| OCR Text |
Show Orschweier - Osenba h. 817 O r s c h w e i e r , Df. (Ka. u. Kr. Gebweiler. O.-E. [1790- 1802 Ka. Sulz]). 1143 E. 227 Hsr. (12 GRe.) - 259 m. - AG. Gebweiler (6,1); Bhf. Gebweiler (5,5). - Otalesviler (?) 728; Alswilre (13. Jhdt.); Orswilr 15. Jhdt.; ma. Orsch-wir. - Die Gde. umfasst den HO. O. und die unbew. O. Altschloss, Antoniuskapelle, Bollenberg, Wolfgangskapeile. - P. F. Oeff. Sprechstelle. Ortseinn. StEBez. Gebweiler. Wasserltg. (erweitert 1895). Verbds.-Fw. (s. 1891, 2 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Gebweiler (s. 1802); Schutzheiliger hl. Nikolaus (6. Dez.). 3 Kapellen; die des hl. Kreuzes, des hl. Wolfgang und des hl. Antonius von Padua. Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. - Kalksteingrube. Neuerdings besteht die Absicht, ehemalige Bergwerke, die sich auch auf den Bann von O. erstrecken wieder in Betrieb zu nehmen. Eigenthümer: Fabrikant Vogt in Niederbruck. Wenn Otalesviler der U"rkunde des Grafen Eberhard von 72S O. bedeutet, so wäre O. damals in den Besitz von Murbach gekommen ; seit dem 13. Jhdt. heisst der Ort Alswilre, seit dem 15. Jhdt. Orswilr und gehört zur bischöflich strassburgischen O b e r - M u n d a t und zwar zum Amt Rufach. Begütert waren hier die Klöster: Eschau 1060, Ebersmünster, Rheinau 1242, St. Maria Magdalena in Basel 1275, Stift St. Peter in Basel 1287, Lieu Croissant (Wachsstatt) 1284, Klingenthal in Basel 1282, St. Leonhard in Basel 1292, Deutschordenskomthurei Rufach-Sundheim 1293, St. Ursitz (Ursanne, Schweiz) 1337, St. Blasien 1347, Lautenbach 1274, Marbach. - 1282 hatte Ritter Jakob von Rathsamhausen hier einen Dinghof oder er war Vogt und Beschirmer eines solchen ; dieser Hof wurde 1418 von Oesterreich dem Heinrich von Andlau verliehen. 1246 wird ein Rodolfus de Alswilre erwähnt, 1510 ein Nikiaus von Orszwiler. Sie waren wohl im Besitz des noch heut erhaltenen Schlosses (Bau aus dem 14. Jhdt.), seit 1510 gehörte es den Truchsess von Rheinfelden, litt durch Brand 1722, bald darauf im Besitz der Waadtländer Familie von Forel. - Die Pfarrei gehörte zum Landkapitel Citra Colles Baseler Bisthums, den Kirchensatz hatte 1705 der Marschall Rosen, 17b'2 die Grafen von Bollweiler. Pfarrkirche von O. soll früher die Kapelle auf dem Bollenberg gewesen sein, s. Bollcnberg, Hfe. - Kirchthurm aus dem 14. Jhdt. Mehrere Renaissancehäuser. G e m e i n d e w a l d (Oberförsterei Rufach) 391,51 ha. 300- 700 m über dem Meere. Granit und Buntsandstein. Weisstanne, Buche, Eiche, Kiefer, Lärche, Espe. Den Hochwald Kastelbach hat die Gde. 1502 durch Vertrag mit Rufach erworben. Orschweiler, Df. (Ka. [s. 1790] u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). 740 E. 191 Hsr. (12 GRe.) - 240 m. - AG. Schlettstadt (6,8); Bhf. Kestenholz (4,8). - Onolteswilere 1094; Oswilre 1254; Oirswilre 1354; O r s c h w y r 1530; ma. Orschwiller. - Die Gde. umfasst den HO. O. (730 E. 188 Hsr.), die A O . Hohkünigsburg (Fsths.), Hohkönigsburg (W.), Köpffei, den unbew. O. Ruine Hohkönigsburg und den verschw. O. Säumen (Wanner). - T. Oeff. Fernsprechstelle. Ortseinn. StEBez. Schlettstadt I. Armr. (s. 1831). Wasserltg. (1895/6 ausgebessert). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Schlettstadt (s. 1802); Schutzheiliger hl. Mauritius (22. Sept.). Kapelle des hl. Joseph, welche früher besondere Dotation hatte. - Weinhandel. O. wird 768 zuerst erwähnt, w o die Abtei St. Denis daselbst begütert erscheint. 1094 hatte auch die Propstei St. Fides zu Schlettstadt Besitz in O. Das Dorf erscheint schon 1403 und 1442 in Verbindung mit der H o h k ö n i g s burg (s. d.) (mit dieser wurde die Hälfte des Dorfes vom Kaiser den Hohenstein verliehen) und theilte die Schicksale derselben. Mit dieser kam es als österreichisches Pfandlehen 1533 an die Sickingen, 1606 an die Bollweiler, 1616 an die Fugger, 1672 wieder an die Sickingen, 1770 an die Herren de Boug. 1633 wurde es bei der Belagerung der Hohkönigsburg von den Schweden besetzt und grösstentheils verbrannt. Ein adliges Geschlecht von O. ist u m 1453 ausgestorben. Nach dem Vertrage von Paris (21. Jan. 1718) zwischen Frankreich und Lothringen besass die Gde. O. den Hinterwald (s. d.) a m Südabhange des Leberthaies mit den Gden. Bergheim und St. Pilt gemeinschaftlich. 1606 werden bei O. Silbergruben erwähnt, die zur Herrschaft Hohkönigsburg gehörten. - Kirchlich gehörte O. zum Landkapitel Schlettstadt. 1464 Rektorat, Plebanat, Primissariat. Das Patronatsrecht besass die Strassburger Dompropstei. 1763 war eine St. Josephskapelle vorhanden. G e m e i n d e wald (Orschweiler Wald). 308 ha; davon 298,4 ha in der Oberförsterei Schlettstadt und 9,6 ha in der Oberförsterei Rappoltsweiler. (Tannen-Hochwald.) O. hatte früher ungetheiltcn Gemeindewald mit Bergheim, Leberau und St. Pilt. Die Theilung fand 1436 und endgültig 1791 statt. Vgl. Leberau, Gemeindewald. Ortenberg, Burgruine (Gde. Scherweiler, Ka. u. Kr. Schlettstadt, U.-E.). 490 m. Angeblich vom Grafen Werner von Ortenberg, dem Gründer des Klosters Hugshofen, um das Jahr 1000 erbaut. Gegenwärtiger Bau vermuthlich aus der 2. Hälfte des 13. Jhdts. O. k a m im 7. Jahrzehnt des 13. Jhdts. an Rudolf von Habsburg durch dessen Heirath mit Gertrud (Anna) von Haigerloch-Hohenberg; wurde 1293 im Kriege gegen Adolf von Nassau vorübergehend dem Strassburger Bischof Konrad von Lichtenberg und dessen Bruder anvertraut, durch Otto von Ochsenstein, Landvogt im Unterelsass, genommen, den Habsburgern jedoch zurückgestellt. Von ihnen gelangte die Burg durch Kauf 1314 an die Müllenheim, denen sie 1474 Peter von Hagenbach, Statthalter Karls des Kühnen von Burgund, entriss; doch wurde sie im gleichen Jahre durch die Strassburger ihrem Mitbürger Philipp von Müllenheim zurückerobert. Im 16. Jhdt. wieder an die Habsburger gekommen, gelangte O. 1551 durch Kauf an die Bollweiler und deren Erben, die Fugger. Unterlehner der Burg waren nacheinander gewesen: die von Amoltern, die von Hattstatt. die von Rathsamhausen, die Zorn von Plobsheim (seit 1352), letztere seit 1545 mit den Zorn von Bulach gemeinschaftlich. Die Fugger kauften sie von den Unterlehnern zurück. Im dreissigjährigea Krieg durch die Schweden genommen. 1681 gab Ludwig XIV. die I Burg dem Baron Konrad Zurlauben zu Lehen ; von ihm kam sie durch Erbschaft an die Choiseul, die sie bis zur Revolution besassen. - Ein nach der Burg benanntes Geschlecht erlosch 1439 mit Erchambalt von O. - O. war im Mittelalter Amtssitz der Herrschaft Weilerthal (s. iL). - Die Ruine ist heute im Besitz der Familie Faviers. Nerlinger, Ch., L a seigneurie et le chäteau d'Ortem-berg au Val de Vill£ sous la domination Bourguignonne (1469-1474). (Annales de l'Est 8. 1894, S. 32-65.) [Auch besonders:] Paris 1894. [Reber, Franz] Frankenburg, Ortenburg und Ramstein. Markirch 1806. O r w i c h oder O w i c h , verschw. Ortschaft bei Diedenhofen, deren Lage nicht mehr genau zu bestimmen ist, 1662 noch als Lehenstück der Herrschaft Flörchingen erwähnt; scheint aber damals schon zerstört gewesen zu sein; vielleicht identisch mit Espich, alter N a m e der Mühle Das-pich bei Flörchingen? 1282 haben H u n de Mirabai (Meilberg) und dessen Sohn Httart dem Gilles von R o d e m a c h e rn die ihnen gehörige Hälfte von Oureivef verpfändet. LdPr.] O s c h b u r g , B. bei Geberschweier, s. Ostburg. O s e n b a c h , Df. (Ka. Rufach [s. 1790], Kr. Gebweiler, O.-E.). 623 E. 13S Hsr. (12 GRe.) - 380 m. - AG. Rufach (10,2); Bhf. Rufach (11.3). - Ohsenbach 1255. - Ortseinn. StEBez. Rufach II. Wasserltg. Fw. (s. 1869, 1 Spritze). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Rufach <s. 1802). Kirche zu Ehren der Erlindung des hl. Stephanus (3. Aug.). Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. - Steinbruch. Wegen der Bergwerke s. u. Gehörte zum A m t Egisheim, später zum A m t Rufach der oberen M u n d a t des Strassburger Bisthums. Ein- 52f |