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Show Rupigny - Ruprechtsweiler. •Gl R u p i g n y , ehem. Wir., Theil der Gde. Ste. Barbe (Ka. Vigy, Kr. Metz, L.). S. Erpigny. R u p l i n g e n , Df. (Ka. |s. 1790] u. Kr. Bolchen, L.i. 2oo E. 73 Hsr. (10 GRe.) - 205 m. - A G . Bolchen (3,5);, Bhf. Bolchen (3,6). - Repaldainges 1218; R u p e l d i n g 1271; Ruplingen 1594 ; R o u p e l d a n g e 1869. - StEBez. Bolchen II. Armr. (s. 1852; (.rundbesitz 0,43 ha). - Kath. Hilfspfarrei des Archipr. Bolchen (s. 1802), zu der 1808-1872 auch Eblingen gehörte. Kirche der hl. Barbara (4. Dez.). Die Protestanten gehören zur Pfarrei Augsb. Konf. in St. Avold. Das Dorf war ehemals zwischen dem Pays Messin 'Haut- Chemin), Herrschaft Vry, zwei Drittel (s. d.) und Lothringen. Grafschaft Bolchen, ein Drittel, getheilt. - Das Bisthum Metz hatte schon 1218 seinen Besitz in R. an seinen Lehensträger Arnold von Vry zu Lehen gegeben, welcher es mit seiner Herrschaft vereinigte, bei welcher es ajch bis ins 18. Jhdt geblieben ist. 1235 schenkte Albert von Ropaldainges, wohl aus demselben Geschlechte, seine Güter in R., Mussj und Mengen an die Abtei Villers-Bettnach. Das Drittel von Bolchen scheint ehemaliges Vogtlehen gewesen zu sein, das bei der Herrschaft Bolchen verblieben war. 1357 verpfändete Johann von Bolchen die beiden Repaldainges (wohl nur seinen Antheil) an die Familie Dex in Metz. Bei den Verhandlungen in Nomeny 1560-1563 wurden zwei Drittel dem Pays Messin, ein Drittel Lothringen wegen Bolchen zuerkannt. Die Deutschordenskomthurei Metz besass in R. Güter und Gefälle. Das Dorf wurde 1482 durch den Partheigänger Hans Krantz von Geispolsheim verwüstet. - R. war ursprünglich Annexe der Pfarrei Gehnkirchen, dann 1751 - 1802 Pfarrei des Archipr. Waibelskirchen Kirche 1765 erbaut. Den Kirchensatz hatte die Abtei Longeville. G e m e i n de wald (Oberförsterei Bolchen i 27,7 ha. R u p p e n b e r g , rebenbewachsener Hang östl. Hochfelden, Ldkr. Strassburg. Ruprechtergraben s. Mutterbach 4. R u p r e c h t s a u , Df. (Gde. Strassburg, Ka. Nord extra muros), Stdtkr. Strassburg. U.-E.). 7383 E. 901 Hsr. R u - prechtsowe u m 1330; ma. Robertsau, Ruepertsau. - Hierzu gehört s. 189b auch der früher als gesondert betrachtete AO. Redoute. P. III. Kl. T. Oeff. Fernsprechstelle. Gendarmeriestat. Ortseinn. Hospiz Lovisa, gestiftet 1876 durch den aus Strassburg gebürtigen Rentner J. A. Ehrmann in Donaueschingen, 60 Betten, für Rekonvaleszenten, im Sommer auch für Ferienkolonisten; Grdbes. 56,864* ha, worunter 6.0045 ha. Wald. Nicht staatl. kath. Taubstummenanstalt. (Der Staat besoldet einen Lehrer an der Anstalt. Sie wurde 1824 in Colmar durch Aug. Jacoutot gegründet, 183b nach Strassburg und 1845 nach Ruprechtsau verlegt; 1899: 42 Zöglinge. Seit 1902 befindet sich die Anstalt in Neudorf.) Bess.-Anstalt. Frauenzufluchtshaus der Schwestern vom guten Hirten (s. 1862). Ueber das frühere Refuge vgl. Neuhof (Gde. Strassburg:. Fw. der Papierfbr. (s. u.). Krgv. (s. 28. Febr. 1886.) - Kath. Pfarrei I. Kl. (s. 1897. vgl. u.) Prot. Pfarrei Augsb. Konf. (vgl. u.). Treibgemüsezüchterei (10 grössere Anlagen). Kalk-u. Ziegelindustrie (vorm. Acherct & Fürst). Wagenfett-fahrik. Fabrik ehem. Produkte und Lichterfabrik (V. Haehl u. Cie; etwa 100 Arbeiter. Eis.-Bad. Wollfabriken (Akt. Ges.) Papierfabrik (Neue Papier-Manufaktur; etwa 300 Arbeiter.) Wachstuchfabrik (J. O. Seib, 1800 begr.). Strassen-bahn (Strassbg.-)Hohenlohestr.-Ruprechtsau (s. Strassbg.).- Die R. bestand ursprünglich aus einer Anzahl durch Arme der 111 und des Rheins gebildeten Inseln, die jetzt alle verlandet sind. Im Ib. Jhdt. k a m die Sage auf, die Ruprechtsau habe ihren N a m e n von einem Ruprecht Bock, der sich mit seiner Gemahlin Duhildis von Königshofen u m 1200 dort niedergelassen habe. Beide Namen sind urkundlich nicht belegt; doch hatte die von den Bock abstammende Familie Böck-lin schon im Beginn des 14. Jahrhunderts thatsächlich Besitz in der Ruprechtsau; 1313 wird neben Ceiskindeswert und Hugelin Ripelinswcrt auch Ulman Böcklinswert, 1449 eine | später verlandete Insel Böcklinsau, jedenfalls gleich dem 1 ebengenannten wert in der Ruprechtsau erwähnt. Vielleicht geht der N a m e Ruprechtsau aber auf das Geschlecht der Ripdin, Ripelin zurück, dessen Name vermuthlich als Verkleinerungsform von Ruprecht aufzufassen ist. Jedenfalls stand das Geschlecht in besonders naher Beziehung zu diesem Orte, wie eine Urkunde Otto Ripelins vom Jahre 1 1358 beweist, in der er von dem Boden < sue augie dicte Rupr:ehtzowe* spricht. Von besonderer Bedeutung war die Ruprechtsau deswegen, weil vor der 138s erfolgten Her sie-1 long der Rheinbrücke bei Strassburg hier eine Fähre, die Nidere Far • über den , Strom verkehrte, die v o m Reiche an die Herren von Lichtenberg, die Vögte des Bisthums. \ erlehnt war. die sie ihrerseits weiter an die Grostein und später an die Mülnheim ver- I gaben. Die Verpflichtung, die Stege von der Stadt Strassburg ab durch die Ruprechtsau bis zu der Fähre zu unter-j halten, hatten im 14. Jahrhundert die Ripelin. Im übrigen war die Ruprechtsau vom Bischof an Ministerialen zu Lehen ausgegeben, von denen, wie es scheint, die einzelnen Gebiete an Strassburger Geschlechter weiter verlehnt waren. So heisst es in einem bischöflichen Lehensregister von etwa 1330: Theobaldus dictus Murnhart armiger habet in feodo augiam dietam Ruprechtsowe infra Argentinam sit.un, während zu derselben Zeit nicht nur die obengenannten Ripelin, sondern auch die Swarber, die Böcklin, und andere als Besitzer einzelner Theile des Gebiets genannt werden. - 1360 ermächtigte Kaiser Karl IV. Otto von Ochsenstein die Ruprechtsau zu besetzen, bis entschieden sei, ob sie dem Reiche zugehöre. Das lässt sich nur so erklären, dass es zweifelhaft schien, ob die Ruprechtsau nicht als insulae in flumine natae anzusehen sei, die auf Grund des Stromregals dem Reiche zustanden. Ueber den Verlauf dieser Angelegenheit ist nichts bekannt geworden. W i e die Stadt Strassburg in den Besitz der A u gekommen ist, ist ebenfalls nicht nachzuweisen. Verwaltet wurde der Ort von den drei Strassburger «Landherren»; an seiner Spitze stand ein Obermeister, der jedes Jahr a m Schwörtag in Pflicht genommen wurde. 1331 stiftete Otto Ripelin genannt Kuse für die kurz : vorher gegründete, zur Pfarrei St. Stephan gehörige Kapelle in der Ruprechtsau eine Pfründe, 1358 ein beständiges Vikariat, da cviele Häuser dort gebaut sind und viele Menschen I sich angesiedelt- hatten.die durch die Rheinüberschwemmung häutig gehindert wurden den Gottesdienst in Strassburg , zu besuchen; was aus dieser Kapelle geworden ist, ist unbekannt. Dagegen ist die 1339 von Nicolaus Swarber gestiftete Kapelle St. Georg 1524 zur protestantischen Pfarrkirche geworden, da in diesem Jahre der Rath den Platz zu einem Pfarrhause gab und einen Prädikanten hier anstellte. 1545 wurde die Kapelle renovirt. los7 musste den Katholiken der Chor eingeräumt werden, der nun dem hl. Ludwig geweiht wurde und nach Grandidier der Lorenz ( = Münster)- | pfarrei untergeordnet war. 1802 wurde Ruprechtsau katholische Hilfspfarrei von Jung-St. Peter, 1825 Pfarrei II. Klasse. 1859 wurde die heutige katholische Kirche vollendet. Schutzhl. St. Ludwig '25. Aug.). In den Jahren 1862/4 wurde auch eine neue protestantische Kirche gebaut. Die protestantische gehört jetzt zum Konsistorium und zur Inspektion St. Wilhelm. Die prot. Kirchenbücher gehen bis 1682 zurück. - j Grandidier, Ruprechtsau. (Rev. d'Als. 1867. S 473-478.) - Riff, F., Gedenktage der Ruprechtsau. [O. O.] 1876. R u p r e c h t s a u e r K a n a l s. Ill-Rhein-Kanal. R u p r e c h t s w e i l e r , verschw. Ortschaft (Gde. Diemeringen, Ka. Drulingen, Kr. Zabern, U.-E.), ist mit Diem e r in g e n durch Graf Heinrich von Zweibrücken seiner Tochter Katharina, vermählt mit Hugo von Finstingen, als Mitgift überlassen und 1278 v o m Lehensverbande mit Zwei- , brücken gelöst worden. R. war vielleicht der 1674 von den • Franzosen zerstörte Vorort von Diemeringen? Nach anderer |