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Show s.;o Pfingstweidgraben - Pfirt. Vorberge westl. Sulzmatt. Ka. Rufach. [P f in gstb er g 1287; phingsperc 1380; Kleine pfingstberg ... an d em grossen pfingesberg 1453.J Pfingstweidgraben s. Selzbach 3. Pfirt s. a. AH-Plirt. Pfirt, St. (Ka. gl. N. [s. 1790], Kr. Altkirch. O.-E.'. 487 E. 102 Hsr (10 GRe.) Serv.-Kl. IV. - 485 m. - KrHO. Altkirch (19,7); Bhf. Plirt (1,2). - Pf i rtensis c o m e s . . . de Castro Ferreto ca. 1104; F errette 1869. - Die Gde. umfasst den HO. Pf. (476 E. 100 Hsr.) und den A O . Zuberhof; ausserdem die Ruine Hohenpfirt. - P. III. Kl. T. Oeff. Fernsprechstelle. (Bhf. Pfirt [s. 1892] gehört zur Gde. Alt-Plirt). AG., umfassend den Ka. P. Notar. Gerichtsvollz. Kontonal-Polizei-kommissar für die Ka. Hirsingen und Pf. Gendarmeriestat. Oberförsterei (Forstaufsichtsbez. Colmar-Mülhausen). Ober-grenzktr. StA. IL VerkehrsStA. StEBez. Pfirt I, umfassend die Gden. Alt-Pfirt, Bendorf, Dürlinsdorf, Kiffis, Köstlach, Liebsdorf, Lützel, Lüxdorf, Luffendorf, Mörnaeh, Moos, Oberlarg, Ottendorf, Pfirt, Sondersdorf, Winkel. StEBez. Pfirt II, umfassend die Gden. Bettlach, Biederthal, Buchsweiler, Dürmenach. Fislis, Linsdorf, Lutter, Mittelmüspach, Niedermüspach, Obermüspach, Oltingen, Radersdorf, Rop-penzweiler, Werenzhausen, Wolschweiler. Kantonalarzt. Apotheke. Armr. (s. 1845). Sparkasse (s. 1887). Wasserltg. (s. 1895, erweitert 1897). Sektion des Vog.-Clubs (s. 1882, für den elsass. Jurai. - Kath. Pfarrei II. Kl. (s. 1802). Schutzheiliger hl. Bernhard von Menton (15. Juni); D e k a n a t , umfassend die Pfarrei Pf. und die Hilfspfarreien Alt-Plirt, Bendorf, Bettlach, Biederthal, Buchsweiler, Dürlinsdorf, Dürmenach, Fislis. Kiffis, Köstlach, Liebsdorf, Lüxdorf, Luffendorf, Lutter, Mittelmüspach, Mörnaeh, Moos, Oberlarg, Obermüspach, Oltingen, Ottendorf, Radersdorf, Roppenzweiler, Sonde rsdorf,Werenzhausen,Winkel,Wolschweiler. Hatte 1802-08 Alt-Plirt als Filiale. Filiale der ref. Pfarrei Altkirch (s. 1874). Die Lutheraner gehören zum Vikariat Mülhausen. - Kleine Gerberei mit Lohmühle. Buchhandlung. A m 1. Dienstage jeden Monats und am 3. Dienstage des März Kram-und Viehmarkt. Pf. wird als Stadt zuerst 1271 erwähnt, doch dürfte es wohl gleichzeitig mit Altkirch um 1215 zur Stadt erhoben worden sein. Das Schloss verbrannte 1374. Im August 1445 wurde die Stadt von den Baselern ausgeraubt, der ^untere Theil bis zur Kirche verbrannt, grosse Beute an Getreide nach Basel geschleppt, die unter die Zünfte vertheilt wurde; dies geschah dem von Mörsberg [damaligem Pfandinhaber] zu einer fruntschaft, wen under allen unsern feinden het uns keiner als gern zu leide geton als er . Man schoss auf die Baseler aus dem Schloss mit darrasbucksen , ohne ihnen zu schaden, nur 2 Kinder wurden getötet. A m 30. August U74 unternahmen die Pfirter unter Chr. von Rechberg einen Zug gegen die Burgunder, verloren aber bei Blämont 90 Tote und 100 Gefangene. 1632 liel Pf. in die Hände der Schweden, aber die Landleute im Sundgau sammelten sich, Überhelen, 4000 an der Zahl, die Stadt, machten die Garnison nieder und stürzten den schwedischen Oberstleutnant von Erlach aus einem Fenster des Schlosses in den Burggraben; doch nahmen die Schweden 1633 schreckliche Rache. Das obere Schloss verbrannte damals gänzlich und ist nie mehr aufgebaut worden; die übrigen Theile sind allmählich verfallen. rhielten die Plirter von Herzog Leopold Holz- und Weiderecht, das im Jahre 1442 durch Friedrich III. auf eine Meile im Umkreise eingeschränkt wurde. Durch dieselbe Urkunde erhielt Pf. ein Salzmagazin für alle Beivohncr der Vogtei. 1491 bestätigte Max I. die beiden Jahrmärkte an Philipp und Jakob und an Johann. 1667 wurden die Privilegien vom Herzog von Mazarin bestätigt. - 1585-92 verfassten Veitin Holdt, Schaffner und Einnehmer, und Hans Konrad Rapstein, Stadtschreiber und Gegenhändler der Herrschaft Pf., eine Art österreichisch-elsässischen Landrechtes das Gewohnheitsrecht der Stadt und des Amtes Pf., Provinzial-recht genannt, das auch in 'den anderen österreichischen Territorien des Ober-Elsasses galt) nebst Urbar, das von Bonvalot unter dem Titel Coutumes de la Haute-Alsace dites de Ferrette 1870 herausgegeben wurde. - Die Kirche von Pf. gehörte zu dem Augustinerchorherrenstift, das dem Hospital des Grossen St. Bernhard unterworfen war und 1317 Güter in Lüxdorf durch Vermittelung von St. Ursanne erhielt. Seit 1450 hatte nicht mehr das Hospiz sondern der Abt von Lützel den Kirchensatz. Pf. gehörte zum Landkapitel Leimenthal. - Pf. liegt an einem Keltenwege von Lüxdorf nach Feldbach. Neolithische Funde. Kirche des ehemaligen Augustinerchorherrenstifts (s.o.) aus dem 13. Jhdt., Thurm und Schiffsmauern aus älterer Zeit, die Seitenkapelle aus dem 14.-15. Jhdt. Einige Wandmalereien an der Aussen-seite. Im Städtchen mehrere Steinhäuser aus der Renaissancezeit und Reste der Stadtbefestigung. An die Stadt schliesst sich die Ruine des Schlosses Pf. (s. d.), die eine bedeutende Ausdehnung besitzt und deren Architektur, j nach einem kleinen Fenster zu schliessen, in das 10. -11. Jhdt. hinaufreicht. Thurm und Chor der Kirche, sowie das Schloss, sind als geschichtliche Denkmäler zur Erhaltung bestimmt. - In seinem Schlosse zu Pf. starb am 15. März lo47 Graf Georg Christoph von Taupadel, Schwedischer Dragonergeneral unter König Gustav Adolf und Herzog Bernhard von Weimar. Seine Frau war Marie von Erlach, Tochter des Generalleutnants Johann Ludwig von Erlach. In Pf. wurde geboren 31. Dez. 1794 Phil. Xav. D e s g r a n d - c h a m p s , Notar in Pf., gestorben ebenda 1880. Verfasste «Deutsche Reime eines französischen Greises» Mülhausen 1876. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Pfirt) 251,7 ha. (Tannen und Buchen). Im Besitz der Gemeinde seit 1865. - Pf. besass grosse Berechtigungen in den fünf Nachbarbännen Alt-Ptirt, Bendorf. Buchsweiler, Lüxdorf, und Sondersdorf, welche von Kaiser Friedrich III. im Jahre 1442 verliehen, 1453 von Erzherzog Albrecht von Oesterreich, 145S von Herzog Sigmnnd, 1599 von Kaiser Rudolf II. und 1667 von Armand Charles, Duo de Mazarin, bestätigt wurden. Danach hatten die Plirter das Recht ihr Vieh, «gross und klein, welcherlei es sei» auf die Weide und das Ackerland im Umkreise einer Bannmeile zu treiben (s. o.). Desgleichen hatten sie das Recht in den 5 benachbarten Bannen das nothwendige Brenn-und Bauholz zu entnehmen. Letzteres Recht wurde 1865 abgelöst. B e n n e r , E., Inventaire raisonne du Fonds Scey-Ferette aux Archives munie. de Mulhouse. Mulhouse 1900. B ö h m, Franz, Pfirt nebst Umgebung. Ein hist. LTniversalbild. Mülhausen 1892. D u S u n d g a w , L., Ferrette. (Passe-tcmps II. 1891, S. 104-168, 177-181, 195-197, 210-212). Die Stadt Plirt und ihre Geschichte. (Aus alten und neuen Tagen, Beil. z. Hausfreund [Beil. d. Mülh. Tagblatt] Nr. 45, 1890, S. 1-4.) V o g e l w e i d , H., Ferrette et ses environs. Altkirch 1892. Ders., Plirt und Umgebung. Altkirch [1892]. Moll, A., Lettres sur les eA-£nements qui se sont passes ä Ferrette le 22 juillct 1789. Altkirch 1870. B o n v a l o t , E., Coutumes de la Haute-Alsace, dites de Ferrette, avec introduetion, tra-duetion en francais et notes. Colmar 1870. Droits et coutumes de Ferrette. [Communique" par A. G. Z.]. (Rev. d'Als. 1867, S. 328-336). Pfirt, Grafschaft. Nach dem Schlosse Pfirt nannte sich ein mächtiges Dynastengeschlecht. Dasselbe stammte ab von Ludwig, Grafen von Mümpelgart und Mousson, 1024- c. 1065. Ludwig war vermählt mit Sophie, der Erbin von Bar, Tochter Herzogs Friedrichs II. von Oberlothringen. Aus dieser Ehe stammt Dietrich von Mümpelgart, Mousson und Bar, seine Gattin war Ermentrude, die Tochter des Grafen Wilhelm von Burgund. Ihre Söhne Dietrich und Friedrich theilten die Erbschaft, den elsässischen Theil erhielt Friedrich, der sich 1125 Graf von Pf. nannte. Die Gemahlin desselben war Stephanie, die Tochter des Grafen Gerhard und der Grälin Hedwig von Egisheim. 1144 stif- |