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Show 1196 Weissenburg. komthurei des in Mergentheim residirenden Deutschmeisters und gehörte zur Eallei Franken. 1479 dem von seinem Amte auscheidenden Deutschmeister Ulrich von Leutersheim zu lebenslänglicher Versorgung überwiesen. Im 17. Jhdt. durch Brand zerstört, die Güter 1673 durch Ludwig XIV. dem französischen St. Lazarusorden geschenkt, erst 1697 wiederum dem Deutschmeister zurückgestellt. Komthure: 1287 Komthur Grünenberg, 1548 Hermann Hudersdorf <>Zinsmeister», 1552 Wilhelm Kurbel von Katzenelnbogen. 6. eine Prioratkirche, früher der Abtei Eusserthal (Pfalz), seit 1213 der Abtei Weissenburg gehörig und als Pfarrkirche für Weiler und Schweigen dienend, wurde 1545 protestantisch, Anfang des 19. Jhdt. abgetragen. Ein Jesuitenkollegium zu W . wurde 17b4 aufgehoben, dafür 1774 eine vierklassige Lateinschule errichtet und den Augustinern übertragen. 1523 wurde die Reformation in W . eingeführt. Prot. Pfarrei (St. Johann) seit 1533, zeitweilig mit Filiale Rott (s. d.). Bis 1S05 bezw. 1815 gehörten auch Rechtenbach und Schweigen (beide jetzt in der Pfalz) zur prot. Pfarrei W . Die Kirchenbücher gehen bis 1810 zurück. Simultaneum von 1680-1803. Das Patronat der prot. Pfarrei hatte die Stadt, das der neuen kath. Pfarrei der König von Frankreich. Filiale der kath. Pfarrei war bis 185b der AO. Weiler, der dann selbst Pfarrei wurde. W . liegt an der Kreuzung zweier Keltenwege, von Kalten-hausen über Sulz in das Hardtgebirge und von Lauterburg über Lembach nach Bitsch. Neolithische, Bronze- und römische Funde. St. Peter und Paulskirche (Stiftskirche), Bau aus dem 13. und 14. Jhdt. mit daranstossendem Claustrum aus dem 14. Jhdt. V o m alten Bau ist noch ein aus dem 10. Jhdt. stammender Glockenthurm erhalten. Im Innern schöne Skulpturen und ein heiliges Grab, sowie eine Piscina; Spuren von Wandmalereien aus dem 14. Jhdt. und schöne Glasgemälde aus dem 13. bis 15. Jhdt. (Früher befand sich dort auch ein grosser Kronleuchter aus geschmiedetem, wahrscheinlich vergoldetem Eisen, der Sage nach ein Geschenk König Dagoberts II , thatsächlich aber 1070-1081 unter Abt Samuel verfertigt. Daher der N a m e Krön-Weissenburg. Der Leuchter wurde 1793 vernichtet. Eine in Holz geschnitzte Nachbildung aus dem 18. Jhdt. ist 1880 durch den Kreisdirektor von Stichaner erworben und der Stadt geschenkt worden). Im Kreuzgange ein von Kreisdirektor von Stichaner angelegtes Lapidarmuseum; an den Kreuzgang stösst, jetzt als Bierkeller dienend, die St. Peter und Paulkapelle, ein Bau aus dem 11. Jhdt. U m die Kirche herum noch viele Reste alter Klostergebäude aus dem Mittelalter. Die Kirche ist als geschichtliches Denkmal erklärt. Die St. Johannskirche, evangelisch, stammt aus der Uebergangszeit des 12.-13. Jhdts., mit Zuthaten aus dem 15. Jhdt., gleichfalls geschichtliches Denkmal. Alte Grabsteine und Mobilien dortselbst. Ehemalige Dominikanerkirche, gothischer Bau aus dem 14. Jhdt. W . besitzt mehrere alte Steinhäuser aus dem Mittelalter und aus der Renaissancezeit (darunter Haus Vogelsberger, mit Abbildung des 1548 in Augsburg wegen Hochverrathes hingerichteten Feldhauptmanns Seb. Vogelsberger), sowie auch Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigungen (Pulver-thurm) - Auf dem Friedhofe von W . 9 Massen- und 5 Einzelgräber (darunter das des Generals Douay) deutscher und französischer, in den Schlachten bei Weissenburg und Wörth gefallener Krieger. A m Vizinalwege durch die Weinberge nach Schweigen (Pfalz) das Grab bayerischer Jäger und einiger Infanteristen mit Platz des bayerischen Denkmals nebst neu angelegtem Sammeigrabe. W . ist der Geburtsort des elsässischen Historikers Bernhard Hertzog (1537-159b); Hauptwerk: Edelsasser Chronik, Strassburg 1592. Ferner stammte aus W . der französische General Jacques-Job Elie, geboren den 2b. November 1745, gestorben zu Varennes (Meuse) den 5. Februar 1825. G emeindewald : (Oberförsterei Weissenburg) 34,4 ha. Litt er.: A n n a l e s WTeissenburgenses a. 708-1075, 1087, 1187. Ed. Pertz. (Mon. Germ, hist., Scriptores III, S. 33-65). | Hannoverae 1839. Böll, Balthasar, Chronik von Weissenburg im spanischen Erbfolgekrieg. [Veröff. von Mone.] (Ztschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins 17, 1865, S. 1-30). S p a c h , L„ Un extrait de la chronique de Wissembourg, de Balthasar Boell. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 2. se"r. 3, M6m. S. 136-139). Eikhart, Chronik von Weissenburg. (Quellen und Forschungen zur bayrischen und deutschen Geschichte. Bd. IL). Lobstein, E „ Die Abtei und Stadt Weissenburg im Elsass. Str. 1882. Schöpfli n , J. D , Histoire des dix villes, jadis libres et imperiales de la prefecture de Haguenau, savoir: Haguenau... Wissembourg... Colmar 1825. Gründliche und beständige Deduction, dass des Heyligen Reichs Stätte Weissenburg am Rh. und Landaw, ihren 1m-mediat- Stand . . . herbracht haben. [O.O.] 1647. Erneuerte O r d n u n g der Stadt Weissenburg a m Rhein im Jahr 1614. (Strassburg 4.). B o s s 1 er, L., Die Strassennamen zu Weissenburg. Weissenburg 1873. Jung, J. G., Histoire de la Reformation ä Wissembourg, pr6c£d6e d'une notice historique sur cette ville jusqu'au seizieme siecle. Strasbourg 1841. K r a u s e , Ed., Der Weissenburger Handel (1480-1505). Diss. Greifswald 1839. [Rabay oie, Octave, Pseud. P.R.Landsmann], Wissem- | bourg pendant la Revolution francaise... (Revue catholique d'Alsace, Nr. 5, 13, 1894, S.b41-656, 830-847; 14, 1895, S. 16-23, 184-193, 334-347, 428-435). [Auch besonders:] Rixheim 1894. Geiger,L., Weissenburg gegen Pfalzgraf Philipp. (Ztschr. f. d. Gesch. d. Oberrh. 27, 455). Frantzösische Plünderung und Verbrennung der Statt Cron-Weissenburg, so geschehen im Januario dieses 1677sten Jahres. [O.O. 1677.]. Ohleyer, J., Der Pandurenlärm in Weissenburg, 1744. (Alsatia 3, S. 33 bis 50). W i s s m a n n , Die Weissenburger Linien. (Progr. Beilage des Gymn. zu Weissenburg). Weissenburg 1885. 4°. B. L. v., Das Gefecht von Weissenburg. Eine taktisch-kriegsgeschichtliche Studie. Berlin 1885. Gasselin, L'artillerie allemande pendant les combats de Wissembourg et Wroerth. (Extr. de la Revue d'artillerie;. Nancy 1877. Gasselin, R., I L'artillerie allemande dans les combats de Wissembourg et de Woerth. (Extr. de la Revue d'artillerie). Nancy et Paris 1887. H e p p , Edgar, Wissembourg au debut de l'invasion de 1870. Paris et Nancy 18S7. Ruff, K., W'eissenburg und Wörth. Strassb. 1895. Scheib.J. G., Weissenburg-Wörth. Führer über die Schlachtfelder von Weissenburg und Wörth und zu den Ruinen des Lauter- und Sauerthaies mit Stadtplan und 3 Karten. Weissenburg [1895]. Die Schlacht von Weissenburg. (Neue militärische Blätter, Oktober, 1887). K r a u s , F. X., Weissenburger Kunstdenkmäler. (S.-A. aus «Kunst und Alterthum in E.-L.») Strassb. 1877. F., Römisches Denkmal bei Weissenburg (Allgemeine Zeitung, Beilage 1892. Nr. 109). er., Die Weissenburger Stiftskirche und ihre Sagen. (Stimmen aus dem Elsass I. [1893], S. 204-206). G u e r b e r , V., L'eglise abbatiale de St. Pierre et St. Paul de W'issembourg. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als. 2 s6r. 1, 1862-b3, 2, S. Ib9-177). [Schneider, F.,] Die Abteikirche zu Weissenburg i. E. (Corrbl. des Ges.-Vereins d. deutschen Geschichts- und Alt.-Vereine 1876. Nr. 3). Ohleyer. Die Kirche zu St. Peter und Paul in WTeissenburg. Weissenburg 1863. Ders., Das Rathhaus zu Weissenburg. |Ebd. o.J.]. S c h n e e g a n s [Ludw.], Les anciennes cloches de Mutzig, de Diemeringen et de Wissembourg. i Bull, du comite" de la langue. de l'hist. et des arts de la France 1, 1852/3, S. 554ff.). Petit-Gerard, Note sur les vitraux d'Alsace et sur un ancien vitrail de l'Eglise abbatiale de Wissembourg. (Bull. de la Soc. d'arch. lorr. 3, 1S58-60, 2, S. 81-8b). [Ohleyer, J.], Geschichte des ehemaligen Kronleuchters in der Stiftskirche zu Weissenburg. Weissenburg 1S78. - Vgl. auch die Litter. bei W., Abtei. W e i s s e n b u r g . Ehemalige Benediktinerabtei wahr- , scheinlich in der 1. Hälfte des 7. Jhdts. von König Dagobert I. j gestiftet, erlangte schon früh grossen Besitz im Elsass, im j Speiergau und in der Saargegend (einen Ueberblick über denselben bietet der u m 870 entstandene über traditionum und |