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Show Oettingerbacb - Offenheim. Sil Chiny. U m 1065 war Roderich, ein Neffe des Grafen Ludwig I. v. Chiny, Herr von Fentsch, das 1180 und 1206 im Besitze des Wyrichvon Valcourt, Herrn von Rochefort und Montaigu erscheint, während schon 1150 der Oheim des Wyrich, Gerard v. Valcourt, sich Gcrard d'Ottinges oder 1158 de Custerei (Cutry bei Longwy) nannte, w o später die Herren von Oettingen Besitz hatten, den sie 1331 an Graf Eduard von Bar vertauschten. Die Oettingen (Uttingen), die Ende des 12. Jhdts. als freie Herren in denselben Gütern auftreten, gehören ohne Zweifel dem Hause Valcourt an. Ihre Besitzungen scheinen auch ursprünglich Allode gewesen zu sein. So war ihr Besitz in Escheringen, den sie der Abtei Münster 1214 und 1225 überliessen, deren Vögte sie waren, Allod; als sie 1269 derselben Abtei ihre Güter und Renten in Wollmeringen, Kaufen, Molvingen und Escheringen überliessen, hatten sie nur bezüglich eines Theiles der Güter zu Escheringen, die Lehen von Lothringen waren (wegen Longwy oder wegen der Vogtei von Saint Denis?' die Zustimmung des Herzogs zu erholen. Doch trugen sie 1279 Güter von Bar zu Lehen. Bar hatte auch schon 1271 und 1282 bevor es 1287 in Besitz von Longwy gekommen war), wenigstens einen Theil von Oettingen unter seine Lehenshoheit gebracht, für welchen Ferry von Septfontainesi Siebenbronn in Luxemburg) damals huldigte. Xach dem Tode des Thomas von Septfontaines 1317 scheint Bar diesen Theil eingezogen zu haben. 1319 verpfändete Graf Eduard von Bar dem Simon von Fontoy, Herrn von Bassompierre, seine Renten aus Oettingen und den dazu gehörigen Dörfern. Schon 1276 musste auf Befehl des Grafen Theobald von Bar Gerhard von Oettingen sich verpflichten, das an einen Metzer Bürger ohne Zustimmung des Grafen als Lehensherrn verkaufte Dorf Kluingen wieder zu erwerben und ohne dessen Zustimmung nicht wieder zu veräussern. Es scheint, dass die Oettingen Ende des lS.Jhdts. für ihren Besitz in Lothringen wie in Luxemburg die landesherrliche Lehenshoheit anerkennen mussten. Nikolaus v. Oettingen reversirte 1334 dem Grafen von Bar für Oettingen, Nonkeil, Ruxweiler und Rümelingen, dann für ein als Afterlehen vergebenes Gut in Cutry und für die ebenfalls von Nikolaus zu Lehen vergebene Burg Letricourt a. d. Seille. Ende des 1.5. Jhdts. besassen die Brüder Johann und Gerhard die Herrschaft Oettingen getheilt. Gerhard, der keine Söhne hatte, hinterliess seine Hälfte der Tochter Eva, vermählt mit Peter, Herrn zu Eltz. Johann's Sohn Christoph starb kinderlos 1518 als der Letzte des Geschlechtes. Der Rechtsstreit, der mit Seitenverwandten und mit der Schwester Christoph's, Anna d'Enghien, über die Christoph'sche Hälfte geführt wurde, ist 1537 zu Gunsten der Letzteren entschieden worden, und die alte Theilung bestand weiter. LTm die Mitte des 16. Jhdts. war Salentin zu Eltz (gest. 1596) durch mehrere Vergleiche alleiniger Herr von Oettingen geworden, das seine Tochter Anna ihrem Vetter Richard zu Eltz in die Ehe brachte. Salentin zu Eltz hatte auch die Herrschaft Wollmeringen mit Oettingen wieder vereinigt und dazu die Baronien Bettstein und Fentsch erworben. Diese drei Herrschaften kamen durch Erbvergleich 1672 an Karl Heinrich, Herrn zu Eltz, dessen Sohn der Domkapitular von Mainz Philipp Anton war, der 1736 seinen kinderlosen Bruder Johann Anton beerbte, welcher die durch Erbtheilung von 1715 abermals getrennten Herrschaften wieder vereinigt hatte. Der vorgenannte Domkapitular Eltz schenkte 1749 die Herrschaften Oettingen. Wollmeringen und Bettstcin seinem Schwestersohne, dem Grafen Phil. Karl Vogt v. Hunolstein zu Dürkastel bei dessen Vermählung mit der Erbin der Grafschaft Homburg (s. d.). D a Graf Phil. Karl von Hunolstein durchVerzicht von Verwandten auch die Baronie Fentsch wieder erwarb und 1761 den Domkapitular Eltz beerbte, waren die früheren Besitzungen des Hauses Valcourt in Händen der weiblichen Nachkommen der Herren v. Oettingen wieder vereinigt. Dieser Gesammtbesitz wurde, wie j Eingangs erwähnt, durch kgl. Patent vom Mai 1777 zur Grafschaft Ottangc erhoben. Der ganze Besitz ist 1793 als Nationalgut eingezogen und 1704-99 grösstentheils versteigert ; worden. Fentsch war schon vor 1789 theilweise verkauft worden. Schloss Oettingen wurde 1792 durch Brand zerstört. 1804 erhielt Graf Phil. Anton von Hunolstein die nicht veräusserten Besitzungen zurück. - Litter.: T o ep fe r, Friedr. : Urkundenbuch f. d. Gesch. der Vögte v. Hunolstein III. Bd. | S. 294-319. [dPr.] Oettingerbach s Xonkeilerbach. Offendorf, Df. (Ka. Bisehweikr [s. 1790J, Kr. Hagenau, U.-E.). 1104 E. 254 Hsr. .12 GRe.) - 125 m. - AG. Bisch-wciler (10,5); Bhf. Herlisheim a. d. Zorn (2,0). - O f f o n t h o - rof 884. - Ein Theil der Gde -Gemarkung liegt im Amtsbez. kehl (badische Gde. Freisten.. Eine in der Xähe der Gde. j gelegene, früher bewaldete Rheininsel, 14 ha gross, hat der Staat 1852 verkauft. An die Gdegemarkung grenzt die linksrheinische, abgesonderte Gemarkung der badischenGde. Scherzheim. - P. T. Ortseinn. Uebergangssteuerstelle. StEBez. Bischweiler. Armr. (s. 1820; 1 ha Grundbesitz). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Bischweiler (s. 1802). Schutzheilige Peter und Paul (29. Juni) Filiale der prot. Pfarrei Augsb. Konf. in Bischweiler. Die Israeliten gehören zum Rabbinat Hagenau. Jüdischer Friedhof in Herlisheim. - Lischerei, Getreidemühle. Schiffahrt. Hausindustrie: Gänsemästerei auf eigene Rechnung. O. wird 884 zum ersten Male erwähnt ; Kloster Honau erscheint damals laut Bestätigung Kaiser Karls des Dicken daselbst als begütert. 1187 bestätigte Kaiser Friedrich I. dem Kloster Königsbrück den Hof zu O. L'rsprünglich also Reichsgut; dann im Besitz der Landgrafen im Unterelsass, von denen es 1332 durch Verkauf an die Herren von Lichtenberg kam, und zwar halb als Allod. halb als Lehen des Bisthums Strassburg. Durch Erbschaft gelangte O. dann 1480 an Bitsch-Zweihrüeken, 1570 an Hanau-Lichtenberg. 1736 an Hessen-Darmstadt. Es war Sitz des hanau-lichten-bergischen Amtes O. (s. d.), und mit diesem im 14. Jhdt. an die Stislau von der Weitenmühle verpfändet, 1401 wieder eingelöst. - Kirchlich gehörte O. zum Landkapitel Unter- Hagenau. Ursprünglich Filiale der Pfarrei Bettenhofen (mit beständigem Vikariat) und mit dieser 1344 dem Stift Alt-St. Peter in Strassburg incorporirt, dem daher das Patronatsrecht zustand. 1570 wurde die Reformation in O. eingeführt; prot. Pfarrsitz seit 1573. 1687 Restituirung des Katholizismus; seitdem zunächst Filiale von Herlisheim, seit 1742 eigene 1 Pfarrei, deren Patronatsrecht Alt-St. Peter hatte. Die Protestanten gehören seit 1687 zur Pfarrei Bischweiler. Gern ein de w a l d (Oberförsterei Bischweiler) 390,5 ha. Rheinkies-Aluvium. Xiederwald von Weiden, einzelnen Erlen, Espen, mit einigen Eichen, Ulmen, Weissrüstern und Kiefern, sowie Birken und Pappeln. Offendorf, Amt. Hanau-lichtenbergisches (seit 1736 zu Hesscn-Darmstadt gehöriges) A int, umfasste die jetzigen Gden. Offendorf (Amtssitz', Drusenheim, Herlisheim mit Brevmühle, Oberhofen und Rohrweiler, alle mit Ausnahme von der Hälfte von Offendorf lichtenbergische Aliodialbesitz-ungen, meist im 14. und 1.5. Jhdt. durch Kauf erworben, zum Theil aus ehemaligem landgräflichem Besitz. 1480 kam das j A m t an Bitsch-Zweibrücken, 1570 an Hanau-Lichtenberg, das sofort die Reformation in allen Orten des Amtes einführte. 1687 wurde jedoch unter französischem Einflu-s im ganzen A m t der Katholizismus wiederhergestellt. O f f e n h e i m , Df. (Ka. Truchtersheim |1790-1802 Ka. Oberhausbergen], Ldkr. Strassburg, U.-E.). 203 E. 39 Hsr. (10 GRe.) - 160 m. - A G . Truchtersheim (4,3); Strbst. Stützheim (0,8). - In O f f e n h e i m e 742; ma. Offne. -StEBez. Wiwersheim. Armr. 'Gründungsjahr unbek. i - Filiale der kath. Pfarrei Stützheim seit 1788 oder seit 1802, vorher Filiale von Behlenheim), Schutzheiliger hl. Arbogast (21. Juli). |