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Show Neuburger Mühle - Neudorf. 751 alb (1148) und Baumgarten. Eine der grössten Geschichtsquellen des 13. Jhdt.. die sogen. Annales Marbacenses . Mai bacher Annalen) sind im Kloster N. niedergeschrieben worden. 1365 wurde die Abtei von den «Engländern > zerstört, 1437 und 1487 durch Blitz verbrannt. 1525 April 14 wurde N. im Bauernkriege völlig geplündert und zerstört. Von diesem Schlage hat sie sich nicht wieder erholt. Weitere Verwüstungen brachten Mansfeld 1621 und die Schweden (1632) im 30jährigen Kriege. Nach demselben verarmte das Kloster völlig, so dass nur noch 4-5 Religiösen dort lebten. 1744 wurde es noch einmal von den Panduren gebrandschatzt. In der Revolution wurde es aufgehoben, seine Güter 1791 am 23. Aug. versteigert, ISIS die Kirche gesprengt. Die Ueberreste 1841 von Wolf in Niederbetschdorf angekauft, der die gothische Kapelle (angebl. aus dem 14. Jhdt. stammend) zerstören liess. Bautheile der romanischen Klosterkirche waren in einem ehemaligen, jetzt abgebrannten Fabrikgebäude zu Hagenau vermauert und sind jetzt im Besitze des früheren Bürgermeisters Nessel. Auch der Brunnen vor der St. Georgskirche zu Hagenau stammt aus Neuburg. Vgl. Neuburg, Wir. (Gde. Dauendorf, Ka. u. Kr. Hagenau, LT.-E.) Litter.: Vautrcy, L., L'abbaye de Neubourg. (Rev. d'Alsace, 2e ser. 1, 1860, S. 43-48; 65-80.) [Strasbourg 1863.] Walt her, V., L'abbaye Bernardine de Neubourg dans la foret de Haguenau (Basse-Alsace Hagenau 13o8. Spach, L., L'abbaye de N. au moyen-äge et la navigation du Rhin. (Bull, de la Soc. p. la cons. des mon. hist. d'Als., 2e ser. I, 2, S. 102-120.) Neuburger Mühle, M. u. Sgm. (Gde. Dauendorf, Ka. u. Kr. Hagenau, U.-E.). 8 E. 1 Hs. Bestand schon im 18, Jhdt. und gehörte bis 1790 der Abtei Neuburg (s. d.t. Neu-Differten, Wir. (Gde., Ka. u. Kr. Forbach, L.). Früher bes. AO. der Gde. Forbach, bildet jetzt einen Theil des AO. Marienau (s. d.) ders. Gde. Durch Ansiedler aus Dif-ferten in Preussen bevölkert; daher der Name. Neudörfel, Df. (Gde. Dambach, Ka. Niederbronn, Kr. Hagenau, U.-E.). 57 E. 19 Hsr. ma. Neiderfei. Hatte vor 1790 26 Familien und gehörte, wie Dambach, zum hanau-lichtenbergischen Amte Niederbronn. Neudörfel, Df. (Gde. Wingen, Ka. u. Kr. Weissenburg, U.-E.', s. Kleinwingen (Neudörfel). Neudörfel, Wir. .Gde. Haspelscheid, Ka. Bitsch, Kr. Saargemünd, L.i. 144 E. 34 Hsr. Entstehungszeit unbekannt. Neudörfel, Wir. iGde. Reichenweier, Ka. Kaysersberg, Kr. Rappoltsweiler, O.-E). S. Bilsteinthal (Neudörfel), Weiler. Neudorf s. a. Daubensand und Reinhardsmünster. Neudorf, Df. (Ka. Hüningen [s. 1790], Kr. Mülhausen, O.-E.). 2130 E. iSterbf. 34,7, leb. Geb. 45,S auf 1000) 362 Hsr. (18 GRe.) - Zwischen dem Hüninger Zweigkanal und dem Rhein. 245 m. - AG. u. Bhf. Hüningen (1,8). - Bourg-neuf 1687; Village neuf 1704 u. 1869; ma. Neidorf.- Die Gde. umfasst den HO. N. und den AO. Güllehaus. 96,97 ha der Gdegemarkung liegen im Amtsbezirk Lörrach (rechtsrheinisch). Eine 69 ha grosse Rheininsel in der Nähe der Gde., früher bewaldet, hat der Staat 1853 verkauft. - P. T. Oeff. Fernsprechstelle (s. 12. Aug. 1901). StEBez. St. Ludwig. Armenhs. (s. 1855, 23 Betten). Armr. (s. 9. April 1869; Grundbesitz 1 ha). Schlachths. (s. 1870). Fw. (s. 1862, 3 Spritzen). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Hüningen (s. 1802). Schutzheiliger hl. Nikolaus (6. Dez.). Die Lutheraner gehören zur Pfarrei Colmar. 1687 nach der auf Befehl Ludwigs XIV. erfolgten Zerstörung des alten Dorfes HUningen von Bewohnern dieses Dorfes auf der Rheininsel Aoust (Au) gegründet. Die Herrschaftsrechte wurden gleichzeitig dem Kloster Ottmarsheim übertragen. Diese Verleihung wurde jedoch 1704 zurückgenommen und das Dorf mit der Herrschaft Landser vereinigt. - Kirchlich gehörte N. zum Landkapitel Inter Colles des Bisthums Basel. Das Patronatsrecht besass die Stadt Basel. Filialen waren früher Rosenau (bis 1881) und St. Ludwig (bis 1827). Neudorf, Df. (Gde. Bibisch [s. 1810], Ka. Busendorf, Kr. Bolchen, L.). Vor 1810 selbständig und seit 1790 zum Ka. Busendorf gehörig. 77 E. 16 Hsr. Neuwedorf (Nou-veau village) 1582. - Gehörte zu der Probstei Freisdorf, dann Busendorf. N. ist 1582 auf einer Rodung im Bibischerwald (Morgenwald) entstanden, während des 3t»jährigen Krieges verlassen und 1685 wieder besiedelt worden. Das Dorf, mit ganzer Gerichtsbarkeit, war zuerst zwischen Lothringen und der Abtei Villers-Bettnach getheilt, ging aber dann in alleinigen Besitz der letzteren über. Neudorf, Df. (Gde. Strassburg, Ka. Ost iextra muros), Stdtkr. Strassburg, U.-E.). 12705 E. 1118 Hsr. - ma. Neidorf, Neidörfel. - Hierzu gehören die früher als besonders betrachteten AOe. Bei St. Urban, Heyritz, Metzgerau, Rheinstrasse (Ziegelbrücke) und Ziegelsträsschen. Hat seit 1895 ein besonderes Kataster neuer Art. - P. T. Oeff". Fernsprechstelle. Gendarmeriestation. Ortseinn. Präparanden-schule (eröffnet 1. Mai 1872). Mdchn.-Waisenhs. St. Joseph (Privatanst.) Metzgerau (s. 1864), Eigenthum der Schwestern vom hl. Kreuz in Strassburg. Die Gebäulichkeiten geschenkt von Frau Reine E. Klingel, Wwe. Müller-Simonis in Strassburg. Der Bezirk gewährt eine jährliche Unterstützung. Krg.- und Ldw.-Ver. Neudorf-Neuhof (s. 3. Febr. 1887). - Kath. Pfarrei I. Kl. Neudorf-Musau (vgl. u.>, den AO. N. mit Ausnahme der Häusergruppen Schluthfeld und Heyritz, die zur Pfarrei St. Ludwig in Strassburg gehören, umfassend. Prot. Pfarrei Augsb. Konf. (Konsistorium und Inspektion St. Wilhelm in Strassburg; vgl. u.). - Steinhauerei (Bolong & Bauer, 1894: 60 Arbeiten. Stein- und Marmorsägere* Schachenmühle (s. d.). Asphalt- und Parquetgcschäft von A. Nicot, 1842 gegründet. Zinkornamentenfabrik. Cement-fabrik (Barth Sohn & Co., 1894: 33 Arbeiter). Schreinerei (Oswald) 70 Arbeiter. Eisengiesserei (Bowe, 1894: 20 Arbeiten. Fabrik von Zinkornamenten für Bauten. Teigwaaren-fabrik (E. Jundt & Co., 1894: 26 Arbeiter). Eis. Tabackmanu-faktur, 1871 begründet, seit 1S90 Akt.-Ges., beschäftigt mit ihren Zweiggeschäften in Strassburg und Gerstheim ca. 500 Personen. Strassenbahn (Strassburg-(Metzgerplatz-Neudorf- Neuhof (s. Strassburg). Kleberdenkmal auf dem Polygon (gesch. Dkm.). Anfang des L». Jhdts. gab es auf dem Wege von Strassburg nach Neuhof nur ein Haus, das Wirthshaus zum Löwen; Hermann, der Verfasser der Notices historiques, stati-stiques et litteraircs sur la ville de Strasbourg, kennt 1817 Neudorf noch nicht. Seitdem muss die Bebauung des Gebietes zwischen der Spitalstrasse und der Rheinstrasse etwas schneller vor sich gegangen sein; denn 1851 wird N. Filiale der in diesem Jahre errichteten prot. Pfarrei Neuhof, während beide Aussenorte bis dahin zur Pfarrei St. Wilhelm in Strassburg gehörten. Seit 1878 ist N. Sitz eines protestantischen Pfarrers, seit 1SS5 besitzt es eine prot. Kirche. Seit 1847 existirt in N. eine kath. Hilfskapelle, seit 1852 war es Hilfspfarrei (N.-Musau). A m 5. Okt. 1884 wurde es Pfarrei II. KL, nachdem es bis dahin zur Pfarrei St. Ludwig in der Citadelle gehört hatte. Schon am 3. Mai 1885 wurde es zur Pfarrei I. Kl. erhoben und erhielt 1887 eine eigene kath. Kirche (Schutzheiliger hl. Aloysius, 21. Juni). Die alte kath. Kirche ist 1901 auf Abbruch versteigert worden. Die drei Schulhäuser von N., 1875 und 1878 in der • Grossau>> erbaut, stehen auf dem sogenannten «wälschen Begräbnisse), dem früheren Friedhofe der Garnison, der noch Anfangs des 19. Thdts. benützt wurde. In der Grossau lag auch die erste Fabrik für Dezimalwagen (bascules), die von dem Erfinder, Abbe" Quinteny in Strassburg, um 1821 errichtet worden war. Die <>Z iegelau» in N. hat ihren Namen von den schon 1392 erwähnten dortigen Ziegelöfen. «Kibitzenau» hiess früher ein Theil des Landgutes Meinau (beim Entenfang), s. d. |