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Show Siegen - Sierck. 1033 es früher bei Finstingen, jetzt führt nur noch ein Theil der Gemeindegemarkung diesen Namen. S i e g e n , Df. (Ka. Selz [1730-1802 Ka. Lauterburg]. Kr. Weissenburg, U.-E.). 551 E. 106 Hsr. (12 GRe.) - 165 m. - AG. Lauterburg (11,2); HSt. Niederrödern (8,0). - S i e g e n 15. Jhdt. - Die Gde. umfasst den H O . S. (447 E. 83 Hsr.) und den A O . Kaidenburg. - StEBez.Niederrödern. Armr. (Gründungsjahr unbekannt). - Kath. Hilfspfarrei des Dekanats Selz (s. 1820, vorher Filiale von Oberlauterbach). Schutzheiliger hl. Laurcntius (10. Aug.). - Die Protestanten gehören zur Pfarrei Niederrödern. - Hausindustrie: Haar-netzstrickcrei für Firmen. S. gehörte zu dem im Besitz der Bischöfe von Speicr befindlichen Amte Lauterburg (s. d.). - Kirchlich gehörte S. bis 1801 zur Pfarrei Oberlauterbach (Landkapitel Weissenburg des Bisthums Speier), wurde dann selbst Pfarrei 180S abermals Filiale von Oherlauterbach und 1820 wiederum selbständig. Siegenergraben s. Lauter (' S i e g e n g r a b e n s. Selzhach 21. Sielberg, plateauartiger Berg, 359,5 m, TP., südwestl. Bettingen, Ka. St. Avold, Kr. Forbach. Sielgraben s. Moder 25, Rohrbach (Zorn) 5. S i e r c k s. a. Obersierck. Sierck, St. (Ka. gl. N. [s. 1790, nur 1802-06 Ka. Launsdorf, Kr. Diedenhofen-Ost, L.). 1188 E. 277 Hsr. (12 GRe.) - An der Mosel. 180 m. - KrHO. Diedenhofen (18.7); Bhf. S. (1,0). - Sirca 1080; S i r k e s 1236; S y r k e s 1262. - Die Gde. umfasst den HO. S. (1152 E. 268 Hsr.), die A O . Königsberg, Rüdlingen und den unbew. O. Schleifmühle. Von 1*11-1880 hatte S. auch die dann selbstg. gewordene Gde. Rüsdorf zum A O . (Die früheren AO. Altenschütz, Marien-flosser Mühle, Milchen-Mühle und Walkenhausen hängen jetzt mit dem HO. zusammen.) Im Gebiete der Gde. lagen ferner die verschw. O. Bruch und Marienfloss. - P. III. Kl. T. Bhf. (s. 1878). AG., umfassend den Ka. Sierck. Notar. Gerichtsvollz. Kantonal-Polizeikommissar für die Ka. Sierck und Metzerwiese. Oberförsterei Kedingen (Forstaufsichts-bezirk Metz-Metz). StA. II. VerkehrsStA. StEBez. für die Gden.: Apach, Hüntingen, Kerlingen, Kirsch b. Sierck, Mallingen, Mandcrn, Merschweiler. Montenach, Niederkontz, Oberkontz, Rettel, Rüsdorf, Sierck. Gemeinde-Fassaichungs-amt. 3 Aerzte, darunter 1 Kantonalarzt. 2 Apoth. Hospital St. Barbara (gegründet im 15. Jhdt., 40 Betten, für Kranke und Sieche). Armr. (s. 1811). Sparkasse (s. 1890). Schlachths. (s. 1874). Wasserltg. (s. 1897). F w . (s. 1829, 3 Spritzen). Krgv. (s. 27. Mai 1888). - Kath. Pfarrei II. Kl. (s. 1802), die Gden. Sierck und Rüsdorf umfassend. Kirche zu Ehren Maria Geburt (8. Sept.). Sitz eines Archipr. des Bisthums Metz für die Pfarrei Sierck und die Hilfspfarreien Apach, Flasdorf, Halsdorf (Grindorf), Hüntingen, Kerlingen, Kirchnaumen, Kirsch b. Sierck, Laumesfeld, Launsdorf, Mallingcn, Man-dern, Merschweiler, Montenach, Niederkontz, Oberkontz, Reimelingen, Rettel, Waldweisdorf, Waldwiese. Die Reformirten gehören zur Pfarrei Diedenhofen (seit 1880, vorher zu Metz) ; monatlich 1 mal reformirter Gottesdienst. - Kleine Gerberei (6 Arbeiter); Getreide- und Lohmühle, kleine Getreidemühle, kleine Sägemühle. Steinbrüche von Charton (47 Arbeiten, in welchen das hier und in der allernächsten Umgegend (s. Rüsdorf) vorkommende harte Steinmaterial Quarzit, welches hauptsächlich zu Pflastersteinen Verwendung findet, gewonnen wird. (1857-77 bestand hier eine Fayencefabrik von K. Lamort mit 6 Oefen und 100 Arbeitern.) - H a n d e l : Bauholz, Getreide, Wein, Gewebe. Anfang Jan., Anfang Juni und Donnerstag vor dem 11. Nov. Viehmarkt, fällt der 11. Nov. selbst auf einen Donnerstag, so findet der Markt an diesem Tage statt. Anfang April und Mitte Sept. Kram-, Vieh- und Pferdemarkt. Moselbrücke zw ischen Rettel und Sierck, eröffnet 3. Juni 1899. 1 Buchhandlung. - Zeitung- Siercker Anzeiger, 1 mal wöchentlich. S. war Hauptort einer alten Kastellanei von Lothringen, welche später in eine Probstei (s. d.;, Unter-Probstei (s. d.i und Landschultheisserei (s. d.) eingetheilt wurde. Durch den Vertrag von Vincennes (1661 trat der Herzog von Lothringen die Stadt mit 30 in der Umgegend liegenden Dörfern an Frankreich ab, das daraus die spätere Probstei S. bildete. Der Sage nach soll S. sehr alt und 712 von Pippin von Heristal irgend einer Königin geschenkt wurden sein. 889 soll Erzbischof Ratbod die Stadt vom König Ludwig III. für das Erzbisthum Trier erworben haben. Dieses ist aber nicht nachweisbar, vielmehr scheint das Schloss S. selbst auf hohes Alter eigentlich keinen berechtigten Anspruch geltend machen zu können. Es wird zuerst urkundlich 1065 erwähnt und befand sich damals schon in Händen der Herzoge von Lothringen. Es scheint auf allem Gebiete der Abtei Rettel, durch die ersten Vögte der Abtei, aus dem ardennischen Geschlechte, zum Schutze des Abteigutes erbaut worden zu sein. Die Stadt, welche erst später entstand, war zwischen den benachbarten Pfarreien Rettel und Rüsdorf getheilt. 1173 wurde das Schloss S., in welchem die Edelen von Sierck- Moncler, aus dem Hause Walcourt, damals schon herrschten, bei Gelegenheit der Einsetzung seines Sohnes auf den bischöflichen Stuhl von Metz, durch den Herzog von Lothringen an's Bisthum Metz zu Lehen aufgetragen. 124* hat Lothringen noch dafür gehuldigt. 1203 sollte laut Vertrag zwischen Herzog Ferry von Lothringen und Theobald von Bar das Schloss S. dem letzteren überlassen werden. 1236 wurde S. als Withumsgut der Katharina von Luxemburg zugewiesen. 1294 scheint die um das Schloss entstandene Stadt schon mit einer Mauer eingeschlossen worden zu sein. Der Herzog Ferry stellte damals den Einwohnern von S. einen Freiheitshrief aus, welchen 1464 Herzog Johann von Lothringen erneuerte. Es scheint, dass S. Anfang des 14. Jhdts. vom Lehensverband befreit wurde, denn 1308 wird dem Metzer Bischof Reginald von Bar in einer an den Papst gerichteten Anklage vorgeworfen, dass er das Schloss S , welches früher die Herzoge von Lothringen vom Bisthum Metz zu Lehen trugen und immer tragen sollten, von der Lehenspflicht befreit habe. 13. Nov. 1334 hat Herzog Raoul von Lothringen sich genöthigt gesehen, dem Erzbischof von Trier S. zu Lehen aufzutragen ; aber wohl nur auf kurze Zeit, denn S. ist bis zum Jahre 1661 immer hei Lothringen geblieben. Die Stadt ist wiederholt Residenz der Herzoge von Lothringen gewesen; dieselben haben dort eine Münzstätte errichtet. S., welches Ende des Jahres 1634 durch die Franzosen besetzt worden war, wurde am 20. März 1635 durch Lothringen zurückgenommen. 3. Sept. 1(43 folgte die Einnahme der Stadt und des Schlosses durch den Herzog von Enghien nach fünftägiger Belagerung. Das Schloss, welches 1673 zerstört worden war, wurde 170.5 wieder aufgebaut, u m gegen 1714, nach dem Vertrag von Utrecht, abermals geschleift und dann 1733 neu errichtet zu werden. Im Jahre 1811 verkaufte die Regierung dasselbe, z. Z. der Restauration wurde es 1814 wieder angekauft und diente im folgenden Jahre noch als Festung. Seitdem hat man es all-mählig verfallen lassen; von dem eigentlichen Schlosse hat sich so gut wie nichts erhalten. Einige Reste der alten Befestigungsmauern sind noch übrig geblieben, doch ist S. als Festung erst 1866 declassirt worden. 1870 in der 2. Hälfte des Juli lag die franz. Division Cissey in S. - Begütert in S. war der deutsche Orden, dem Herzog Matthäus von Lothringen 1236 Güter, Berechtigungen und Einkünfte zuwendete, um Ordenshaus und Kapelle in S. errichten zu können. Das daselbst später erbaute Haus war aber nur ein Ackerhof, kein Komthursilz, von der Commende Trier, später Beckingen verwaltet. Die dem Hause anhaftenden Freiheiten wurden 1622 durch Herzog Heinrich auf ein Haus des Ordens in Wallerfangen übertragen. V o m alten S p ital, das 1430 durch die Herzogin v. Lothringen, Margaretha von Bayern, gestiftet wurde, ist wenig bekannt. 1627 wurde ein Franziskaner-Rekollekten- |