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Show Wetterkreuz - Weyer. 1207 Zur Begründung dieser Meinung erübrigt also der Nachweis, dass ein sprachlicher oder mundartlicher Zusammenhang zwischen den Namen Wasichen und Westrich nicht ausserhalb der zulässigen Grenzen der Deutung liegt. Dieser Versuch ist noch nicht unternommen worden, und desshalb kann man wohl sagen, dass die Feststellung des Namens W . zur Zeit noch nicht spruchreif ist. Es darf dabei indessen doch darauf hingewiesen werden, dass gerade im W . die Endsilbe «gen» oder «chen» (wie in Wasichen) auf eine Nachbarschaft deutet, so wurde 1793 als die an den Aberglauben, an das Königthum oder an die Feudalität erinnernden Namen abgeändert wurden, die Stadt St. Avold (St. Nabor) im Rosselthale unter ausdrücklicher Hinweisung auf diesen Sprachgebrauch Rosselgen genannt. Es ist dies wohl die auch anderwärts gebräuchliche Endsilbe ische oder sehe (z. B. das Trierische, im Basel'schen). Einen sprachlichen Vorgang für die Möglichkeit einer Entstehung des Namens, W . aus dem volksthümlichen Wasgau oder Wasichen bildet auch die Benennung der alten Karolingischen Pfalz Destrich bei Mörchingen im W., die im 10. Jhdt. Sitz einer Grafschaft war: 777 in Destrago, 835 in Destracho 1195 Dextrix, 1544 Destrich. Im Elsas.: ist der Name W . längst nicht mehr bekannt oder üblich; die 1680 und 1793 mit dem Elsass vereinigten Theile der Landschaft W . nennt das Volk «das krumme Elsass», in der Umgegend von Zabern nennt man das westliche Nachbargebiet wegen des Vorherrschens des Mittelwaldes «das Heckeland>; nur in der Pfalz spricht man noch vom W., aber die Grenzen dieser Landschaft lassen sich, wie schon gesagt, kaum mehr bestimmen. Litter: Crollius, J. Ph., De Westrasia regione ger-maniae cisrhenana. Zweibrücken 1751 (Programm des Gymnasiums). Ders., Originum Bipontinarum Pars I. Mannheim 1761. Ders., In den Anmerkungen zu Mueller, G. F. L., Oratio de Anvilla. Zweibrücken 1767. (S. 9-16.) Schoepf-lin, Alsatia illustrata, II, 126, 196 u. 681. Johannis, G. Chr., Kalenderarbeiten (Fortsetzung von Crollius, J. P., 3 Abschn., S. 269-298). Zweibrücken 1825. Benoit, L., Notes sur la Lorraine allemande. Le Westrich. Nancy 1861. Benoit, A., Note sur les armoiries des 6veches souverains de Metz, Toul et Verdun et sur Celles du Westrich. (Jahrbuch f. Lothr. Gesch. u. Alterthumskunde. 9 Jhrg. Metz 1897. [Kindler von Knobloch,] Das Turnier zu Strassburg 1390. (Litter. Beil. zur Gde.-Zeit. für Els.-Lothr. 1881, Nr. 4 u. 5). Witte, H, Geneal. Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Westrich. (Jahrb. der Ges. für Lothr. Gesch. und Alterthumskunde, 5. Jahrg. Metz 1893. 2. I.) - Karten: s. oben: Benoit, L., (Karte von Schott 15131, und Repraesentatio Westrasiae et totius regionis intra Mosellam, Rhenam et montem Vogesum sitae. Francofurti, sumptibus H. L. Broenner bibliopolae 1762. [dPr.]. Wetterkreuz, hölzernes Kreuz (Aussichtspunkt) am Osthang des Sommerberges, westl. über Ammerschweier, Ka. Kaysersberg. Wetterkreuz, Ammerschweierer, auf dem Meiweierer Köpfchen (s. d.). "Wetterlochgraben s. Rhein 9. Wettersberg, Name eines Lehens der Herrschaft Fentsch im Dorfe Reichersberg (Ka. Hayingen, Kr. Dieden-hofen- West, L.), wahrscheinlich eines Hofes. Wettersdorf, abgeg. Ort bei Ballersdorf (Ka. u. Kr. Altkirch, O.-E.). Beim «Steinacker», Gde. Ballersdorf, soll, der Ueberlieferung nach, ein Dorf Wettersdorf oder Wisskirch gewesen sein. Wettolsheim, Df. (Ka. Winzenheim [1790-1802 Ka. Egisheim], Kr. Colmar, O.-E.). 1215 E. 274 Hsr. (12 GRe.) - 220 m. - A.-, L.- u. SchwG. Colmar (5,7); Strbst. W . (1,6). - Wetelsheim 1211 ; ma. Wettlse. - Die Gde. umfasst den HO. W . (1205 E. 272 Hsr.), die AO. Neugraben (Dichele und St. Gertrud (Waldhäusle), den unbew. O. Hageneck und die verschw. O. Altdorf, Feldkirch. - P. T. (s. 1897). Ortseinn. StEBez. Winzenheim. Wasserltg. (s. 1876). Fw. (s. 1887, 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Egisheim (s. 1802). Schutzheiliger hl. Remigius (1. Okt.). In der Pfarrkirche Wallfahrt zum hl. Fridolin. Die Lutheraner gehöien zur Pfarrei Colmar. - (Strbst. [s. 1885] W . gehört zur Gde. Winzenheim.) Elektr. Beleuchtung. Die Hälfte des Dorfes W . und das Patronatsrecht der Feldkirche zum hl. Roman, des jetzigen Gottesackers, be- | sassen einst als Allod die Grafen von Horburg, welche überdies einen Hof in W . nebst seinen Leuten als bischöf-lich- strassburgisches Lehen inne hatten. 1319 verkauften sie ihre Güter an das Kloster Marbach, welches sie von Heinrich von Finstingen, an den sie verpfändet waren, einlöste und 1350 an den Bischof von Strassbuig veräusserte. Von da an gehörte W . zum Oberen Mundat. Lehensträger waren die von Isenburg, die Rappoltstein, die von Hungerstein, zuletzt die von Müllenheim, welche den Zehnt in W . von 1507 bis zur französischen Revolution be-j sassen. Ferner hatten die Kageneck und nach ihnen (1441) I die Andlau vom Bisthum Strassburg zu Lehen den «Nüwe-berg » (100 Schatz Reben in einem Stücke) und im Dorfe ! das «Sommerhuss» bei dem Kirchhofe u. s. w. (Lehensbriefe von 1441 und 1495). 1286 war die Johanniterkomthurei Col-j mar in W . begütert. - Die Pfarrei an St. Remigius gehörte zum Landkapitel Ultra Colles Ottonis des Bisthums Basel; Collator war der Abt von Marbach. - W . liegt am Hauptkeltenwege längs des Vogesenfusses. Neolithische und römische Funde. Die Kirche ist modern. Im Orte einige alte Stein- und Holzhäuser der Renaissancezeit. An den Ort südlich anstossend Schloss St. Martinsburg (s. d.), 1784-87 Aufenthaltsort des Dichters Alfieri und der Gräfin Albany; enthält noch Theile aus dem Mittelalter ; der grösste Theil ist modern. Gemeinde wald (Oberförsterei Colmar-West) 193 ha. 250-750 m über Meer. Granit. (Weisstanne, Eiche, Kastanie.) Alter Besitz der Gde. Sitzmann, Ch., Une page de l'histoire religieuse de W. sous la grande revolution. (Rev. cath. d'Als. N. S. 3, 1884/85, S. 448-452.) Reumond, A., Vittorio Alfieri in Alsazia. [Schildert den Aufenthall Alfieris auf der Martinsburg bei Wettolsheim.] (Archivio stör. ital. 4. Ser. 10, S. 210-221.) Wettsteinhöhe, flache Einsattlung, 880,7 m, Jochhöhe der aus dem Weissthal (Urbeis) in das Münsterthal (Sulzern-Münsten führenden Strasse. Wetzelberg, Anhöhe, 322 m (TP. bei 319,8 mi, nordöstl. Niedertraubach, Ka. Dammerkirch, Kr. Altkirch. [Am Wetzelberg 1548; im Wetzelsperg 1667.] Wetzkopf, 820 m, nördl. WTeiler Windsburg (auf MB. j Vingsburg), Gde. Engenthal, Ka. Wasselnheim, im Quell-i gebiet der Mossig. Der Sattel, 731,5 m, zwischen diesem und dem nördlich gelegenen Grossen Rosskopf heisst Wetzlochsattel, der von hier gegen Westen in das obere Thal der Weissen Zorn abfallende Ausläufer das Wetzeck. "Wetzstein, Sennh. (Gde. Sulzern, Ka. Münster, Kr. Colmar, O.-E. . 1 Hs. Entstehungszeit unbekannt. Wevespreich, Hsr. (Gde. Deutsch-Oth, Ka. Fentsch, Kr. Diedenhofen-West, L.). 4 E. 2 Hsr. 1864 erbaut. W e y b a c h s, Fecht 33, Mosel 25. W e y b a u m b a c h s. Fecht 34. "Weyer, Df. (Ka. Drulingen [s. 1793], Kr. Zabern, U.-E.). 693 E. 164 Hsr. (12 GRe.) - 280 m. - AG. Drulingen (2,9); HSt. Wolfskirchen (10,6). - Wiheren 13. Jhdt. - Die Gde. umfasst den HO. W . (689 E. 163 Hsr.), den AO. Weyer-Mühle und den verschw. O. Ischen iz. Th., vgl. Hirschland). T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 3. Sept. 1901). StEBez. Drulingen. | Armr. (s. 1866). Wasserltg. (Anlagejahr unbekannt). Fw. (s. | 188t, 2 Spritzen). - Kath. Pfarrei II. Kl., Dekanat (s. 1802) umfasst die Pfarrei W . und die Hilfspfarreien Bärendorf, Berg (und Thal), Eschweiler, Eyweiler, Sieweiler. Schutz- |