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Show Ol 0 Rixheimerweg - Rixingen. Steinbruch. Ziegelei mit Dampfkraft, Jahresproduktion ca. 400000 Steine. Sagemühle mit Dampfkraft. 2 Oelmühlen. Tapetenfabrik Zuber & Cie. seit 1797. Hand- und Maschinendruck, 220 Arbeiter. Buchhandlung, Buchdruckerei und Buchbinderei Fr. Sutter & Cie. 18 Arbeiter. Brauerei. Mechanische Werkstätte. - Zeitungen und Zeitschriften: Der Mülhauser Arbeiterfreund, 3 mal wöchentlich. Die heilige Familie, 1 mal wöchentlich. Revue catholique d'Alsace, 1 mal monatlich. Revue d'Alsace, 4 mal jährlich. R. war alter Besitz der Abtei Murbach (schon 823), später im Besitz der Habsburger, der Vögte von Murbach, und zur österreichischen Herrschaft L a n d se r (s.d.) gehörig, A m t Nieder-Landser. 1064 war auch Kloster Ottmarsheim, 1284 die Johanniterkomthurei Mülhausen zu R. begütert. 128.5 wurde das Dorf an die Herren von Masmünster zu Lehen gegeben, 1351 den Herren vom Huse. 1466 wurde es von den Mülhausern zerstört. - In R. war begütert der deutsche Ritterorden, der daselbst schon früh (1232?) ansehnliche Besitzungen hatte, die dem freien Dinghof <-Der Widen-acker » an dem Habsheimer W e g unterstanden und unter 10 Hubhöfe vertheilt waren mit eigener Gerichtsbarkeit, Asylrecht, Zehntrecht (zwei Drittel Frucht-, sieben Neuntel Wein-, den ganzen Heuzehnten, die anderen Zehntherren waren die Johanniter in Mülhausen, die Herren von Zu Rhein und die Aebtissin zu Ottmarsheim: und dem Patronatsrecht in der Kirche zu Rixheim. 1594 Erweiterung des Besitzes durch den Kauf zweier Ackerhöfe, 1613 Verlegung des Komthursitzes unter Hans Christoph von Bernhausen von Mülhausen nach Rixheim. Die Komthurei hatte österreichische Landstandschaft. Nach der zeitweiligen Entfremdung des Ordensbesitzes im dreissigjährigen Kriege und durch die Ueberweisung der Einkünfte an den Lazarusorden durch Ludwig XIV. wurde das Ordenshaus 1735-45 neu erbaut; letzter residirender Komthur Coe-lestin Octavian Kempf von Angrelh. 1789 wurde das Gebäude kontiszirt und als Gefängniss, dann als Spital für die Armee des Generals Moreau benutzt; 1797 gründete Joseph Zuber dort seine Tapetenfabrik (5. o.). - Kirchlich gehörte R. zum Landkapitel Inter Colles des Bisthums Basel. Eine prot. Kirche ist 1852 durch den Fabrikbesitzer J. Zuber in R. erbaut worden. - R. liegt an einem Keltenwege von Burgfelden über Habsheim nach Regisheim u. s. w. Neoli-tische-, Bronze-, Hallstatt- und La Tenc-Funde und Tumuli. Der untere Theil des Kirchthurmes ist alt. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Mülhausen) 8 ha. Gide, Gustave, Notice historique sur la Commanderie de l'Ordre Teutonique ä Rixheim de 1235 ä 1797 devenue la Fabrique de Papiers peints de I. Zuber & Cie. Rixheim 1897. Walter, Th., Zur Geschichte des Deutschritterordens im O.-E. (Jahrb. f. Gesch. E.-L's. 14, 1898, S. 3-55.) Bericht über die Einweihung der prot. Kirche in R. Mülhausen 1851. IZuber, I.|, Die Tapetenfabrik von I. Zuber & Cie. in R., 17(»7-1897. [Rixheim 1807.] R i x h e i m e r w e g , Hsr. (Gde. Riedisheim, Ka. Habsheim, Kr. Mülhausen, O.-E.). 44 E. 12 Hsr. - Auch Rixer-gasse genannt. In der Richssergassen 1534 - Die heutigen Häuser bestehen seit 1862. Rixingen, Df. Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Saarburg, L.). 883 E. 230 Hsr. (12 GRe.) - 260 m. - A G . Lörchingen (12,9); HSt. R. (0,8). - R e h e n s a l d o c u rtis (?) 770; R u a d g i sin gen, Ruokesingen 991; Richecurt 1084; Richiscurtis 1103; Rechicourt 1869. - Die Gde. umfasst den H O . R. (778 E. 207 Hsr.) und die AO. Au-Chaufour, Fontaine-Claudon-Munier, Franzosenpass, Landsknechthof; ferner die verschw. O. Azey, Berg, St. Blaise- P. T. HSta. R. (s. 1852) und Moussey (s. 1864). Seit 1880 Gerichtstage. Notar. Ortseinn. StEBez. für die Gden. Avricourt, Azoudange, Disselingen, Essesdorf, Foulcrey, Freiburg, Germingen, Gondrexange, Herzing, Ibigny, Langenberg, Moussey, Richeval, R., St. Georg. Siechenhs. Germain (s. 1894, 5 Betten); Grundbes. s.31 ha. Sparkasse (s. 1887). Wasserltg. (s. 1875). Fw. (s. 1805, 2 Spritzen). - Kath. Pfarrei II. Kl. (s. 1802). Sitz eines A rc hipresby terates des Bisthums Metz, die Pfarrei R, und die Hilfspfarreien Avricourt, Azoudange, Disselingen, Essesdorf, Foulcrey, Freiburg, Germingen, Gondrexange, Ibigny, Langenberg, Moussej und St. Georg umfassend. - Kirche des hl. Adelphus (1. Sept.). Kapelle des hl. Blasius. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Deutsch-Avricourt. - 2 Kalksteinbrüche. Turbinenanlage mit elektrischer Kraftübertragung zur Speisung der Scheitelstrecke des Rhein- Marne-Kanals. Hausindustrie: Weissstickerei. Die Betheiligten arbeiten auf eigene Rechnung. Brennholzhandel, Die Lehensherrschaft Rixingen, (seit dem 16. Jhdt. mehrfach Grafschaft genannt) bestand aus den seit dem 13. Jhdt. und wohl schon früher vereinigten Herrschaften R. und Marimont bei Bourdonnaye. Sie umfasste 1648 I. Herrschaft R i x i n g e n : 1. Avricourt (z. Th.,), 2. Barchingen, 3. Foulcrey, 4. Gondrexange, 5. Herzing, 6. Moussey z. Th., 7. R. II. Die Herrschaft Marimont: 1. Bourdonnaye (z. Th.i, 2. Maizieres (z. Th.). Seit 1720 bildete die durch Kauf erworbene Herrschaft Ibigny (s. d.) einen weiteren Bestandtheil der Herrschaft R. R., das schon 770 in einer Urkunde der Abtei Gorze erwähnt wird, gehörte ursprünglich zum Calmenzgau (pagus Calvomontensis. Chaumontois) an der Grenze zwischen dem Seille- und Saargau. Das Bisthum Metz scheint im 13. Jhdt. dort begütert gewesen zu sein. Ob das unter den ältesten Besitzungen der Abtei Weissenburg erwähnte Ruadgisingen Ruocsingen, das 991 der Abtei durch Conrad von Franken, Herzog von Lothringen, entrissen worden, R. in Lothr. ist, ist unsicher, indessen nicht unwahrscheinlich. Ende des 11. Jhdts. erscheint dort ein Dynasten-Geschlecht, das den Namen von Rechicourt trägt und dessen einzige Erbin, wie es scheint, die Herrschaft an das Haus der Edeln von Tincry übertrug. Die frühere Geschichte der Herrschaft festzustellen ist unmöglich. Ende des 13. Jhdts. war sie in Händen der Grafen von Werd aus dem Hause Saarbrücken, die sich auch von Frankenburg nannten, gelangt. Dietrich, Sohn des 1182 als Herr von R. genannten Sigebert von Werden, trug 1255 R,, Mörsberg und Geblingen (s. d.) dem Bisthume Metz zu Lehen auf. Durch Erbtheilung erhielt 1291 Conrad, Dietrichs jüngerer Sohn, R. und Mörsberg (s. Forbach). Dieser Conrad hinterliess nur eine Tochter, Johanna, die sich um 1310 mit Graf Fritzmann von Leiningen-Dagsburg vermählte und ihrem Ehemanne die Herrschaft R. zubrachte. Ihre Nachkommen nannten sich Grafen von Leiningen und Herren von R. Der letzte dieser Linie war Graf Hermann (gest. 1507), der durch Heirath mit Gräfin Adelheid | Sierck die Herrschaften Forbach, ein altes Familiengut, (s. d.) und Frauenberg erworben hatte. - Durch Heirath der zwei Erbtöchter von Leiningen kam der Besitz den Häusern von Dhaun zum Oberstein und Hohenfels-Reipolskirchen bis 1513 ungetheilt zu. 1513 war Graf Ludwig von Leiningen- Westerburg durch Erbschaft und Kauf Herr von einem Drittel des Besitzes. Ein Viertel gehörte den von Oberstein. 166/ hat Graf Philipp von Leiningen dem Pfalzgrafen von Zweibrücken- Kleeburg, beide Herrschaften verkauft. Der Verkauf wurde vom Metzer Parlament für nichtig erklärt. 1669 erwarb die Herrschaften Graf Friedrich von Ahlenfeld, dessen Tochter mit dem Grafen Friedrich von Nassau-Ottweiler (gest. 1718) vermählt war, welchem durch Vertrag von 1703 beide Herrschaften zufielen. Die vier Erbinnen des Grafen von Nassau haben 1724 R. und Marimont mit Herrschaft Ibigny dem Prinzen von Lothringen, Grafen von Guise, verkauft, worauf 1751. abermals durch Verkauf der Erbinnen, R. und Marimont an den Herzog de Fronzac-Richelieu gelangten, der bis zur Revolution im Besitze blieb. Schloss und Dorf. R. wurden während des lS.Jhdts. in den Fehden zwischen R. und Lothringen zerstört. 1469 hatte sich der Herzog verpflichtet, beide wieder aufzubauen. Im 16. Jhdt. werden in R. zwei Schlösser erwähnt, den Leiningenschen |