor- und 7 Dienstschwestern. - 1313 wurde durch den Abt Johann ein Spital gegründet. - St.A. war von jeher Sitzeines Archipresbyterats des Bisthums Metz. Zur Pfarrei St. A. gehörte bis 1S02 Spittel und von 1302 bis 182b Durchthal. Den Kirchensatz hatte die Abtei St. A. Die protestantische Gde. hat sich seit 1351 allmählich gebildet (s.o.). - In der Oberförsterci St. A, k o m m e n auf dem Muschelkalk die Mardellen sehr häufig vor. Die in der Regel bei St. A. erwähnten römischen Alterthümer gehören eigentlich zu Heiligenbronn (s. d). Die ehemalige Abteikirche ist ein schöner dreischifliger Barockbau des 18. Jhdts. Darin •si hön bearbeiteter Altaraufsatz, wie auch Chorgetäfel und Chorgitter. - Von der alten Pfarrkirche, unweit der heutigen Synagoge, wenig Reste Übrig. Im ehemaligen Schlosse von St. A. ist 1874 die Lehrer-Präparandenanstalt (s. o.i errichtet worden. Aus St. A. stammen: Francois comte ei'Av ränge- d'Haugeran vi] le,franz. General, geb. 4. Nov. 1745, f 29. Okt. 1823. Charles-Nicolas de B r e m, franz. General, geb. 22. Dez. 1*24, f 10. Sept. 1**1. Joseph Melling, geb. 27. Dez. 1724. Todesjahr unbekannt, seinerzeit bekannter Maler. Michel Ordener. geb. 2. Sept. 1755. franz. General, Comte de l'Empire (1800) f als Gouverneur von Compiegne 30. Aug. 1811. im Pantheon beigesetzt. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei St. A.) 52,9 ha. Bronder, Phil., Histoire de St. A. Metz 18bS. Hammerstein, Frhr. H. v., Das Stadtrecht von St. A. (Jb. d Ges. f. lothr. Gesch. III, 1891, S. 33-103). Hinrichs, Adl, Die sogenannte Römerstrasse in der Oberförsterei St. A. (Jb. d. Ges. f. lothr. Gesch. VI, 1894. S. 304-309). Jacquot, E., Notice ge"ol. et hist. sur les mines de plomb et de cuivre des environs de Saint-Avold, de Hargarten, etc. (Mem. de l'Ac. de Metz 1857-58, 2e partie p. 531). St. A v o l d , Ka. (Kr, Forbach, L.). Umfasst die Gden. Altweiler, Barst, Beningen, Bettingen, Cappel, Durchthal, Folschweiler, Freimengen, Genweiler, Herrchweiler, Kammern, Karlingen, Machern, Oberhomburg, Oberhost, Pfarrebersweiler, Porcelette, St. Avold, Sengbusch, Spittel, Walmen, und enthält auf 180,7872 qkm 2b78 bewohnte Häuser etc., mit 15253 Einwohnern. - Der Ka. St. A., 170J-05 zum Distrikt, 1800-1870 zum Arrondissement Saargemünd gehörig, umfasste bereits 1790 fast sämmtliche seiner jetzigen Gden., nur Cappel und Oberhost gehören ihm erst seit 1>0L', Porcelette erst seit 1829 an; die beiden ersten gehörten vorher zum Ka. Püttlingen, Porcelette zum Ka. Saarlouis. Ausser den heutigen Gden. aber zählten s. 1790 als selbständige Gden. noch zum Ka. St. A.: Helleringen, Holbach, Klein- Ehersweiler, Marienthal und Niederhomburg, s. 1802 Valette (aus dem Ka. Püttlingen), die später A O . anderer Gden. des Kantons wurden. St. Avold, Bischöfliche Yogteiherrschaft, s. H o m burg und St. A v o l d (Vogteiherrschafti. St. B a r b a r a , Bleigrube. (Gde. Hargarten, Ka. Busendorf, Kr. Bolchen, L.i. S. Hargarten. St. B a r b a r a , Fbrk. (Gden. Ottersthal, [3 Hsr.] und Eckarts weiler [1 Hs.|, Ka. u. Kr. Zabern, U.-E.). 35 E. 4 Hsr. 1861 erbaut. In der Nähe die St. Barbarakapelle, ein gothi-scher Bau des 15. -16. Jhdts. D. Fischer, L a Chapelle de St. Michel et de Ste. Barbe. (Eis. Samstagsbl. 13bS, S. 121-127.1 Ste. B a r b e , Df. (Ka. Vigy [1790 Ka. Noisseville, 1792- 1*0:' Ka. Vry], Kr. Metz, L.i. 407 E. 144 Hsr. (10 GRe.) - 290 m. - A.-, L.- u. SchwG. Metz (12,6) ; HSt. Landonvillers (8,1). - Ste. Bairbe 1300; R u p p i g n y Ste. B a r b e 1681; ma. Ste. B a r b e . - Die Gde. umfasst den H O . Ste. B. (103E. 42 Hsr.) und die A O . Avancy (s. 1810, vorher selbstdg.), Champ-de-la-Lunc (Parouse), Cheuby (s. 1810, vorher selbständig). Gras idgl.), Mazagran, Point-du-Jour, St. Leon, Soleil-d'Or (ein Theil des Hauptortes führt den Namen Er-pignvi; ferner lag im Gebiete der Gde. der verschw. 0. Libaville. - Ortseinn. StEBez. Vigy. - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Vigy (s. 1802), zu der bis 1854 auch Servigny bei Ste. Barbe gehörte. Kirche der hl. Barbara (4. Dez.). - Geschäftssprache französisch. - Kalkbrennerei. Ste. B. besteht aus den früheren Wlrn. Ste. Barbe und Erpigny (s. d.) oder Rupigny. Der ursprüngliche Name des Dorfes war Rupigny; derselbe wurde aber seit dem 14.Jhdt. allmählich durch den der Wallfahrtskirche verdrängt. Das Df. gehörte zum P a y s Messin (Haut-Chemin) und war Herrschaft mit ganzer Gerichtsbarkeit. - Ste. Barbe mit Rupigny war zuerst Besitz des Bisthums und Bestandtheil der Herrschaft Vry, scheint aber schon sehr früh von dieser getrennt worden zu sein. 1404 gehörten beide den le Hungre und Gournay, 1480 zur Hälfte den Baudoche, welche ihren Antheil 1516 dem Domkapitel schenkten; die andere Hälfte weichein denBesitz eines Kanonikers Namens Aneth gelangt war, wurde ebenfalls 1537 dem Domkapitel vermacht. - Wallfahrtskirche und Priorat. Die Entstehung der |