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Show Sulz u. W . - Sulzbach. 1099 es. dass sie diese mit den Than gemeinsam erhielten. Die Rechte der letzteren an der Stadt S. wurden ihnen 1489 von den Fleckenstein abgekauft. Seit 1408 gab es eine neue Linie Fleckenstein-Bickenbach-Sulz, auch nur Flcckenstein- Sulz genannt, die als letzte der Fleckensteinischen Linien 1720 ausstarb. Adeliges Geschlecht von S. 1127 und 1285 erwähnt. Die uralte Salzquelle zu S. wurde 1663 von den Fleckenstein mit Erlaubniss des Erzstifts Köln dem Krug von Nidda | und dem L. J. Garns in Erbpacht gegeben. 1788 wurde ein Kohlenlager zu S. entdeckt und ausgebeutet. - Kirchlich gehörte S. vor der Reformation zum Landkapitel Unter- Hagenau. Im 15. Jhdt. Rektorat, Plebanat, zwei Kaplaneien. 1543 wurde die Reformation eingeführt. Prot. Pfarrei mit den Filialen Hermersweiler (bis 1846), Retschweiler, Lobsann und Memmelshofen. Die Kirchenbücher gehen bis 1595 zurück. 16C>3 kath. (königl.) Pfarrei mit den Filialen Hermersweiler. Hohweiler, Retschweiler und z. Th. Lobsann (bis 1808), vorübergehend gehörten Anfang des 18. Jhdts. auch Höfen und Schönenburg zur Pfarrei. Simultaneum gleichfalls 1693. Israel. Synagoge seit ca. 1770, wahrscheinlich zum Rabbinat Surburg gehörig. - Das 1750 erbaute Schloss (Besitzer von ßourry) war nach der Schlacht bei Wörth Hauptquartier des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preussen. - S. liegt im Knotenpunkte mehrerer Keltenwege: von Selz nach Wörth, von Brumath nach Lembach u. a. m. Römische Funde (Münzen etc.). S. muss als frühere Saline schon zur keltischen Zeit von hoher Bedeutung für das ganze Unter- Elsass gewesen sein. Spätgothische Kirche aus dem 15. Jhdt., im Chore alte Grabsteine der Fleckenstein'schen Familie. Auf dem Kirchhofe ein Massen- und 1 Einzelgrab deutscher und französischer bei Wörth gefallener Krieger. Gemeinde wald (Oberförsterei Weissenburg) 264,5 ha. i Suche. Eiche, Hainbuche und Kiefer.) Alter Besitz der Gde. Sulz u. W . , Amt und Kirchspiel. 1274 besassen die Herren von Fleckenstein und die stammverwandten Puller von Hohenburg gemeinschaftlich S. und die zu dessen Pfarr- ^prengel gehörigen Orte Hermersweiler, Retschweiler, Memmelshofen, Meisenthal, Jägershofen und die Hälfte von Lobsann als Lehen des Erzbisthums Köln. Dies ist der Kern des späteren fleckenst. Amtes S. Später wurden ihm noch Hohweiler und Drachenbronn zugetheilt. Als nach dem Tode Joh. Pullers über das erzbischöflich kölnische Lehen zwischen den Inhabern Streit entstand, gab Bischof Walram von Köln 1347 Memmelshofen und Meisenthal den Fleckenstein allein. 1558 wurden jedoch die Hohenburg wieder in den Besitz der Hälfte des ganzen Sulzer Lehens eingesetzt. Nach Aussterben der Linie Fleckenstein-Sulz (1351) waren die Herren von Than vom Erzbischof von Köln mit dem fleckenst. Antheil belehnt worden. Doch erreichten es die Flecken-stein- Bickenbach, dass sie im Mitbesitz des Lehens blieben. 1489 kauften sie den von Than ihre Rechte ab, und da inzwischen auch der Hohenburgische Antheil an sie gefallen war, so waren sie seitdem Alleinbesitzer. Nach ihrem Aussterben (1720) wurde das ganze Amt S. an die Rohan-Soubise verliehen. Das Patronat und der grösste Theil des Zehnten im Sulzer Kirchspiel, ein Lichtenberger Lehen, fiel 1720 an diese zurück und kam 1736 an Hessen-Darmstadt. Sulz u. W., Kanton (Kr. Weissenburg, U.-E.) umfasst die Gden. Birlenbach, Bremmelbach, Drachenbronn, Hatten, Hermersweiler, Höfen, Hohweiler, Hunspach, Ingolsheim, Keffenach, Kühlendorf, Kutzenhausen, Leitersweiler, Lobsann, Memmelshofen, Merkweiler, Niederbetschdorf, Oberbetschdorf, Oberrödern, Reimersweiler, Retschweiler, Rittershofen, Schönenburg, Schwabweiler, Sulz u. W., Surburg und enthält auf 144,2758 qkm 2923 bewohnte Häuser etc., mit 14375 Einwohnern. - Der Ka. S. u. W., 1790-95zum Distrikt, 1800-1870 zum Arrondissement Weissenburg gehörig, begriff 1790-1802 die heutigen Gden. mit Ausnahme von Bremmel- I bach nnd Ingolsheim, die ihm erst 1802 aus dem Ka. Weissenburg zugewiesen wurden, und Merkweiler, das bis 188S AO. von Kutzenhausen war. Dagegen gehörten ihm seit 1790noch an: Aschbach, Biblisheim, Bühl, Diefenbach, Dürrenbach, Lampertsloch, Mitschdorf, Nieder- und Oberseebach, Preuschdorf, Stundweiler, Walburg. Von diesen gingen 1802 Aschbach, Bühl, Nieder- und Oberseebach und Stundweiler in den Ka. Selz, die übrigen ausser Diefenbach, das erst 1811 in den Ka. Wörth kam, in den Ka. Wörth. über. Sulzbach s. Bad S., Nieder-, Obersulzbach. Sulzbach, Df. (Ka. Münster [1790-1802 Ka. Türkheim], Kr. Colmar, O.-E.). 650 E. 109 Hsr. (12 GRe.) - 340 m. - AG. Münster (5,5). HSt. Weier im Thal (1.4). - Sulz-pach 1211; ma. Sulzbe, Sulzbach. - Die Gde. umfasst den HO. S. (640 E. 107 Hsr.), die AO. Bad Sulzbach, Dorschbach und die unhewohn. O. Haneck, Schrankenfels; ferner lag vielleicht zwischen S. und Winzenheim der verschw. O. Man oder Menners. - P. T. Oeff". Fernsprechstelle (s. 1902). Ortseinn. StEBez. Münster II. Wasserltg. (s. 1848). Fw. (s. 1880. 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Münster (s. 1302). Schutzheiliger Johannes der Täufer (24. Juni). Ausserdem Kapellen der hl. Katharina und des hl. Michael (letztere auf dem Kirchhofe). Filiale der prot. Pfarrei in Günsbach. - Kleine Ziegelei. Mineralwasserversand. Quelle Gonzcnbach und Schlossquelle, zwei alkalinische Eisensäuerlinge (Besitzer: Karl Mann zu Sulzbach und Brun & Comp, zu Sulzmatt). S. wird urkundlich zuerst 1211 erwähnt, doch ist es sicherlich älteren Datums. Damals hatte das Augustinerkloster Marhach daselbst Besitzrechte. 1275 befestigt, wurde das Städtchen am Ende des 13. Jhdts. von den Herren von Hattstatt zur Hälfte (gegen das Niederthor) dem Herzoge von Lothringen, zur anderen Hälfte (gegen das Hus) dem Grafen von Blämont zu Lehen aufgetragen. Seit 1504 war Lothringen als Erbe der Blämont alleiniger Lehensherr. Nach dem Aussterben der Hattstatt (1585) kam S. nach einander an Graf Johann zu Solms, Graf Franz von Vaudemont, Hans Jacob Reinach-Münsterol und Ulrich Diebold von Schauenburg, dessen Nachkommen es bis 1634 besassen, in welchem Jahre es von dem schwedischen Kanzler Oxen-stierna der Stadt Colmar geschenkt wurde. 1648 wurden jedoch die Schauenburg wieder in ihren Besitz eingesetzt. Das Haus Oesterreich betrachtete entgegen den lothringischen Ansprüchen seit 1585 S. als offenes Mannlehen und machte die Landeshoheit darüber geltend. Schöpflin zählt 1761 S. noch unter den lothringischen Gebietstheilen auf. Das Meierthum und die Hälfte des Zehnten besass bereits 1275 das Priorat St. Peter in Colmar, von dem es Ministeriale, die sich von S. nannten, zu Lehen trugen. Die andere Hälfte des Zehnten wurde 1324 von dem Hochstift Basel verkauft und 1427 von den Rappoltstein erworben. Diese hatten schon 1366 Hörige zu S.. welche den Laubgassen zu Lehen gegeben waren. - Die Pfarrei an St. Johannes dem Täufer nebst den Kapellen zur hl. Katharina und zum hl. Michael gehörte zum Landkapitel Ultra Colles des Bisthums Basel. Collatoren waren das Stift St. Peter in Colmar, seit 1534 die Herren von Hattstatt, nach deren Aussterben (1585) die Schauenburg bis 1789. - Altes Kirchenchor aus dem 14. Jhdt. mit sehr schönem Sakramentshaus aus dem 15. Jhdt., getragen vom hl. Christoph, und sonstigen Bildwerken ; Triptychon, deutsches Holzgemälde aus dem 16. Jhdt., und einige Holzstatuen; Grabstein eines Ritters von Hattstatt (von 1351) und ein anderer derselben Familie von 1.516. Dann ein dritter, in die Südseite der Kirche eingemauerter Grabstein eines Jacob von Hattstatt und seiner Frau «Mergen von Rotsamhusen > von 1514. Der Kirchhof, mit Kärner, war anscheinend früher befestigt. Im Orte eine Kapelle aus dem 15. Jhdt., dann Reste des Schlosses derer «von Schauenburg» aus dem 14. Jhdt. und der alten Stadtmauern. S. a. Spitzemberg. Gemeindewald (Oberförsterei Colmar-West) 474,7ha. 350 bis 900 m über dem Meere. Granit, Grauwacke. (Weiss- |